23. Jour fixe „Musik und Stadt“: Schulmusik in Berlin

12 Mai 19:00
Bis 12 Mai, 21:00 2h

23. Jour fixe "Musik und Stadt": Schulmusik in Berlin

ALEX Berlin
23. Jour fixe "Musik und Stadt": Schulmusik in Berlin
ALEX Berlin

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Montag, 12. Mai 2025
ALEX Berlin, Fernsehstudio, Rudolfstraße 1–8, 10245 Berlin

Angesichts des sich ständig verschärfenden Personalmangels fordert der Landesmusikrat Berlin die Erhöhung der Absolvent:innenzahlen der UdK Berlin im gesamten Berufsfeld der Musikalischen Bildung. Im Rahmen der Sparzwänge äußerte Wissenschaftssenatorin Dr. Ina Czyborra jedoch Zweifel an der Notwendigkeit des Erhalts und des Ausbaus dieser Kapazitäten.

Wie stehen bildungspolitische Sprecher:innen der Koalition und der Opposition zu dieser Aussage? Was braucht die UdK Berlin, um dem großen Fachkräftebedarf zu entsprechen? Welche Perspektive haben Berliner Lehrkräfte und welche Perspektive ergibt sich aus der Bundesebene?

Diese und weitere Fragen wollen wir mit Ihnen diskutieren!

Auf dem Podium werden mit dabei sein:

Christoph Biemer, Musiklehrer, Dozent im Programm „Förderung junger Ensembleleiter:innen in Berlin“
Franziska Brychcy, MdA, Sprecherin für Bildung, Linksfraktion Berlin
Prof. Eckart Hübner, Dekan der Fakultät Musik, UdK Berlin
Sandra Khalatbari, MdA, Sprecherin für Bildung, CDU-Fraktion Berlin, angefragt
Antje Valentin, Generalsekretärin des Deutschen Musikrats e.V.

Moderation:
Ralf Sochaczewsky, Vizepräsident des Landesmusikrats Berlin e.V.

Musik:
Gustav-Heinemann-Oberschule Berlin

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Julia Dittmar (SPD)
Spitzenkandidatin der Bezirksliste Treptow-Köpenick

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Ich bin 2000 nach Berlin gezogen – und habe die Stadt damals vor allem über ihre
Kultur kennengelernt. Vieles war improvisiert, manchmal chaotisch, aber
unglaublich spannend und vielfältig. 
Ich erinnere mich an eine Performancegruppe der Kunsthochschule Kassel, die im
Prenzlauer Berg für eine Woche einen Laden angemietet und ihn komplett mit
frittierten Pfannkuchen, also „Berlinern“ zugebaut hat. Das ist ein verrücktes
Beispiel, aber es zeigt, was Kultur in Berlin ausmacht: ausprobieren, anecken,
überraschen.
Solche Sachen waren möglich, weil es genug Freiräume gab und die auch bezahlbar waren. Die drohen heute verloren zu gehen oder sind längst verschwunden. Deshalb ist es wichtig, sie politisch besser zu schützen.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Kultur erlaubt den Blick über den Tellerrand, sie schafft Begegnung und ermöglicht
demokratische Debatten. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger wirtschaftlicher
Faktor.
Berlin lebt davon, dass unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden. Ohne Kultur
würde die Stadt nicht nur an Ausstrahlung verlieren, sondern auch an
gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Kultur sollte verlässlicher finanziert werden. Dazu gehören mehrjährige Förderungen
ohne ständige Unsicherheiten und eine stärkere Unterstützung der freien Szene –
nicht nur der großen Häuser.
Gerade wenn Mittel knapper werden, darf Kultur nicht gegen Soziales ausgespielt
werden. Stattdessen geht es darum, politische Prioritäten insgesamt neu zu
setzen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Kultur muss für alle zugänglich sein. Dafür braucht es niedrigschwellige Angebote,
mehr Sichtbarkeit für unterschiedliche Perspektiven und den Schutz der
Kunstfreiheit.
Gerade in einer vielfältigen Stadt wie Berlin ist Kultur ein zentraler Ort für
Austausch und Auseinandersetzung.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Kulturpolitik ist nicht mein Schwerpunkt – aber Berlin ohne Kultur ist für mich undenkbar.
Als Neuling will ich erstmal schauen, was mir da spannendes über den Weg läuft und welche Projekte und Bedarfe es gibt. Mir wäre es wichtig, die Rahmenbedingungen insgesamt zu verbessern und vor allem Orte und Räume zu sichern oder neu zu schaffen, damit Kultur in Berlin den Platz hat, der ihr zusteht.