Im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026 startet am 13. April 2026 die Kampagne #DeineStimmeFürKultur. Mit dieser Initiative wollen wir Kultur im Wahljahr sichtbar machen und deutlich zeigen: #BerlinIstKultur. Kultur prägt diese Stadt, schafft Räume für Austausch und Debatte, stärkt demokratische Werte und macht Berlin zu einem international einzigartigen Ort.
In unserer Kampagne rufen wir die Berliner Kulturlandschaft dazu auf, sich in zwei Aktionswochen und mit einem gemeinsamen Statement in den Wahlkampf für Kultur mit einzubringen. Wir sammeln Statements der Berliner Kandidierenden für das Abgeordnetenhaus und machen die vielfältigen Wahlprüfsteine, Positionen und Kulturpolitischen Veranstaltungen der Kultur sichtbar.
Damit Kultur im Wahlkampf gehört wird, brauchen wir eine starke und gemeinsame Stimme der Kulturszene. Deshalb rufen wir Euch auf, Euch an der Kampagne zu beteiligen! Je mehr Stimmen sich beteiligen, desto stärker wird unsere gemeinsame Stimme.
#BerlinIstKultur – zeigen wir es gemeinsam.
Wahlprüfsteine und Stellungnahmen der Kulturverbände
Wir sammeln hier die Wahlprüfsteine und Stellungnahmen der Kulturverbände und Institutionen sowie die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine. Die Kandidierenden für das Berliner Abgeordnetenhaus haben hier die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Fragen und Positionen aus der Kultur zu verschaffen. Wähler*innen können die Antworten und Stellungnahmen der Parteien abgleichen. Sendet Eure Papiere bitte ab sofort per E-Mail an info@berlinistkultur.de.
Landesmusikrat Berlin e.V.
2026 wählt Berlin neue Vertreter:innen für das Abgeordnetenhaus. Der Landesmusikrat Berlin hat den Parteien Punkte vorgelegt, die für die nächste Legislatur unerlässlich sind. Diese „Wahlprüfsteine“ für die kommende Legislatur sind:
Mehr Musik in der Schule!
Der Landesmusikrat Berlin fordert:
- Stärkung der Musikalischen Bildung durch erhöhten Mitteleinsatz, Erhöhung des Stellenwertes des Faches Musik.
- Durchgängig 2 Wochenstunden Musikunterrichtdurch Fachlehrkräfte (Kl. 1-10)
- Stärkung musikalischer Zusatzangebote (Wahlpflichtkurse, AGs und Ensembles)
- Signifikante Steigerungen der Studienanfänger insbesondere im Grundschullehramt und deutliche Steigerungen der Absolventenzahlen in allen Musik-Lehrämtern
- Attraktivitätssteigerung des Studienganges durch Anpassung der Zugangsmöglichkeiten (Informationsfluss, Zusammenarbeit mit den Studienvorbereitenden Abteilungen der Musikschulen, Eignungsprüfung), Verbesserung der Studierbarkeit, Erhöhung der Durchlässigkeit für andere künstlerische Professionen, Verstärkung der anwendungsorientierten Musiktheorievermittlung sowie Verstärkung der Gruppenleitungskompetenzen.
- Erhalt und Weiterentwicklung von fachlichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Wiederaufnahme der Weiterbildungsmaßnahmen für Neigungslehrkräfte in der Grundschule.
- Unterstützung der Netzwerkbildung von Fortbildungsanbietern (z.B. Landesmusikakademie, Musikverbände).
- Schaffung von Angeboten für die Nutzung und unterrichtliche Anwendung digitaler Lehr- und Lernmittel.
Förderung der instrumentalen Amateurmusik ausbauen
Der Landesmusikrat Berlin fordert für die instrumentale Amateurmusik:
- Ausbau der strukturellen Förderung freier Instrumentalensembles der Amateurszene
- Stärkung des Bereichs Instrumentale Amateurmusik beim Landesmusikrat Berlin (Entwicklung von Konzepten, Verwaltung von Fördermitteln, sowie die Vernetzungs- und Fortbildungsarbeit der instrumentalen Amateurensembles)
- Kostenfreier Zugang zu öffentlichen Räumen für Amateurmusikensembles vergleichbar dem Sport (vgl. Sportfördergesetz)
- Gremienbeteiligung vergleichbar dem Sport bei Stadtentwicklungsplanung sowie Schulneubau (vgl. Sportfördergesetz)
Öffentliche Musikschulen zukunftsfähig machen!
Der Landesmusikrat Berlin fordert für die öffentlichen Musikschulen:
- Mindestens 9 volle Stellen pro Musikschule für musikpädagogisches Management
- Festanstellungen für Musikschullehrkräfte
- Bessere soziale Absicherung für die freien Honorarkräfte an den Musikschulen
- Mehr Räume für Musikunterricht und Musikschulen
Kultur.Fördern.Gesetz
Ohne Kultur keine Gesellschaft. Wir brauchen ein Kulturfördergesetz für Berlin!
Abgeleitet aus Art. 20. Absatz 2 der Landesverfassung soll der gesellschaftliche Stellenwert von Kunst und Kultur in einem Gesetz ausgestaltet werden. Verbunden ist damit das Ziel der Herstellung stärkerer Transparenz, Verlässlichkeit und Beteiligung durch einen regelmäßigen und verbindlichen öffentlichen und parlamentarischen Diskurs über Kunst und Kultur.
Ein Klares Bekenntnis zur Kultur in den kommenden Haushalten
Die Finanzplanungen für den Doppelhaushalt 2026/27 müssen im Kulturbereich, dem Bereich der Kulturellen Bildung sowie im Bereich der Lehrkräftebildung den gestiegenen Kosten angepasst werden.
Bildungsauftrag und Qualität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stärken
- Auftrag zur Vermittlung von und Teilhabe an Kultur vollumfänglich wahrnehmen
- Bildung und Kultur als eigentlichen Programmauftrag in den Mittelpunkt stellen
- Amateurmusik und musikalische Bildung als selbstverständliche Bestandteile des Programms stärken
Digitalisierung im Kulturbereich fördern und gestalten
- Schaffung von Förderprogrammen für die digitale Transformation des Kulturbereiches
- Einbindung der Akteurinnen und Akteure in die Gestaltung der Transformation, damit diese fairer, transparenter und diverser wird
Förderung für den Landesmusikrat Berlin und seine Projekte
- Sichere und nachhaltige Finanzierung des Landesmusikrats Berlin e.V.
- Eigene, auskömmlich finanzierte Haushaltstitel für Projekte wie Jugend musiziert Berlin und die Landesjugendensembles.
Clubcommission e.V.
Wahlprüfsteine
Fassung vom 19. März 2026
Redaktionelle Änderungen vorbehalten
- Clubs stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck zum Beispiel durch gestiegene Grundsteuern. Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei zur finanziellen Entlastung von Clubbetrieben?
- Bei städtebaulichen Großprojekten – wie am RAW-Gelände oder beim Hotelbau neben dem about blank – geraten die Interessen von Clubs und Kulturorten häufig in Konflikten zwischen Bezirk, Land und privaten Entwickler*innen unter die Räder. Wie wird Ihre Partei sicherstellen, dass Clubkultur bei solchen Entwicklungen frühzeitig einbezogen wird und ihre Interessen gewahrt bleiben?
- Clubs gelten bundesrechtlich weiterhin als Vergnügungsstätten, nicht als Kulturstätten mit weitreichenden Folgen für Baurecht, Lärmschutz und Förderung. Welche Schritte plant Ihre Partei auf Landes- und Bundesebene, um die Anerkennung von Clubs als Kulturorte voranzutreiben?
- Wie wird Ihre Partei eine verlässliche und langfristige Förderstruktur für Clubs und Musikspielstätten etablieren, die über projektbezogene Einzelmaßnahmen hinausgeht und Planungssicherheit schafft?
- Wie will Ihre Partei kurzfristig bedrohte Clubs und Kulturorte unterstützen, wenn sie durch plötzliche Kostensteigerungen, baurechtliche Konflikte oder Verdrängung existenziell gefährdet sind?
- Wie wird Ihre Partei sicherstellen, dass landeseigene Immobilien und Flächen auch in Zusammenarbeit mit privaten Eigentümer*innen systematisch für Clubkultur aktiviert werden?
- Barrierefreiheit betrifft einen großen Teil der Bevölkerung wie Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen. Clubs sind oft in Altbauten oder Industriegebäuden untergebracht, wo bauliche Veränderungen teuer und komplex sind. Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um den Abbau von Barrieren in der Clubkultur finanziell zu fördern?
- Clubbetreiber*innen berichten von langen Bearbeitungszeiten, wechselnden Zuständigkeiten und fehlender Planungssicherheit bei Behördenprozessen. Wie wird Ihre Partei Verwaltungsprozesse für die Clubkultur beschleunigen, vereinheitlichen und verlässlicher gestalten?
- Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, um Genehmigungsverfahren für nicht-kommerzielle Free Open Airs rechtssicher, transparent und berlinweit einheitlich zu gestalten – und den öffentlichen Raum für kulturelle Nutzung zu öffnen?
- Professionelle Clubkultur erfordert kontinuierliche Qualifizierung von Nachwuchs- und Künstler*innenförderung über Antidiskriminierung bis zur Awareness-Arbeit. Wie wird Ihre Partei die Zugänglichkeit und Finanzierung von Weiterbildungsangeboten für die Clubkultur langfristig sichern?
netzwerk freie literaturszene berlin
Wahlprüfsteine für die Berliner Literatur zur Abgeordnetenhauswahl 2026
- 3% für Kultur
Eine Mehrheit der Berliner Bevölkerung unterstützt die öffentliche Förderung von Kultur.* Dennoch wurde genau diese Förderung im Berliner Haushalt auf unter 2 % des Gesamtbudgets gekürzt. Die Wichtigkeit der Kultur für Bildung, Wohlbefinden, Gesundheit und Tourismus muss durch einen Anstieg des Prozentsatzes im Gesamthaushalt für den Bereich auf mindestens 3 % untermauert werden.
Stimmen Sie dieser Forderung zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was ist Ihre Position zur Wichtigkeit der Kultur und deren Anteil am Gesamthaushalt?
- Arbeitsstipendien für Literatur
In Berlin leben geschätzte 10.000 Autor*innen und Übersetzer*innen, die in einer großen Bandbreite von Sprachen arbeiten. Eine wichtige Stütze ihrer Arbeit in Zeiten schwindender Verlagsvorschüsse sind Arbeitsstipendien**. Allerdings wurde die Höhe der von Berlin vergebenen Schreibstipendien seit mindestens zehn Jahren nicht an die Inflation angepasst. Die monatliche Rate muss von € 2.000 auf € 2.500 erhöht werden. Außerdem bedarf es eine Aufstockung der Gesamtzahl der Stipendien für Autor*innen und Übersetzer*innen, sodass eine Förderquote von mindestens 10 % erreicht wird.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um die Lage der Berliner Schreibenden und Übersetzenden zu verbessern?
- Ausweitung der Stipendien
Der Poetry Slam im deutschsprachigen Raum wurde 2016 als immaterielles Erbe der UNESCO
anerkannt – das ist einmalig weltweit. Gebärdensprachpoesie erlebt einen Boom, wird aber bis dato weder gewürdigt noch gefördert. Performativ arbeitende Literaturmenschen sollen auf sie zugeschnittene Arbeitsstipendien erhalten. Auch Newcomer*innen in der Literatur sollen eine Chance auf Förderungen bekommen, und zwar durch Stipendien, die extra für sie ausgeschrieben werden.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um die Vielfalt der Berliner Literaturszene zu unterstützen?
- Basisförderung für literarische Präsentationsorte
Literaturveranstalter*innen mit fester Vereinsstruktur, die seit Jahren kontinuierliches Programm
anbieten und/oder der freien Literaturszene eine räumliche bzw. organisatorische Infrastruktur zur Verfügung stellen, benötigen bedarfsgerechte Förderungen, die angesichts horrender
Preissteigerungen zur Sicherung etablierter Literaturprogramme, Vereine und Initiativen beitragen. So können sie – analog zum Bereich Darstellende Künste/Tanz – ihre wichtige Arbeit mehrere Jahre im Voraus sichern und sich auf ihre innovativen Programme konzentrieren.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um Kontinuität und Qualität der freien Literaturveranstaltungen in Berlin zu sichern?
- Aufstockung der Gelder für Literaturinstitutionen in Berlin
Durch die Kürzungen seit 2024 wurden die Literaturhäuser und andere literarische Institutionen*** gezwungen, ihre Programme zu verkleinern. Dabei sind auch sie sowohl eine wichtige Stütze für Schreibende in der Stadt als auch zentrale Orte für an Literatur interessiertes Publikum. Allein um die bisherigen Einsparungen, die Inflationsrate und weitere Kostensteigerungen zu kompensieren muss die Förderung durch das Land Berlin in den kommenden Haushaltsjahren um mindestens 8% angehoben werden. Nur mit wirtschaftlicher Stabilität und einem soliden Programmetat können die Literatureinrichtungen als offene Orte der Meinungs- und Kunstfreiheit weiterhin demokratische Teilhabe und Leseförderung für die gesamte Breite der Bevölkerung anbieten.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um das Überleben der Berliner Literaturinstitutionen zu sichern?
- Koordinierungsstelle Literatur
Um die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteur*innen der Berliner Literaturlandschaft zu stärken, braucht es eine Koordinationsstelle, etwa nach dem Modell eines “Literaturbüros”. Damit wird die bestehende Struktur weiter professionalisiert und gesichert sowie darüber hinaus eine zentrale Öffentlichkeitsarbeit für die Sichtbarkeit der Literatur in Berlin ermöglicht.
Stimmen Sie dieser Forderung zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um die Präsenz der Literatur in der Berliner Kulturlandschaft zu stärken?
- Räume für Literaturarbeit
Unter dem Druck des Immobilienmarktes wünschen sich viele Schreibende und Übersetzende bezahlbare feste oder temporäre Räume, in denen sie arbeiten können. Ab 2030 schließt die Staatsbibliothek West für elf Jahre, womit zahlreiche Menschen keinen Ort mehr haben, an dem sie außerhalb der eigenen Wohnung schreiben können. Das Arbeitsraumprogramm für die freie Szene muss unbedingt wieder ausgeweitet werden und bis spätestens 2030 müssen temporäre Raumangebote für die Literatur bestehen.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um Räume für die Literatur zu eröffnen?
- Literaturschaffende mit Behinderung im Fokus
Wir fordern ein Budget für Maßnahmen zur sprachlichen wie materiellen Barrierefreiheit von
Vorhaben der freien Literaturszene mit dem Ziel eines inklusiven gesellschaftlichen Zusammenhalts. Hierzu gehören: Geld für die Umsetzung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes seitens der Akteur*innen, technische Umsetzung von Homepages und Bildbeschreibung, Anpassung an die Veranstaltungstechnik, Einführung der oben genannten Arbeitsstipendien für Gebärdensprachpoesie. Das soll kein weiteres Antragsverfahren werden, sondern diese Maßnahmen werden in die regulären Förderinstrumenten integriert.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um Literaturschaffenden mit Behinderung den Weg zu ebnen?
*Laut IKTf-Studie “Kulturelle Teilhabe in Berlin 2025”: 89 % der Befragten stimmten der Aussage „Klassische Kulturangebote sollten mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden” zu. 97 % waren der Meinung, „Klassische Kulturangebote sollten für kommende Generationen erhalten bleiben”.
**Für Autor*innen, die auf Deutsch oder in anderen Sprachen arbeiten, und für Übersetzer*innen mit allen Sprachkombinationen
***Haus für Poesie, LesArt, Literarisches Colloquium Berlin, Literaturforum im Brecht-Haus, Literaturhaus Berlin
Zeitgenössischer Tanz Berlin e.V. / TanzRaumBerlin Netzwerk
Wahlprüfstein 1: Strukturelle Stärkung des Tanzes
Strukturell gliedert sich die Sparte Tanz in Berlin wie folgt auf: 1. in vier institutionell geförderte Compagnien mit eigenen künstlerischen Handschriften (darunter das Staatsballett Berlin als Teil der Stiftung Oper ohne eigene Bühne), 2. in eine zwar breite, aber sehr fragil aufgestellte dezentrale Infrastruktur der Produktionsorte und Spielstätten, die weitgehend privatwirtschaftlich organisiert ist, 3. in eine 2500 Akteur*innen starke Künstler*innenschaft, von denen 2300 als Soloselbstständige unter hoch prekären Arbeitsbedingungen die künstlerische Vielfalt des Tanzes in Berlin prägen. Ca. 1800 Vorstellungen zählt der Berliner Tanzkalender pro Jahr, der enorme Output so-wie die ästhetische und künstlerische Diversität der Berliner Tanzkünstler*innen strahlen durch unzählige nationale und internationale Gastspiele weit über die Hauptstadt hinaus und gelten welt-weit als einmalig.
Wie viel aber ist der Tanz der Stadt Berlin wert? Die Förderung des Tanzes mit all seinen Künstler*innen und Einrichtungen nimmt im Berliner Kulturhaushalt 3% ein, in der Maßnahmengruppe der Darstellenden Künste MG 02 „Bühne/Tanz“ ist der Tanz neben den beiden weiteren (Bühnen-)Sparten Theater und Oper mit ca. 9% deutlich unterrepräsentiert. Der Tanz in Berlin ist nicht institutionalisiert und kämpft seit Jahrzehnten um die Auflösung dieses strukturellen Defizits.
Inwieweit setzt sich Ihre Partei für die Behebung des strukturellen Defizits im Tanz ein? Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei, den Tanz zu stärken und seine unzureichende Finanzierung im Kulturhaushalt auszugleichen
Inwieweit setzt sich Ihre Partei für den Erhalt der einmaligen dezentralen Struktur Berliner Tanzorte ein und macht sich gleichzeitig stark für das seit Jahrzehnten geforderte – und seit dem Runden Tisch mit Konzeptpapieren konkretisierte – Vorhaben eines Berliner Hauses für Tanz und Choreografie inklusive TanzArchiv und Tanzvermittlungszentrum?
Der Tanz ist als Raumkunst auf bezahlbare, temporär wie langfristig anzumietende Arbeits-räume angewiesen. Welche Arbeitsraumpolitik verfolgt Ihre Partei? Über die Standortsicherung hinaus, wie stellen Sie den Ausbau des Arbeitsraumprogramms sicher?
Wahlprüfstein 2: Sicherung des künstlerischen Arbeitens
Kulturförderung hat die Aufgabe, professionelles künstlerisches Arbeiten als vollständige Erwerbsbiographie über alle Altersstufen hinweg anzuerkennen. Dies bedeutet, Arbeit an den Institutionen wie in der Freien Szene gleichermaßen als Teile der professionellen Kulturlandschaft zu honorieren, den Bedarfen in den unterschiedlichen Karrierestufen gerecht zu werden, den Über-gang der Künstler*innen in das und aus dem Berufsfeld strukturell abzusichern und zu begleiten und kontinuierliches, professionelles Arbeiten zu sichern.
Angesichts von durchschnittlich ca. 12.000 € Jahresbruttoeinkommen im Tanz, welches Modell zu sozialen Mindeststandards / zur sozialen Absicherung von freischaffenden Choreo-graf*innen und Tänzer*innen verfolgt Ihre Partei?
Wie würde Ihre Partei sich dafür einsetzen, ein Modell zur sozialen Absicherung von Künstler*innen (Beispiele aus Irland, Frankreich, Belgien) auch in der Bundesgesetzgebung zu verankern?
Im November 2025 hat der BFDK die Empfehlungen der Honoraruntergrenze für freischaffen-de Künstler*innen in Anlehnung an die angehobenen Mindestgagen im NV Bühne erhöht. Wie stellt Ihre Partei eine faire Entlohnung für professionelle künstlerische und kulturelle Arbeit in den Darstellenden Künsten auch über diese Mindeststandards hinaus sicher, in der die Absicherung von Lebensrealitäten wie Krankheit, Elternschaft, Care-Arbeit, Berufsunfähigkeit, das Risiko von Altersarmut als Teil der Kulturförderung mitgedacht wird?
Wie würde Ihre Partei ein dynamisches Fördersystem konzipieren, das auf schwankende Entwicklungen von Inflation, Mietsteigerung, Tarifentwicklung etc. z. B. durch dynamische Indexierung von Fördertöpfen/Zuwendungen reagiert (Kopplung von Mindesthonoraren an Tarifentwicklung, Indexierung von Sachkosten / Mietpreisanpassung)?
Wahlprüfstein 3: Distribution & Sichtbarmachung des Tanzes
(Inter)nationale Gastspiele und Vernetzung stellen ein wichtiges Standbein für die wirtschaftliche Unabhängigkeit und Entwicklung von Compagnien und freien Choreograf*innen dar. Das Ende des Distributionsfonds (Maßnahme aus dem Runden Tisch Tanz) zur Unterstützung von Künst-ler*innen in der inter-/nationalen Vernetzung und Akquise, die Streichung des Förderinstruments Reisekostenzuschüsse für Auslandsvorhaben sowie das Aus der Onlineplattform www.tanzforumberlin.de, die ein wichtiger Motor der Vermarktung von Berliner Künstler*innen war, schaden der Branche massiv.
Mit welchen Maßnahmen stellen Sie sicher, dass der Tanz/die Darstellenden Künste jenseits der üblichen projektgeförderten 2-4 Vorstellungen nachhaltig produzieren und sichtbar in der Stadt Berlin wirken kann?
Mit welchen Maßnahmen stellen Sie sicher, dass der Tanz aus Berlin sein weltweites Renommee halten und inter-/national ausstrahlen kann?
Wie sichern Sie zukünftig die Sichtbarmachung des Tanzes aus Berlin analog und digital?
Wahlprüfstein 4: Transparenz
Die Kunst- und Kulturszene ist im Zuge von Fördermittelaffären und versuchter oder tatsächlicher Einflussnahme durch die Politik an Kulturprogrammen auf Landes- und Bundeseben stark verunsichert.
Wie setzt sich Ihre Partei weiterhin für die Kunstfreiheit ein und stellt die Umsetzung des Artikels 5 des Grundgesetzes sicher? Welche Strategien sehen Sie im Zusammenschluss der demokratischen Parteien im bestehenden Kulturkampf von rechts?
Wie stellen Sie sicher, dass politische Einflussnahme auf Kunst- und Förderprogramme verhindert wird?
Wie unterstützen Sie die Kulturverwaltung, jurierte Verfahren umzusetzen und vor politischer Einflussnahme zu schützen?
Wie stellen Sie die Verbindlichkeit von partizipativen Prozessen und ihren Gutachten wie dem Runden Tisch Tanz sicher?
Wahlprüfstein 5: Diversität
Der Tanz mit seinen Akteur*innen ist in seiner Vielfältigkeit wie kein anderes Genre ein Spiegelbild der Stadtgesellschaft. Mit Pilotprojekten wie dem mittlerweile bundesweiten Netzwerk MAKING A DIFFERENCE und dem aus dem Runden Tisch Tanz hervorgegangenen Programm IMPACT-Förderung hat er in den letzten Jahren wegweisende Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und Möglichkeiten der Teilhabe in der Kunst hervorgebracht.
Wie wollen Sie nachhaltige Konzepte für den Abbau von Barrieren umsetzen? Welche Rolle spielen für sie dabei Programme wie MAKING A DIFFERENCE und die IMPACT-Förderung?
Wie sorgt Ihre Partei dafür, dass sich die Vielfalt der Stadtgesellschaft in der Kulturförderlandschaft abbildet?
Wahlprüfstein 6: Verbindlichkeiten für die Berliner Kunst und Kultur
Wie würde sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Punkte 1-5 rechtlich verbindlich im Rahmen eines Kulturfördergesetzes zu implementieren? In welcher Zeitschiene innerhalb der nächsten Legislatur und mit welchem Verfahren planen Sie die Implementierung des Kulturfördergesetzes?
Ursprünglich war die City Tax als Kulturabgabe geplant: 100% für Kultur und davon 50% für die freie Szene. Wie würde sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Punkte 1-5 finanziell durch eine deutliche Anhebung des Kultursatzes der City Tax abzusichern?
Sind sie der Meinung, dass der Kulturbereich seiner Bedeutung für Berlin entsprechend vom Sondervermögen des Bundes profitieren sollte und welche Maßnahmen erachten sie in diesem Zusammenhang über die bereits getroffenen Schwerpunktsetzungen hinaus für sinnvoll?
Initiative Kulturelle Bildung Stärken!
Wahlprüfsteine der Initiative Kulturelle Bildung Stärken!
15.4.2026
- Thema: Strukturen und Programme stärken und ausbauen.
Nur durch Erhalt und Stärkung bewährter Strukturen können die bestehenden und neu entstehenden Programme der Kulturellen Bildung weiterhin einen wichtigen Beitrag für eine offene, inklusive und lebendige Stadtgesellschaft leisten, in der Kinder und Jugendliche Zugang zu kultureller Bildung leisten.
Die Angebote der Kulturellen Bildung tragen wesentlich zur gesellschaftlichen Vielfalt bei, fördern multimodale Bildungszugänge und ganzheitliches Lernen. Zudem übernehmen sie eine wesentliche Brückenfunktion zwischen Institutionen aus den Bereichen Bildung und Kultur und erfüllen zentrale Querschnittsaufgaben, die im Rahmenkonzept Kulturelle Bildung formuliert sind.
à Wie wollen Sie dazu beitragen, dass die Programme der Kulturellen Bildung und deren vielfältiges Angebot in der jetzigen Form stabilisiert und ausgebaut werden? Wie werden Sie für eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung sowie verbindliche Förderstandards sorgen?
à Stehen Sie dafür ein, die im reformierten Zuwendungsrecht angelegte Möglichkeit für mehrjährige und nachhaltige Förderung auch für die Kulturellen Bildung zu nutzen sowie erfolgreiche Projekte über Regelfinanzierung zu verstetigen?“
2. Thema: Berliner Runder Tisch Kulturelle Bildung BeRuTiKuBi
Die Initiative Kulturelle Bildung Stärken! lädt seit Oktober 2024 zum Berliner Runden Tisch Kulturelle Bildung in Kita und Schule (BeRuTiKuBi) ein. Es hat sich gezeigt, dass ein richtungsweisender ressortübergreifender Austausch der Verantwortlichen aus Senatsverwaltung, bildungs- und kulturpolitischen Fachpolitiker*innen aus den verschieden Parteien zusammen mit den Akteur*innen aus dem Handlungsfeld geführt werden muss, um voneinander zu wissen, Herausforderungen zu bündeln und in einer gemeinsamen Strategie anzugehen.
à Werden Sie sich dafür einsetzen, dass dieser wichtige Prozess des Berliner Runden Tisches Kulturelle Bildung fortgeführt und mit Ressourcen unterstützt wird? In welcher Form werden Sie diesem Gremium für den Austausch und für die fachliche Begleitung zur Verfügung stehen? Wie werden Sie darüber hinaus die ressortübergreifende, fachspezifische Zusammenarbeit sicherstellen, um beispielsweise die beim BeRuTiKuBi entstandenen Empfehlungen weiterzuentwickeln?
à Inwieweit werden Sie die vom BeRuTiKuBi ausgesprochenen Empfehlungen in Ihre eigene politische Agenda aufnehmen?“ (siehe hierzu: https://inkubi.berlin/kategorie/empfehlung/)
3. Thema: Weiterbildung von Pädagog*innen und Kulturschaffenden
Eine zentrale Handlungsempfehlung der Initiative Kulturelle Bildung Stärken! ist es, Qualifizierungs- und Professionalisierungsangebote für Pädagog*innen und Kulturschaffende, die im Bereich der Kulturellen Bildung tätig sind, anzubieten.
Ziele:
– Pädagog*innen und Leitungen an Berliner Schulen und Kitas dafür zu mandatieren und zu qualifizieren, kulturelle Bildungsangebote von Kulturschaffenden am eigenen Bildungsort zu initiieren, Angebote aufzunehmen und deren Umsetzung regelmäßig zu überprüfen.
– ein Fundament dafür zu schaffen, dass Angebote der Kulturellen Bildung in Schulen und Kitas künftig verbindlich als Tandem-Angebote von Pädagog*innen und Kulturschaffenden durchgeführt werden, wie es das Rahmenkonzept Kulturelle Bildung und das Berliner Tandem-Modell vorsieht (siehe hierzu: https://www.berlin.de/sen/bildung/unterricht/kulturelle-bildung/).
à Wie sehen Ihre Pläne hinsichtlich der Professionalisierung und Qualifizierung von Fachpersonal für die Kulturelle Bildung an Schulen und Kitas aus?
à Können Sie skizzieren, in welcher Form Sie sich für einen Ort einsetzen, an dem Professionalisierung und Qualifizierung gebündelt werden? Welche Rolle spielen BLIQ und SFBB dabei?
4. Thema: Rechtsanspruch
Die Initiative Kulturelle Bildung Stärken! empfiehlt einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Kulturelle Bildung für alle jungen Menschen in Berlin.
Gerade im Kontext ganztägiger Bildung mit langer Verweildauer von Kindern und Jugendlichen in Institutionen ist dies besonders wichtig um kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.
à Wie wollen Sie Kulturelle Bildung an Berliner Kitas und Schulen dauerhaft strukturell verankern?
à Wie werden Sie Träger der freien Jugendhilfe bzw. Programmträger wie uns unterstützen, die Berliner Ganztagsschulen bei diesem Prozess zu begleiten?
à Wie werden Sie sicherstellen, dass die Berliner Kita- und Schulaufsicht Kulturelle Bildung fest in ihre Begleitung aufnimmt, um die Verankerung von Kultureller Bildung an Kitas und Schulen dauerhaft zu gewährleisten?
AK Kinder- und Jugendtheater
Berlin, 20. April 2026
Wahlprüfsteine des Arbeitskreises Berliner Kinder- und Jugendtheater zur Wahl des
20. Berliner Abgeordnetenhaus 2026
Sehr geehrte Kandidat*innen, liebe Parteien,
in den letzten Jahren haben wir wahrgenommen, dass von allen demokratischen Parteien ein
kulturpolitischer Schwerpunkt auf die Stärkung des Kinder- und Jugendtheaters begrüßt wurde. Die
aktuelle Landesregierung hatte sich diesen Schwerpunkt in die Koalitionsvereinbarung geschrieben.
Wir freuen uns auf Ihre Antworten auf die Wahlprüfsteine für die kommende Wahl des Berliner
Abgeordnetenhauses!
1. Welche Gewichtung geben Sie Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche in Ihrer Kulturpolitik?
Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht die Kinder- und Jugendtheater im Verhältnis zum Theater für
erwachsenes Publikum?
2. Teilhabe an Kultur ist ein Kinderrecht. Gerade das Kinder- und Jugendtheater hat das Potenzial,
trotz bestehender geografischer, finanzieller, schulstruktureller und personenbezogener
Barrieren alle jungen Menschen dieser Stadt zu erreichen und ihnen einen Zugang zu Kultur zu
ermöglichen. Welche kulturpolitischen Ansätze verfolgen Sie, dieses Potenzial stärker
auszuschöpfen und Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen zu gewährleisten?
3. Kulturförderung für freie Gruppen zielt hauptsächlich auf Neuproduktionen ab. In den Jury-
Entscheidungen sind Projekte und in den Jurys Expert*innen des Kinder- und Jugendtheaters
deutlich unterrepräsentiert. Wie wollen Sie die daraus resultierende Förderlücke schließen?
4. Vor allem Gruppen können jedoch unter den aktuellen finanziellen Bedingungen kein Repertoire
aufrechterhalten, solange Vorstellungsförderung kein Teil der Fördersysteme ist. Mit welchen
Strategien werden Sie die nachhaltige Sicherung des Repertoires in Zukunft gewährleisten?
5. Trotz hoher künstlerischer Qualität und sehr guten Besuchszahlen sind viele Kinder- und
Jugendtheaterschaffende prekär beschäftigt. Steigende Lohnkosten, sinkende
Wettbewerbsfähigkeit aufgrund eines geringeren Lohnniveaus und ohnehin überstrapazierte
Personalressourcen machen es den Kinder- und Jugendtheatern schwer, Künstler*innen und
Personal an sich zu binden. Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie dieser Entwicklung
entgegenwirken?
6. Wie möchten Sie sicherstellen, dass die Belange des jungen Publikums und die der Kinder- und
Jugendtheater angemessen in kultur-, bildungs- und sozialpolitischen Entscheidungen sowie in der
nachgeordneten Verwaltung berücksichtigt werden?
7. Bereits jetzt ist klar, dass Berlin aufgrund seiner hohen Verschuldung und nicht steigenden
Steuereinnahmen ab 2027/2028 erneut vor Haushaltskonsolidierungen in Milliardenhöhe steht. Wie
will Ihre Partei sicherstellen, dass es nicht erneut zu massiven Sparmaßnahmen im Kulturbereich
und insbesondere im Bereich der Angebote für Kinder und Jugendliche kommt?
Rat für die Künste
Wahlprüfsteine des Rats für die Künste Berlin 2026
- Kulturpolitische Leitlinien
- Wie wollen Sie die öffentliche Förderung von Kunst und Kultur langfristig sichern und an steigende Kosten (Inflation, Energie, Mieten) anpassen?
- Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um den Zugang zu kulturellen Angeboten für marginalisierte Bevölkerungsgruppen zu verbessern?
- Wie möchten Sie die soziale Absicherung und faire Bezahlung von Künstler*innen und Akteur*innen der Berliner Kulturlandschaft stärken?
- Welche Strategien verfolgen Sie zum Erhalt und zur Weiterentwicklung von Kulturinstitutionen, freien Kulturorten und Orten der Urbane Praxis – insbesondere auch außerhalb der innerstädtischen Zentren?
- Wie stellen Sie sicher, dass die Freiheit der Kunst geschützt bleibt und gleichzeitig kulturelle Vielfalt gefördert wird?
- Was sind aus Ihrer Sicht die besonderen Qualitäten der Berliner Kunst- und Kulturszene?
- Welche drei kulturpolitischen Prioritäten setzen Sie für die Berliner Kunst- und Kulturszene in der kommenden Legislaturperiode?
- Welche konkreten kulturpolitischen Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um diese Ziele zu erreichen?
- Welche Rolle spielt Kulturpolitik Ihrer Ansicht nach für die Stärkung einer offenen und demokratischen Gesellschaft?
- Wie wollen Sie langfristige Planungssicherheit für Kulturinstitutionen und freie Akteur*innen gewährleisten?
- Wie wollen Sie durch ressortübergreifende Zusammenarbeit interdisziplinäre Programme an der Schnittstelle von Kunst und Bildung, Kunst und Wissenschaft oder Kunst und Stadtentwicklung sowie Kunst und Kreativwirtschaft langfristig sichern und stärken?
- Wie schätzen Sie die konkrete Umsetzung eines Kulturfördergesetzes innerhalb der kommenden Legislaturperiode ein und wie stehen Sie zu der Forderung, darin einen Mindestprozentsatz für den jährlichen Kulturetat von 3% vom Gesamthaushalt festzulegen?
- Kunstfreiheit und kulturpolitische Governance
Die Freiheit der Kunst ist in Artikel 5 Abs. 3 des Grundgesetzes als Grundrecht geschützt. Kunst und Kultur spielen eine zentrale Rolle für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Gleichzeitig stehen kulturelle Institutionen und künstlerische Praxis bundesweit zunehmend im Spannungsfeld politischer Auseinandersetzungen. Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie um Stellungnahme zu folgenden Fragen:
- Wie wollen Sie das Grundrecht auf Kunstfreiheit schützen und Einschränkungen durch Förderpraxis und/oder politische Einflussnahme verhindern?
- Welche Maßnahmen halten Sie für geeignet, um dem sogenannten „Kulturkampf’, der Kunst und Kultur instrumentalisiert und zum Feld elementarer Auseinandersetzung macht, etwas entgegenzusetzen?
Eine verlässliche Kulturpolitik setzt transparente Entscheidungsprozesse, eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Kulturszene und effizientes Regierungshandeln voraus. Zuletzt kam es jedoch zu einem erheblichen Vertrauensverlust der Berliner Kulturszene in die Kulturpolitik.
- Welche konkreten Schritte planen Sie, um das Vertrauen wiederherzustellen und eine langfristig verlässliche Zusammenarbeit zu ermöglichen?
- Welche Formen der strukturierten Beteiligung der Kulturszene an kulturpolitischen Entscheidungsprozessen, insbesondere auch von Akteur*innen der Freien Szene, halten Sie für sinnvoll?
- Freie Szene
Die Freie Szene ist ein zentraler Bestandteil der Berliner Kulturlandschaft und ihr Impulsgeber. Die selbständig produzierenden Künstler*innen aller Sparten arbeiten inhaltlich, methodisch und strukturell unabhängig. Die Kunst der Freien Szene entsteht an wechselnden Orten und in wechselnden Konstellationen, sowohl außerhalb als auch in den Institutionen, mit denen sie ein kulturelles Ökosystem bildet. Die Mittel aus dem Kulturhaushalt gehen jedoch mehrheitlich in die vom Land Berlin geförderten Kunstinstitutionen.
Die vom Senat eingesetzten Fachjurys beurteilen die bereitgestellten Fördermittel regelmäßig als zu gering, um faire Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, die Betriebe nachhaltig weiterzuentwickeln und die künstlerische Qualität zu sichern. Die Situation hat sich zuletzt jedoch nicht konsolidiert, sondern weiter zugespitzt. So wurde auch der Fonds für Ausstellungsvergütung in 2026 von ursprünglich 650.000 auf 500.000 Euro gekürzt. Daher ist es von besonderer Bedeutung, die Arbeitsbedingungen der Freien Szene strukturell zu verbessern und sie nachhaltig zu stärken. Dazu gehören angesichts der Inflation Tarifanpassungen für angestellte Mitarbeitende ebenso wie eine Anhebung von Mindesthonoraren und der Honoraruntergrenzen für freiberuflich tätige Künstler*innen.
- Wie stellen Sie langfristig sicher, dass in der Freien Szene auskömmliche Mindesthonorare gezahlt und die empfohlenen Honoraruntergrenzen eingehalten werden können – und zwar ohne dass die Anzahl der geförderten Projekte sinkt und Anpassungen der Honorare auf Kosten der Produktvielfalt und -dichte gehen?
- Welche Maßnahmen planen Sie, um Förderstrukturen der Freien Szene – auch in Krisenzeiten – zu stabilisieren bzw. weiterzuentwickeln?
- Wie wollen Sie gewährleisten, dass Inklusion, Diversität und der Abbau von Barrieren auch bei begrenzten Projektbudgets in der Freien Szene realistisch umgesetzt werden können?
- Kunst im Stadtraum
Die Landesregierung hat die Mittel für Kunst im Stadtraum um 66 Prozent auf nur noch 125.000 Euro im Jahr gekürzt. Durch die Kürzungen ist auch das seit Ende der 1980er Jahre im damaligen Ost-Berlin begonnene Projekt von Kunst auf den Berliner U-Bahnhöfen Kunst im Untergrund gefährdet und kann wegen gekürzter Mittel nicht weiter fortgeführt werden. Die Landesregierung hat mit dem Haushalt 2026/2027 zudem die Mittel für Bezirkliche kulturelle Projekte im Stadtraum komplett gestrichen, was einen Verlust von 500.000 Euro für die Kultur im öffentlichen Raum in den Berliner Bezirken darstellt.
- Welchen jährlichen Mittelansatz für Kunst im Stadtraum halten Sie für eine Bundeshauptstadt wie Berlin für angemessen und was werden Sie unternehmen, um diese Mittel zu erhöhen?
- Welche Bedeutung nehmen aus Ihrer Sicht die Berliner Bezirke für die Kunst im Stadtraum ein und wie möchten Sie die Kunst im Stadtraum auf bezirklicher Ebene stärken?
- Wollen Sie das Projekt „Kunst im Untergrund“ sichern?
Der Beratungsausschuss Kunst (BAK) ist das höchste Beratungsgremium für die Bildende Kunst im Land Berlin. Seit Juli 2024 fand keine Neuberufung des Ausschusses statt, da diese an die noch ausstehende Fortschreibung der Anweisung Bau gebunden wurde.
- Wie bewerten Sie die Aussetzung der Arbeit des Beratungsausschusses und wie gedenken Sie diesen wieder einzusetzen?
- Erhalt und Sicherung von Räumen für Produktion und Präsentation / Stadtentwicklung
Ohne Räume keine Künste. Die Ressource Raum ist die zentrale Grundlage für die Produktion, Präsentation und damit die Existenz aller Formen der Künste. In Berlin als Stadt mit der weltweit zweithöchsten Künstler*innendichte galt der Zugang zu Räumen lange Zeit als gesichert. Kulturinstitutionen, Werkstätten, Bühnen sind Ausgangspunkte für Karrieren, Netzwerkstellen für den Kiez und vieles mehr. Es sind Lebensadern in Kiezen entstanden, die nun fest verwurzelt im Stadtbild sind und das weltweite Narrativ Berlins als Kulturhauptstadt maßgeblich prägen.
Die Folgen des Nachtragshaushaltes 2025 sowie die absehbaren Auswirkungen des Doppelhaushaltes 2026/2027 auf die Ressource Raum stellen eine Zäsur in der Geschichte der Berliner Kulturförderung dar. Allein beim Arbeitsraumprogramm (Haushaltstitel 68615 und 89110) wurden über 23 Millionen Euro gestrichen, was eine messbare Anzahl von Künstler*innen bereits dazu gezwungen hat, ihren Beruf aufzugeben oder sogar die Stadt zu verlassen.
Der erstmals in 2021 aufgelegte Berliner Projektfonds Urbane Praxis (BPUP) hatte eine wichtige Funktion für die Stärkung der Szene der Urbanen Praxis an der Schnittstelle von Kunst, Stadtentwicklung, Bildung und Sozialem. Die Zuwendungen für den BPUP wurden in 2024/25 um knapp 1 Mio. € gekürzt. Der BPUP als innovatives und aktivierendes Instrument der Kulturellen Stadtentwicklung in Berlin wird dadurch auf die rein administrative Fördermittelvergabe reduziert.
- Wie wollen Sie vor dem Hintergrund von gekürzten Fördermitteln, steigenden Gewerbemieten und unverändertem Einkommen von Künstler*innen gewährleisten, dass in Berlin auch künftig ausreichend bezahlbare Arbeitsräume gesichert und neu geschaffen werden? (Bitte antworten Sie sowohl aus haushaltspolitischer als auch aus kulturpolitischer Sicht.)
- Welche haushaltspolitischen Maßnahmen planen Sie, um langfristige Verlängerung von Mietverträgen (mit Laufzeiten von mindestens fünf Jahren) wieder zu ermöglichen? Bitte führen Sie aus, ob und wie Sie die Freigabe mehrjähriger finanzieller Bindungen unterstützen und mit welchen weiteren Instrumenten Sie eine langfristige Sicherung bestehender Standorte gewährleisten wollen.
- Wie wollen Sie gewährleisten, dass die geförderten Arbeitsräume im Arbeitsraumprogramm in voller Zahl erhalten werden und dies notwendigerweise zu den Konditionen der bisherigen Fördermieten?
- Welchen Beitrag wollen Sie zukünftig dazu leisten, dass die Kunstproduktion auch im Rahmen der Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung Unterstützung erfährt?
- Welchen Stellenwert messen Sie der Szene der Urbanen Praxis bei und wie wollen Sie deren ressortübergreifende Finanzierung zukünftig gewährleisten?
- Diversität & Inklusion & Teilhabe
Mit der Gründung von Diversity Arts Culture (DAC) im Jahr 2017 wurde für den Berliner Kulturbetrieb eine zentrale Beratungs- und Qualifizierungsstelle geschaffen, die in den vergangenen Jahren zentrale Leitlinien und Handlungsempfehlungen zu Verankerung von Diversität und Barrierefreiheit in Kulturverwaltung, Förderung und Kultureinrichtungen erarbeitet hat. Zudem hat Berlin mit der Verabschiedung des Landesantidiskriminierungsgesetzes im Jahr 2020 grundlegende Weichen für mehr Vielfalt und Inklusion in Verwaltung, landeseigenen Stiftungen und Kultureinrichtungen gelegt.
Im Bereich der Förderprogramme wurden erste Grundlagen für mehr Teilhabe von marginalisierten Künstler*innen und Kulturakteur*innen geschaffen. Dazu gehört das Förderprogramm IMPACT, das durch die vergangenen Haushaltskürzungen um ca. 50 Prozent jedoch massiv geschwächt wurde.
- Wie bilden sich Inklusion, Diversität, Antidiskriminierung in Ihrem kulturpolitischen Leitbild ab?
- Welche politischen Ziele und Maßnahmen möchten Sie hierbei weiterverfolgen oder priorisieren?
- Wie stellen Sie vor dem Hintergrund der jüngsten Haushaltskürzungen sicher, dass die vom Land Berlin geförderten Kultureinrichtungen die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben (PartMig, LGBG, UN-BRK, AGG und LADG) zur Barrierefreiheit, Diskriminierungsschutz und Teilhabe gewährleisten?
- Welche Weichenstellungen sehen Sie vor, um die Qualität der Arbeit in der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung (SKWK) bzw. Ihren Arbeitsbereichen sowie den Schutz der Mitarbeitenden zukünftig sicherzustellen und welche Maßnahmen zur Stärkung und zum Ausbau des Angebots von Diversity Arts Culture werden Sie ergreifen?
- Welche Pläne haben Sie für die Diversifizierung, Barrierefreiheit (Access-Kosten) und Sensibilisierung von Beiräten und Jurys?
- Wie werden Sie die Verbesserung der vorhandenen Maßnahmen für die barrierearme Antragstellung (z.B. Initiativen wie https://access.pap-berlin.de/de) ermöglichen?
- Planen Sie, die Access-Angebote auf alle Berliner Förderprogramme auszudehnen und das Förderprogramm IMPACT weiterzuentwickeln?
Das Institut für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf) stellt dem Berliner Kultursektor seit Jahren eine belastbare, kontinuierliche und qualitativ hochwertige Datengrundlage zur Verfügung.
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass diese für Berlin substanziell wichtige Forschungs- und Dateninfrastruktur langfristig erhalten und weiterentwickelt wird?
- Inwiefern gestalten Sie auf Grundlage dieser Daten eine evidenzbasierte Kulturpolitik?
- Welche konkreten Strategien verfolgen Sie, um kulturelle Teilhabe zu stärken, insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen?
- Welche Maßnahmen planen oder unterstützen Sie, um Barrieren abzubauen und mehr Menschen zu befähigen, Kunst- und Kulturangebote wahrzunehmen?
- Finanzierung und Stärkung wichtiger Fonds und Programme
Im März 2022 hat das Bundesverfassungsgericht die Beschränkung der CityTax auf Tourist*innen für hinfällig erklärt. Diese Entscheidung ebnet den Weg, um die Übernachtungssteuer auch für beruflich Reisende zu erheben. Im Zuge einer möglichen Reform erneuern wir daher unsere Forderung, der Freien Szene 50 % der Einnahmen aus der City Tax zugutekommen zu lassen.
- Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?
- Befürworten Sie mindestens 50% der City-Tax-Einnahmen zweckgebunden für die Freie Szene?
Wenn ja: In welcher rechtlichen und haushalterischen Form?
Wenn nein: Wie stärken Sie die Szene strukturell anders?
Der Hauptstadtkulturfonds (HKF) ist ein zentrales Förderinstrument für die Freie Szene in Berlin mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Bereits in den Wahlprüfsteinen des Rat für die Künste Berlin zur Abgeordnetenhauswahl Berlin 2021 wurde gefordert, den Fonds maßgeblich zu stärken. Angesichts von rund 450 Anträgen pro Halbjahr und stark gestiegenen Produktionskosten kann derzeit jedoch nur ein kleiner Teil der Projekte (rund 75 Anträge) gefördert werden. Gleichzeitig stellen sich strukturelle Fragen etwa zum Wiederaufnahmefonds, zu den regelgeförderten Programmen sowie zur zukünftigen Ausschreibung im Jahr 2026.
Vor diesem Hintergrund stellen sich folgende Fragen:
- Wie stehen Sie zu der Forderung, die Einzelzuschüsse im Wiederaufnahmefonds von derzeit etwa 15.000 Euro auf bis zu 25.000 Euro zu erhöhen?
- Halten Sie es für sinnvoll, die Laufzeiten der regelgeförderten Programme stärker an die Laufzeit des Hauptstadtvertrags von derzeit zehn Jahren anzupassen, um mehr Planungssicherheit zu schaffen?
- Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die nächste Ausschreibung der regelgeförderten Programme im Sommer 2026 erfolgt, bevor ein neuer zehnjähriger HKF-Vertrag verhandelt und abgeschlossen wird?
- Werden Sie sich angesichts der stark gestiegenen Nachfrage und Kosten für eine deutliche Aufstockung des Hauptstadtkulturfonds um mindestens 30 Millionen Euro jährlich einsetzen?
- Wie wird künftig sichergestellt, dass die unabhängigen und fachlich begründeten Juryentscheidungen des Hauptstadtkulturfonds respektiert und politische Eingriffe verhindert werden?
Das Förderprogramm Künstlerische Forschung wurde 2020 von der Gesellschaft für künstlerische Forschung in Deutschland (gkfd) mit Mitteln der Berliner Kulturverwaltung aufgelegt und 2025 eingestellt. Ergänzend zur Möglichkeit der Promotion an Kunstuniversitäten bot es renommierten nationalen und internationalen Künstler*innen die Möglichkeit, jenseits von akademischen Qualifizierungsprogrammen zu forschen und so einen Beitrag zum Wissenstransfer zwischen den Künsten und den Wissenschaften sowie zwischen den Künsten und der Gesellschaft zu leisten.
- Wie stellen Sie sicher, dass künstlerische Forschung auch zukünftig in Berlin möglich sein wird?
Berlin Mondiale ist ein stadtweites Netzwerk, das durch ressortübergreifende Zusammenarbeit dezentrale Kulturarbeit stärkt und insbesondere in den Außenbezirken neue Zugänge zu Kunst und Kultur schafft. Es erreicht gezielt Menschen, die klassische Angebote oft nicht ansprechen, und fördert durch lokale Projekte, Workshops und Kooperationen kulturelle Teilhabe sowie neue Perspektiven. Gleichzeitig entstehen Synergien durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteur*innen: Kulturinstitutionen sowie Künstler*innen werden vernetzt, beraten und in kooperativen und künstlerischen Prozessen begleitet. Angesichts der vollständigen Streichung der Förderung für 2025 stellt sich die Frage nach der Zukunft solcher Strukturen besonders dringlich. Berlin Mondiale war zudem zentral an der Umsetzung des Berliner Rahmenkonzepts Kulturelle Bildung sowie des Gesamtplans Partizipation und Integration Geflüchteter beteiligt.
- Wie stellen Sie sicher, dass Berlin Mondiale in der kommenden Legislatur die dezentrale Kulturarbeit außerhalb bezirklicher Einrichtungen an der Schnittstelle von Kunst, Bildung, Jugend, sozialer Integration und kultureller Stadtentwicklung in allen Sozialräumen Berlins verlässlich und langfristig abgesichert fortsetzen und weiterentwickeln kann?
Die 2024 gestartete Jugendkulturinitiative muss als zentrales Instrument für Outreach und Inreach von Kultureinrichtungen in Berlin dauerhaft gestärkt werden. Sie soll nicht nur Zugänge zu Kultur für junge, von Marginalisierung betroffene Menschen in den Berliner Außenbezirken schaffen, sondern gezielt die Transformation von Kulturinstitutionen hin zu mehr Teilhabe, Diversität und Relevanz unterstützen. Dafür braucht es eine Verstetigung der Fördermittel auf dem bisherigen Niveau, um erfolgreiche Ansätze langfristig abzusichern, zu skalieren und institutionell zu verankern.
- Wie stellen Sie sicher, dass die Jugendkulturinitiative langfristig auf dem bisherigen Niveau abgesichert und so weiterentwickelt wird, dass sie sowohl den Zugang für junge Menschen verbessert als auch die Transformation von Kultureinrichtungen nachhaltig vorantreibt?
- Erinnerungskultur & Kolonialismus
Der Kolonialismus ist Teil der komplexen Geschichte von Berlin. 2019 beschloss das Berliner Abgeordnetenhaus unter der Überschrift “Berlin übernimmt Verantwortung für seine koloniale Vergangenheit” die Ausarbeitung eines gesamtstädtischen Erinnerungskonzepts, dessen Ziel es war, “die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Geschichte des mit Berlin verbundenen Kolonialismus zu intensivieren, das Thema in Wissenschaft und Bildung zu verankern, zur Versöhnung beizutragen und würdige Formen des Erinnerns zu entwickeln”.
Bis April 2024 wurden in breit angelegten partizipativen Formaten Eckpunkte erarbeitet – eine umfangreiche Sammlung von Vorschlägen, um die Lücke, die die Erinnerung an die Kolonialgeschichte Berlins derzeit noch darstellt, zu schließen. Das Konzept wurde im Oktober 2025 an die Berliner Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Sarah Wedl-Wilson, übergeben.
- Welche konkreten Schritte und welche Zeitplanung verfolgen Sie in der kommenden Legislatur, um die Umsetzung des gesamtstädtischen Erinnerungskonzepts zum Kolonialismus verbindlich voranzubringen und strukturell zu verankern, insbesondere auch hinsichtlich der Errichtung (de-)zentraler Lern- und Erinnerungsorte?
- Welche konkreten Schritte planen Sie, um langfristig ausreichende finanzielle Mittel für die Aufarbeitung des und Erinnerung an den Kolonialismus bereitzustellen und die im Konzept vorgesehenen nachhaltigen Strukturen zu etablieren?
- Inwiefern planen Sie, Projekte zur inhaltlichen Ausgestaltung der vorgesehenen Maßnahmen aus dem Erinnerungskonzept (z.B. in Kooperation mit dem Bund und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen) finanziell und politisch zu unterstützen?
Die Zuständigkeit für Straßenumbenennungen, Beschilderungen und Erklärungstafeln liegt bei den Bezirksämtern, die hierfür bislang nur in begrenztem Umfang Mittel zur Verfügung haben. Aus Mitteln des Bezirkskulturfonds konnten die Bezirke außerdem Maßnahmen zur lokalen Erforschung und Vermittlung der Kolonialgeschichte in Auftrag geben.
- Wie wollen Sie künftig sicherstellen, dass die Bezirke bei Maßnahmen im öffentlichen Raum (Straßenumbenennungen, Beschilderungen und Erklärungstafeln) sowie bei begleitenden Vermittlungs- und Erinnerungsformaten ausreichend unterstützt werden?
- Welche konkreten Schritte planen Sie zur Beschleunigung und Transparenz von Restitutionsprozessen sowie zur Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften?
Koalition der Freien Szene
WAHLPRÜFSTEINE DES KOALITION DER FREIEN SZENE ZUR 20. ABGEORDNETENHAUSWAHL 2026
Kulturpolitik für die Freie Szene in Berlin braucht eine Vision, die über das Bewahren von Strukturen hinausgeht: Kultur, die nicht als Ornament dient, sondern als Infrastruktur einer demokratischen Gesellschaft. Als Ort, an dem erprobt wird, was anderswo noch nicht gedacht werden kann. Als Mittel, das die vielfältigen Perspektiven der Stadtgesellschaft zusammenbringt und verbindet.
Dafür braucht es mindestens:
– Orientierung: Fundierte Analysen statt reflexhafter Positionen.
– Experimentierräume: Geschützte Formate, in denen Kulturakteure neue Arbeitsweisen, Technologien und Kooperationen ergebnisoffen ausprobieren können.
– Allianzen: Kollaborationen über die üblichen Ressortgrenzen hinweg, weil die Lösungen in der Zukunft komplex und ressortübergreifend sein werden.
Hieran anknüpfend möchten wir Sie bitten, unsere Wahlprüfsteine für die kommende Legislaturperiode in Berlin für Ihre Partei zu beantworten:
- Sicherung der Kulturellen Vielfalt durch den Berliner Landeshaushalt
Mindestens 3% des Berliner Landeshaushaltes sollten verbindlich für die Finanzierung von Kunst und Kultur gesetzt werden. Durch diesen Aufwuchs wird es endlich möglich, eine dringend notwendige Sicherung der Finanzierung auch der Strukturen der für Berlin wichtigen Freie Szene zu erhalten? Wie kann ein jährlicher Ausgleich für Inflation und Kostensteigerungen in die Förderinstrument der Freien Szene umgesetzt werden sodass diese Mittel den tatsächlichen Bedarf sichern?
Stimmen Sie dieser Forderung zu?
Wenn ja: Was beabsichtigen Sie, um diese umzusetzen? Und welche Rolle kann hierbei das Kulturfördergesetz spielen?
Wenn nein: Welche alternativen Strategien schlagen Sie vor, um die Vielfalt der Berliner Kulturlandschaft und insbesondere der Freien Szene und ihren Akteur*innen zu erhalten und auszubauen?
- Räume für die Freie Szene Berlin
2.1 Arbeitsraumprogramm
In Berlin herrscht eine echte Raumnot. Mieter*innen von Räumen für Kunst und Kultur können kaum noch die Gewerbemieten auf dem freien Markt bestreiten. Freie Künstler*innen und Kunstschaffende leiden unter dem wachsenden Mangel an professionell ausgestatteten, bezahlbaren Arbeits- und Proberäumen. Trotzdem wurden fast alle Mittel für den Ausbau von Räumen und der Erweiterung des Berliner Arbeitsraumprogramms im Laufe der Haushaltskonsolidierungen gestrichen.
Das Raumbüro Freie Szene, unserer Schnittstelle im ARP für alle Sparten außer der Bildenden Künste, wurde um 20% gekürzt und hat dadurch eine Arbeitsstelle verloren. Die finanzielle Ausstattung und der Kompetenzbereich vom Raumbüro Freie Szene muss deutlich nachgebessert und nachhaltiger im Haushalt verankert werden.
Künstlerische Arbeitsräume für alle Sparten, von Ateliers über Projekträume bis Proberäume müssen gesichert und ihr Bestand erweitert werden. Die wenigen landeseigenen Liegenschaften wie u.a. THF, ICC und TXL müssen dringend dafür genutzt werden, um neue Arbeits-, Probe- und Präsentationsräume zu sichern.
Um diese Aufgabe auch in der Zukunft umsetzten zu können, müssen die Kürzungen für das Arbeitsraumprogramm zurückgenommen und eine auskömmliche Finanzierung für die kommenden Jahre gesichert werden.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Wie und wann beabsichtigen Sie diese Forderung umzusetzen?
Wenn nein: Was ist Ihre Position zur Neuausrichtung des Arbeitsraumprogramms? Welche anderen Ideen haben Sie zur Erschließung und Bereitstellung von erschwinglichen Arbeitsräumen für Künstler*innen der Freien Szene?
2.2 Schutz von Gewerbemieter*innen von Räumen in kultureller Nutzung
An Relevanz hat der fehlende Schutz von Gewerbemieter*innen nicht verloren, da sich hier auf Bundeebene keinerlei Verbesserung in den letzten Jahren abzeichnet. Im Zuge der Flächenkonkurrenz sind hier auch Künstler*innen und Kunstschaffende betroffen, die am freien Markt Räume angemietet haben. Hierbei geht es nicht nur um einen verbesserten Kündigungsschutz, sondern auch den Schutz vor überhöhten Mieten und Verdrängung. Das Gewerbemietrecht muss dringend zeitgemäß überarbeitet werden.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was spricht für Sie gegen einen Schutz von Gewerbemieter*innen?
2.3 Klimaneutralität und Barrierefreiheit für Orte und Räume der Kunst
Auch wenn es bereits Fortschritte in diesen Bereichen bei einigen Orten und Räumen der Kunst gibt, sieht durch die Kürzungen. der Bundesförderungen progressive Entwicklung bei der Klimaneutralität eher düster aus. Im Zuge des Sparzwanges sind die Befürchtungen nicht ganz abwegig, dass sich dies auch auf die Umsetzung von Maßnahmen zur Barrierefreiheit auswirkt und somit die kulturelle Teilhabe wieder eingeschränkt wird. Es darf keine Streichungen oder Kürzungen bei Maßnahmen für Klimaneutralität und Barrierefreiheit für Orte und Räume der Kunst geben. Die Maßnahmen müssen entsprechend finanziell ausgestattet werden.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Warum soll gerade bei diesen Maßnahmen gespart werden?
2.4 Nachhaltige Teilhabe von Künstler*innen und Kunstschaffenden der Freien Szene an Räumen in der Zwischennutzung
In dieser Zeit der schwindenden bezahlbaren Räume innerhalb des Stadtringes und der gleichzeitigen Aufgabe von Gewerbeflächen in den Einkaufsstraßen der Bezirke, bekommt die Zwischennutzung von Räumen wieder eine besondere Bedeutung. Der Zugang zu diesen Zwischennutzungen sollte nicht in den Händen von Ablegern von Immobilienkonzernen liegen, sondern bei der in Aufbau befindlichen Zwischennutzungsagentur. Gemeinsam mit den zukünftigen Nutzer*innen aus Kunst und Kultur sollte hier Zugänglichkeit und Bedingungen für die Zwischennutzung festgelegt werden.
Stimmen Sie dieser Forderung zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was spricht gegen eine Umsetzung dieser Forderung?
- Forderungen der Freien Szene
3.1 Runder Tisch Freie Szene
Ein Runder Tisch Freie Szene befindet sich seit einigen Jahren in Vorbereitung. Eine finanzielle Unterfütterung für diesen RT fehlt allerdings bisher und verhindert dadurch, diesen dringend benötigten Prozess in den kommenden Jahren umsetzen zu können.
Kulturschaffende sind Expert*innen für die Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit. Akteur*innen der Freien Szene sind in allen wichtigen Prozessen zur Sicherung von Qualität, Strukturen und Finanzierung der Berliner Kultur, wie beispielsweise dem Prozess zum Kulturfördergesetz, maßgeblich beteiligt. Ihre Expertise in den Beteiligungsformaten sollte grundsätzlich der Freiberuflichkeit entsprechend, angemessen vergütet werden.
Um die Expertise der Akteur*innen auch in dringend notwendige Überarbeitungen der aktuell vorhandenen Rahmenbedingungen einbinden zu können wie z.B. der Fördermatrix, benötigen wir eine finanzielle Absicherung sowie die politische Unterstützung und Begleitung des Prozesses.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?
3.2 Evaluation und bedarfsgerechte Ausstattung der Fördermatrix
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie konnten durch finanzielle Unterstützungen aus den Neustart-Kultur-Programmen des Bundes und verschiedener Länder-Programme abgefedert werden. Das Ende dieser Sonderprogramme hat starke Auswirkungen auf die Freie Szene, da eine Normalität im Kulturbereich immer noch nicht erreicht ist.
Die derzeitige Fördermatrix, ist weder für jede Sparte passgenau noch ermöglicht sie ergebnisoffenes Arbeiten. Viele Fördertöpfe wurden seit Jahren nicht erhöht und steigende Kosten bei gleichbleibende Fördervolumen bedeuten, dass weniger Künstler*innen und Kulturmacher*innen Förderungen bekommen. Die gesamte Fördermatrix muss dringend evaluiert und angepasst werden, um den Bedarfen der Freie Szene gerecht zu werden.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?
3.3 Auskömmliche Honorare/Lösung für Mehrwertsteuer
Die Pandemie und diverse Studien haben die soziale Unsicherheit der frei und hybrid arbeitenden Kunstakteur*innen, hervorgerufen vor allem auch durch das niedrige Einkommensniveau im Kulturbereich, drastisch offengelegt. Vor diesem Hintergrund sind in den Sparten neue Modelle für auskömmliche Honorare im Bereich der öffentlichen Förderung entwickelt und vorgelegt worden. Sie müssen nun gemeinsam diskutiert und schnellstmöglich verbindlich umgesetzt werden. Damit diese Einführung nicht zu einem radikalen Kahlschlag bei der Anzahl der geförderten Projekte, Programme, Ensembles und Spielstätten der Freien Szene in Berlin führt, braucht es Aufwüchse in den vorhandenen bzw. überarbeiteten Förderstrukturen. Wir brauchen eine Entwicklungs- und Unterstützungsstrategie zur auskömmlichen Vergütung freier Kulturakteur*innen in Berlin. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass viele Soloselbständige, die Honorare aus Projektförderungen bekommen, mehrwertsteuerpflichtig sind. Viele Strukturen der Freien Szene haben keine Möglichkeit des Vorsteuerabzugs und verlieren durch die Besteuerung von 19% auf ihre meist recht bescheidenen Honorare, fast ein Fünftel ihrer Gage.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?
3.4 Zugang zu Förderung/Diversität
In den letzten Jahren hat sich der Zugang zu Förderungen für Künstler*innen mit Migrationsgeschichte verbessert z. B. durch Möglichkeit der Antragstellung auf Englisch, divers besetzte Jurys. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dennoch braucht es weitere Maßnahmen, um Förderungen weiter für Künstler*innen mit Behinderung, aus der Arbeiterklasse oder ohne akademischen Hintergrund zu öffnen.
Außerdem werden besondere Lebenssituationen wie Care-Arbeit für Kinder, pflegebedürftige Eltern oder nahe Verwandte noch nicht auskömmlich in den Förderungen berücksichtigt.
Auch Jurys sollten in Besetzung und Arbeit für ein breiteres Spektrum an künstlerischen Themen und Inhalten sensibilisiert werden.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?
3.5 Unterstützung kuratorischer Arbeit
Kuratorische Arbeit wird, bis auf vereinzelte Stipendien, nicht ausreichend honoriert, obwohl sie in fast allen Bereichen die Grundlage für künstlerische Projekte ist. Recherche- und Kurator*innen-Stipendien sollten daher auch auf Film- und Medienkunstschaffende ausgeweitet werden, um fundierte Projektentwicklungen zu ermöglichen und die in diesem Rahmen geleistete Arbeit zu vergüten.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?
3.6 Gesicherte Ausstattung des Kofinanzierungsfonds
Der Kofinanzierungsfonds ist ein wichtiges und auch einzigartiges Instrument der Berliner Fördermatrix. Durch ihn werden die Reichweite, internationale Vernetzung und Sichtbarkeit von Berliner Akteur*innen der Freien Szene deutlich erhöht. Die finanzielle Ausstattung des Topfes muss entsprechend der Professionalisierung und dem Vernetzungsgrad der Akteur*innen der Freien Szene angeglichen werden, um die benötigten Eigenanteile für nationale und internationale Ausschreibungen zu ermöglichen. Gleichzeitig ist es überfällig, eine strukturelle Übernahme von Bürgschaften für gemeinnützige Kulturakteur*innen zu installieren, da auch hierdurch Reichweiten und Beteiligungsmöglichkeiten an nicht durch Berlin finanzierte Förderstrukturen für die Freie Szene umgesetzt werden können.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was sind Ihre Strategien zur Sicherung der Beteiligung von Akteur:innen der Freien Szene an Ausschreibungsverfahren, die Eigenanteile benötigen?
3.7. Wirtschaftsförderprogramme für gemeinnützige Akteur*innen
Die Koalition der Freien Szene Berlin fordert, dass gemeinnützige Akteur:innen nicht mehr systematisch von zentralen Instrumenten der Wirtschaftsförderung ausgeschlossen sind. Trotz ihrer erheblichen kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung bleiben ihnen insbesondere Mittel der Europäische Union tendenziell verschlossen – vor allem aufgrund fehlender Bürgschaften und unrealistischer Eigenmittelanforderungen. Hier besteht akuter politischer Handlungsbedarf als Ergänzung zum bestehenden Kofinanzierungsfonds.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Wann und wie werden Sie die Berliner Wirtschaftsförderung verbindlich für gemeinnützige Akteurinnen öffnen, statt sie weiterhin faktisch auszuschließen?
Werden Sie kurzfristig ein landesseitiges Bürgschaftsinstrument schaffen, das gemeinnützigen Trägern den Zugang zu EU-Fördermitteln ermöglicht?
Wenn nein: Was für alternative Strategien und Maßnahmen planen Sie, um diesen strukturellen Ausschluss zu beheben?
- Kulturelle Bildung sichern
Kulturelle Bildung muss auskömmlich finanziert und die ressortübergreifende Zusammenarbeit (Kultur, Bildung, Stadtentwicklung, Soziales) niederschwellig ermöglicht und ausgebaut werden.
Nur durch den Erhalt bewährter Strukturen und der Programme der Kulturellen Bildung, kann Berlin weiterhin eine offene, inklusive und lebendige Stadt bleiben, in der Kinder und Jugendliche Zugang zu kultureller Bildung haben. Die Angebote der Kulturellen Bildung tragen wesentlich zur gesellschaftlichen Vielfalt bei, fördern multimodale Bildungszugänge und ganzheitliches Lernen. Zudem übernehmen sie eine wesentliche Brückenfunktion zwischen Institutionen aus den Bereichen Bildung und Kultur und erfüllen zentrale Querschnittsaufgaben, die im Rahmenkonzept Kulturelle Bildung formuliert sind. Dies betrifft neben den Kernressorts Kultur und Bildung auch weitere Ressorts wie Stadtentwicklung, Soziales etc..
Wir haben folgende Fragen:
Was können Sie dazu beitragen, dass die Programme wie QuerKlang, geräusch[mu’si:k], Kulturagentenprogramm, Freie Kinder- und Jugendtheater etc. und deren vielfaltiges Angebot erhalten bleibt, verstetigt und die notwendigen Aufwüchse gesichert werden?
Wie können Sie sicherstellen, dass diese ressortübergreifende Arbeit zukünftig Bestand hat und entsprechend der Empfehlungen des BeRuTiKuBi weiterentwickelt werden?
- City Tax für die Freie Szene
Seit dem 1.4.2024 wird die Citytax in Berlin auch für Geschäftsreisende erhoben. Im Jahr 2025 erreichte Berlin hierdurch Rekordeinnahmen aus der Citytax von über 150.000.000 Euro. Eine der Kernforderungen seit Gründung der Koalition der Freien Szene ist es, diese Einnahmen maßgeblich für die Kulturfinanzierung mit einem festen Anteil von mindestens 50% für die Freie Szene zu nutzen, da diese dazu beiträgt, Berlin für alle Berliner*innen und Tourist*innen attraktiv zu halten. Dieses „frische“ Geld kann die sehr lange erwartete, unbedingte notwendige Erhöhung die Fördertöpfe unterstützen und dadurch die Existenzen vieler freier Künstler*innen und Kunstschaffenden sichern.
Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was beabsichtigen Sie wann zu tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was beabsichtigen Sie stattdessen zu tun?
- Kunstfreiheit
Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes garantiert die Kunstfreiheit. Das ist kein Freibrief für jegliche Äußerungen, die die bspw. Menschenwürde herabsetzen, gleichzeitig darf Kunst im Rahmen der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung auch unbequem und muss nicht für alle Geschmäcker goutierbar sein. Eine lebendige und respektvolle Diskussion über Kunstfreiheit muss als Merkmal einer robusten pluralen und demokratischen Gesellschaft möglich sein.
Kultur ist des weiteren im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland vor allem Hoheitssache der Länder. Die Kulturministerkonferenz (eine Untergruppe der Kultusministerkonferenz KMK), in der die Kulturpolitikzuständigen aller Landesregierungen vertreten sind, hat 2019 einstimmig ein Bekenntnis zur Kunstfreiheit verabschiedet. Im März 2026, als Reaktion auf die Prüfung von Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz für die Vergabe des Buchhandlungspreises, wurde dieses Bekenntnis bekräftigt.
Wir haben folgende Fragen:
- Welche Position hat Ihre Partei zur Kunstfreiheit? Unterstützen Sie die gemeinsame Erklärung der Bundesländer Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland im Rahmen der Kulturministerkonferenz vom 27.03.2026?
- Sind Maßnahmen in Ihrem kulturpolitischen Programm vorgesehen, um die Kunstfreiheit und ggf. kontroversen, aber fairen und respektvollen Diskurs darüber im Rahmen der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung zu garantieren? Wenn ja, welche?
- Welchen Stellenwert hat für Sie die Arbeit unabhängiger Jurys bei der Beurteilung von Förderanträgen und Preisvergaben?
Berliner Kulturkonferenz
Wahlprüfsteine der Berliner Kulturkonferenz zur Abgeordnetenhauswahl 2026
Die Berliner Kulturkonferenz ist das größte Bündnis der Berliner Kulturverbände und entstand Ende 2023 aus der Initiative für ein Berliner Kulturfördergesetz. Sie ist ein Zusammenschluss von derzeit 23 maßgeblichen Berliner Kulturverbänden sowohl aus der professionellen als auch aus der Amateurszene und hat das Ziel, die politischen Anliegen der Künstler*innen und Kulturakteur*innen gemeinsam zu vertreten.
Die Berliner Kulturkonferenz ist Teil der Kultur-Länderkonferenz der Bundesländer und verantwortet auch die Kampagne #BerlinIstKultur.
https://www.kulturkonferenz.berlin/
- Wahlprüfstein: Kulturfördergesetz
Im April 2025 startete die Berliner Kulturkonferenz ein Beteiligungsverfahren für ein Berliner Kulturfördergesetz, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Februar 2026 liegen erste Ergebnisse der Arbeit von 15 Fachgruppen vor. 130 Künstler*innen und Kulturakteur*innen haben ihr Fachwissen zu diesem Ergebnis beigetragen.
Werden Sie sich für die Verabschiedung eines Berliner Kulturfördergesetzes einsetzen?
Welche Regelungen sind Ihnen dabei besonders wichtig (z.B. Transparenz, Vielfalt, Governance)?
Setzen Sie sich dafür ein, Kultur als Pflichtaufgabe über den Landeshaushalt zu verankern?
Wie viel Prozent des Berliner Landeshaushalts wollen Sie für kulturelle Zwecke einsetzen?
- Wahlprüfstein: Räume für Kultur
Die Berliner Kulturkonferenz setzt sich mit ihrer AG Räume für die Infrastruktur in Sachen Räume für Kultur ein: Probenräume, Arbeitsräume, Ateliers und Aufführungsmöglichkeiten für Musiker:innen, Darstellende Künstler:innen, Bildende Künstler:innen, Literaten sowohl für die professionellen Künstler:innen, als auch die Künstler*innen und Kulturakteur*innen aus dem Amateurbereich ein. Räume sind eine grundlegende Produktionsbedingung für Kultur.
Die Ziele ihrer Arbeit hat die AG Räume in einem Positionspapier definiert. Wichtige Forderungen sind kostenfreier Zugang zu öffentlichen Räumen für die Kultur, die Nutzung der Landesimmobilien für Kultur, die Entwicklung öffentlicher Liegenschaften, die Zusammenarbeit mit Land und Bezirken auch in Sachen Förderprogramme und die Beteiligung an stadtplanerischen Prozessen.
Die AG Räume schlägt außerdem die Einrichtung eines Runden Tisches Räume für Kultur nach dem Vorbild Runder Tisch Liegenschaftspolitik vor. Hier treffen sich Künstler*innen und Kulturakteur*innen, Institutionen, Politik und Verwaltung regelmäßig, um die Entwicklung der Berliner Räume für Kultur gemeinsam voranzubringen.
Wie wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Räume für Kunst und Kultur sowie kulturelle Grundversorgung weiterzuentwickeln und zu sichern?
Wie wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, öffentliche Räume kostenfrei für die kulturellen Aktivitäten der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, vergleichbar dem Sport?
Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, einen Runden Tisch Räume für Kultur zu etablieren?
- Wahlprüfstein: Gremienbeteiligung
Die Berliner Kulturkonferenz setzt sich mit ihrer AG Gremienbeteiligung dafür ein, dass Vertreter: innen der gesamten Berliner Kultur in den Gremien der Stadt vertreten sowie an Prozessen beteiligt sind. Zentral sind hierbei Gremien und Prozesse in den Bereichen Kulturpolitik, Stadtentwicklung, Vergabeverfahren, Liegenschaftspolitik, soziale Infrastruktur.
Eine Orientierung an den Beteiligungs- und Mitwirkungsrechten des Landessportbunds Berlin e.V. sowie sie im Sportfördergesetz (§ 7 Absatz 4 sowie Abschnitt IV vorrangig die §§18 und 19 des Sportfördergesetz) wird für die Kultur angestrebt (Kulturfördergesetz).
Künstler*innen und Kulturakteur*innen sind Experten für die Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit. Die Berliner Kulturkonferenz bündelt diese Kräfte.
Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Berliner Kulturkonferenz in relevante Gremien und Vergabeprozesse in Kulturpolitik und Stadtentwicklung einzubinden?
- Wahlprüfstein: Vielfalt, kulturelle Teilhabe & Antidiskriminierung
Die AG Vielfalt der Berliner Kulturkonferenz setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe, Antidiskriminierung, Gleichstellung und Barrierefreiheit im gesamten Berliner Kulturbetrieb ein, für Publikum, Künstler*innen und Beschäftigte gleichermaßen.
Wie wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass Antidiskriminierung, Gleichstellung, Vielfalt, Barrierefreiheit und Teilhabe im Berliner Kulturbetrieb umgesetzt wird?
Wie wollen Sie diese Umsetzung verbindlich in der Kulturförderung verankern, sowohl für geförderte Institutionen als auch für die freie Szene?
Berliner Spielplan Audiodeskription
Wahlprüfsteine des „Berliner Spielplan Audiodeskription“
Kultur ist nur stark, wenn sie für alle offen ist.
Inklusion gehört in das Zentrum von Kunst und Kultur.
1. Die Vision einer sehbehinderten Theaterzuschauerin
Eine sehbehinderte Theaterzuschauerin fasst ihre Zukunftsvision von echter Teilhabe in folgende Worte:
„Davon träume ich: Es gibt eigentlich zu allen Stücken Audiodeskription, einfach mal flächendeckend. Und ich finde sofort das Theaterprogramm, weil die Webseite super nutzerfreundlich ist, und ich mich nicht erst lange durchklicken muss. Dann rufe ich an und die Kasse weiß Bescheid und kann mir alle wichtigen Infos geben. Also auch, wann die Tastführung anfängt, und dass es eine Betreuung für den Führhund gibt und dass ich auch eine Begleitung bekommen kann, wenn mein Mann keine Lust hat mitzukommen. Und dann komme ich hin, und es gibt sofort eine Aufmerksamkeit: Ich werde begrüßt, es wird mir gezeigt, wo ich hinmuss, kein langes tastendes Herumsuchen mehr, auch nicht nach der Toilette oder der Bar. Einfach wie jeder Sehende auch: Hingehen und Freizeit genießen. Bei der Tastführung ist sogar jemand vom Ensemble dabei, sehr sympathisch und hochinteressant, den Schauspieler außerhalb seiner Rolle zu erleben. Mit diesem Angebot sitze ich ganz exklusiv in der ersten Reihe. Der Empfang mit den Geräten funktioniert auch störungsfrei, die Audiodeskription führt mich mit angenehmer Stimme, unaufgeregt und präzise durch das Stück. Das hat mir sehr gut gefallen, aber selbst, wenn nicht, macht das gar nichts, denn hinterher treffe ich noch ein paar andere Leute, die vielleicht auch die Audiodeskription gehört haben, und wir können uns austauschen. Wir plaudern und es entwickelt sich ein angeregtes Gespräch. Ein rundum gelungener Theaterbesuch. Noch ganz erfüllt vertraue ich mich der Begleitung für den Rückweg an und gehe nach Hause.
Das wäre mein Traum.
Und jetzt? Jetzt wäre es einfach vor allem toll, wenn ich nicht dauernd wieder erneut um den Spielplan zittern müsste. Wenn ich einfach wüsste, ich kann ins Theater gehen und es gibt immer ein Angebot. Und zwar in dieser Qualität.“
2. Der Berliner Spielplan Audiodeskription
Auch wenn wir von dieser Vision noch weit entfernt sind an den Berliner Bühnen, haben wir bereits viel erreicht, mit Hilfe des Berliner Spielplan Audiodeskription.
Er stellt sicher, dass sehbehinderte und blinde Menschen mit Hilfe von Audiodeskription, Tastführungen, Begleitung und anderen Serviceleistungen das umfängliche Berliner Bühnenprogramm auf Augenhöhe mit Sehenden genussvoll besuchen können.
Die Auswahl bildet kontinuierlich die aktuellen Programme über Häuser mit verschiedener Ausrichtung und über alle Genres systematisch ab. Das Programm kann leider nicht flächendeckend sein, aber es möchte repräsentativ sein und berücksichtigt die Interessen blinder und sehbehinderte Zuschauer*innen.
Serviceleistungen wie die Organisation von Workshops, Tastführungen, Begleitung, Gruppenangebote, Busreisen, Publikumsevaluationen und weitere sorgen für eine intensive Communityarbeit, zusätzliche Bildungsmöglichkeiten, die Öffnung der Kulturinstitutionen und den Ausgleich von durch die Behinderung entstandenen Nachteilen auf verschiedenen Ebenen.
Durch die fachlich versierte und zentral effektive Betreuung des Themas Audiodeskription entsteht ein hohes und durchgehend stabiles Qualitätsniveau des Live-Hörkommentars in Berlin. Die Bühnen werden finanziell und zeitlich entlastet und gewinnen eine zusätzliche Ressource der audience development.
Letzteres ist ein wichtiges Zukunftsthema der Bühnen, denn aufgrund der demografischen Entwicklung steigt der Anteil von Sehbehinderungen durch Erkrankungen wie altersbedingte Makuladegeneration, Glaukom und Katarakt. Immer mehr Menschen werden auf entsprechende Hilfen im Kulturbetrieb angewiesen sein.
3. Aktuelle Entwicklungen
Obwohl die Vorteile einer inklusiv gedachten Gesellschaft und Kulturarbeit klar auf der Hand liegen, bleiben Akzeptanz und Aufmerksamkeit zerbrechliche Größen. So konstatierte Frieder Kurbjeweit (Institut für Menschenrechte), bei der Eröffnung des Berliner Behindertenparlaments 2026 einen aktuell spürbaren Trend.
„Lange ging die Entwicklung in Richtung mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Selbstbestimmung. Gerade entsteht aber der Eindruck, dass sich diese Richtung grundsätzlich verändert.“
Die Bilanz der letzten Jahre zum Thema Teilhabe und Öffnung im Bereich Kultur zeigt bundesweit ein gemischtes Bild. Es gibt mehr Beratungen, runde Tische und Projekte in den Ländern und an vielen Stellen im Kulturbetrieb. Eindeutig hat das Thema mehr kulturpolitische Sichtbarkeit bekommen, nicht zuletzt durch die umfassende Arbeit von Jürgen Dusel, der zusammen mit dem Kulturrat im Jahr 2024 die „Teilhabeempfehlungen für eine inklusive Kultur“ an die Staatsministerin überreichen konnte. “Jetzt ist es an den Entscheidungsträgerinnen und -trägern im Bund und in den Ländern sowie in den Kultureinrichtungen selbst, diese Empfehlungen umzusetzen “, annoncierte Dusel in seiner Rede zu diesem Anlass. Betrachtet man die Performance des Themas vor Ort, so wird klar: Die Fortschritte sind punktuell und prekär. Sie entstehen durch Einzelprojekte oder Förderprogramme, nicht durch dauerhaft gesicherte Strukturen und sind damit von Förderglück abhängig. Sobald Fördermittel wegfallen, bricht Inklusion schnell wieder ein.
4. Strukturförderung statt prekärer Einzelprojekte
Es ist der gemeinsamen Initiative der demokratischen Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus zu danken, dass der Berliner Spielplan Audiodeskription unter dem Dach der Kulturinitiative Förderband gGmbH im Rahmen des Doppelhaushalts 26/27 mit einem Basisbetrag abgesichert werden konnte.
Das Land Berlin löst damit bereits zu einem Teil die wünschenswerte Strukturförderung eines ausgewiesenen inklusiven Themas ein. Berlin geht bei diesem Thema über den prekären Zustand der Einzelprojektförderung von Teilhabe und Inklusion hinaus. Auch deshalb ist der Berliner Spielplan Audiodeskription ein bundesweit beachtetes Pilotprojekt, welches den Ruf der Hauptstadt als barrierefreie Metropole befördert.
Allerdings muss auch diese Basis durch eine Projektförderung der LOTTO Stiftung Berlin und eine zweite der Herbert Funke Stiftung ergänzt werden. Die Förderung im Haushalt deckt 54 % der Kosten ab.
Der Berliner Spielplan Audiodeskription ist auf dieser Grundlage bis Ende 2027 arbeitsfähig.
5. Unsere Fragen an die Kandidat*innen der demokratischen Parteien für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026
Sehr geehrte Kandidat*innen, liebe Parteienvertreter*innen,
wir sind uns sicher, dass Sie das beschriebene Projekt ebenso schätzen wie den Status von Inklusion in Kultur und Gesellschaft. Wir hoffen auf ihre weitere Unterstützung und sind gespannt auf Ihre Antworten.
- Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass Angebote wie der Berliner Spielplan Audiodeskription ab 2028 dauerhaft und verlässlich finanziert werden – unabhängig von projektbezogenen Drittmitteln oder kurzfristigen Haushaltsentscheidungen?
- Wie bewerten Sie den kultur- und gesellschaftspolitischen Nutzen des Berliner Spielplans Audiodeskription im Verhältnis zu seinen vergleichsweise geringen Kosten im Landeshaushalt?
- Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, damit Audiodeskription, barrierefreie Kommunikation und begleitende Serviceleistungen langfristig zum Regelangebot aller öffentlich geförderten Berliner Bühnen gehören?
- Welche Priorität misst Ihre Partei der kulturellen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Verhältnis zu möglichen Kürzungen im Berliner Kulturhaushalt bei?
- Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, inklusive Kulturangebote als verpflichtenden Bestandteil öffentlicher Kulturförderung gesetzlich oder förderrechtlich zu verankern? Wenn ja: wie konkret?
UNISONO Deutsche Musik- und Orchestervereinigung
Stand: 29. Mai 2026
Wahlprüfsteine von UNISONO Deutsche Musik- und Orchestervereinigung zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026
Zukunft der Orchester- und Klangkörperlandschaft in Berlin
Berlin ist weltweit Musik- und Kulturmetropole. Die Orchester, Opernhäuser und Rundfunkensembles prägen die internationale Ausstrahlung der Stadt ebenso wie das kulturelle Leben in den Bezirken. Gleichzeitig geraten viele Einrichtungen durch steigende Kosten, unsichere Finanzierungsstrukturen und den zunehmenden Druck auf öffentliche Haushalte unter Druck.
UNISONO bittet die Parteien zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 um Stellungnahme zu folgenden Fragen:
- Kulturpolitischer Stellenwert
- Welchen Stellenwert messen Sie Kultur und insbesondere der Berliner Orchester- und Klangkörperlandschaft für Berlin als Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftsstandort bei?
- Wie wollen Sie verhindern, dass Kultur bei angespannten Haushaltslagen weiter unter Kürzungsdruck gerät?
- Teilen Sie die Auffassung, dass Orchester, Opern, Rundfunkensembles und Musikschulen Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sind?
Falls ja: Welche politischen Konsequenzen ziehen Sie daraus?
- Eigenständige Kulturpolitik in Berlin
- Setzen Sie sich dafür ein, dass Kultur weiterhin durch ein eigenständiges Ressort vertreten wird?
- Falls nein: Wie soll die politische Sichtbarkeit und Durchsetzungsfähigkeit von Kultur künftig gewährleistet werden?
- Zukunft der Berliner Orchester- und Klangkörper
- Welche konkreten Maßnahmen planen Sie zur langfristigen Sicherung der Berliner Orchester-, Rundfunk- und Klangkörperlandschaft?
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass Tarifsteigerungen (TV-L/TVöD) bei öffentlich finanzierten Klangkörpern refinanziert werden?
- Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit zwischen Land Berlin, Bund und öffentlich-rechtlichem Rundfunk bei der langfristigen Sicherung der Rundfunkorchester und Chöre?
- Wie bewerten Sie die Gefahr eines schleichenden Qualitätsabbaus durch strukturelle Unterfinanzierung?
- Hauptstadtfinanzierungsvertrag (HFV)
- Welche kulturpolitischen Ziele sollte Berlin aus Ihrer Sicht in die anstehenden Neuverhandlungen des Hauptstadtfinanzierungsvertrags einbringen?
- Sollte der Bund seine strukturelle Mitverantwortung für kulturelle Einrichtungen mit nationaler und internationaler Bedeutung künftig ausweiten?
Falls ja: Nach welchen Kriterien? - Unterstützen Sie die Forderung, die Mittel des Hauptstadtfinanzierungsvertrags bedarfsgerecht zu erhöhen und künftig dauerhaft zu dynamisieren, damit insbesondere Tarif-, Betriebs- und Kostensteigerungen verlässlich abgebildet werden?
- Kultur und kommunale Finanzkrise
- Welche Auswirkungen hat die kommunale Finanzkrise aus Ihrer Sicht auf die kulturelle Infrastruktur Berlins?
- Wie wollen Sie sicherstellen, dass notwendige Investitionen und Sanierungen bei zentralen Kulturinstitutionen wie der Komischen Oper oder der Berliner Philharmonie verlässlich finanziert werden, ohne die laufende kulturelle Infrastruktur zu belasten?
- Wie wollen Sie verhindern, dass steigende Sozial- und Pflichtausgaben zulasten von Kultur gehen?
- Unterstützen Sie Modelle eines kommunalen Lastenausgleichs oder anderer struktureller Entlastungsmechanismen zugunsten kultureller Infrastruktur?
- Kulturstadt Berlin, Nachwuchs und Demokratie
- Wie stellen Sie sicher, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Einkommen Zugang zu Musik, Konzerten, Oper, Orchestern und musikalischer Bildung erhalten?
- Welche Bedeutung messen Sie Klangkörpern, Musikschulen und kultureller Bildung für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Teilhabe bei?
- Wie wollen Sie Nachwuchsförderung, künstlerische Qualität und faire Arbeitsbedingungen für Musikerinnen und Musiker langfristig sichern?
Berliner Museumsverband e.V.
Wahlprüfsteine Berliner Museumsverband e.V.
- Kultur als Pflichtaufgabe
Angesichts der Kürzungen im Kulturetat wurde verstärkt auf die Bedeutung der Kultur für Berlin aufmerksam gemacht. Setzen Sie sich dafür ein, Kultur als Pflichtaufgabe zu verankern mit dem Ziel, 3 % des Berliner Landeshaushalts für kulturelle Zwecke einzusetzen? ja/nein; bitte begründen Sie.
- Finanzierung
Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser stehen durch Inflation, Tarif- und Betriebskostensteigerungen unter Druck, während gleichzeitig Mittel für Innovationsprozesse benötigt werden. Unterstützen Sie die Einrichtungen in diesem Spannungsfeld? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.
- Räume
Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser brauchen geeignete und bezahlbare Räume. Werden Sie Themen wie Probleme mit der landeseigenen Immobilienverwaltung, fehlende Depotflächen, Verdrängung, unzureichende Barrierefreiheit sowie Sanierungsbedarf angehen? ja/nein; welche Schwerpunkte setzen Sie?
- Sammlungen
Museen und Gedenkstätten bewahren unser kulturelles Erbe. Diese oft nicht-sichtbare Aufgabe erfordert viele Ressourcen. Planen Sie Maßnahmen, um z. B. Sammlungsqualifizierung, Provenienzforschung und Kulturgutschutz/Notfallvorsorge strukturell zu stärken? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.
- Teilhabe
Kulturelle Teilhabe braucht niedrigschwelligen Zugang zu Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäusern. Werden Sie sich für die Ermöglichung von Angeboten wie z. B. dem Museumssonntag sowie sozialverträgliche Preise für Ausstellungen und Programme einsetzen? ja/nein; welche Schwerpunkte setzen Sie?
- Bildung
Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser sind wichtige außerschulische Lernorte; allerdings fehlen die Mittel für eine kontinuierliche kulturelle Bildungs- und Outreacharbeit. Planen Sie konkrete Maßnahmen, um diese strukturell und dauerhaft zu fördern? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.
- Ausstellungen
Ausstellungen sind der sichtbarste Teil musealer Arbeit. Insbesondere kleineren Einrichtungen fehlt oft eigenes Budget für Ausstellungen, zugleich konkurrieren sie um wenige Fördertöpfe. Wird sich Ihre Partei für eine Verbesserung der Situation einsetzen? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.
- Transformation
Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser benötigen dringend Unterstützung bei Transformationsprozessen, z.B. im Bereich Diversität/Antidiskriminierung, Inklusion, Digitalität und Nachhaltigkeit. Setzen Sie sich für diese Querschnittsthemen ein? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.
- Erinnerungskultur
Erinnerungskultur zu NS-Verbrechen, SED-Diktatur und Kolonialismus steht angesichts gesellschaftlicher Polarisierung, schwindender Zeitzeugenschaft und wachsender Desinformation vor vielen Herausforderungen. Unterstützen Sie die Finanzierung dieser Arbeit? ja/nein; nennen Sie 1–3 konkrete Maßnahmen.
- Unabhängigkeit
Angesichts aktueller Debatten um politische Einflussnahme auf Kultureinrichtungen und Juryverfahren: Ergreifen Sie strukturelle Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die inhaltliche Unabhängigkeit ein Grundprinzip der Berliner Kulturförderung bleibt? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.
CIRCUS HUB Berlin
Wahlprüfsteine
Fassung 1. Juni 2026 (redaktionelle Änderungen vorbehalten)
2023 wurde „Zirkus als eigenständige Form der Darstellenden Kunst“ in die Liste des deutschen
immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Mit seinen interdisziplinären Formen und vielfältigsten
Ausprägungen nutzt der Zirkus verschiedenste Bühnen und Räume und stellt eine weitere Form
neben Theater und Tanz dar. Dennoch wird die Eigenständigkeit des Zirkus, insbesondere, was
die Förderung der Szene und Kunstform angeht, noch nicht in der Praxis anerkannt.
Nach bereits über 100-jähriger Tradition des Zirkus in Berlin hat sich in den letzten Jahrzehnten
eine lebendige Szene der zeitgenössischen Zirkuskunst gebildet. Mit dem Chamäleon Theater
hat Berlin das einzige Theater Deutschlands, welches ausschließlich Zeitgenössischen Zirkus pro
grammiert – mit Erfolg. Berlin war bisher auch Anziehungsort für internationale Zirkuskünstler*innen
und bietet zudem eine große Bandbreite an zirkuspädagogischen Angeboten.
Der Anteil selbständig tätiger Zirkusschaffender in Berlin liegt nach einer ersten Datenerhebung
der Szene voraussichtlich zwischen 70 % und 85 %. Der hohen Selbstständigen-Quote steht eine
minimale Institutionalisierung gegenüber. Auf Basis der erreichten Stichprobe einer Befragung im
Projekt “Act One – Kultur- und Arbeitsmarkt für Zirkus in Berlin”* und vergleichbarer Szenen ist von
mehreren hundert bis über tausend aktiven Zirkusschaffenden in Berlin auszugehen – eine rele
vante Szene.
Die Berliner Zirkusszene trägt zu einer lebendigen und kulturell vielfältigen Stadt bei, durch Inter
disziplinarität, Internationalität, niedrigschwelliger Zugänge und steigenden Publikumszahlen,
z.B. beim Berlin Circus Festival.
Zirkuskunst in Berlin ist ausschließlich privatwirtschaftlich organisiert. Eine der größten Schwierig
keiten für Zirkusakteur*innen ist der Mangel an und die Bezahlbarkeit von Spielstätten und Pro
duktionsorten. Produktionen müssen woanders erarbeitet und aufgeführt werden. Trotz der Soli
darität innerhalb der Szene ist der Verbleib im Spannungsfeld zwischen Arbeitsmöglichkeiten
und Lebenshaltungskosten nicht gesichert – prekäre Lebensrealitäten sind nachweislich verbrei
tet.
Das CIRCUS HUB Berlin fordert:
Anerkennung des Zirkus als eigenständige Sparte der darstellenden Künste und Bewegungs
künste in Berlin
Die Stärkung der Zugänglichkeit für Zirkusakteur*innen zu Förderprogrammen durch
Nennung und Sichtbarkeit des „Zirkus“ als eigene Sparte – zur Zielgruppenansprache und Ent
wicklung einer Förderkultur für den Zirkus.
Einführung eines eigenen Titels innerhalb der Maßnahmengruppe 02 „Zeitgenössischer Zirkus und
Artistik“ im Einzelplan 08 des Berliner Haushaltsplans.
Eine verbindliche Förderquote von 5-10% der Mittel der freien darstellenden Künste für „Zeitge
nössischer Zirkus und Artistik“.
Ein eigenständiges Produktionsförderprogramm und Residenzprogramm für den Zirkus, um künst
lerisches Arbeiten zu ermöglichen und so auch nachhaltig Trainings- und Produktionsorte sowie
Veranstaltungsstätten für den Zirkus zu stärken.
Wie möchten Sie dafür sorgen, dass Zirkus als eigenständige Form der Darstellenden Kunst in
Berlin sichtbar und gefördert wird?
Finanzierung einer Anlaufstelle für die Zirkusszene
Solide Finanzierung eines Zirkusbüros – als erste und einzige Anlaufstelle für die freiberuflichen
Akteur*innen der Zirkuskünste und der Zirkuspädagogik in Berlin.
Wie sehen Sie eine Finanzierung einer strukturell-wirkenden Anlaufstelle für die professionelle
Zirkus-Szene in Berlin?
Stärkung der diversen und internationalen freien Szene durch Öffnung von Räumen für die Produktion und Aufführung von Zirkuskunst
Berücksichtigung der Zirkusakteur*innen und Institutionen bei der Vergabe von landeseigenen
Immobilien und Flächen, welche für Zirkus geeignet sind oder nutzbar gemacht werden können.
Was planen Sie und Ihre Partei, damit Zirkusakteur*innen Berlin nicht verlassen müssen, weil der
Markt durch fehlende Räume und Spielstätten für Zirkus stark begrenzt ist?
Sicherung der Kulturellen Bildung
Berlin hat den größten Anteil an Kinder- und Jugendzirkussen in ganz Deutschland und bietet
niedrigschwelligen Zugang zu Möglichkeiten der dezentralen, kulturellen Bildung.
Wir empfehlen eine langfristig gesicherte Finanzierung von Angeboten im Bereich Kinder- und
Jugendzirkus, um Planungssicherheit der Standorte der kulturellen Zirkusbildung und deren An
gebote zu gewährleisten sowie Scheinselbständigkeit dank geeigneter Personalfinanzierung
vorzubeugen.
Wie stellen Sie sicher, dass Kinder- und Jugendzirkusse über ausreichend personelle Ressourcen
verfügen, um zuverlässig die notwendigen Angebote in der kulturellen Bildung – die Verbindung
von Pädagogik und Zirkuskunst aufrecht zu erhalten?
Ein Kulturfördergesetz für Berlin
Wir schließen uns den Forderungen der Berliner Kulturkonferenz zudem an und begrüßen ein zu
künftiges Kulturfördergesetz für Berlin, in dem der Zirkus berücksichtigt wird!
Wie sehen Sie die Forderung nach einem Berliner Kulturfördergesetz und die dauerhafte Absi
cherung der Kultur durch 3% des Berliner Landeshaushalts?
Wir sind neugierig Ihre Antworten zu lesen.
*Im Rahmen des Projekts „Act One – Kultur- und Arbeitsmarkt für Zirkus in Berlin“ wurden erstmals Recherchen und
Forschungen zur Zirkus-Szene in Berlin durchgeführt. Informationen und Ergebnisse werden auf der Webseite fo
rum-neuer-zirkus.de und abschließend in einer Publikation veröffentlicht.
Das Projekt „Act One“ wurde finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie
durch das Land Berlin – Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Forum Neuer Zirkus e.V. web: forum-neuer-zirkus.de
Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB)
Wahlprüfsteine
Fassung März 2026
- Bibliotheken sind Pflicht: Öffentliche Bibliotheken stellen den Zugang zu Information sicher und schützen die Meinungsfreiheit und -vielfalt – sie müssen als Pflichtaufgabe des Landes und der Bezirke gesetzlich verankert und auskömmlich finanziert werden.
- Bibliotheken sind unabhängig: Öffentliche Bibliotheken leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Meinungs- und kulturellen Vielfalt – sie müssen frei sein in der Auswahl und Kuratierung ihrer Medienbestände, digitalen Ressourcen und ihrer Programm- und Veranstaltungsarbeit.
- Berlin braucht eine Zentral- und Landesbibliothek unter einem Dach.
Deutscher Bibliotheksverband - Landesverband Berlin (dbv)
Wahlprüfsteine für die Wahl zum Abgeordnetenhaus Berlin am 20.09.2026
Sehr geehrte Vorsitzende der im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen demokratischen Parteien,
am 20. September 2026 findet die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin statt. Vor der Wahl möchten wir den Wählerinnen und Wählern, den in Bibliotheken Beschäftigten, den Förder*innen und Partner*innen der Bibliotheken sowie unseren im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) organisierten Mitgliedern eine Orientierung ermöglichen.
Zu diesem Zweck hat der Landesverband Berlin des dbv in Abstimmung mit der Landesgruppe Berlin des BIB und dem VDB-Regionalverband Berlin-Brandenburg- Mecklenburg-Vorpommern Wahlprüfsteine definiert und sendet diese hiermit an Sie, um Ihre Positionen, Konzepte und Zielvorstellungen zu verschiedenen Aspekten und Entwicklungen der Berliner Bibliotheken zu erfahren.
Rechtliche Absicherung der Berliner Bibliotheken
Zwei Drittel aller Länder der EU verfügen über Bibliotheksgesetze. Bibliotheksgesetze sind konkreter Ausdruck des politischen Willens eines Landes, Bibliotheken zu fördern. Eine vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquete- Kommission hat bereits 2007 den Bundesländern empfohlen: „…Aufgaben und Finanzierung der öffentlichen Bibliotheken in Bibliotheksgesetzen zu regeln“. […] Öffentliche Bibliotheken sollen keine freiwillige Aufgabe sein, sondern Pflichtaufgaben werden.“
Mehrere Bundesländer sind in den letzten Jahren der Empfehlung gefolgt und haben Bibliotheksgesetze erlassen, so z.B. Thüringen (2.7.2008), Sachsen-Anhalt (17.6.2010), Hessen (9.9.2010), Rheinland-Pfalz (19.11.2014) und Schleswig- Holstein (30.8.2016). Nordrhein-Westfalen hat ein Kulturfördergesetz (24.12.2014), das die gesetzliche Förderung der Bibliotheken beinhaltet.
Im Koalitionsvertrag der Berliner Landesregierung von 2023 wurde als Ziel ein Bibliotheksgesetz für Berlin benannt. Zitat: „Als beliebteste Kultureinrichtungen Berlins wollen wir die Bibliotheken mithilfe eines Bibliotheksgesetzes als Orte des Wissens, der Wissensvermittlung sowie als Orte der kulturellen, sozialen und digitalen Teilhabe und als „Dritte Orte“ weiterentwickeln.”
Für Berlin liegt aktuell ein Referentenentwurf der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vor, aber bis heute haben Senat und Abgeordnetenhaus von Berlin kein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren beschlossen.
Fragen:
a) Wird Ihre Partei einen Antrag zur Schaffung eines Berliner Bibliotheksgesetzes einbringen?
b) Wenn ja: Wie zeitlich prioritär werden Sie das tun?
c) Stimmen Sie den Forderungen der Enquete-Kommission zu und wollen Sie die durch die Öffentlichen Bibliotheken erbrachten Basisleistungen zur Pflichtaufgabe erklären?
d) Welche konkreten Leistungen und Standards sollte aus Ihrer Sicht ein solches Bibliotheksgesetz, auch in Abstimmung mit dem Bibliotheksentwicklungsplan von Berlin, beinhalten?
Entwicklung der Berliner Öffentlichen Bibliotheken
Im Jahr 2021 beschloss das Berliner Abgeordnetenhaus ein im Rahmen eines partizipativen Verfahrens und unter Einbeziehung der Bezirke erstelltes Bibliotheksentwicklungskonzept 2021 – 2025.
Fragen:
a) Wie bewerten Sie die Umsetzung dieses Konzeptes?
b) Befürwortet Ihre Partei eine Fortschreibung dieses Konzeptes?
c) Welche Rolle sprechen Sie Zielvereinbarungen zwischen Land und Bezirken zur Umsetzung zu?
d) Steht Ihre Partei hinter diesem Konzept und wollen Sie, dass das noch nicht Erreichte verwirklicht wird?
Ein gemeinsames Haus für die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)
Berlin braucht endlich eine ausreichend große und zeitgemäß ausgestattete Zentralbibliothek für die gesamte Bevölkerung. Außerdem muss die ZLB auch ihren landesbibliothekarischen Aufgaben angemessen gerecht werden können, was insbesondere die konservatorisch korrekte Magazinierung der bei ihr verwahrten Kulturgüter des Landes Berlin betrifft. Um zeitgemäße Bibliotheksarbeit für Berlin zu garantieren, muss für die Bibliothek ein neues Gebäude gefunden werden. Die Berliner Stadtbibliothek und die Amerika-Gedenkbibliothek sind seit Jahren übernutzt, bieten viel zu wenig Publikumsfläche, die Gebäude sind überaus marode und ständig Havarien ausgesetzt.
Fragen:
a) Wie bewerten Sie die Arbeit der ZLB Berlin?
b) Welche Gründe sehen Sie für eine Zusammenführung der beiden Standorte der ZLB?
c) Setzen Sie sich dafür ein, dass dieses Ziel endlich verwirklicht wird und wie prioritär wollen Sie es verwirklichen?
d) Wie stehen Sie zur Verwirklichung dieses Ziels am Ort der Galeria am Alexanderplatz?
Sonntagsöffnung auch für Bibliotheken möglich machen
Alle Kulturstätten dürfen am Sonntag mit vollem Service öffnen. Öffentlichen Bibliotheken wird dies verwehrt. Öffentliche Bibliotheken in NRW dürfen sonntags mit Personal öffnen. Das Bundesverwaltungsgericht hat im Dezember 2024 die Klage von ver.di abgewiesen und damit die Sonntagsöffnung endgültig für rechtens erklärt. Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer setzt sich für eine bundesweite Öffnung öffentlicher Bibliotheken an Sonn- und Feiertagen ein.
Frage:
Ist Ihre Partei dafür, die Sonntagsöffnung für Berliner öffentliche Bibliotheken mit vollem Service zu ermöglichen und warum?
Schulbibliotheken
Mit der Novellierung des Schulgesetzes fand 2021 ein Paradigmenwechsel hinsichtlich der Bedeutung von Schulbibliotheken statt. Erstmalig wurde im §16 (2) der Bestandsschutz von bereits bestehenden Schulbibliotheken aufgenommen sowie die Errichtung neuer Schulbibliotheken bei Bewilligung durch die Schulkonferenz in Aussicht gestellt. Neu war ebenso die Bereitstellung zweckgebundener Etatmittel für die Erfüllung von Schulbibliotheksaufgaben.
Fragen:
a) Wie wollen Sie in der kommenden Legislatur sicherstellen, dass Schulbibliotheken in Berlin dauerhaft mit ausreichenden Mitteln für Medien, Räume und digitale Infrastruktur ausgestattet werden und perspektivisch über qualifiziertes Personal verfügen – insbesondere an Schulen in sozial herausgeforderten Lagen?
b) Welche konkreten Schritte planen Sie, um die Zusammenarbeit von Schulbibliotheken und Öffentlichen Bibliotheken zu stärken und Schulbibliotheken verbindlich in Bildungs- und Bibliotheksentwicklungsplanung sowie Gremien einzubeziehen?
Themenfeld „Open Research“
Alle Mitglieder der vom Land Berlin getragenen Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen sollen die Möglichkeit haben, Open Research zu praktizieren. Sie sollen der Gesellschaft eigene Forschung aktiv offen zugänglich machen und zugleich selbst in ihrer wissenschaftlichen Arbeit von den Vorteilen offener Forschung profitieren. Dazu zählt insbesondere der Zugang zu offenen Daten, Publikationen und Ressourcen (z.B. digitalen Archiven). Die kollaborative Wissensproduktion zwischen Wissenschaft, Kultur und weiteren Wissenssystemen in einem offenen, werteorientierten Rahmen gilt es dabei zu unterstützen. Das Berliner Hochschulgesetz verpflichtet die Einrichtungen des Landes zur Förderung dieser Praktiken offener Wissenschaft (§ 41 Abs. 2 BerlHG).
Fragen:
a) Die AG Landesinitiative Open Research Berlin, mit Vertretern der Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen, bereitet eine Open-Research- Strategie vor, die in den politischen Diskussionsprozess eingebracht werden soll. Werden Sie die Verabschiedung und die anschließende Umsetzung der Open-Research-Strategie aktiv unterstützen?
b) Welche strukturellen, regulatorischen oder finanziellen Maßnahmen zur Förderung von Informationsinfrastrukturen beabsichtigen Sie zu treffen?
c) Werden Sie den Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen Mittel zur Bewältigung der Open-Access-Transformation in Form einer echten Zusatzfinanzierung bereitstellen?
Mit freundlichen Grüßen
Regina Kittler
Vorsitzende des Landesverbandes Berlin im DBV e.V.
Berufsverband Bildender Künstler*innen Berlin (bbk)
- Mindesthonorare für die künstlerische Arbeit
Künstlerische Honorare werden im Rahmen der Berliner Kulturförderung bislang nicht einheitlich und nicht in allen Förderprogrammen durch verbindliche Mindesthonorare geregelt. Honorarempfehlungen der Berufsverbände haben je nach Förderbereich einen unterschiedlichen Stellenwert und sind nicht durchgängig verpflichtend anzuwenden. Zur Sicherstellung einer verbindlichen Vergütung künstlerischer Arbeit im Rahmen öffentlicher Kulturförderung bedarf es verbindlicher Mindesthonorare für alle künstlerischen Leistungen, die im Rahmen oder unter Nutzung öffentlicher Förderungen des Landes Berlin erbracht werden. Die Festlegung dieser Mindesthonorare sollte sich an den Honorarempfehlungen der jeweiligen Berufsvertretungen orientieren und durch die zuständige Senatsverwaltung verbindlich geregelt werden. Zudem ist eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Mindesthonorare in Abstimmung mit den Berufsvertretungen erforderlich.
1. Unterstützen Sie die Einführung verbindlicher Mindesthonorare für künstlerische Leistungen im Rahmen der öffentlichen Kulturförderung des Landes Berlin?
2. Falls ja: Mit welchen konkreten Instrumenten soll die Verbindlichkeit umgesetzt werden, für welche Förderbereiche soll sie gelten und bis wann soll sie in Kraft treten?
Falls nein: Welche alternativen Maßnahmen planen Sie zur Sicherstellung fairer Vergütung?
3. Der FABiK (Fonds für Ausstellungsvergütung in kommunalen Galerien, erkämpft 2016 mit verbindlichen Leitlinien) wurde 2025 komplett ausgesetzt und für 2026/2027 von 650.000 auf 500.000 Euro gekürzt. Setzen Sie sich dafür ein, das ursprüngliche Niveau von 650.000 Euro wiederherzustellen?
4. Falls ja: Was wollen Sie wann tun, um dies zu verwirklichen? - Kunst im öffentlichen Raum
Kunst im öffentlichen Raum ist weit mehr als ästhetische Gestaltung: Sie belebt Städte, schafft offene Orte der Begegnung, fördert aktive Beteiligungsprozesse und bildet eine tragende Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe sowie eine lebendige demokratische Verständigung.
1. Was werden Sie unternehmen, um die Kunst im Stadtraum in Berlin dem Anspruch einer internationalen Metropole entsprechend auszustatten?
Trotz dieser gesellschaftlichen Relevanz von Kunst im öffentlichen Raum wurden die Mittel des Landes Berlin für Kunst im Stadtraum (Haushaltstitel 81278) seit 2024 um 66 Prozent auf nur noch 125.000 Euro gekürzt (Ausgangswert 375 TE im Jahr 2024). Die Mittel für Bezirkliche Kulturelle Projekte im Stadtraum (Draussenstadt) wurden im Haushalt 2026/27 komplett gestrichen, ein Verlust von 500.000 Euro. Selbst die Landeshauptstadt Düsseldorf hat einen Jahresansatz von 650.000 Euro für Kunst im Stadtraum, von München (800.000 Euro) und Wien (900.000 Euro) ganz zu schweigen.
Zudem entstehen an vielen Orten in Berlin Neue Stadtquartiere. Kunst im öffentlichen Raum wurde in diesen Planungen bisher nicht berücksichtigt, Investoren und die Immobilienwirtschaft wurden dazu nicht verpflichtet.
Von verschiedenen Seiten wird die Forderung erhoben, die Berliner Bezirke mit jährlich jeweils 100.000 Euro für eigenständige Aktivitäten für Kunst im Stadtraum auszustatten.
2. Was werden Sie unternehmen, damit die Stadträume der neuen Stadtquartiere auch Kunst im Stadtraum erhalten und somit über eine lebenswerte Aufenthaltsqualität verfügen?
3. Was werden Sie unternehmen, um die Handlungsmöglichkeiten der Berliner Bezirke für Kunst im Stadtraum deutlich zu verbessern? - Atelierförderung
Rund 10.000 bildende Künstler*innen arbeiten in Berlin, doch 63 % verfügen über kein Atelier, 87 % suchen eines.
Ursachen sind Verdichtung, Gentrifizierung und ein unregulierter Gewerbeimmobilienmarkt. Dabei sind Ateliers keine Luxus-, sondern Produktionsorte – ihr Verlust führt für über die Hälfte der Betroffenen zur Berufsaufgabe. Das Arbeitsraumprogramm (ARP) sichert über ein Generalmietermodell bezahlbare Räume und bildet damit die infrastrukturelle Grundlage künstlerischer Produktion in der Stadt. Umso gravierender sind die aktuellen Kürzungen: Trotz wachsendem Landeshaushalt werden die Mittel für den Ausbau von Arbeitsräumen um über 90 % reduziert – bei einem dokumentierten Bedarf von mindestens 3.000 Ateliers und einem Fehlbetrag von über 23 Mio. €. Eingeschränkte Verpflichtungsermächtigungen verunmöglichen zudem langfristige Mietverträge und damit jede Planungssicherheit. Die aktuelle Haushaltspolitik gefährdet damit nicht nur einzelne Programme, sondern die strukturelle Grundlage künstlerischer Arbeit in Berlin.1. Fortführung und Erweiterung der Kürzungen wesentlicher Haushaltstitel
Mit welchen konkreten Schritten werden Sie in der nächsten Legislaturperiode die strukturelle Sicherung und den Ausbau von Arbeitsräumen für Künstler*innen in Berlin gewährleisten – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Kürzungen? Bitte führen Sie aus, wie Sie (1) die Finanzierung und Priorisierung im Landeshaushalt neu ausrichten, (2) zusätzliche Atelierflächen – etwa in landeseigenen Immobilien – erschließen, (3) Instrumente wie Ankäufe durch Landesunternehmen einsetzen und (4) Planungssicherheit für bestehende Standorte herstellen. Welche Zielgrößen, Zeitpläne und finanziellen Mittel legen Sie dabei zugrunde?2. Restriktive Haushaltspolitik und Umgang mit Verpflichtungsermächtigungen
Langfristige Hauptmietverträge sind eine zentrale Voraussetzung für bezahlbare Konditionen, stabile Arbeitsbedingungen und die Funktionsfähigkeit des Arbeitsraumprogramms insgesamt. Wie werden Sie haushaltspolitisch sicherstellen, dass Verlängerungen von Hauptmietverträgen mit Laufzeiten von mindestens fünf Jahren wieder ermöglicht werden? Bitte erläutern Sie, inwiefern Sie die Entsperrung von Verpflichtungsermächtigungen – insbesondere ohne jährliche Wertgrenzenanpassung – unterstützen und welche weiteren Instrumente Sie einsetzen wollen, um Mindestvertragslaufzeiten abzusichern und bestehende Atelierstandorte nachhaltig zu sichern.3. Kritische Umsetzungspläne der Haushaltskürzungen der SenKGZ
Die Förderrichtlinien im Arbeitsraumprogramm bilden das Fundament der Atelierförderung. Vor dem Hintergrund, dass die SenKGZ (vgl. Rote Nummer 2026 DE) Konditionsanpassungen vorsieht, die für rund 85 % der Künstler*innen nicht tragbar wären – bei zugleich weitgehend stagnierenden Einkommen trotz, steigenden Lebenshaltungskosten und Inflation: Mit welchen konkreten Maßnahmen werden Sie künftig bezahlbare Fördermiethöhen sichern und eine Verdrängung der bisherigen Zielgruppe verhindern?4. Das Arbeitsraumprogramm
Wie bewerten Sie die aktuelle Struktur und Steuerungsfähigkeit des Arbeitsraumprogramms – und welche konkreten strukturellen Anpassungen planen Sie, um Effizienz, Transparenz und die Sicherung bezahlbarer Arbeitsräume zu verbessern? Bitte erläutern Sie insbesondere Ihre Position zu einer Übertragung der Trägerschaft der Atelierförderung an das Atelierbüro im Kulturwerk des bbk berlin sowie zur Stärkung bestehender Trägerstrukturen (z. B. durch die Einführung einer institutionellen Förderung der GSE).5. Atelierwohnungen
Berlin steht vor einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum und Ateliers zugleich. Atelierwohnungen können beide Bedarfe verbinden. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie ergreifen, um Atelierwohnungen verbindlich in der Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik zu verankern – insbesondere hinsichtlich ihrer Aufnahme in die Wohnraumförderungsbestimmungen (WFB), klarer Zielquoten im Neubau und der Einbindung landeseigener Wohnungsbaugesellschaften? Professionalisierungsmaßnahmen für bildende Künstler*innen
Die Finanzierung von Professionalisierungsmaßnahmen für bildende Künstler*innen ist für Berlin kulturpolitisch essenziell, da sie die strukturelle Prekarität eines überwiegend projektbasierten und freiberuflichen Arbeitsfeldes abfedert. Sie trägt dazu bei, faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen, indem sie ungleiche Zugänge zu Wissen, Netzwerken und Ressourcen ausgleicht. Gleichzeitig stärkt sie die Qualität, Nachhaltigkeit und internationale Sichtbarkeit künstlerischer Produktion und festigt die kulturelle Infrastruktur Berlins als bedeutenden Kunststandort. Professionalisierungsinvestitionen sind somit nicht nur individuelle Fördermaßnahmen, sondern ein zentraler Bestandteil der langfristigen Sicherung kultureller Vielfalt, Innovationskraft und demokratischer Teilhabe in der Stadt.
1. Welche Bedeutung misst Ihre Partei der Professionalisierung und kontinuierlichen Weiterbildung bildender Künstler*innen bei, insbesondere im Hinblick auf selbstständige Erwerbsbiografien und sich wandelnde Arbeitsbedingungen?
2. Wie sollte aus Sicht Ihrer Partei die Finanzierung von Qualifizierungs- und Professionalisierungsmaßnahmen für bildende Künstler*innen grundsätzlich ausgestaltet sein, um Kontinuität, Planungssicherheit und Qualität solcher Angebote zu gewährleisten?
5. Vertrauensstelle Bildende Kunst
Sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch und Diskriminierung stellen auch im Bereich der bildenden Kunst ein strukturelles Problem dar. Die Arbeitsrealitäten bildender Künstler*innen sind dabei in besonderer Weise geprägt durch selbstständige, projektbasierte und institutionenübergreifende Tätigkeiten, häufig ohne feste Anstellungsverhältnisse oder klar definierte Arbeitgeberstrukturen.
Gerade diese spezifischen Produktions- und Abhängigkeitsverhältnisse erfordern fachlich spezialisierte, niedrigschwellige und vertrauliche Beratungs- und Unterstützungsangebote, die auf die besonderen Bedingungen der bildenden Kunst zugeschnitten sind.
Wie bewertet Ihre Partei den Bedarf nach einer auf die bildende Kunst spezialisierten Vertrauensstelle, insbesondere vor dem Hintergrund überwiegend selbstständiger, projektbasierter und institutionenübergreifender Arbeitsweisen
6. Kunstfreiheit
Die Kunstfreiheit ist durch Art. 5 Abs. 3 GG verfassungsrechtlich garantiert und bildet eine zentrale Grundlage pluralistischer Kulturpolitik. Aktuelle Vorgänge in Berlin und auf Bundesebene geben jedoch Anlass, die praktische Umsetzung dieser Garantie kritisch zu hinterfragen: Ein interner Bericht der Antikorruptionsbeauftragten der Senatsverwaltung für Kultur legt nahe, dass Förderbescheide möglicherweise unter Umgehung zuwendungsrechtlicher Prüfpflichten erstellt wurden. Dem Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses vorliegende Kommunikation zwischen Abgeordneten und der Kultursenatorin deuten auf einen erheblichen Verdacht auf unzulässige politische Einflussnahme auf Vergabeentscheidungen hin. Unabhängig von der abschließenden Bewertung dieser konkreten Vorgänge zeigt sich strukturell, dass Künstler*innen, die zu gesellschaftlichen und geopolitischen Fragen öffentlich Stellung beziehen, sich zunehmend dem Risiko ausgesetzt sehen, in ihrer künstlerischen Arbeit eingeschränkt oder im Zugang zu öffentlich geförderten Institutionen benachteiligt zu werden. Die Unabhängigkeit von Förderentscheidungen sowie die freie Zugänglichkeit von Präsentationsorten sind jedoch konstitutiv für eine offene und pluralistische Kulturlandschaft.
1.Kunstfreiheit umfasst nicht nur die rechtliche Garantie des Art. 5 Abs. 3 GG, sondern erfordert auch aktive politische Rahmenbedingungen, die ihre Ausübung in der Praxis sichern. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um die Kunstfreiheit in Berlin strukturell zu stärken und sicherzustellen, dass Künstler*innen ihre Arbeit unabhängig von politischem oder institutionellem Druck frei gestalten können?
- Welche konkreten strukturellen Maßnahmen planen Sie, um sicherzustellen, dass Vergabeverfahren des Landes Berlin transparent, nach ausschließlich fachlichen Kriterien und frei von politischer Einflussnahme gestaltet sind – und wie wollen Sie die Unabhängigkeit von Jurys und Beiräten institutionell absichern?
3. Wie stellen Sie sicher, dass der Zugang zu staatlich geförderten Präsentationsorten ausschließlich nach künstlerischen Kriterien erfolgt – und welche Maßnahmen planen Sie, damit der Staat die Präsentationsfreiheit von Künstler*innen nicht mittelbar durch Einfluss auf geförderte Institutionen einschränkt?
- Altersarmut
Viele künstlerische Erwerbsbiografien sind überwiegend von projektbasierter selbstständiger Arbeit sowie von Unterbrechungen und Teilzeittätigkeit geprägt, was häufig mit schwankenden oder niedrigen Einkommen einhergeht.
Diese strukturell prekären Bedingungen führen dazu, dass viele Künstler*innen im Alter von Altersarmut bedroht sind. Instrumente wie der Grundrentenzuschlag greifen für zahlreiche Künstler*innen nicht, da neben der Mindestbeitragszeit von 33 Jahren ein Mindesteinkommen von mindestens 30 % des bundesweiten Durchschnittseinkommens erreicht werden muss. Bildende Künstler*innen unterschreiten diese Grenze häufig, was trotz nachgewiesener Lebensleistung faktisch zu einem systematischen Ausschluss vom Grundrentenzuschlag führt.
1. Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, um Altersarmut unter freischaffenden Künstler*innen zu verhindern?
2. Unterstützt Ihre Partei die Senkung der Anspruchsvoraussetzungen für den Erhalt des Grundrentenzuschlags?
Uferhallen e.V.
WAHLPRÜFSTEIN KULTURELLE STANDORTFÖRDERUNG
BERLIN BRAUCHT EINE FÖRDERUNG GEWACHSENER KULTURSTANDORTE KÜNSTLERISCHER PRODUKTION
- Ziel der Förderung
Teilen Sie die Forderung, dass Berlin eine Förderung braucht, deren Ziel die Sicherung und inhaltliche Weiterentwicklung von Kulturstandorten ist, die sich durch einen besonderen Mix von (überwiegend) künstlerischen Arbeitsräumen, Veranstaltungsräumen, Präsentationsräumen, Bildungsräumen, Räumen der sozialen Infrastruktur und Produktionsräumen für (überwiegend kunstnahes) Gewerbe und Kreativwirtschaft auszeichnen; die als Kulturstandorte über ihre künstlerische Funktion hinaus eine markante soziokulturelle Bedeutung für den umgebenden Stadtraum haben und dies durch entsprechende Konzepte und Aktivitäten untermauern?
Wenn nicht: Welche Maßnahmen zur Sicherung gewachsener Kulturstandorte künstlerischer Produktion wie zum Beispiel Uferhallen e.V. und Wiesenburg e.V. im Wedding, das RAW-Gelände in Kreuzberg-Friedrichshain, KAOS e.V in Oberschöneweide, Vollgut e.G.in Neukölln oder Goerzwerk in Zehlendorf wollen Sie ermöglichen?
- Art der Förderung
Teilen sie die Forderung, dass eine Kulturelle Standortförderung eine zeitlich begrenzte, verwaltungsarme, nicht-institutionelle Förderung von Infrastrukturkosten in Form von Zuschüssen zur Sicherung eines unter 1. beschriebenen Kulturstandorts sein sollte, die nach einer Evaluation verlängert werden kann?
Teilen Sie die Forderung, dass eine solche Förderung anderen Fördergrundsätzen als im Arbeitsraumprogramm folgen sollte und daher außerhalb des dafür vorgesehenen Haushaltstitels etatisiert werden sollte?
Wenn nicht: Welche Art der Förderung schlagen sie vor? Wo sollte die im Kulturhaushalt etatisiert sein?
- Gegenstand der Förderung
Teilen Sie die Forderung, dass im Rahmen einer Kulturellen Standortförderung Gegenstand der Förderung ausschließlich Infrastrukturkosten in Gestalt von Miet-, Pacht- oder Kreditzahlungen sowie Verwaltungskosten für Standort- und Facilitymanagement oder einmalige Investitionszuschüsse sein sollten?
Wenn nicht: Welche Standortkosten, sollten förderfähig sein?
- Subjekte der Förderung
Teilen Sie die Forderung, dass im Rahmen einer kulturellen Standortförderung natürliche oder juristische Personen gefördert werden sollen, die am Standort mieten, pachten oder als Dienstleister Aufgaben im Bereich Standort- und Facilitymanagement wahrnehmen?
Wenn nicht: Wer sollte Subjekt einer kulturellen Standortförderung sein?
- Fördergrundsätze
Teilen Sie nachfolgende Fördergrundsätze, die über das oben Genannte hinaus in entsprechenden Förderrichtlinien festgeschrieben werden sollten?
Wenn nicht: Mit welcher Begründung? Welche anderen, ergänzenden oder alternativen Fördergrundsätze wären Ihnen wichtig?
A: Förderfähigkeit:
Förderfähig im Rahmen einer Kulturellen Standortförderung sind grundsätzlich:
- Professionelle Künstlerinnen und Künstler mit Lebensmittelpunkt in Berlin gemäß Förderpraxis SenKult
- Veranstalter aus den Bereichen Musik, Darstellende Kunst, Performance, Tanz, Bildende Kunst, Erinnerungskultur, Soziokultur gemäß Förderpraxis SenKult
- Betreiber von künstlerischen und kulturellen Projekträumen gemäß Förderpraxis SenKult
- Akteure der kulturellen Bildung, Kulturvermittlung, Kulturberatung gemäß Förderpraxis SenKult
- Betreiber von soziokulturellen Begegnungsräumen (inklusive gastronomischer Angebote)
- Kultur- und kunstnahes Kleingewerbe außerhalb der EU-Beihilferichtlinien (De-minimis-Regelung)
B: Fördergrundsätze:
Eine Förderung sollte über o.G. hinaus von folgenden Fördergrundsätzen bestimmt sein, die sich in entsprechend auszuarbeitenden Förderrichtlinien widerspiegeln:
- Ausschreibung, Bewerbungsverfahren und Juryentscheidung: Die Künstlerische Standortförderung wird von SenKult ausgeschrieben. Die Entscheidung erfolgt in einem transparenten Bewerbungsverfahren durch Juryentscheidung.
- Konzeptgebundenheit: Antragsteller müssen mit einem Standortkonzept die Zukunftsfähigkeit der Förderung und einen „gesellschaftlichen Mehrwert“ ihres Standortes für den Kietz/ das Quartier/den Stadtraum/ Bezirk/ oder das Land Berlin nachweisen, der über die jeweilige Kunst- und Künstlerförderung hinausweist.
- Die Kulturelle Standortförderung wird auf fünf Jahre befristet, ist mit VEs abgesichert, wird nach drei Jahren evaluiert und kann auf Antrag durch Juryentscheidung verlängert werden (analog Konzeptförderung in der Darstellenden Kunst)
- In der Kulturellen Standortförderung sind andere Raum- und Ausstattungsstandards, andere Einkommensgrenzen und -Staffelungen als im Arbeitsraumprogramm möglich, die dem Prinzip höherer Eigenverantwortung und Gestaltungsfreiheit folgen.
- Bestandsmieter, die nicht förderfähig sind, können am Standort verbleiben, wenn sie Kostenmieten entrichten
Statements der Kandidierenden für das Abgeordnetenhaus
An dieser Stelle bieten wir Kandidierenden eine Plattform, auf der sie Ihre persönliche Perspektive auf Kultur in Berlin darstellen können. Die Einladung wurde an die Kandidierenden der CDU, SPD, Linken und Grünen versendet.
Ihre Stimme für Kultur – Einladung zum Wahlkampf bei #BerlinIstKultur
Sehr geehrte Kandidatin, sehr geehrter Kandidat,
im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026 startet die Berliner Kulturszene die Kampagne #DeineStimmeFürKultur.
Kulturakteure, Kultureinrichtungen und Kulturverbände aus ganz Berlin machen damit Kultur im Wahljahr sichtbar und die kulturpolitischen Positionen der Kandidierenden öffentlich.
Auf www.berlinistkultur.de bieten wir Ihnen eine Plattform, auf der Sie Ihre persönliche Perspektive auf Kultur in Berlin darstellen können. Wir möchten damit der Kultur eine Stimme geben – und zugleich Ihrer Stimme für Kultur Gehör verschaffen.
Dazu bitten wir Sie um eine kurze Stellungnahme zu folgenden Fragen:
- Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
- Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
- Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
- Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
- Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Ihre Antworten veröffentlichen wir auf der Kampagnenseite sowie über unsere Social-Media-Kanäle.
Wir bitten Sie um Ihre Stellungnahme als Text, ergänzt durch ein Foto von Ihnen oder als Video-Statement. Je persönlicher Ihre Antwort ist, desto lebendiger wird der Dialog zwischen Politik und Kultur.
Die kulturpolitischen Forderungen der Berliner Kulturlandschaft finden Sie in den Wahlprüfsteinen und Stellungnahmen der Verbände und Initiativen auf unserer Kampagnenseite.
Bitte senden Sie Ihre Beiträge bis zum 8. Mai 2026 an: info@berlinistkultur.de
Mit Dank und herzlichen Grüßen
Ihr Kampagnenteam
Berliner Kulturkonferenz e. V. / #BerlinIstKultur
info@berlinistkultur.de
www.berlinistkultur.de
@berlinistkultur
Hinweise zur Einreichung:
Textbeitrag, ergänzt durch Foto:
- Umfang: 800 – 3000 Zeichen
Video- oder Audio-Statement:
- Länge: 60 – 180 Sekunden
Die Beiträge werden auf www.berlinistkultur.de sowie über die Social-Media-Kanäle der Kampagne veröffentlicht.
Gemeinsame Erklärung und Kampagne der Berliner Kulturlandschaft zur Berlinwahl 2026
Berlin ist Kultur.
Die kulturelle Vielfalt dieser Stadt ist kein Luxus – sie ist Daseinsvorsorge, Wirtschaftsfaktor und Grundlage für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Seit Jahrzehnten prägt Kultur das offene, widersprüchliche und weltweit einzigartige Berlin. Sie schafft Räume für Austausch, Kritik und neue Perspektiven.
Doch diese Vielfalt steht unter Druck: steigende Kosten, unsichere Förderstrukturen, der Verlust kultureller Räume sowie Stellenabbau und prekäre Arbeitsbedingungen gefährden die kulturelle Substanz der Stadt.
Deshalb haben wir uns in der Kampagne #DeineStimmeFürKultur zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern wir von der Politik ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Berliner Kultur:
- mindestens 3 % des Landeshaushalts für Kunst und Kultur – dauerhaft abgesichert
- verlässliche Förderstrukturen und ein Kulturfördergesetz
- faire Honorare und soziale Absicherung
- Schaffung und Schutz kultureller Räume und Einrichtungen, Investitionsmittel für Kulturbauten und zukunftsfähige Infrastruktur
- Stärkung von kultureller Bildung und breiter gesellschaftlicher Teilhabe
- Ausbau von Diskriminierungsschutz und Barrierefreiheit
- Kultur als Schutzraum für Demokratie und Vielfalt und gesellschaftlichen Dialog
- Sicherung von Kunstfreiheit und Autonomie der Kultur
- verbindlicher Dialog mit der Kultur und Beteiligung an kulturpolitischen Entscheidungen
Kultur ist Teil der DNA Berlins.
Wer Kultur sichert, sichert die Zukunft dieser Stadt.
#DeineStimmeFürKultur heißt: Kultur gemeinsam sichtbar machen und verteidigen.
Für ein offenes, demokratisches und vielfältiges Berlin.
Berlin ist Kultur. Und Kultur braucht unsere Stimme – jetzt.
Die Unterzeichnenden haben sich zur Berlinwahl 2026 in der Kampagne #DeineStimmeFürKultur zusammengeschlossen. Gemeinsam werden sie in zwei Aktionswochen (10.– 16. Juni und 2.- 8. September) die Vielfalt der Berliner Kultur sichtbar machen und fordern von der Politik ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Berliner Kultur.
Liste der Unterzeichnenden
A
Abase / Oshu Records: Szabolcs Bognar, Artist, label owner; Abgeordnetenhaus: Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator a.D., MdA; Acker Stadt Palast: Anete Colacioppo, Künstlerische Leiterin; all2gethernow e.V. / Music Pool Berlin: Kirsten Grebasch, Geschäftsführung; andcompany&Co.: andcompany&Co., Theater- und Performancekollektiv; Andreas Richter Cultural Consulting GmbH: Capucine Valois, Projektmanagerin; Apollo-Chor der Staatsoper Unter den Linden: Heike Franke, Sängerin; Arbeitsstelle für Kirchenmusik, ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: Günter Brick, Studienleiter, Institutsleiter C-Seminar an der UdK, stellvertretender Landeskirchenmusikdirektor; art-in-berlin: Carola Hartlieb-Kühn, Redaktion; ATZE Musiktheater: Katja Dittmann, Geschäftsführung
B
Ballhaus Naunynstraße: Wagner Carvalho, Künstlerischer Leiter und Geschäftsführung; Ballhaus Ost; Bar jeder Vernunft / Tipi am Kanzleramt: Christel Herkenrath, Controlling; BBK: Peter Duka, Mitglied; Tanya Von Barnau Sythoff, Selbständige Künstlerin; Keike Twisselmann, MA; BBK Berlin: Julia Brodauf, Atelierbeauftragte und Leitung des Atelierbüros; Laura Horelli, Mitglied; Annika Geis, Presse und Öffentlichkeitsarbeit; BBMS: Gerd Miegel, Honorarlehrer; Begegnungsstätte für Jung und Alt Husemannstraße Berlin: Carla Pitt, Ehrenamtliches Mitglied im Beirat; Berlin Britzenale: Christof Zwiener, Künstlerische Leitung; Berlin Comedian Harmonists: Wolfgang Höltzel; Berlin Music Commission eG: Olaf Kretschmar, Geschäftsführung; Berlin Stories: Topper Sherwood, Verleger; BerlinCityBallet: Jesse Garon, creative producer; Berliner Ensemble: Dieter Ripberger, Geschäftsführender Direktor; Oliver Reese, Intendant; Berliner Kriminaltheater: Jean Maeser, Schauspieler; Berliner Kulturkonferenz – das Bündnis der Berliner Kulturverbände: Franziska Stoff, Vorstand; Janina Benduski, Vorstand; Wibke Behrens, Vorstand; Berliner Mieterverein e.V.: Doris Möller; Helmut Möller; Berliner Philharmoniker: Olaf Maninger, Solocellist; Berlinische Galerie. Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur: Thomas Köhler, Direktor; Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg: Werner Heck, Vorsteher; BFFS: Kai Schumann, Schauspieler; Guido Hammesfahr, Schauspieler; Ulrike Folkerts, Schauspielerin; Tessa Mittelstaedt; Bridgeworks: Felix Banholzer, Künstlerische Leitung/Geschäftsführung; Brotfabrik Bühne Berlin: Stefan Kreißig, Bühnenleitung; BSW: Sabine Mönch-Kalina, Mitglied; Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V.: Cilgia Gadola, Geschäftsführung; Bundesverband Musikunterricht e. V. (BMU): Friedrich Neumann, Vizepräsident des BMU Berlin; Bundeswehr: Karsten Kosbi, Marineoffizier; Bündnis für geförderte Ateliers Berlin: Andrea Scrima, Mitbegründerin; BVR: Christine Kabisch, Regisseurin
C
C / O Berlin Foundation: Kristian Sidenius Lenz, Head of People + Culture; Capella de la Torre, Musikschule Reinickendorf: Annette Hils, Musikerin, Lehrerin; Chamäleon Theater: Henn Alexandra, Referentin der Intendanz; Chor La Voix mixte: Sabine Antony, ehrenamtlich im Organisations-Team; cie. toula limnaios: Ralf R. Ollertz, Künstlerischer Leiter; Toula Limnaios, Künstlerische Leiterin; CIRCUS HUB Berlin / Forum Neuer Zirkus e.V.: Inga Groß, Koordinatorin/ Projektmanagement; Clubcommission Berlin e.V.: Marcel Weber, Vorstandsvorsitzender; commonground e.V.: Indre Bogdan, Theaterpädagogin; conc.arts berlin gUG: Andrea Kerner, Geschäftsführerin; Concerto Brandenburg: Wolfram Haack, Orchesterbüro; CSR.ART Contemporary Show Room; CTM Festival: Jan Rohlf, Künstlerische Leitung
D
Dachverband Tanz Deutschland: Kerstin Karge Lorenz, Projektkoordinatorin Creative Cross Collaborations Berlin; DALV e.V.: Gerhard Scherer-Rügert, Landesleiter; Das Kollaborative Museum, Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin: Anna Schäfers, Kuratorin Text und Sprache; DEEDS.NEWS: Stephanie Schneider, Chefredakteurin; Deutsche Filmakademie: Dietrich Hollinderbäumer, Schauspieler; Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft: Dörte Lange, Regionalvertreterin berlin-Brandenburg; Deutsche Oper Berlin, Bühnenverein Landesverband Berlin: Thomas Fehrle, Geschäftsführender Direktor und Vorsitzender des Bühnenvereins Landesverband Berlin; Deutsche Oper Berlin: Isabelle Petitlaurent, Mitarbeiterin Geschäftsführender Direktor; Andrea Rammisch, Vertriebsmitarbeiterin; Lukas Zeuner, Musiker; Thomas Richter, Musiker; Johannes Petersen, Orchestermusiker; Seo Hyeun Lee, Orchester; Hirotatsu Ishikawa, Orchester; Isabella Homann, Orchestermusikerin; Virginie Gout-Zschäbitz, Solo-Harfenistin; Monia Rizkallah, Geigerin; Thomas Döringer, Orchester; Heiner Boßmeyer, Opernchorsänger; Chie Peters, Orchestermusiker; Georg Roither, Orchester; Juan Lucas Aisemberg, Orchestermusiker (Bratsche Tutti); Hans Jürgen Zschäbitz, Rentner; Sebastian Häupler, Spielleiter; Florian Wurster, Requisiteur; Roberto Martinez, Bühnentechnik; Björn Matthiessen, 1. Schlagzeuger; Deutscher Bibliotheksverband – Landesverband Berlin: Regina Kittler, Vorsitzende des dbv-Landesverbandes; Deutscher Komponist:innenverband: Anna Motzel-Habermehl, Assistenz der Geschäftsführung; Deutscher Künstlerbund: Matthias Beckmann, Mitglied; Deutscher Tonkünstler Verband (DTKV): MICHAEL KUBIK, einfaches Mitglied und Rentner; Deutsches Theater Berlin: Johannes Leppin, Geschäftsführer; Iris Laufenberg, Intendantin; Deutsches Theater Berlin; Die LINKE Berlin Mitte: Anna Eiling, Direktkandidatin für den Wahlkreis 1; DISK – Initiative Bild und Ton e.V:: Karen Grzemba; DOCK ART Performance im DOCK 11: Anna Bergel, Künstlerische Produktionsleiterin; Duxius: Edyta Rogowska-Zak, Künstlerin, Management
E
English Theatre Berlin | International Performing Arts Center: Daniel Brunet, Produzierende künstlerische Leiter; Ensemble artdeshauses: Maike Schaafberg, Geschäftsführerin; ensemble mosaik: Christina Gießmann, Managerin; ErzählZeit: Sabine Kolbe, Künstlerische Leitung
F
Fachausschuss Kulturpolitik, SPD: Frank Jahnke, Co-Vorsitzender; fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen* e.V.: Rachel Kohn, Vorstand; Familie Flöz Theatercompany: Fabian Baumgarten, Schauspieler und Autor; FELD Theater für junges Publikum: Gabi dan Droste, Künstlerische Leiterin; Gitanjali Schmelcher, Vermittlung; FEN MUSIC: Julia Thurau, Inhaberin; Festiwelt – Netzwerk Berliner Filmfestivals; First Music Production: Gerhard Kämpfe, Künstlerische Leitung; Flinn Works: Sophia Stepf, Künstlerische Leitung; Floating University Berlin: Ute Lindenbeck, Vorstand; For artists: Philip Krippendorff, Geschäftsführer; Förderkreis der Komischen Oper Berlin e.V.: Jutta Glock, Vorstandsvorsitzende; Freiberufler / Künstler: Luciani Davide, Musik/Kunst; FREO – FREIE ENSEMBLES UND ORCHESTER IN DEUTSCHLAND e.V.: Sebastian Haas, Leitung der Geschäftsstelle; Freundeskreis der ZLB e.V.: Michael Schlickwei, Vorsitzender; Freundeskreis KUNSTdemokratie für interaktive Kulturprozesse e.V. und ver.di: Rainer Wieczorek, Ehrenamt im Vorstand und weiteren Gremien; Fringify – Independent Arts Festival: Alexandar Hadjiev, Künstlerischer Leiter
G
GDBA: Saskia Mommertz, stellvertretender Vorsitz Basisverband Berlin-Brandenburg; Raphael Westermeier, Vizepräsident; Hannah Walther, Landesverbandsvorsitzende Berlin-Brandenburg; Jannik Rodenwaldt, Stellvertretender Landesverbandsvorsitzender; Constanze Rückert, Vorstandsmitglied Landesverband Berlin/Brandenburg; Ulf Dirk Mädler, Bariton; GERMAN BULLDOZER & colorburst records: Marit Posch, Founder; Geschichtswerkstatt_RAW: Uta Kala, Initiatorin, Projektleitung; Gob Squad Arts Collective GmbH; Goldrausch Künstlerinnenprojekt: Hannah Kruse, Projektleiterin; Grips Theater: Hanna Petkoff, Schauspielerin
H
HAU Hebbel am Ufer: Annemie Vanackere, Intendanz & Geschäftsführung; Hauptstadtnotizen: Charlotte zu Kappenstein, Freiberuflerin; Haus am Waldsee: Silvia Koch, Geschäftsführerin; Anna Gritz, Direktorin; Haus für Poesie: Thomas Wohlfahrt, Dr., Leiter, a.D.; Heartfelt Management: Antonio Cárdenas, Artist Manager; heesch und ko www.heesch-und-ko.de: Martin Heesch, Schauspieler, Regisseur, Festivalkurator; Henrike Iglesias: Marielle Schavan, Kollektivmitglied; HfS Ernst Busch: Ulrike Prof. Völger, Als Professorin für Sprecherziehung in der zeitgenössischern Puppenspielkunst; Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch: Katharina Sattler, Administration; HOLOSOIL: Jan Kurfürst, Urheber, Interpret, Musiker; Horizonte – für Familien – gGmbH: Miro Beat Böhm, Schulsozial- (B. A.) und Theaterpädagoge; HZT Berlin: Eva-Maria Hoerster, Projektentwicklerin, Koordinatorin, Dozentin; Janez Janša, Professor
I
Initiative LUNA PARK e.V.: Kosmas Kosmopoulos, Künstlerischer Leiter/ Vereinsvorsitzender; initiative neue musik berlin e.V.; inm / / ibf: Caroline Cecilia Tallone, Vorstand (inm) // Beraterin (ibf); Innovation Living Unser Schlafsofa GmbH: Signe Mathes, Geschäftsführende Gesellschafterin; Insomnia Club Berlin: Dominique Insomnia, Inhaberin; Institut für Kultur-Markt-Forschung (IKMF): Gerlinde Bendzuck, Geschäftsführerin; institute for Cultural Governance / iCG Berlin: Wibke Behrens, Co-Gründerin & Co-Leitung; Internationales Stimmzentrum: Ursula Fischer, Leiterin; Intervention Room: Margit Frank, Künstlerische Leitung
J
Jüdisches berlin: Margrit Schmidt, Fotografin; Jugend im Museum e.V.: Katrin Boemke, Geschäftsführung; JugendKulturService gGmbH: Kathrin Völker-Krause, Geschäftsführung; Gunnar Güldner, Geschäftsführung; Junges Ensemble Berlin e.V. I Sinfonieorchester: Michael Riedel, Musikalische Leitung; Junges Tanzhaus Berlin: Livia Patrizi, Künstlerische Geschäftsführung
K
Karneval der Kulturen: Anna-Maria Seifert, Co-Leitung; Keine / r: Antje Appl; Kinderopernhaus Lichtenberg der Staatsoper, SING!-Projekt des Berliner Rundfunkchors: Katharina Tarján, Musiktheaterpädagogin, Chorleiterin; Kleines Theater Berlin Schlossparktheater Berlin: Frank Lorenz Engel, Regisseur und Autor; Koalition der Freien Szene: Sprecher*innenkreis, Sprecher*innenkreis; kollektiv selbstgebaute musik: yannis trouinard, produktion; Komische Oper Berlin: Moser Susanne, Geschäftsführende Direktorin und Co-Intendantin; Komödie am Kurfürstendamm: Brigitta Valentin, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Martin Woelffer, Intendant; Pierre Besson, Schauspieler; Jenny Löffler, Schauspielerin; Kopf & Kragen Verlag: René Koch, Inhaber; KULTKOM, QuerKlang guG, KULTURKONTAKTE e.V.: Kerstin Wiehe, Geschäftsführung und Programmleitung; Kulturhilfswerk e.V.: Kirsten Mohri, Teil des Vorstands; Kulturinitiative Förderband gGmbH: Imke Baumann, Leitung Berliner Spielplan Audiodeskription; Kulturkontakte e.V.: Cornelia Heger, Regisseurin; Kulturmarketing Coach: Lars Lennertz, Kulturmarketing Coach; KulturMarktHalle e.V.: Ludger Lemper, Vorstand; Kulturnetzwerk Neukölln e.V.: Nadine Lorenz, Geschäftsführung; Kulturpolitische Gesellschaft Berlin-Brandenburg; Kulturprojekte Berlin: Moritz van Dülmen, Geschäftsführer; Kulturvolk / Freie Volksbühne Berlin e.V.: Katrin Schindler, Geschäftsführerin; Kunst Etagen Pankow: MARION Berg, Künstlerin; KunstEtagenPankow: Marie-Ulrike Callenius, Vorstandsmitglied; Kunsthunde e.V.: Gundula Weimann, Vorstand; Künstlerin / Artistin / Performerin bei still hungry / Chamäleon Theater: Romy Seibt, Künstlerin und in der Produktion
L
laborgras GbR: Renate Graziadei, Künstlerische Leitung; Stäldi Arthur, Künstlerischer Leiter und Dramaturg; LAFT Berlin: Jaika Bahr, Frido Hinde, Ute Kahmann, Pamela Moraga, Elke Weber, Franziska Werner, Lars Zühlke, Janina Benduski und Daniel Brunet, Vorstand; Philipp Harpain, Regisseur & Projektentwickler; Hannah Pelny, Projektmanagement; Landesmusikakademie Berlin: Monique Steffen, Bildungsreferentin; Landesmusikrat Berlin: Ralf Sochaczewsky, Vizepräsident; Andreas Köhn, geschäftsführendes Präsidium/Schatzmeister; Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V.: Tina Duarte Monje, Projektleiterin; Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Berlin e.V.: David Stachon, Bildungsreferent; lautten compagney BERLIN: Wolfgang Katschner, künstlerische Leitung und Geschäftsführung; LBBL: Michael Knoch, Vorstand; Lebenshilfe: Jörg Wiedemann, Sozialpädagoge; Lebenshilfe Berlin gGmbH: Shari Wohlenberg, Musiktherapeutin; LEBENSKÜNSTLER!: Peter Kwitnewski, ÜBERLEBENDER!; Lettrétage e.V.: Katharina Deloglu, Geschäftsführende Vorständin; LIFTED collective: Zuzanna Jablonska, Co-founder; Limbo Kollektiv e.V.: Katarzyna Clemens-Wasiak, Vorsitzende; Listenrecords: Fabian Till Reinkenhoff, Musiker; Literaturhaus Berlin e.V.: Sonja Longolius, Leitung; Lutz Gajewski Management: Lutz Gajewski, Geschäftsführer
M
Maxim Gorki Theater: Torben Schumacher, Geschäftsführender Direktor; mehrblick&ton, Theaterkollektiv: Therese Schmidt, Regie; Moabiter Filmkultur e.V.: Dagmar Kamlah, Filmkuratorin; MoBe Moving Poets Berlin e.V.: Lutz Längert, Vorstand; Morgenstern – Theater im Rathaus Friedenau: Pascale Senn Koch, Theaterleitung; Daniel Koch, Theaterleitung; Museum für Islamische Kunst – Preußischer Kulturbesitz: Oliver Vollert, Museologe (Sammlungsverwaltung); Museumsjournal / Kulturprojekte Berlin: Mariann Diedrich, Redakteurin; music media park e.V.: Sabine Quandt; MUSIC POOL BERLIN: Petra Sitzenstock, Projektentwicklung und Beratungen; Musicboard Berlin GmbH; Musikschule: Elvire Dörr; Musikschule Béla Bartók: Gertrud Schmidt-Petersen, freiberufliche Dozentin für Klavier und Korrepetitor; Gertrud Schmidt- Petersen, freiberufliche Dozentin für Klavier und Korrepetitor; Dennis Sobotta, Klavierlehrer; Musikschule City West, Udk: Thea-Susanne Mannheim, Gesangslehrerin, Klavierdozentin
N
Netzwerk freie Literaturszene Berlin: Lucy Jones, Vorstandsmitglied; Odile Kennel, Vorstand; Millay Hyatt, Mitglied; Netzwerk freier Berliner Projektraeume und – initiativen: Isolde Nagel, Ich unterzeichne fũr gesamten Vorstand (von insgesamt 5); Neuköllner Oper: Andreas Altenhof, Direktorium; Matthias Kählert, Kommunikation
O
Opéra en miniature: Hendrik Mannes, Regisseur; Opernchor: Anna Elisabeth Hempel, Sängerin; ORSO Berlin e.V. Orchestrial and Choral Society: Dagmar Levy, Beirat/ Mitglied; Osthafen: Felix Claßen, Produzent, Musiker, Klangkünstler
P
Party Dyke Berlin: Leo Quigley, Organiser/promoter; PAULA PAULA: Marlène Colle, Bandleader; Pensionär Staatskapelle Berlin: Egbert Schimmelpfennig, Orchestervorstand aD; Performing Arts Programm Berlin: Linus Lutz; Florian Hohnhorst; Performing for Future: Konstanze Grotkopp-Wille, ehrenamtlich; Piranha Arts: Frank Klaffs, Vorstand; Platypus Theater: Korty, Schauspieler; Präsidium Landesmusikrat Berlin Universität der Künste Berlin: Anita Rennert; Praxis für Traumatherapie: Claudia Minossi, Therapeutin
R
Radialsystem: Matthias Mohr, Künstlerische Leitung, Geschäftsführung; Daniel Cordova, Dramaturg; Rat für die Künste: Anne Schneider; Raumbüro Freie Szene: Moritz Sadowski, Ko-Projektleitung; RAW / SKPZ: Kristine Schütt, Kulturvertretung im RAW Stoff&Gerätelager; Uwe Wasserthal, RAW-BWH Hausvertretung; Karl-Uwe Wasserthal, Interessenvertretung für das RAW/SKPZ ‚Beamten-Wohn-Haus‘ (BWH); Renaissance-Theater Berlin: Guntbert Warns, Intendant und Geschäftsführer; Rimini Protokoll: Rimini Protokoll
S
Samurai Museum Berlin: Alexander Jöchl, Direktor; Sasha Waltz & Guests: Sasha Waltz, Künstlerische Leitung / Choreografin; Jochen Sandig, Geschäftsführer; Schaubude Berlin: Tim Sandweg, Künstlerische Leitung; Schauspielverband, Theater: Katharina Thalbach, Schauspielerin, Regisseurin; Schwule Museum: Birga Meyer, Geschäftsführung; Selbstständig / ZTB: Claudia Garbe, Choreographin/ Vorstandsmitglied; She She Pop (Performance Kollektiv): She Pop Elke Weber, Mitglied Kollektiv / Company Management; She She Pop / Gob Squad Arts Collective: Johanna Freiburg, Performerin/Kollektivmitglied; SHIFTED Festival: Louis Harshman, Geschäftsleitung; Solistenensemble Kaleidoskop: Boram Lie, Künstlerische Leitung; Sophiensaele GmbH: Andrea Niederbuchner, Künstlerische Leitung & Geschäftsführung; Jens Hillje, Künstlerische Leitung & Geschäftsführung; Sounding Situations: Milena Kipfmüller, Künstlerische Leitung; Soundwatch Music Film Festival; SPD Berlin / SPD Berlin Mitte / SPD Rosenthaler Vorstadt: Tilmann Häußler, Kandidat für das Abgeordnetenhaus im Wahlkreis 1 von Mitte; Sperbys Musikplantage: Hans Peter Sperber, Geschäftsführer; Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst: Zehra Doğan, Sammlungsverwalterin; Staatliches Institut für Musikforschung: Rebecca Wolf, Direktorin; Staatsballett Berlin: Christian Spuck, Intendant; Staatsoper Unter den Linden: Elisabeth Sobotka, Intendantin; Olaf Schmitt, Co-Leitung Dramaturgie; Staatstheater Kassel: Annett Kruschke, Schauspielerin; Stegreif e. V.: Sarah Ströbele, Projektleitung & Dramaturgie; Stegreif Orchester: Lorenz Blaumer, Künstlerischer Manager; Stiftung Berliner Philharmoniker: Stiftung Berliner Philharmoniker; Stiftung Oper in Berlin: Sebastian Geier, Tonmeister; Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Frank Gaedecke, Sammlungsverwaltung; Chrysoula Chatzopoulou, Sammlungsverwaltung; Stiftung Stadtmuseum Berlin: institutionelle Unterzeichnung; Stiftung Zukunft Berlin: Andreas Richter, Verantwortlicher des Forum Zukunft Kultur; STUART&PLATE: Uta Plate, REGISSEURIN, THEATERPÄDAGOGIN; Szenografie Bund: Nicole von Graevenitz, Kostümbildnerin
T
Tanzbüro Berlin: Marie Henrion, Leitung; Tanzcompagnie Rubato: Dieter Baumann, künstlerische Leitung; Tanzfabrik Berlin: Nara Virgens, Produktionsleitung; Tanzfabrik Berlin Bühne: Katherine Marie Cots Pettit, Projekt Begleitung als Freiberuflicherin; Jacopo Lanteri, Künstlerische Leitung; Barbara Greiner, Geschäftsführung und Co-Leitung; Vince Kokot, Künstler*innenresidenzen Accessibility Antidiskriminierung Studiobuchung/Organisation; Tanzfabrik Berlin Schule: Tabea Antonacci, Dance Intensive Assistenz; TD Berlin | www.td.berlin: Michael Müller & Georg Scharegg, Leitung; Theater an der Parkaue: Lukas Kleinert, Referent der Intendanz; Theater der unglaublichen Dinge: Tatjana Dernbecher, Kulturschaffende; Theater Jaro: Katja Behounek-Pölzer, Künstlerische Leitung/ Darstellerin; Theater Morgenstern: Isabel Stahl, Theaterpädagogin; Theater o.N.: Uta Lindner, Schauspielerin, Vorstand des Theater o.N.e.V.; Dagmar Domrös, Künstlerische Leitung; Sophie Braun, Werkstudentin; Michaela Millar, Spielerin, Tanz- und Theaterpädagogin; Julie Peters, Tänzerin, Performerin; Theater Strahl: Jana Heilmann, Schauspielerin; Theater Thikwa: Laura Besch, Künstlerische Leitung; Herbert Jordan, Geschäftsführung; Nicole Hummel, Künstlerische Leitung; Theater unterm Dach: Thorsten Schlenger, Künstlerischer Leiter; Theater Varia Vineta / SPD Kandidat für das Abgeordnetenhaus: Arne Gröschel, Leitung / aktiver Politiker; Theaterhaus Berlin: Andrea Bauer, Geschäftsführerin; theaterhaus berlin | Kulturinitiative Förderband gGmbH: Nadine Lipp, Leitung Standort Schöneweide | Stellvertretung der Geschäftsführung; TITANS RISING: Kilian Dumann, Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit; Titans Rising Ensemble & Konzertreihe, Berliner Festival Alter Musik: Sarah Fuhs, künstlerische Leitung; Tonkünstlerverband Berlin e. V.: Wendelin Bitzan, Geschäftsführer; TUSCH Berlin: Annika Niemann, Programmleitung
U
u.a. „the Kerstin“ oder auch realitäts-klassisch: aktive Text- & Songwriterin / Musikerin, (DAS Hobby) Event-Management (mit Abschluss gelernt) ;): Kerstin Schneider, Inhalt, Organisation, Koordination, Realisation, Evaluation, Kommunikation, Arrangement Produktion. in adhs one women show.; Uferstudios für zeitgenössischen Tanz; unisono Deutsche Musik- und Orchestervereinigung e. V.: Julia Hofmann, Geschäftsführerin; Universität der Künste Berlin: Prof. Albert Pesendorfer, Professor für Gesang
V
Vagantenbühne Berlin: Lars Georg Vogel, Künstlerische Leitung / Geschäftsführung; Verena Aglassinger, Verwaltungsleitung; VAM Berlin: Tilmann Albrecht, Vorstand; Moni Fischaleck, Geschäftsführung; Patrick Sepec, Mitglied- keine Funktion; Ildiko Ludwig, Mitglied; Friederike Lehnert, Mitglied; Christine Trinks, Barockgeigerin, Musikpädagogin, Orchesterleiterin, Vertreterin der AG Alte Musik beim Landeswettbewerb Jugend musiziert Berlin; Christian Walter, Fagottist, Blockflötist, Ensembleleiter; Simon Ackers, Öffentlichkeitsarbeit; Juliane Laake; VdO: Annette Hörle, Ortsdelegierte; VdRSD: Daniele Drobny, Film und Bühnen Ausstattung; ver.di: Adriana Balboa, ehrenamtliche Vorsitzende der FG-Musik; ver.di AG Kunst und Kultur: Britta Schubert, Landesvorstand Fachgruppe Bildende Kunst; VERDI: WERNER HASSEPASS; Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles e.V. (VdO): Christine Stein, Geschäftsführerin; VÖBB (Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins): Julia Weis, Geschäftsführung der Ständigen Konferenz (StäKo)
W
WAM – Women in Arts and Media e.V.: Cornelia Vossen, Vorstand; We are all unicorns – TATWERK | Performative Forschung: Chris Wohlrab, Geschäftsführer / Produktionsleiter; Werkbundarchiv – Museum der Dinge: Florentine Nadolni, Leitung; WerkStadt Kulturverein Berlin e.V.: Raiko Sánchez, im Vorstand; WonderWords Erzähltheater: Wim Rooth, Künstlerische Leitung
Z
Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V. (ZMB): Matthias Rebstock, 1. Vorsitzender; ZLB und VÖBB (Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins): Jonas Fansa, Direktor der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) und Geschäftsführung Ständige Konferenz (StäKo) des VÖBB
Institutionen ohne institutionelle Zuordnung
Masen Abou-Dakn, Autor, Regisseur, Musiker; Catherine Aglibut; Dunja Alfermann; Anna Julia Antonucci, Schauspielerin; Isabel Arlt; Frauke Aulbert; Mika Bangemann; Alexis Baskind; Candi Cabanes Bassas; Axel Bauer, Drehbuchautor; Ute Becker, UdK Dozentin/ Mittelbau HMTMH Hannover Professorin; Hannah Beeck, Bühnen- und Kostümbildnerin; Rose Beermann; Berlin; IG Jazz Berlin; Barbara Prof.em. Dr. Beyer; Gerhard Bischoff; Monika Blüge; Lea Lin Boehmer, Designerin; Veronika Böhle; Nadja Bournonville; Eric Bouwer; Christiane Braune; Annette Breitsprecher, Musikschullehrerin; Mona Brinkmann, Regieassistenz; Dani Brown, Freelance Dance Artist; Susanne Bürner; Meral Burul; Hans-Michael Carl, Pivat; Giannini Carlo; Daniela Lehmann Carrasco; barbara caveng, freischaffende künstlerin; Zuzanna Czebatul; Colin Danderski, Freischaffender Künstler (Puppenspieler/Sprecher/Schauspieler); Dansen; Florian Dengler; Tillmann Depping, Schauspieler; Jule Detlefsen; Alanna Dongowski; Sylvia Draing, Begeisterte Zuschauerin; Clara Dreher; Lioba von den Driesch; Oliver Dupont; Oliver Dupont, Schauspieler und Sprecher; Alexander Dydyna; Harald Effenberg, Schauspieler; Janine Eggert, Freie Künstlerin; Yvonne Ehrhardt, Kunst/Kulturinteressierte Privatperson; Erika Emerson; Louisa Engel, Kunstwissenschaftlerin und Kunstvermittlerin; machina eX, Game-Theater-Kollektiv; Rita Feldmeier; Salomé Feth; Alexandra Finder, Schauspielerin; Beate Flechtker; Natsumi Foljanty; Moritz Frei; Matthias Freihof, Schauspieler; Everston Souleymane Adowo Freudenreich; Barbara Friedrich, ehemalige Geschäftsführerin der Uferstudios GmbH; Cilgia Gadola; Kati Gausmann, Bildende Künstlerin; Max Gertsch, Schauspieler; Julia Glocke, Musikerin Geige; Monika Goetz, Künstlerin; Petra Goll; Andrea Golla, Bildende Künstlerin; Henriette Gonnermann; Alexander Graf; Klaus-Peter Grap, Schauspieler, Sprecher, Autor, Moderator; Rosemarie Grebitus; Heike Gromotka; Alexandra Gross; Brigitte Grothum, Schauspielerin; Christoph Gurk, Kurator, Dramaturg, Autor; Wolfram Haack; Carolin Hagen; Tea Harjunen; Johanna Hasse; Simone Hausdorf; Hendrik Hebben; Ralf Henning; Steffi Hensel; Katja Hentrich; Anne Hoffmann, Schauspielerin; Klaus Hoffmann; René Hofschneider; Luzie Hohn; Matthias Hummel, Musiker; Ruth Hundsdoerfer; Sofie Hüsler, Theaterpädagogin / Regisseurin; Lars IBednorz, Studiendirektor; Thomas van Issem; Samina Jaweed; Jacqueline Jöhle; Fee Josten; Yelka Kant; Katrin-Marie Kaptain; Michael Kasiske; Anne Kasprik, Schauspielerin; Edgar Lilly Kaufmann; Katrin Kersten; Katja Kettner, freischaffende Künstlerin; Andrea Kiewitt; Johanna Klante; Irene Klein; Heike Kloss, Schauspielerin; Antonia Klostermann, Workshopleiterin _ Theater; Veronika Knaus; Benjamin Knight; Ariane Ko; Stephan Kobatsch; Carolin Koch; Sigrid Kohn; Katja Kollmann; Franziska König-Paratore, Soziologin; Marion Kracht, Schauspielerin , Regisseurin; Paula Kramer; Volker und Regina Krannich; Jeremias Jim Linus Krastel; Elisabeth Krause; Hans-Jürgen Kron-Stabenow; Nina Kronjäger, Schauspielerin, Produzentin; Ursula Krüger; Monika Kühnel; Martin Kühner; Lukas Kurz; Maria Ladopoulos; Wilfried Lagojannis; Jürgen Langlet; Veronica Verónica Lehner; Sophia Liu; Jeanne Louët, Bühnen- und Kostümbildnerin; Dagmar Lüders; Marie-Luise Lüders; Stefan Ludwig; Peggy Mädler, Autorin, Dramaturgin; Ulf Dirk Mädler; Irmgard Maenner, Autorin für Hörspiel / Feature; Johannes-Jürgen Magalski; Jenny Mahla; Anke Mai, Übersetzerin; Maria Mallé; Sarah Marcinkowski; Liina Mariudottir; Claudia Marks; Peggy Martinot; Juliane Meckert; Monika Metz; Jonas Meyer; Christine Maria Miesen; Isabel Mohn; Johannes Moss; Franziska Muche, Übersetzerin für Theater; Christiane Mudra; Barbara Müller, Bildende Künstlerin; Jennifer de Negri, Autorin; Sarah Nemitz, Autorin; Ngoc Anh Nguyen; Eva Niemann; Karin Dr. Nissen-Rizvani; Yannick Nolting; Eva Maria Ocherbauer, Als selbstständige Künstlerin; Flavio Oktavio; Nikolai Orloff; Ludger Orlok; Saskia Ottis; Charlotte Pistorius, Kostüm- und Bühnenbildnerin; Julia Plessing; Nancy du Plessis; Gineke Pranger; Tristan Quérou; Marianne Rademacher; Damian Razmilic; Annette Reckendorf; Juli Reinartz; Nadin Reschke, Künstlerin; Ippolito Ricca, Freelancer in live music sector; Dorothee Richter; MOMME RÖHRBEIN, Bühnenbildner; Stefan Roigk; Emma Rönnebeck; Shub Roy, Cultural Manager; Constanze Rückert, Schauspielerin / Sprecherin der Kampagne „DeineStimmeFürKultur; Elke Rudolph; Silke Reichmann de Salas; Selma Nuri Sarstedt; Johanna Schall, Regisseur; Alexander Schatte; Sabine Scheel; Erika Schlenzig; Wolfgang Schlenzig; Carita Schmidt, Freiberufliche Künstlerin; Katja Schmoz; Sarah Ancelle Schönfeld; Rahel Schöppenthau; Annette Schulz; Ilona Schulz, freiberufliche Schauspielerin; Sandra Schulz; Dania Schüürmann; Hans-Peter Schwandt; Franziska Seifart; Robert Siegel; Doris Skrobuszynski; Kerstin Slawek; Susanne Sperling; Anna Städler, Tänzerin; Claudia C. Stahr-Feiten; Steinmetz; Gerd Lukas Storzer, Schauspieler, Regisseur; Dorota Stroińska; Karen Stüber-Benke; Sarah Stührenberg; Alexa Maria Surholt, Schauspielerin; Friedhelm Teicke, Journalist, Autor; Ralf Tekaat; Wolfgang Thiessen, Architekt; Christoph Timpe, Geiger; Ruth Tromboukis; Kora Tscherning, Freie Figurentheaterschaffende; Kai Underberg; Hendrik Unger; Berliner Museumsverband e.V. (wir möchten als Verband unterzeichnen); Karin Viesteg; Leonhard Van Voorst; Yvonne Wahl; Evgenija Wassilew; Ulla Weber; Kim Weiß; Johannes von Weizsäcker; Franziska Wenning; Marie Westphal, Freiberufliche Schlagzeugerin; Reimer Johann Westphal; Arndt Wiegering, Concept-Consultant / 1st.AD; Arndt Wiegering, 1st.AD (Assistant Director sowie Concept-Consultant); Ulrike Wildenhof; Marianne Wilhelm; Silvia Witte, Selbständige; Uwe Wolf; Achim Wolff; Petra Zieser, Schauspielerin; Marina Zumbusch
Stand: 23.6.2026
Kulturpolitische Veranstaltungstermine
1. bis 12. September 2026
2. Aktionswoche #DeineStimmeFürKultur
2. Aktionswoche #DeineStimmeFürKultur
Bitte tragt Eure Aktionen hier ein:
https://www.survio.com/survey/d/aktionsmeldung
1. September 2026
Zukunftspanel: Eine Legislatur für Kulturelle Bildung in Berlin
Zukunftspanel: Eine Legislatur für Kulturelle Bildung in Berlin
Ziel des öffentlichen Zukunftspanels ist es, der Kulturellen Bildung in Berlin Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu ermöglichen! in einer Podiumsrunde sprechen wir mit Politiker:innen (Kultur- Jugend- und Bildungspolitische Sprecher:innen) drüber, welche Relevanz das Thema aktuell und für die kommende Legislatur hat (strukturell, finanziell, qualitativ) und wie sie sich dafür einsetzen werden!
Junges Tanzhaus Berlin, Lucy-Lameck-Straße 32, 12049 Berlin
1.9.2026 18:00 – 20:30 h
Der Eintritt ist frei!
Anmeldung unter: info@inkubi.berlin
Veranstalter: Initiative Kulturelle Bildung Stärken!
1. September 2026
Berlin vor der Wahl: Welche Zukunft hat die Kulturstadt Berlin?
Berlin vor der Wahl: Welche Zukunft hat die Kulturstadt Berlin?
Berlin vor der Wahl: Welche Zukunft hat die Kulturstadt Berlin?
Einladung zur Podiumsdiskussion
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus laden der Landesverband Berlin des Deutschen Bühnenvereins und die Initiative #DeineStimmeFürKultur / #BerlinistKultur in Kooperation mit dem Tagesspiegel herzlich zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ein.
Berlin steht vor richtungsweisenden Entscheidungen. Angesichts angespannter öffentlicher Haushalte, der Kürzungen im Kulturbereich und einer zunehmenden Konkurrenz der europäischen Metropolen stellt sich die Frage, welche Rolle Kultur künftig für die Entwicklung unserer Stadt spielen soll.
Die aktuelle Studie „Kultur als Standortfaktor in Berlin“ des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung zeigt eindrucksvoll, dass Kultur weit mehr ist als ein freiwilliger Ausgabenbereich. Sie ist Wirtschaftsfaktor, Standortvorteil, Tourismusmotor, Innovationsraum und wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Kultur prägt die Identität Berlins und seine internationale Ausstrahlung gleichermaßen.
Vor diesem Hintergrund haben wir die Spitzenkandidat:innen der demokratischen Parteien eingeladen, darüber zu diskutieren,
- welche Bedeutung Kultur für die Zukunft Berlins haben soll,
- wie Berlin seine internationale Attraktivität als Kulturmetropole sichern kann,
- welchen Stellenwert Kultur in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte besitzt,
- welche Rolle Kultur als Wirtschafts- und Standortfaktor künftig spielen soll,
- wie Planungssicherheit und Perspektiven für Kultureinrichtungen sowie die Freie Szene geschaffen werden können,
- und welche kulturpolitischen Schwerpunkte die nächste Landesregierung setzen wird.
Berlin vor der Wahl: Welche Zukunft hat die Kulturstadt Berlin?
Dienstag, 1. September 2026, 10-11:30 Uhr
Deutsche Oper Berlin, Parkettfoyer, Bismarckstraße 35, 10627 Berlin
- Elif Eralp (Die Linke)
- Bettina Jarasch (Bündnis 90/Die Grünen, in Vertretung von Werner Graf)
- Steffen Krach (SPD)
- Cerstin Richter-Kotowski (CDU, in Vertretung von Kai Wegner)
Moderation: Ruth Ciesinger (Tagesspiegel)
Die Veranstaltung richtet sich an Kulturschaffende, Mitarbeitende der Berliner Kultureinrichtungen, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Tourismus sowie an alle kulturpolitisch Interessierten.
Bitte melden Sie sich über folgenden Link an: https://www.survio.com/survey/d/Kulturstadt-Berlin
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Fehrle Das Kampagnenteam
Landesverband Berlin des Deutschen Bühnenvereins #BerlinIstKultur
1. Vorsitzender
5. September 2026
Offene Ateliers Lankwitzer Straße
Offene Ateliers Lankwitzer Straße
Offene Ateliers Lankwitzer Straße
5. September, 14.00-20.00 Uhr
| Lankwitzer Str. 14-15 Eingang über Porschestr. 10 Halle 4+5, 2. OG. 12107 Berlin |
| Herzliche Einladung zu den Offenen Ateliers in der Lankwitzer Straße! Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen und kommen Sie mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch, die Teil des geförderten Ateliersprogramms des BBK’s sind. In fußläufiger Nähe befindet sich das Atelierhaus Ringstraße des BBK, das zeitgleich und in Kooperation seine Türen öffnet. Nutzen Sie die Gelegenheit, beide Orte zu besuchen und vielfältige künstlerische Positionen zu erleben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! |
11. September 2026 Workshop "Sprechen mit Politik" im Deutschen Theater
Alle Infos hier: https://forms.zohopublic.eu/berlinermuseumsverband/form/Wahlkampcoaching/formperma/4i_r9j3GXybEC5EJoCM8q8hOcJavzxXRdmu4-1TY7y0
11. September 2026
Kulturpolitischer Salon
Kulturpolitischer Salon
Datum: Freitag, 11.09.2026 Uhrzeit: 19:00 Uhr Ort: Foyer Kammermusiksaal der Philharmonie
Adresse: Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin
Eine Einladung mit Anmeldemöglichkeit erhalten Sie Ende August.Welche Kulturpolitik braucht Berlin?
Die Berliner Kulturpolitik steht derzeit vor erheblichen Herausforderungen. Haushaltskürzungen, veränderte gesellschaftliche Erwartungen, knapper werdende Räume für künstlerische Produktion und ein zunehmender internationaler Wettbewerb zwischen den Kulturmetropolen Europas stellen Politik und Kulturinstitutionen gleichermaßen vor neue Aufgaben.
Gleichzeitig lohnt der Blick zurück. Die Berliner Kulturpolitik musste sich in den vergangenen vier Jahrzehnten immer wieder neu orientieren – unter den Bedingungen der geteilten Stadt, während der Wiedervereinigung, des Hauptstadtumzugs, in Zeiten tiefgreifender Strukturreformen oder erheblicher finanzieller Engpässe. Viele der Fragen, die heute diskutiert werden, haben Vorläufer. Manche Antworten haben sich bewährt, andere weniger.
Vor diesem Hintergrund möchten wir mit Persönlichkeiten ins Gespräch kommen, die diese Entwicklung über viele Jahre hinweg aus unterschiedlichen politischen Funktionen heraus mitgestaltet haben:
Volker Hassemer, Kultursenator und Senator für Stadtentwicklung
Thomas Flierl, Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur
André Schmitz, Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten
Sabine Bangert, Vorsitzende des Ausschusses für Kulturelle Angelegenheiten
Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa
Dabei geht es uns weniger um eine Bilanz einzelner Amtszeiten als um die Frage, welche Erfahrungen aus diesen sehr unterschiedlichen Phasen der Berliner Kulturpolitik für die Zukunft der Stadt von Bedeutung sein können.
Welche Aufgaben stellen sich heute? Welche Rolle soll Kultur künftig für Berlin spielen? Und welche kulturpolitischen Entscheidungen erscheinen aus heutiger Sicht besonders wichtig?
Der Ort dieses Kulturpolitischen Salons ist bewusst gewählt: Mit Blick aus dem Foyer des Kammermusiksaals der Philharmonie auf das entstehende Museum der Moderne, die sanierungsbedürftige Staatsbibliothek und das Kulturforum diskutieren wir mitten in einem Stadtraum, der seit Jahrzehnten wie kaum ein anderer für die Chancen, Konflikte und offenen Fragen der Berliner Kulturpolitik steht.
Wir freuen uns auf einen Abend, der nicht nur zurückblickt, sondern nach Antworten auf die Frage sucht: Welche Kulturpolitik braucht Berlin in den kommenden Jahren?
Mit herzlichen Grüßen
Christophe Knoch und Andreas Richter
Verantwortliche des Forum Zukunft Kultur
12. September 2026
Großdemo gegen rechts "Die Vielen"
Großdemo gegen rechts "Die Vielen"
20. September 2026
WAHLEN
WAHLEN
Aktionswochen der Kampagne und Ablauf
1. Werdet aktiv im Kulturwahlkampf im Rahmen unserer Aktionswochen!
Plant eigene Aktionen
Teilt Eure Aktionen
Unterzeichnet gemeinsames Statement
Aktionswochen BerlinIstKultur TIPPS
Aufruf zu Aktionswochen
#Deine Stimme für Kultur / #Berlin Ist Kultur 2026
Wann: 10.-16. Juni und 2.-9. September 2026
Wie: Aktionen jeder Art im laufenden Programm oder darüber hinaus.
Bitte meldet die Aktionen für die Presseliste zeitnah hier an:
https://www.survio.com/survey/d/aktionsmeldung
Was sind Aktionen und wozu sind sie gut?
Ein paar Tipps und Gedanken, was Kulturinstitutionen, -organisationen und -akteur*innen unternehmen können.
Im Juni und im September soll es darum gehen, Aufmerksamkeit für die Kultur zu erregen. Ganz prinzipiell, aber vor dem Hintergrund der letzten Jahre und der Kürzungsszenarien für 2028ff und im Blick auf die Berliner Wahl am 20. September. Kulturpolitik, aber auch Haushaltspolitik sollen daran erinnert werden, wie wichtig – und verletzlich Kultur ist. Und dass die Kulturermöglichung Aufgabe der Politik ist.
Wer etwas beitragen will, kann sich also ganz einfach fragen: Was erzeugt Aufmerksamkeit? Wo erzeugt es Aufmerksamkeit, wen erreichen wir wie und wie erscheint Kultur relevant?
- Low Key / Simpel / Ohne Programmänderung
Eine Aktion kann schon sein, ein reguläres Programmbestandteil im Veranstaltungskalender der Aktionswoche zu „widmen“, es in der Kommunikation nach außen auf möglichst allen Kanälen als Beitrag zur Aktionswoche zu labeln. Also auf Social Media, in Anzeigen, in der Programmübersicht auf der Homepage, im Print etc.
Durch Plakatierung und Verteilen von Postkarten kann an dem Abend zusätzlich der Charakter des Beitrags zur Aktionswoche unterstrichen werden. Alle Kulturorte, auch Arbeitsorte wie Ateliers oder Probenräume, können mit Plakaten, Postkarten und Aufkleber geschmückt werden. Das Design kann gerne adaptiert und für eigene Anwendungen umgestaltet werden (s.u. der Downloadbereich).
Banner mit „Deine Stimme für Kultur“ können als Außen-Werbung aufgehängt werden; Kreidezeichnungen können vor den Eingängen angebracht werden. Wahlplakate von „Deine Stimme ist Kultur“ können mit einer Leiter an Laternen oder auch Straßenschildern angebracht werden und dies kann als Fotostory für die Sozialen Medien dokumentiert werden.
„Wahlkampfreden“ oder auch ein „Wahlkampfauftakt“ können vor oder in den Häusern performt werden und ebenfalls auf sozialen Medien erscheinen – hier könnten auch, wenn vorhanden, Ensembles sowie Kinder- und Jugendclubs mit einbezogen werden.
Besuche bei den Kandidierenden der Parteien vor Ort können können organisiert werden – mit einer kleinen eigenen Wahlkampfgruppe der Kultureinrichtung, um die Erklärung und eine Postkarte zu übergeben sowie ein Statement der Politik für unsere Kampagnenseite zu erbitten.
An der entsprechenden Veranstaltung kann vor oder nach der Show von der Leitung oder einer beauftragten Person auf die Kampagne aufmerksam gemacht werden. Es kann z.B. einen einfachen Hinweis auf die Aktionswochen und die Initiative „Berlin ist Kultur / Deine Stimme für Kultur“ geben oder die gemeinsame Erklärung oder ein eigenes Statement der Institution, der Organisation oder des*der Künstler*in kann verlesen werden.
- Echte Action / Referenzklasse / Gold-Standard
Mehr Aufmerksamkeit und Interesse erweckt natürlich eine extra für die Aktionswochen ausgedachte und durchgeführte Aktion. Hier ein paar abstrakt gehaltene Beispiele, die leichter oder schwerer zu organisieren sind, je nach Kapazität:
Ein öffentliches Gespräch (auch vor einer bereits im Programm veröffentlichten Veranstaltung) z.B. mit der Institutionsleitung zur Auswirkung der Landeshaushalte 2025, 2026 etc., zur aktuellen Situation, zur Perspektive auf die Jahre 2027 und 2028). Das interessiert sicher das Stammpublikum und viele Berliner*innen darüber hinaus.
Ein öffentliches Gespräch mit Künstler*innen zu ihrer Situation in diesen Jahren.
Ein Gespräch mit Politiker*innen (ggf. + a und/oder b). Das können Landespolitiker*innen sein, Bezirkspolitiker*innen, Kultur- oder Haushaltsleute oder einfach, wer zu fassen ist.
Eine Aktion der Mitarbeitenden am Haus. Ein performativer Protestmarsch um das Gebäude, durch das Gebäude, ein Banner-Aufziehen, Plakatieren etc.
Eine Aktion der Mitarbeitenden in der Nachbarschaft: Postkarten verteilen, Bei Gewerbe nachfragen, ob Plakate aufgehängt werden können. / Haustür-wahlkampf. Mit Postkarten an Wohnungstüren klingeln und ins Gespräch über Kultur und Politik kommen.
Ein Wahlkampfstand vor dem Gebäude oder ganz woanders. Hier können Plakate aufgehängt werden, Postkarten verteilt und das Gespräch mit Besucher*innen, Bürger*innen gesucht werden. Ein Tapeziertisch und ein oder zwei Stunden, zwei Kolleg*innen und das „Deine Stimme für Kultur“-Material reichen eigentlich schon. Ggf. muss eine Anmeldung beim Bezirksamt erfolgen, wenn es nicht auf dem Gelände der Institution selbst stattfindet. Mögliches weiteres Material: Die Wahlprogramme der Parteien (die schicken Exemplare bestimmt gerne zu), ggf. auch nur die Kulturkapitel daraus; die Wahlprüfsteine der Verbände und Organisationen und wenn schon vorliegend die Antworten der Parteien darauf.
Fertige Printmaterialien können auch in der Geschäftsstelle des bbk berlin abgeholt werden: Köthener Straße 44, 10968 Berlin, 3.OG, Montag bis Donnerstag, 11–15 Uhr. Für Abholungen zu anderen Zeiten sind individuelle Termine möglich. Bitte meldet euch diesbezüglich kurz bei Rahel Grote Lambers (rahel-grote.lambers@kulturwerk-bbk.berlin).
Hier im Downloadbereich gibt es die Motive und das Printmaterial zum selbst Ausdrucken: https://www.berlinistkultur.de/downloadbereich/
WICHTIG: Damit dies in der Pressearbeit der Kampagne sichtbar werden kann, bitte auch der Kampagne „gewidmete“, reguläre Programmbeiträge über das Formular anmelden.
2. Sucht das Gespräch mit der Politik vor Ort – kommt zur Vorbereitung in unsere Workshops
3. Sendet uns Eure Stellungnahmen und Wahlprüfsteine
Wir sammeln auf dieser Webseite die Wahlprüfsteine und Stellungnahmen der Kulturverbände und Institutionen sowie die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine. Die Kandidierenden für das Berliner Abgeordnetenhaus haben hier die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Fragen und Positionen aus der Kultur zu verschaffen. Wähler*innen können die Antworten und Stellungnahmen der Parteien abgleichen. Sendet Eure Papiere bitte ab sofort per E-Mail an info@berlinistkultur.de.
Coaching „Fit für den Wahlkampf“
4. Sendet uns Eure kulturpolitischen Veranstaltungstermine
5. Gestaltet die Kampagne mit!
Kommt zum den digitalen Freitags-Planungstreffen alle 14 Tage.
