Im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026 startet am 13. April 2026 die Kampagne #DeineStimmeFürKultur. Mit dieser Initiative wollen wir Kultur im Wahljahr sichtbar machen und deutlich zeigen: #BerlinIstKultur. Kultur prägt diese Stadt, schafft Räume für Austausch und Debatte, stärkt demokratische Werte und macht Berlin zu einem international einzigartigen Ort.

In unserer Kampagne rufen wir die Berliner Kulturlandschaft dazu auf, sich in zwei Aktionswochen und mit einem gemeinsamen Statement in den Wahlkampf für Kultur mit einzubringen. Wir sammeln Statements der Berliner Kandidierenden für das Abgeordnetenhaus und machen die vielfältigen Wahlprüfsteine, Positionen und Kulturpolitischen Veranstaltungen der Kultur sichtbar.

Damit Kultur im Wahlkampf gehört wird, brauchen wir eine starke und gemeinsame Stimme der Kulturszene. Deshalb rufen wir Euch auf, Euch an der Kampagne zu beteiligen! Je mehr Stimmen sich beteiligen, desto stärker wird unsere gemeinsame Stimme.

#BerlinIstKultur – zeigen wir es gemeinsam.

Wahlprüfsteine und Stellungnahmen der Kulturverbände

Wir sammeln hier die Wahlprüfsteine und Stellungnahmen der Kulturverbände und Institutionen sowie die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine. Die Kandidierenden  für das Berliner Abgeordnetenhaus haben hier die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Fragen und Positionen aus der Kultur zu verschaffen. Wähler*innen können die Antworten und Stellungnahmen der Parteien abgleichen. Sendet Eure Papiere bitte ab sofort per E-Mail an info@berlinistkultur.de.

2026 wählt Berlin neue Vertreter:innen für das Abgeordnetenhaus. Der Landesmusikrat Berlin hat den Parteien Punkte vorgelegt, die für die nächste Legislatur unerlässlich sind. Diese  „Wahlprüfsteine“ für die kommende Legislatur sind: 

Mehr Musik in der Schule!

Der Landesmusikrat Berlin fordert:

  • Stärkung der Musikalischen Bildung durch erhöhten Mitteleinsatz, Erhöhung des Stellenwertes des Faches Musik.
  •        Durchgängig 2 Wochenstunden Musikunterrichtdurch Fachlehrkräfte (Kl. 1-10)
  • Stärkung musikalischer Zusatzangebote (Wahlpflichtkurse, AGs und Ensembles)
  • Signifikante Steigerungen der Studienanfänger insbesondere im Grundschullehramt und deutliche Steigerungen der Absolventenzahlen in allen Musik-Lehrämtern
  • Attraktivitätssteigerung des Studienganges durch Anpassung der Zugangsmöglichkeiten (Informationsfluss, Zusammenarbeit mit den Studienvorbereitenden Abteilungen der Musikschulen,   Eignungsprüfung), Verbesserung der Studierbarkeit, Erhöhung der Durchlässigkeit für andere künstlerische Professionen, Verstärkung der anwendungsorientierten Musiktheorievermittlung sowie   Verstärkung der Gruppenleitungskompetenzen.
  • Erhalt und Weiterentwicklung von fachlichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Wiederaufnahme der Weiterbildungsmaßnahmen für Neigungslehrkräfte in der Grundschule.
  • Unterstützung der Netzwerkbildung von Fortbildungsanbietern (z.B. Landesmusikakademie, Musikverbände).
  • Schaffung von Angeboten für die Nutzung und unterrichtliche Anwendung digitaler Lehr- und Lernmittel.

Förderung der instrumentalen Amateurmusik ausbauen

Der Landesmusikrat Berlin fordert für die instrumentale Amateurmusik:

  • Ausbau der strukturellen Förderung freier Instrumentalensembles der Amateurszene
  • Stärkung des Bereichs Instrumentale Amateurmusik beim Landesmusikrat Berlin (Entwicklung von Konzepten, Verwaltung von Fördermitteln, sowie die Vernetzungs- und Fortbildungsarbeit der     instrumentalen Amateurensembles)
  • Kostenfreier Zugang zu öffentlichen Räumen für Amateurmusikensembles vergleichbar dem Sport (vgl. Sportfördergesetz)
  • Gremienbeteiligung vergleichbar dem Sport bei Stadtentwicklungsplanung sowie Schulneubau (vgl. Sportfördergesetz)

Öffentliche Musikschulen zukunftsfähig machen!
Der Landesmusikrat Berlin fordert für die öffentlichen Musikschulen:

  • Mindestens 9 volle Stellen pro Musikschule für musikpädagogisches Management
  • Festanstellungen für Musikschullehrkräfte
  • Bessere soziale Absicherung für die freien Honorarkräfte an den Musikschulen
  • Mehr Räume für Musikunterricht und Musikschulen 

Kultur.Fördern.Gesetz

Ohne Kultur keine Gesellschaft. Wir brauchen ein Kulturfördergesetz für Berlin!

Abgeleitet aus Art. 20. Absatz 2 der Landesverfassung soll der gesellschaftliche Stellenwert von Kunst und Kultur in einem Gesetz ausgestaltet werden. Verbunden ist damit das Ziel der Herstellung stärkerer Transparenz, Verlässlichkeit und Beteiligung durch einen regelmäßigen und verbindlichen öffentlichen und parlamentarischen Diskurs über Kunst und Kultur.

Ein Klares Bekenntnis zur Kultur in den kommenden Haushalten

Die Finanzplanungen für den Doppelhaushalt 2026/27 müssen im Kulturbereich, dem Bereich der Kulturellen Bildung sowie im Bereich der Lehrkräftebildung den gestiegenen Kosten angepasst werden.

Bildungsauftrag und Qualität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stärken

  • Auftrag zur Vermittlung von und Teilhabe an Kultur vollumfänglich wahrnehmen
  • Bildung und Kultur als eigentlichen Programmauftrag in den Mittelpunkt stellen
  • Amateurmusik und musikalische Bildung als selbstverständliche Bestandteile des Programms stärken

Digitalisierung im Kulturbereich fördern und gestalten

  • Schaffung von Förderprogrammen für die digitale Transformation des Kulturbereiches
  • Einbindung der Akteurinnen und Akteure in die Gestaltung der Transformation, damit diese fairer, transparenter und diverser wird

Förderung für den Landesmusikrat Berlin und seine Projekte

  • Sichere und nachhaltige Finanzierung des Landesmusikrats Berlin e.V.
  • Eigene, auskömmlich finanzierte Haushaltstitel für Projekte wie Jugend musiziert Berlin und die Landesjugendensembles.

Wahlprüfsteine

Fassung vom 19. März 2026
Redaktionelle Änderungen vorbehalten

  1. Clubs stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck zum Beispiel durch gestiegene Grundsteuern. Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei zur finanziellen Entlastung von Clubbetrieben?

  2. Bei städtebaulichen Großprojekten – wie am RAW-Gelände oder beim Hotelbau neben dem about blank – geraten die Interessen von Clubs und Kulturorten häufig in Konflikten zwischen Bezirk, Land und privaten Entwickler*innen unter die Räder. Wie wird Ihre Partei sicherstellen, dass Clubkultur bei solchen Entwicklungen frühzeitig einbezogen wird und ihre Interessen gewahrt bleiben?

  3. Clubs gelten bundesrechtlich weiterhin als Vergnügungsstätten, nicht als Kulturstätten mit weitreichenden Folgen für Baurecht, Lärmschutz und Förderung. Welche Schritte plant Ihre Partei auf Landes- und Bundesebene, um die Anerkennung von Clubs als Kulturorte voranzutreiben?

  4. Wie wird Ihre Partei eine verlässliche und langfristige Förderstruktur für Clubs und Musikspielstätten etablieren, die über projektbezogene Einzelmaßnahmen hinausgeht und Planungssicherheit schafft?

  5. Wie will Ihre Partei kurzfristig bedrohte Clubs und Kulturorte unterstützen, wenn sie durch plötzliche Kostensteigerungen, baurechtliche Konflikte oder Verdrängung existenziell gefährdet sind?

  6. Wie wird Ihre Partei sicherstellen, dass landeseigene Immobilien und Flächen auch in Zusammenarbeit mit privaten Eigentümer*innen systematisch für Clubkultur aktiviert werden?

  7. Barrierefreiheit betrifft einen großen Teil der Bevölkerung wie Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen. Clubs sind oft in Altbauten oder Industriegebäuden untergebracht, wo bauliche Veränderungen teuer und komplex sind. Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um den Abbau von Barrieren in der Clubkultur finanziell zu fördern?

  8. Clubbetreiber*innen berichten von langen Bearbeitungszeiten, wechselnden Zuständigkeiten und fehlender Planungssicherheit bei Behördenprozessen. Wie wird Ihre Partei Verwaltungsprozesse für die Clubkultur beschleunigen, vereinheitlichen und verlässlicher gestalten?

  9. Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, um Genehmigungsverfahren für nicht-kommerzielle Free Open Airs rechtssicher, transparent und berlinweit einheitlich zu gestalten – und den öffentlichen Raum für kulturelle Nutzung zu öffnen?

  10. Professionelle Clubkultur erfordert kontinuierliche Qualifizierung von Nachwuchs- und Künstler*innenförderung über Antidiskriminierung bis zur Awareness-Arbeit. Wie wird Ihre Partei die Zugänglichkeit und Finanzierung von Weiterbildungsangeboten für die Clubkultur langfristig sichern?

Wahlprüfsteine für die Berliner Literatur zur Abgeordnetenhauswahl 2026

  1. 3% für Kultur

Eine Mehrheit der Berliner Bevölkerung unterstützt die öffentliche Förderung von Kultur.* Dennoch wurde genau diese Förderung im Berliner Haushalt auf unter 2 % des Gesamtbudgets gekürzt. Die Wichtigkeit der Kultur für Bildung, Wohlbefinden, Gesundheit und Tourismus muss durch einen Anstieg des Prozentsatzes im Gesamthaushalt für den Bereich auf mindestens 3 % untermauert werden.

Stimmen Sie dieser Forderung zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was ist Ihre Position zur Wichtigkeit der Kultur und deren Anteil am Gesamthaushalt?

  1. Arbeitsstipendien für Literatur

In Berlin leben geschätzte 10.000 Autor*innen und Übersetzer*innen, die in einer großen Bandbreite von Sprachen arbeiten. Eine wichtige Stütze ihrer Arbeit in Zeiten schwindender Verlagsvorschüsse sind Arbeitsstipendien**. Allerdings wurde die Höhe der von Berlin vergebenen Schreibstipendien seit mindestens zehn Jahren nicht an die Inflation angepasst. Die monatliche Rate muss von € 2.000 auf € 2.500 erhöht werden. Außerdem bedarf es eine Aufstockung der Gesamtzahl der Stipendien für Autor*innen und Übersetzer*innen, sodass eine Förderquote von mindestens 10 % erreicht wird. 

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um die Lage der Berliner Schreibenden und Übersetzenden zu verbessern?

  1. Ausweitung der Stipendien

Der Poetry Slam im deutschsprachigen Raum wurde 2016 als immaterielles Erbe der UNESCO

anerkannt – das ist einmalig weltweit. Gebärdensprachpoesie erlebt einen Boom, wird aber bis dato weder gewürdigt noch gefördert. Performativ arbeitende Literaturmenschen sollen auf sie zugeschnittene Arbeitsstipendien erhalten. Auch Newcomer*innen in der Literatur sollen eine Chance auf Förderungen bekommen, und zwar durch Stipendien, die extra für sie ausgeschrieben werden.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um die Vielfalt der Berliner Literaturszene zu unterstützen?

  1. Basisförderung für literarische Präsentationsorte

Literaturveranstalter*innen mit fester Vereinsstruktur, die seit Jahren kontinuierliches Programm

anbieten und/oder der freien Literaturszene eine räumliche bzw. organisatorische Infrastruktur zur Verfügung stellen, benötigen bedarfsgerechte Förderungen, die angesichts horrender

Preissteigerungen zur Sicherung etablierter Literaturprogramme, Vereine und Initiativen beitragen. So können sie – analog zum Bereich Darstellende Künste/Tanz – ihre wichtige Arbeit mehrere Jahre im Voraus sichern und sich auf ihre innovativen Programme konzentrieren.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um Kontinuität und Qualität der freien Literaturveranstaltungen in Berlin zu sichern?

  1. Aufstockung der Gelder für Literaturinstitutionen in Berlin

Durch die Kürzungen seit 2024 wurden die Literaturhäuser und andere literarische Institutionen*** gezwungen, ihre Programme zu verkleinern. Dabei sind auch sie sowohl eine wichtige Stütze für Schreibende in der Stadt als auch zentrale Orte für an Literatur interessiertes Publikum. Allein um die bisherigen Einsparungen, die Inflationsrate und weitere Kostensteigerungen zu kompensieren muss die Förderung durch das Land Berlin in den kommenden Haushaltsjahren um mindestens 8% angehoben werden. Nur mit wirtschaftlicher Stabilität und einem soliden Programmetat können die Literatureinrichtungen als offene Orte der Meinungs- und Kunstfreiheit weiterhin demokratische Teilhabe und Leseförderung für die gesamte Breite der Bevölkerung anbieten.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?
Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um das Überleben der Berliner Literaturinstitutionen zu sichern?

  1. Koordinierungsstelle Literatur

Um die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteur*innen der Berliner Literaturlandschaft zu stärken, braucht es eine Koordinationsstelle, etwa nach dem Modell eines “Literaturbüros”. Damit wird die bestehende Struktur weiter professionalisiert und gesichert sowie darüber hinaus eine zentrale Öffentlichkeitsarbeit für die Sichtbarkeit der Literatur in Berlin ermöglicht. 

Stimmen Sie dieser Forderung zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um die Präsenz der Literatur in der Berliner Kulturlandschaft zu stärken?

  1. Räume für Literaturarbeit

Unter dem Druck des Immobilienmarktes wünschen sich viele Schreibende und Übersetzende bezahlbare feste oder temporäre Räume, in denen sie arbeiten können. Ab 2030 schließt die Staatsbibliothek West für elf Jahre, womit zahlreiche Menschen keinen Ort mehr haben, an dem sie außerhalb der eigenen Wohnung schreiben können. Das Arbeitsraumprogramm für die freie Szene muss unbedingt wieder ausgeweitet werden und bis spätestens 2030 müssen temporäre Raumangebote für die Literatur bestehen. 

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um Räume für die Literatur zu eröffnen?

  1. Literaturschaffende mit Behinderung im Fokus

Wir fordern ein Budget für Maßnahmen zur sprachlichen wie materiellen Barrierefreiheit von

Vorhaben der freien Literaturszene mit dem Ziel eines inklusiven gesellschaftlichen Zusammenhalts. Hierzu gehören: Geld für die Umsetzung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes seitens der Akteur*innen, technische Umsetzung von Homepages und Bildbeschreibung, Anpassung an die Veranstaltungstechnik, Einführung der oben genannten Arbeitsstipendien für Gebärdensprachpoesie. Das soll kein weiteres Antragsverfahren werden, sondern diese Maßnahmen werden in die regulären Förderinstrumenten integriert.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?
Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun, um Literaturschaffenden mit Behinderung den Weg zu ebnen?

*Laut IKTf-Studie “Kulturelle Teilhabe in Berlin 2025”: 89 % der Befragten stimmten der Aussage „Klassische Kulturangebote sollten mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden” zu. 97 % waren der Meinung, „Klassische Kulturangebote sollten für kommende Generationen erhalten bleiben”.

**Für Autor*innen, die auf Deutsch oder in anderen Sprachen arbeiten, und für Übersetzer*innen mit allen Sprachkombinationen

***Haus für Poesie, LesArt, Literarisches Colloquium Berlin, Literaturforum im Brecht-Haus, Literaturhaus Berlin

Wahlprüfstein 1: Strukturelle Stärkung des Tanzes
Strukturell gliedert sich die Sparte Tanz in Berlin wie folgt auf: 1. in vier institutionell geförderte Compagnien mit eigenen künstlerischen Handschriften (darunter das Staatsballett Berlin als Teil der Stiftung Oper ohne eigene Bühne), 2. in eine zwar breite, aber sehr fragil aufgestellte dezentrale Infrastruktur der Produktionsorte und Spielstätten, die weitgehend privatwirtschaftlich organisiert ist, 3. in eine 2500 Akteur*innen starke Künstler*innenschaft, von denen 2300 als Soloselbstständige unter hoch prekären Arbeitsbedingungen die künstlerische Vielfalt des Tanzes in Berlin prägen. Ca. 1800 Vorstellungen zählt der Berliner Tanzkalender pro Jahr, der enorme Output so-wie die ästhetische und künstlerische Diversität der Berliner Tanzkünstler*innen strahlen durch unzählige nationale und internationale Gastspiele weit über die Hauptstadt hinaus und gelten welt-weit als einmalig.
Wie viel aber ist der Tanz der Stadt Berlin wert? Die Förderung des Tanzes mit all seinen Künstler*innen und Einrichtungen nimmt im Berliner Kulturhaushalt 3% ein, in der Maßnahmengruppe der Darstellenden Künste MG 02 „Bühne/Tanz“ ist der Tanz neben den beiden weiteren (Bühnen-)Sparten Theater und Oper mit ca. 9% deutlich unterrepräsentiert. Der Tanz in Berlin ist nicht institutionalisiert und kämpft seit Jahrzehnten um die Auflösung dieses strukturellen Defizits.

Inwieweit setzt sich Ihre Partei für die Behebung des strukturellen Defizits im Tanz ein? Mit welchen Maßnahmen plant Ihre Partei, den Tanz zu stärken und seine unzureichende Finanzierung im Kulturhaushalt auszugleichen
Inwieweit setzt sich Ihre Partei für den Erhalt der einmaligen dezentralen Struktur Berliner Tanzorte ein und macht sich gleichzeitig stark für das seit Jahrzehnten geforderte – und seit dem Runden Tisch mit Konzeptpapieren konkretisierte – Vorhaben eines Berliner Hauses für Tanz und Choreografie inklusive TanzArchiv und Tanzvermittlungszentrum?
Der Tanz ist als Raumkunst auf bezahlbare, temporär wie langfristig anzumietende Arbeits-räume angewiesen. Welche Arbeitsraumpolitik verfolgt Ihre Partei? Über die Standortsicherung hinaus, wie stellen Sie den Ausbau des Arbeitsraumprogramms sicher?

Wahlprüfstein 2: Sicherung des künstlerischen Arbeitens
Kulturförderung hat die Aufgabe, professionelles künstlerisches Arbeiten als vollständige Erwerbsbiographie über alle Altersstufen hinweg anzuerkennen. Dies bedeutet, Arbeit an den Institutionen wie in der Freien Szene gleichermaßen als Teile der professionellen Kulturlandschaft zu honorieren, den Bedarfen in den unterschiedlichen Karrierestufen gerecht zu werden, den Über-gang der Künstler*innen in das und aus dem Berufsfeld strukturell abzusichern und zu begleiten und kontinuierliches, professionelles Arbeiten zu sichern.

Angesichts von durchschnittlich ca. 12.000 € Jahresbruttoeinkommen im Tanz, welches Modell zu sozialen Mindeststandards / zur sozialen Absicherung von freischaffenden Choreo-graf*innen und Tänzer*innen verfolgt Ihre Partei?
Wie würde Ihre Partei sich dafür einsetzen, ein Modell zur sozialen Absicherung von Künstler*innen (Beispiele aus Irland, Frankreich, Belgien) auch in der Bundesgesetzgebung zu verankern?
Im November 2025 hat der BFDK die Empfehlungen der Honoraruntergrenze für freischaffen-de Künstler*innen in Anlehnung an die angehobenen Mindestgagen im NV Bühne erhöht. Wie stellt Ihre Partei eine faire Entlohnung für professionelle künstlerische und kulturelle Arbeit in den Darstellenden Künsten auch über diese Mindeststandards hinaus sicher, in der die Absicherung von Lebensrealitäten wie Krankheit, Elternschaft, Care-Arbeit, Berufsunfähigkeit, das Risiko von Altersarmut als Teil der Kulturförderung mitgedacht wird?
Wie würde Ihre Partei ein dynamisches Fördersystem konzipieren, das auf schwankende Entwicklungen von Inflation, Mietsteigerung, Tarifentwicklung etc. z. B. durch dynamische Indexierung von Fördertöpfen/Zuwendungen reagiert (Kopplung von Mindesthonoraren an Tarifentwicklung, Indexierung von Sachkosten / Mietpreisanpassung)?

Wahlprüfstein 3: Distribution & Sichtbarmachung des Tanzes
(Inter)nationale Gastspiele und Vernetzung stellen ein wichtiges Standbein für die wirtschaftliche Unabhängigkeit und Entwicklung von Compagnien und freien Choreograf*innen dar. Das Ende des Distributionsfonds (Maßnahme aus dem Runden Tisch Tanz) zur Unterstützung von Künst-ler*innen in der inter-/nationalen Vernetzung und Akquise, die Streichung des Förderinstruments Reisekostenzuschüsse für Auslandsvorhaben sowie das Aus der Onlineplattform www.tanzforumberlin.de, die ein wichtiger Motor der Vermarktung von Berliner Künstler*innen war, schaden der Branche massiv.

Mit welchen Maßnahmen stellen Sie sicher, dass der Tanz/die Darstellenden Künste jenseits der üblichen projektgeförderten 2-4 Vorstellungen nachhaltig produzieren und sichtbar in der Stadt Berlin wirken kann?
Mit welchen Maßnahmen stellen Sie sicher, dass der Tanz aus Berlin sein weltweites Renommee halten und inter-/national ausstrahlen kann?
Wie sichern Sie zukünftig die Sichtbarmachung des Tanzes aus Berlin analog und digital?

Wahlprüfstein 4: Transparenz
Die Kunst- und Kulturszene ist im Zuge von Fördermittelaffären und versuchter oder tatsächlicher Einflussnahme durch die Politik an Kulturprogrammen auf Landes- und Bundeseben stark verunsichert.

Wie setzt sich Ihre Partei weiterhin für die Kunstfreiheit ein und stellt die Umsetzung des Artikels 5 des Grundgesetzes sicher? Welche Strategien sehen Sie im Zusammenschluss der demokratischen Parteien im bestehenden Kulturkampf von rechts?
Wie stellen Sie sicher, dass politische Einflussnahme auf Kunst- und Förderprogramme verhindert wird?
Wie unterstützen Sie die Kulturverwaltung, jurierte Verfahren umzusetzen und vor politischer Einflussnahme zu schützen?
Wie stellen Sie die Verbindlichkeit von partizipativen Prozessen und ihren Gutachten wie dem Runden Tisch Tanz sicher?

Wahlprüfstein 5: Diversität
Der Tanz mit seinen Akteur*innen ist in seiner Vielfältigkeit wie kein anderes Genre ein Spiegelbild der Stadtgesellschaft. Mit Pilotprojekten wie dem mittlerweile bundesweiten Netzwerk MAKING A DIFFERENCE und dem aus dem Runden Tisch Tanz hervorgegangenen Programm IMPACT-Förderung hat er in den letzten Jahren wegweisende Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und Möglichkeiten der Teilhabe in der Kunst hervorgebracht.

Wie wollen Sie nachhaltige Konzepte für den Abbau von Barrieren umsetzen? Welche Rolle spielen für sie dabei Programme wie MAKING A DIFFERENCE und die IMPACT-Förderung?
Wie sorgt Ihre Partei dafür, dass sich die Vielfalt der Stadtgesellschaft in der Kulturförderlandschaft abbildet?

Wahlprüfstein 6: Verbindlichkeiten für die Berliner Kunst und Kultur

Wie würde sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Punkte 1-5 rechtlich verbindlich im Rahmen eines Kulturfördergesetzes zu implementieren? In welcher Zeitschiene innerhalb der nächsten Legislatur und mit welchem Verfahren planen Sie die Implementierung des Kulturfördergesetzes?
Ursprünglich war die City Tax als Kulturabgabe geplant: 100% für Kultur und davon 50% für die freie Szene. Wie würde sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Punkte 1-5 finanziell durch eine deutliche Anhebung des Kultursatzes der City Tax abzusichern?
Sind sie der Meinung, dass der Kulturbereich seiner Bedeutung für Berlin entsprechend vom Sondervermögen des Bundes profitieren sollte und welche Maßnahmen erachten sie in diesem Zusammenhang über die bereits getroffenen Schwerpunktsetzungen hinaus für sinnvoll?

Wahlprüfsteine der Initiative Kulturelle Bildung Stärken!
15.4.2026

  1.  Thema: Strukturen und Programme stärken und ausbauen.

Nur durch Erhalt und Stärkung bewährter Strukturen können die bestehenden und neu entstehenden Programme der Kulturellen Bildung weiterhin einen wichtigen Beitrag für eine offene, inklusive und lebendige Stadtgesellschaft leisten, in der Kinder und Jugendliche Zugang zu kultureller Bildung leisten.

Die Angebote der Kulturellen Bildung tragen wesentlich zur gesellschaftlichen Vielfalt bei, fördern multimodale Bildungszugänge und ganzheitliches Lernen. Zudem übernehmen sie eine wesentliche Brückenfunktion zwischen Institutionen aus den Bereichen Bildung und Kultur und erfüllen zentrale Querschnittsaufgaben, die im Rahmenkonzept Kulturelle Bildung formuliert sind.

 

à Wie wollen Sie dazu beitragen, dass die Programme der Kulturellen Bildung und deren vielfältiges Angebot in der jetzigen Form stabilisiert und ausgebaut werden? Wie werden Sie für eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung sowie verbindliche Förderstandards sorgen?

 

à Stehen Sie dafür ein, die im reformierten Zuwendungsrecht angelegte Möglichkeit für mehrjährige und nachhaltige Förderung auch für die Kulturellen Bildung zu nutzen sowie erfolgreiche Projekte über Regelfinanzierung zu verstetigen?“

 

 

2. Thema: Berliner Runder Tisch Kulturelle Bildung BeRuTiKuBi

Die Initiative Kulturelle Bildung Stärken! lädt seit Oktober 2024 zum Berliner Runden Tisch Kulturelle Bildung in Kita und Schule (BeRuTiKuBi) ein. Es hat sich gezeigt, dass ein richtungsweisender ressortübergreifender Austausch der Verantwortlichen aus Senatsverwaltung, bildungs- und kulturpolitischen Fachpolitiker*innen aus den verschieden Parteien zusammen mit den Akteur*innen aus dem Handlungsfeld geführt werden muss, um voneinander zu wissen, Herausforderungen zu bündeln und in einer gemeinsamen Strategie anzugehen. 

 

à Werden Sie sich dafür einsetzen, dass dieser wichtige Prozess des Berliner Runden Tisches Kulturelle Bildung fortgeführt und mit Ressourcen unterstützt wird? In welcher Form werden Sie diesem Gremium für den Austausch und für die fachliche Begleitung zur Verfügung stehen? Wie werden Sie darüber hinaus die ressortübergreifende, fachspezifische Zusammenarbeit sicherstellen, um beispielsweise die beim BeRuTiKuBi entstandenen Empfehlungen weiterzuentwickeln?

 

à Inwieweit werden Sie die vom BeRuTiKuBi ausgesprochenen Empfehlungen in Ihre eigene politische Agenda aufnehmen?“ (siehe hierzu: https://inkubi.berlin/kategorie/empfehlung/)   

 

 

3. Thema: Weiterbildung von Pädagog*innen und Kulturschaffenden

Eine zentrale Handlungsempfehlung der Initiative Kulturelle Bildung Stärken! ist es, Qualifizierungs- und Professionalisierungsangebote für Pädagog*innen und Kulturschaffende, die im Bereich der Kulturellen Bildung tätig sind, anzubieten.

Ziele:

 – Pädagog*innen und Leitungen an Berliner Schulen und Kitas dafür zu mandatieren und zu qualifizieren, kulturelle Bildungsangebote von Kulturschaffenden am eigenen Bildungsort zu initiieren, Angebote aufzunehmen und deren Umsetzung regelmäßig zu überprüfen.

– ein Fundament dafür zu schaffen, dass Angebote der Kulturellen Bildung in Schulen und Kitas künftig verbindlich als Tandem-Angebote von Pädagog*innen und Kulturschaffenden durchgeführt werden, wie es das Rahmenkonzept Kulturelle Bildung und das Berliner Tandem-Modell vorsieht (siehe hierzu: https://www.berlin.de/sen/bildung/unterricht/kulturelle-bildung/).

 

à Wie sehen Ihre Pläne hinsichtlich der Professionalisierung und Qualifizierung von Fachpersonal für die Kulturelle Bildung an Schulen und Kitas aus?

 

à Können Sie skizzieren, in welcher Form Sie sich für einen Ort einsetzen, an dem Professionalisierung und Qualifizierung gebündelt werden? Welche Rolle spielen BLIQ und SFBB dabei?

 

 

4. Thema: Rechtsanspruch

Die Initiative Kulturelle Bildung Stärken! empfiehlt einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Kulturelle Bildung für alle jungen Menschen in Berlin.

Gerade im Kontext ganztägiger Bildung mit langer Verweildauer von Kindern und Jugendlichen in Institutionen ist dies besonders wichtig um kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.

 

à  Wie wollen Sie Kulturelle Bildung an Berliner Kitas und Schulen dauerhaft strukturell verankern?

 

à Wie werden Sie Träger der freien Jugendhilfe bzw. Programmträger wie uns unterstützen, die Berliner Ganztagsschulen bei diesem Prozess zu begleiten?

 

à Wie werden Sie sicherstellen, dass die Berliner Kita- und Schulaufsicht Kulturelle Bildung fest in ihre Begleitung aufnimmt, um die Verankerung von Kultureller Bildung an Kitas und Schulen dauerhaft zu gewährleisten?

 

Berlin, 20. April 2026
Wahlprüfsteine des Arbeitskreises Berliner Kinder- und Jugendtheater zur Wahl des
20. Berliner Abgeordnetenhaus 2026

Sehr geehrte Kandidat*innen, liebe Parteien,
in den letzten Jahren haben wir wahrgenommen, dass von allen demokratischen Parteien ein
kulturpolitischer Schwerpunkt auf die Stärkung des Kinder- und Jugendtheaters begrüßt wurde. Die
aktuelle Landesregierung hatte sich diesen Schwerpunkt in die Koalitionsvereinbarung geschrieben.
Wir freuen uns auf Ihre Antworten auf die Wahlprüfsteine für die kommende Wahl des Berliner
Abgeordnetenhauses!

1. Welche Gewichtung geben Sie Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche in Ihrer Kulturpolitik?
Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht die Kinder- und Jugendtheater im Verhältnis zum Theater für
erwachsenes Publikum?

2. Teilhabe an Kultur ist ein Kinderrecht. Gerade das Kinder- und Jugendtheater hat das Potenzial,
trotz bestehender geografischer, finanzieller, schulstruktureller und personenbezogener
Barrieren alle jungen Menschen dieser Stadt zu erreichen und ihnen einen Zugang zu Kultur zu
ermöglichen. Welche kulturpolitischen Ansätze verfolgen Sie, dieses Potenzial stärker
auszuschöpfen und Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen zu gewährleisten?

3. Kulturförderung für freie Gruppen zielt hauptsächlich auf Neuproduktionen ab. In den Jury-
Entscheidungen sind Projekte und in den Jurys Expert*innen des Kinder- und Jugendtheaters
deutlich unterrepräsentiert. Wie wollen Sie die daraus resultierende Förderlücke schließen?

4. Vor allem Gruppen können jedoch unter den aktuellen finanziellen Bedingungen kein Repertoire
aufrechterhalten, solange Vorstellungsförderung kein Teil der Fördersysteme ist. Mit welchen
Strategien werden Sie die nachhaltige Sicherung des Repertoires in Zukunft gewährleisten?

5. Trotz hoher künstlerischer Qualität und sehr guten Besuchszahlen sind viele Kinder- und
Jugendtheaterschaffende prekär beschäftigt. Steigende Lohnkosten, sinkende
Wettbewerbsfähigkeit aufgrund eines geringeren Lohnniveaus und ohnehin überstrapazierte
Personalressourcen machen es den Kinder- und Jugendtheatern schwer, Künstler*innen und
Personal an sich zu binden. Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie dieser Entwicklung
entgegenwirken?

6. Wie möchten Sie sicherstellen, dass die Belange des jungen Publikums und die der Kinder- und
Jugendtheater angemessen in kultur-, bildungs- und sozialpolitischen Entscheidungen sowie in der
nachgeordneten Verwaltung berücksichtigt werden?

7. Bereits jetzt ist klar, dass Berlin aufgrund seiner hohen Verschuldung und nicht steigenden
Steuereinnahmen ab 2027/2028 erneut vor Haushaltskonsolidierungen in Milliardenhöhe steht. Wie
will Ihre Partei sicherstellen, dass es nicht erneut zu massiven Sparmaßnahmen im Kulturbereich
und insbesondere im Bereich der Angebote für Kinder und Jugendliche kommt?

Wahlprüfsteine des Rats für die Künste Berlin 2026

  1. Kulturpolitische Leitlinien
  • Wie wollen Sie die öffentliche Förderung von Kunst und Kultur langfristig sichern und an steigende Kosten (Inflation, Energie, Mieten) anpassen?
  • Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um den Zugang zu kulturellen Angeboten für marginalisierte Bevölkerungsgruppen zu verbessern?
  • Wie möchten Sie die soziale Absicherung und faire Bezahlung von Künstler*innen und Akteur*innen der Berliner Kulturlandschaft stärken?
  • Welche Strategien verfolgen Sie zum Erhalt und zur Weiterentwicklung von Kulturinstitutionen, freien Kulturorten und Orten der Urbane Praxis – insbesondere auch außerhalb der innerstädtischen Zentren?
  • Wie stellen Sie sicher, dass die Freiheit der Kunst geschützt bleibt und gleichzeitig kulturelle Vielfalt gefördert wird?
  • Was sind aus Ihrer Sicht die besonderen Qualitäten der Berliner Kunst- und Kulturszene?
  • Welche drei kulturpolitischen Prioritäten setzen Sie für die Berliner Kunst- und Kulturszene in der kommenden Legislaturperiode? 
  • Welche konkreten kulturpolitischen Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um diese Ziele zu erreichen?
  • Welche Rolle spielt Kulturpolitik Ihrer Ansicht nach für die Stärkung einer offenen und demokratischen Gesellschaft?
  • Wie wollen Sie langfristige Planungssicherheit für Kulturinstitutionen und freie Akteur*innen gewährleisten?
  • Wie wollen Sie durch ressortübergreifende Zusammenarbeit interdisziplinäre Programme an der Schnittstelle von Kunst und Bildung, Kunst und Wissenschaft oder Kunst und Stadtentwicklung sowie Kunst und Kreativwirtschaft langfristig sichern und stärken?
  • Wie schätzen Sie die konkrete Umsetzung eines Kulturfördergesetzes innerhalb der kommenden Legislaturperiode ein und wie stehen Sie zu der Forderung, darin einen Mindestprozentsatz für den jährlichen Kulturetat von 3% vom Gesamthaushalt festzulegen?
  1. Kunstfreiheit und kulturpolitische Governance

Die Freiheit der Kunst ist in Artikel 5 Abs. 3 des Grundgesetzes als Grundrecht geschützt. Kunst und Kultur spielen eine zentrale Rolle für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Gleichzeitig stehen kulturelle Institutionen und künstlerische Praxis bundesweit zunehmend im Spannungsfeld politischer Auseinandersetzungen. Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie um Stellungnahme zu folgenden Fragen: 

  • Wie wollen Sie das Grundrecht auf Kunstfreiheit schützen und Einschränkungen durch Förderpraxis und/oder politische Einflussnahme verhindern?
  • Welche Maßnahmen halten Sie für geeignet, um dem sogenannten „Kulturkampf’, der Kunst und Kultur instrumentalisiert und zum Feld elementarer Auseinandersetzung macht, etwas entgegenzusetzen?

Eine verlässliche Kulturpolitik setzt transparente Entscheidungsprozesse, eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Kulturszene und effizientes Regierungshandeln voraus. Zuletzt kam es jedoch zu einem erheblichen Vertrauensverlust der Berliner Kulturszene in die Kulturpolitik. 

  • Welche konkreten Schritte planen Sie, um das Vertrauen wiederherzustellen und eine langfristig verlässliche Zusammenarbeit zu ermöglichen?
  • Welche Formen der strukturierten Beteiligung der Kulturszene an kulturpolitischen Entscheidungsprozessen, insbesondere auch von Akteur*innen der Freien Szene, halten Sie für sinnvoll?
  1. Freie Szene

Die Freie Szene ist ein zentraler Bestandteil der Berliner Kulturlandschaft und ihr Impulsgeber. Die selbständig produzierenden Künstler*innen aller Sparten arbeiten inhaltlich, methodisch und strukturell unabhängig. Die Kunst der Freien Szene entsteht an wechselnden Orten und in wechselnden Konstellationen, sowohl außerhalb als auch in den Institutionen, mit denen sie ein kulturelles Ökosystem bildet. Die Mittel aus dem Kulturhaushalt gehen jedoch mehrheitlich in die vom Land Berlin geförderten Kunstinstitutionen.

Die vom Senat eingesetzten Fachjurys beurteilen die bereitgestellten Fördermittel regelmäßig als zu gering, um faire Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, die Betriebe nachhaltig weiterzuentwickeln und die künstlerische Qualität zu sichern. Die Situation hat sich zuletzt jedoch nicht konsolidiert, sondern weiter zugespitzt. So wurde auch der Fonds für Ausstellungsvergütung in 2026 von ursprünglich 650.000 auf 500.000 Euro gekürzt. Daher ist es von besonderer Bedeutung, die Arbeitsbedingungen der Freien Szene strukturell zu verbessern und sie nachhaltig zu stärken. Dazu gehören angesichts der Inflation Tarifanpassungen für angestellte Mitarbeitende ebenso wie eine Anhebung von Mindesthonoraren und der Honoraruntergrenzen für freiberuflich tätige Künstler*innen.

  • Wie stellen Sie langfristig sicher, dass in der Freien Szene auskömmliche Mindesthonorare gezahlt und die empfohlenen Honoraruntergrenzen eingehalten werden können – und zwar ohne dass die Anzahl der geförderten Projekte sinkt und Anpassungen der Honorare auf Kosten der Produktvielfalt und -dichte gehen?
  • Welche Maßnahmen planen Sie, um Förderstrukturen der Freien Szene – auch in Krisenzeiten – zu stabilisieren bzw. weiterzuentwickeln?
  • Wie wollen Sie gewährleisten, dass Inklusion, Diversität und der Abbau von Barrieren auch bei begrenzten Projektbudgets in der Freien Szene realistisch umgesetzt werden können?
  1. Kunst im Stadtraum

Die Landesregierung hat die Mittel für Kunst im Stadtraum um 66 Prozent auf nur noch 125.000 Euro im Jahr gekürzt. Durch die Kürzungen ist auch das seit Ende der 1980er Jahre im damaligen Ost-Berlin begonnene Projekt von Kunst auf den Berliner U-Bahnhöfen Kunst im Untergrund gefährdet und kann wegen gekürzter Mittel nicht weiter fortgeführt werden. Die Landesregierung hat mit dem Haushalt 2026/2027 zudem die Mittel für Bezirkliche kulturelle Projekte im Stadtraum komplett gestrichen, was einen Verlust von 500.000 Euro für die Kultur im öffentlichen Raum in den Berliner Bezirken darstellt. 

  • Welchen jährlichen Mittelansatz für Kunst im Stadtraum halten Sie für eine Bundeshauptstadt wie Berlin für angemessen und was werden Sie unternehmen, um diese Mittel zu erhöhen?
  • Welche Bedeutung nehmen aus Ihrer Sicht die Berliner Bezirke für die Kunst im Stadtraum ein und wie möchten Sie die Kunst im Stadtraum auf bezirklicher Ebene stärken?
  • Wollen Sie das Projekt „Kunst im Untergrund“ sichern?

Der Beratungsausschuss Kunst (BAK) ist das höchste Beratungsgremium für die Bildende Kunst im Land Berlin. Seit Juli 2024 fand keine Neuberufung des Ausschusses statt, da diese an die noch ausstehende Fortschreibung der Anweisung Bau gebunden wurde.

  • Wie bewerten Sie die Aussetzung der Arbeit des Beratungsausschusses und wie gedenken Sie diesen wieder einzusetzen?
  1. Erhalt und Sicherung von Räumen für Produktion und Präsentation / Stadtentwicklung

Ohne Räume keine Künste. Die Ressource Raum ist die zentrale Grundlage für die Produktion, Präsentation und damit die Existenz aller Formen der Künste. In Berlin als Stadt mit der weltweit zweithöchsten Künstler*innendichte galt der Zugang zu Räumen lange Zeit als gesichert. Kulturinstitutionen, Werkstätten, Bühnen sind Ausgangspunkte für Karrieren, Netzwerkstellen für den Kiez und vieles mehr. Es sind Lebensadern in Kiezen entstanden, die nun fest verwurzelt im Stadtbild sind und das weltweite Narrativ Berlins als Kulturhauptstadt maßgeblich prägen.

Die Folgen des Nachtragshaushaltes 2025 sowie die absehbaren Auswirkungen des Doppelhaushaltes 2026/2027 auf die Ressource Raum stellen eine Zäsur in der Geschichte der Berliner Kulturförderung dar. Allein beim Arbeitsraumprogramm (Haushaltstitel 68615 und 89110) wurden über 23 Millionen Euro gestrichen, was eine messbare Anzahl von Künstler*innen bereits dazu gezwungen hat, ihren Beruf aufzugeben oder sogar die Stadt zu verlassen.

Der erstmals in 2021 aufgelegte Berliner Projektfonds Urbane Praxis (BPUP) hatte eine wichtige Funktion für die Stärkung der Szene der Urbanen Praxis an der Schnittstelle von Kunst, Stadtentwicklung, Bildung und Sozialem. Die Zuwendungen für den BPUP wurden in 2024/25 um knapp 1 Mio. € gekürzt. Der BPUP als innovatives und aktivierendes Instrument der Kulturellen Stadtentwicklung in Berlin wird dadurch auf die rein administrative Fördermittelvergabe reduziert.

 

  • Wie wollen Sie vor dem Hintergrund von gekürzten Fördermitteln, steigenden Gewerbemieten und unverändertem Einkommen von Künstler*innen gewährleisten, dass in Berlin auch künftig ausreichend bezahlbare Arbeitsräume gesichert und neu geschaffen werden? (Bitte antworten Sie sowohl aus haushaltspolitischer als auch aus kulturpolitischer Sicht.)
  • Welche haushaltspolitischen Maßnahmen planen Sie, um langfristige Verlängerung von Mietverträgen (mit Laufzeiten von mindestens fünf Jahren) wieder zu ermöglichen? Bitte führen Sie aus, ob und wie Sie die Freigabe mehrjähriger finanzieller Bindungen unterstützen und mit welchen weiteren Instrumenten Sie eine langfristige Sicherung bestehender Standorte gewährleisten wollen.

 

  • Wie wollen Sie gewährleisten, dass die geförderten Arbeitsräume im Arbeitsraumprogramm in voller Zahl erhalten werden und dies notwendigerweise zu den Konditionen der bisherigen Fördermieten?
  • Welchen Beitrag wollen Sie zukünftig dazu leisten, dass die Kunstproduktion auch im Rahmen der Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung Unterstützung erfährt?
  • Welchen Stellenwert messen Sie der Szene der Urbanen Praxis bei und wie wollen Sie deren ressortübergreifende Finanzierung zukünftig gewährleisten?

 

  1. Diversität & Inklusion & Teilhabe

Mit der Gründung von Diversity Arts Culture (DAC) im Jahr 2017 wurde für den Berliner Kulturbetrieb eine zentrale Beratungs- und Qualifizierungsstelle geschaffen, die in den vergangenen Jahren zentrale Leitlinien und Handlungsempfehlungen zu Verankerung von Diversität und Barrierefreiheit in Kulturverwaltung, Förderung und Kultureinrichtungen erarbeitet hat. Zudem hat Berlin mit der Verabschiedung des Landesantidiskriminierungsgesetzes im Jahr 2020 grundlegende Weichen für mehr Vielfalt und Inklusion in Verwaltung, landeseigenen Stiftungen und Kultureinrichtungen gelegt.

Im Bereich der Förderprogramme wurden erste Grundlagen für mehr Teilhabe von marginalisierten Künstler*innen und Kulturakteur*innen geschaffen. Dazu gehört das Förderprogramm IMPACT, das durch die vergangenen Haushaltskürzungen um ca. 50 Prozent jedoch massiv geschwächt wurde.

 

  • Wie bilden sich Inklusion, Diversität, Antidiskriminierung in Ihrem kulturpolitischen Leitbild ab?
  • Welche politischen Ziele und Maßnahmen möchten Sie hierbei weiterverfolgen oder priorisieren?
  • Wie stellen Sie vor dem Hintergrund der jüngsten Haushaltskürzungen sicher, dass die vom Land Berlin geförderten Kultureinrichtungen die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben (PartMig, LGBG, UN-BRK, AGG und LADG) zur Barrierefreiheit, Diskriminierungsschutz und Teilhabe gewährleisten? 
  • Welche Weichenstellungen sehen Sie vor, um die Qualität der Arbeit in der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung (SKWK) bzw. Ihren Arbeitsbereichen sowie den Schutz der Mitarbeitenden zukünftig sicherzustellen und welche Maßnahmen zur Stärkung und zum Ausbau des Angebots von Diversity Arts Culture werden Sie ergreifen?  
  • Welche Pläne haben Sie für die Diversifizierung, Barrierefreiheit (Access-Kosten) und Sensibilisierung von Beiräten und Jurys?
  • Wie werden Sie die Verbesserung der vorhandenen Maßnahmen für die barrierearme Antragstellung (z.B. Initiativen wie https://access.pap-berlin.de/de) ermöglichen?
  • Planen Sie, die Access-Angebote auf alle Berliner Förderprogramme auszudehnen und das Förderprogramm IMPACT weiterzuentwickeln?

Das Institut für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf) stellt dem Berliner Kultursektor seit Jahren eine belastbare, kontinuierliche und qualitativ hochwertige Datengrundlage zur Verfügung. 

 

  • Wie wollen Sie sicherstellen, dass diese für Berlin substanziell wichtige Forschungs- und Dateninfrastruktur langfristig erhalten und weiterentwickelt wird? 
  • Inwiefern gestalten Sie auf Grundlage dieser Daten eine evidenzbasierte Kulturpolitik? 
  • Welche konkreten Strategien verfolgen Sie, um kulturelle Teilhabe zu stärken, insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen? 
  • Welche Maßnahmen planen oder unterstützen Sie, um Barrieren abzubauen und mehr Menschen zu befähigen, Kunst- und Kulturangebote wahrzunehmen?

 

  1. Finanzierung und Stärkung wichtiger Fonds und Programme

Im März 2022 hat das Bundesverfassungsgericht die Beschränkung der CityTax auf Tourist*innen für hinfällig erklärt. Diese Entscheidung ebnet den Weg, um die Übernachtungssteuer auch für beruflich Reisende zu erheben. Im Zuge einer möglichen Reform erneuern wir daher unsere Forderung, der Freien Szene 50 % der Einnahmen aus der City Tax zugutekommen zu lassen. 

 

  • Stimmen Sie diesen Forderungen zu? 

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen? 

Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?

 

  • Befürworten Sie mindestens 50% der City-Tax-Einnahmen zweckgebunden für die Freie Szene?

Wenn ja: In welcher rechtlichen und haushalterischen Form?

Wenn nein: Wie stärken Sie die Szene strukturell anders?

Der Hauptstadtkulturfonds (HKF) ist ein zentrales Förderinstrument für die Freie Szene in Berlin mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Bereits in den Wahlprüfsteinen des Rat für die Künste Berlin zur Abgeordnetenhauswahl Berlin 2021 wurde gefordert, den Fonds maßgeblich zu stärken. Angesichts von rund 450 Anträgen pro Halbjahr und stark gestiegenen Produktionskosten kann derzeit jedoch nur ein kleiner Teil der Projekte (rund 75 Anträge) gefördert werden. Gleichzeitig stellen sich strukturelle Fragen etwa zum Wiederaufnahmefonds, zu den regelgeförderten Programmen sowie zur zukünftigen Ausschreibung im Jahr 2026.

Vor diesem Hintergrund stellen sich folgende Fragen:

 

  • Wie stehen Sie zu der Forderung, die Einzelzuschüsse im Wiederaufnahmefonds von derzeit etwa 15.000 Euro auf bis zu 25.000 Euro zu erhöhen?
  • Halten Sie es für sinnvoll, die Laufzeiten der regelgeförderten Programme stärker an die Laufzeit des Hauptstadtvertrags von derzeit zehn Jahren anzupassen, um mehr Planungssicherheit zu schaffen?
  • Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die nächste Ausschreibung der regelgeförderten Programme im Sommer 2026 erfolgt, bevor ein neuer zehnjähriger HKF-Vertrag verhandelt und abgeschlossen wird?
  • Werden Sie sich angesichts der stark gestiegenen Nachfrage und Kosten für eine deutliche Aufstockung des Hauptstadtkulturfonds um mindestens 30 Millionen Euro jährlich einsetzen?
  • Wie wird künftig sichergestellt, dass die unabhängigen und fachlich  begründeten Juryentscheidungen des Hauptstadtkulturfonds respektiert und politische Eingriffe verhindert werden?

 

 

 

Das Förderprogramm Künstlerische Forschung wurde 2020 von der Gesellschaft für künstlerische Forschung in Deutschland (gkfd) mit Mitteln der Berliner Kulturverwaltung aufgelegt und 2025 eingestellt. Ergänzend zur Möglichkeit der Promotion an Kunstuniversitäten bot es renommierten nationalen und internationalen Künstler*innen die Möglichkeit, jenseits von akademischen Qualifizierungsprogrammen zu forschen und so einen Beitrag zum Wissenstransfer zwischen den Künsten und den Wissenschaften sowie zwischen den Künsten und der Gesellschaft zu leisten.

 

  • Wie stellen Sie sicher, dass künstlerische Forschung auch zukünftig in Berlin möglich sein wird?

Berlin Mondiale ist ein stadtweites Netzwerk, das durch ressortübergreifende Zusammenarbeit dezentrale Kulturarbeit stärkt und insbesondere in den Außenbezirken neue Zugänge zu Kunst und Kultur schafft. Es erreicht gezielt Menschen, die klassische Angebote oft nicht ansprechen, und fördert durch lokale Projekte, Workshops und Kooperationen kulturelle Teilhabe sowie neue Perspektiven. Gleichzeitig entstehen Synergien durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteur*innen: Kulturinstitutionen sowie Künstler*innen werden vernetzt, beraten und in kooperativen und künstlerischen Prozessen begleitet. Angesichts der vollständigen Streichung der Förderung für 2025 stellt sich die Frage nach der Zukunft solcher Strukturen besonders dringlich. Berlin  Mondiale war zudem zentral an der Umsetzung des Berliner Rahmenkonzepts Kulturelle Bildung sowie des Gesamtplans Partizipation und Integration Geflüchteter beteiligt.

 

  • Wie stellen Sie sicher, dass Berlin Mondiale in der kommenden Legislatur die dezentrale Kulturarbeit außerhalb bezirklicher Einrichtungen an der Schnittstelle von Kunst, Bildung, Jugend, sozialer Integration und kultureller Stadtentwicklung in allen Sozialräumen Berlins verlässlich und langfristig abgesichert fortsetzen und weiterentwickeln kann?

Die 2024 gestartete Jugendkulturinitiative muss als zentrales Instrument für Outreach und Inreach von Kultureinrichtungen in Berlin dauerhaft gestärkt werden. Sie soll nicht nur Zugänge zu Kultur für junge, von Marginalisierung betroffene Menschen in den Berliner Außenbezirken schaffen, sondern gezielt die Transformation von Kulturinstitutionen hin zu mehr Teilhabe, Diversität und Relevanz unterstützen. Dafür braucht es eine Verstetigung der Fördermittel auf dem bisherigen Niveau, um erfolgreiche Ansätze langfristig abzusichern, zu skalieren und institutionell zu verankern.

 

  • Wie stellen Sie sicher, dass die Jugendkulturinitiative langfristig auf dem bisherigen Niveau abgesichert und so weiterentwickelt wird, dass sie sowohl den Zugang für junge Menschen verbessert als auch die Transformation von Kultureinrichtungen nachhaltig vorantreibt?

 

  1. Erinnerungskultur & Kolonialismus

Der Kolonialismus ist Teil der komplexen Geschichte von Berlin. 2019 beschloss das Berliner Abgeordnetenhaus unter der Überschrift “Berlin übernimmt Verantwortung für seine koloniale Vergangenheit” die Ausarbeitung eines gesamtstädtischen Erinnerungskonzepts, dessen Ziel es war, “die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Geschichte des mit Berlin verbundenen Kolonialismus zu intensivieren, das Thema in Wissenschaft und Bildung zu verankern, zur Versöhnung beizutragen und würdige Formen des Erinnerns zu entwickeln”.

 

Bis April 2024 wurden in breit angelegten partizipativen Formaten Eckpunkte erarbeitet – eine umfangreiche Sammlung von Vorschlägen, um die Lücke, die die Erinnerung an die Kolonialgeschichte Berlins derzeit noch darstellt, zu schließen. Das Konzept wurde im Oktober 2025 an die Berliner Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Sarah Wedl-Wilson, übergeben.

 

  • Welche konkreten Schritte und welche Zeitplanung verfolgen Sie in der kommenden Legislatur, um die Umsetzung des gesamtstädtischen Erinnerungskonzepts zum Kolonialismus verbindlich voranzubringen und strukturell zu verankern, insbesondere auch hinsichtlich der Errichtung (de-)zentraler Lern- und Erinnerungsorte?
  • Welche konkreten Schritte planen Sie, um langfristig ausreichende finanzielle Mittel für die Aufarbeitung des und Erinnerung an den Kolonialismus bereitzustellen und die im Konzept vorgesehenen nachhaltigen Strukturen zu etablieren?
  • Inwiefern planen Sie, Projekte zur inhaltlichen Ausgestaltung der vorgesehenen Maßnahmen aus dem Erinnerungskonzept (z.B. in Kooperation mit dem Bund und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen) finanziell und politisch zu unterstützen?

Die Zuständigkeit für Straßenumbenennungen, Beschilderungen und Erklärungstafeln liegt bei den Bezirksämtern, die hierfür bislang nur in begrenztem Umfang Mittel zur Verfügung haben. Aus Mitteln des Bezirkskulturfonds konnten die Bezirke außerdem Maßnahmen zur lokalen Erforschung und Vermittlung der Kolonialgeschichte in Auftrag geben. 

 

  • Wie wollen Sie künftig sicherstellen, dass die Bezirke bei Maßnahmen im öffentlichen Raum (Straßenumbenennungen, Beschilderungen und Erklärungstafeln) sowie bei begleitenden Vermittlungs- und Erinnerungsformaten ausreichend unterstützt werden?
  • Welche konkreten Schritte planen Sie zur Beschleunigung und Transparenz von Restitutionsprozessen sowie zur Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften?

 

WAHLPRÜFSTEINE DES KOALITION DER FREIEN SZENE ZUR 20. ABGEORDNETENHAUSWAHL 2026

Kulturpolitik für die Freie Szene in Berlin braucht eine Vision, die über das Bewahren von Strukturen hinausgeht: Kultur, die nicht als Ornament dient, sondern als Infrastruktur einer demokratischen Gesellschaft. Als Ort, an dem erprobt wird, was anderswo noch nicht gedacht werden kann. Als Mittel, das die vielfältigen Perspektiven der Stadtgesellschaft zusammenbringt und verbindet.

Dafür braucht es mindestens: 

– Orientierung: Fundierte Analysen statt reflexhafter Positionen. 

– Experimentierräume: Geschützte Formate, in denen Kulturakteure neue Arbeitsweisen, Technologien und Kooperationen ergebnisoffen ausprobieren können.

– Allianzen: Kollaborationen über die üblichen Ressortgrenzen hinweg, weil die Lösungen in der Zukunft komplex und ressortübergreifend sein werden.

Hieran anknüpfend möchten wir Sie bitten, unsere Wahlprüfsteine für die kommende Legislaturperiode in Berlin für Ihre Partei zu beantworten:

  1. Sicherung der Kulturellen Vielfalt durch den Berliner Landeshaushalt

Mindestens 3% des Berliner Landeshaushaltes sollten verbindlich für die Finanzierung von Kunst und Kultur gesetzt werden. Durch diesen Aufwuchs wird es endlich möglich, eine dringend notwendige Sicherung der Finanzierung auch der Strukturen der für Berlin wichtigen Freie Szene zu erhalten? Wie kann ein jährlicher Ausgleich für Inflation und Kostensteigerungen in die Förderinstrument der Freien Szene umgesetzt werden sodass diese Mittel den tatsächlichen Bedarf sichern?

Stimmen Sie dieser Forderung zu?

Wenn ja: Was beabsichtigen Sie, um diese umzusetzen? Und welche Rolle kann hierbei das Kulturfördergesetz spielen?

Wenn nein: Welche alternativen Strategien schlagen Sie vor, um die Vielfalt der Berliner Kulturlandschaft und insbesondere der Freien Szene und ihren Akteur*innen zu erhalten und auszubauen?

 

  1. Räume für die Freie Szene Berlin

2.1 Arbeitsraumprogramm

In Berlin herrscht eine echte Raumnot. Mieter*innen von Räumen für Kunst und Kultur können kaum noch die Gewerbemieten auf dem freien Markt bestreiten. Freie Künstler*innen und Kunstschaffende leiden unter dem wachsenden Mangel an professionell ausgestatteten, bezahlbaren Arbeits- und Proberäumen. Trotzdem wurden fast alle Mittel für den Ausbau von Räumen und der Erweiterung des Berliner Arbeitsraumprogramms im Laufe der Haushaltskonsolidierungen gestrichen. 

Das Raumbüro Freie Szene, unserer Schnittstelle im ARP für alle Sparten außer der Bildenden Künste, wurde um 20% gekürzt und hat dadurch eine Arbeitsstelle verloren. Die finanzielle Ausstattung und der Kompetenzbereich vom Raumbüro Freie Szene muss deutlich nachgebessert und nachhaltiger im Haushalt verankert werden.

Künstlerische Arbeitsräume für alle Sparten, von Ateliers über Projekträume bis Proberäume müssen gesichert und ihr Bestand erweitert werden. Die wenigen landeseigenen Liegenschaften wie u.a. THF, ICC und TXL müssen dringend dafür genutzt werden, um neue Arbeits-, Probe- und Präsentationsräume zu sichern. 

Um diese Aufgabe auch in der Zukunft umsetzten zu können, müssen die Kürzungen für das Arbeitsraumprogramm zurückgenommen und eine auskömmliche Finanzierung für die kommenden Jahre gesichert werden. 

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Wie und wann beabsichtigen Sie diese Forderung umzusetzen?

Wenn nein: Was ist Ihre Position zur Neuausrichtung des Arbeitsraumprogramms? Welche anderen Ideen haben Sie zur Erschließung und Bereitstellung von erschwinglichen Arbeitsräumen für Künstler*innen der Freien Szene?

2.2 Schutz von Gewerbemieter*innen von Räumen in kultureller Nutzung 

An Relevanz hat der fehlende Schutz von Gewerbemieter*innen nicht verloren, da sich hier auf Bundeebene keinerlei Verbesserung in den letzten Jahren abzeichnet. Im Zuge der Flächenkonkurrenz sind hier auch Künstler*innen und Kunstschaffende betroffen, die am freien Markt Räume angemietet haben. Hierbei geht es nicht nur um einen verbesserten Kündigungsschutz, sondern auch den Schutz vor überhöhten Mieten und Verdrängung. Das Gewerbemietrecht muss dringend zeitgemäß überarbeitet werden.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?

Wenn nein: Was spricht für Sie gegen einen Schutz von Gewerbemieter*innen? 

 

2.3 Klimaneutralität und Barrierefreiheit für Orte und Räume der Kunst

Auch wenn es bereits Fortschritte in diesen Bereichen bei einigen Orten und Räumen der Kunst gibt, sieht durch die Kürzungen. der Bundesförderungen progressive Entwicklung bei der Klimaneutralität eher düster aus. Im Zuge des Sparzwanges sind die Befürchtungen nicht ganz abwegig, dass sich dies auch auf die Umsetzung von Maßnahmen zur Barrierefreiheit auswirkt und somit die kulturelle Teilhabe wieder eingeschränkt wird. Es darf keine Streichungen oder Kürzungen bei Maßnahmen für Klimaneutralität und Barrierefreiheit für Orte und Räume der Kunst geben. Die Maßnahmen müssen entsprechend finanziell ausgestattet werden. 

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?

Wenn nein: Warum soll gerade bei diesen Maßnahmen gespart werden? 

2.4 Nachhaltige Teilhabe von Künstler*innen und Kunstschaffenden der Freien Szene an Räumen in der Zwischennutzung 

In dieser Zeit der schwindenden bezahlbaren Räume innerhalb des Stadtringes und der gleichzeitigen Aufgabe von Gewerbeflächen in den Einkaufsstraßen der Bezirke, bekommt die Zwischennutzung von Räumen wieder eine besondere Bedeutung. Der Zugang zu diesen Zwischennutzungen sollte nicht in den Händen von Ablegern von Immobilienkonzernen liegen, sondern bei der in Aufbau befindlichen Zwischennutzungsagentur. Gemeinsam mit den zukünftigen Nutzer*innen aus Kunst und Kultur sollte hier Zugänglichkeit und Bedingungen für die Zwischennutzung festgelegt werden. 

Stimmen Sie dieser Forderung zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?

Wenn nein: Was spricht gegen eine Umsetzung dieser Forderung?

  1. Forderungen der Freien Szene

3.1 Runder Tisch Freie Szene

Ein Runder Tisch Freie Szene befindet sich seit einigen Jahren in Vorbereitung. Eine finanzielle Unterfütterung für diesen RT fehlt allerdings bisher und verhindert dadurch, diesen dringend benötigten Prozess in den kommenden Jahren umsetzen zu können. 

Kulturschaffende sind Expert*innen für die Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit.   Akteur*innen der Freien Szene sind in allen wichtigen Prozessen zur Sicherung von Qualität, Strukturen und Finanzierung der Berliner Kultur, wie beispielsweise dem Prozess zum Kulturfördergesetz, maßgeblich beteiligt. Ihre Expertise in den Beteiligungsformaten sollte grundsätzlich der Freiberuflichkeit entsprechend, angemessen vergütet werden.

Um die Expertise der Akteur*innen auch in dringend notwendige Überarbeitungen der aktuell vorhandenen Rahmenbedingungen einbinden zu können wie z.B. der Fördermatrix, benötigen wir eine finanzielle Absicherung sowie die politische Unterstützung und Begleitung des Prozesses.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?

Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?

3.2 Evaluation und bedarfsgerechte Ausstattung der Fördermatrix 

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie konnten durch finanzielle Unterstützungen aus den Neustart-Kultur-Programmen des Bundes und verschiedener Länder-Programme abgefedert werden. Das Ende dieser Sonderprogramme hat starke Auswirkungen auf die Freie Szene, da eine Normalität im Kulturbereich immer noch nicht erreicht ist. 

Die derzeitige Fördermatrix, ist weder für jede Sparte passgenau noch ermöglicht sie ergebnisoffenes Arbeiten. Viele Fördertöpfe wurden seit Jahren nicht erhöht und steigende Kosten bei gleichbleibende Fördervolumen bedeuten, dass weniger Künstler*innen und Kulturmacher*innen Förderungen bekommen. Die gesamte Fördermatrix muss dringend evaluiert und angepasst werden, um den Bedarfen der Freie Szene gerecht zu werden.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?

Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?

3.3 Auskömmliche Honorare/Lösung für Mehrwertsteuer

Die Pandemie und diverse Studien haben die soziale Unsicherheit der frei und hybrid arbeitenden Kunstakteur*innen, hervorgerufen vor allem auch durch das niedrige Einkommensniveau im Kulturbereich, drastisch offengelegt. Vor diesem Hintergrund sind in den Sparten neue Modelle für auskömmliche Honorare im Bereich der öffentlichen Förderung entwickelt und vorgelegt worden. Sie müssen nun gemeinsam diskutiert und schnellstmöglich verbindlich umgesetzt werden. Damit diese Einführung nicht zu einem radikalen Kahlschlag bei der Anzahl der geförderten Projekte, Programme, Ensembles und Spielstätten der Freien Szene in Berlin führt, braucht es Aufwüchse in den vorhandenen bzw. überarbeiteten Förderstrukturen. Wir brauchen eine Entwicklungs- und Unterstützungsstrategie zur auskömmlichen Vergütung freier Kulturakteur*innen in Berlin. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass viele Soloselbständige, die Honorare aus Projektförderungen bekommen, mehrwertsteuerpflichtig sind. Viele Strukturen der Freien Szene haben keine Möglichkeit des Vorsteuerabzugs und verlieren durch die Besteuerung von 19% auf ihre meist recht bescheidenen Honorare, fast ein Fünftel ihrer Gage.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?

Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?

3.4 Zugang zu Förderung/Diversität

In den letzten Jahren hat sich der Zugang zu Förderungen für Künstler*innen mit Migrationsgeschichte verbessert z. B. durch Möglichkeit der Antragstellung auf Englisch, divers besetzte Jurys. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dennoch braucht es weitere Maßnahmen, um Förderungen weiter für Künstler*innen mit Behinderung, aus der Arbeiterklasse oder ohne akademischen Hintergrund zu öffnen. 

Außerdem werden besondere Lebenssituationen wie Care-Arbeit für Kinder, pflegebedürftige Eltern oder nahe Verwandte noch nicht auskömmlich in den Förderungen berücksichtigt.

Auch Jurys sollten in Besetzung und Arbeit für ein breiteres Spektrum an künstlerischen Themen und Inhalten sensibilisiert werden.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?

Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?

3.5 Unterstützung kuratorischer Arbeit 

Kuratorische Arbeit wird, bis auf vereinzelte Stipendien, nicht ausreichend honoriert, obwohl sie in fast allen Bereichen die Grundlage für künstlerische Projekte ist. Recherche- und Kurator*innen-Stipendien sollten daher auch auf Film- und Medienkunstschaffende ausgeweitet werden, um fundierte Projektentwicklungen zu ermöglichen und die in diesem Rahmen geleistete Arbeit zu vergüten. 

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?

Wenn nein: Was wollen Sie stattdessen tun?

3.6 Gesicherte Ausstattung des Kofinanzierungsfonds

Der Kofinanzierungsfonds ist ein wichtiges und auch einzigartiges Instrument der Berliner Fördermatrix. Durch ihn werden die Reichweite, internationale Vernetzung und Sichtbarkeit von Berliner Akteur*innen der Freien Szene deutlich erhöht. Die finanzielle Ausstattung des Topfes muss entsprechend der Professionalisierung und dem Vernetzungsgrad der Akteur*innen der Freien Szene angeglichen werden, um die benötigten Eigenanteile für nationale und internationale Ausschreibungen zu ermöglichen. Gleichzeitig ist es überfällig, eine strukturelle Übernahme von Bürgschaften für gemeinnützige Kulturakteur*innen zu installieren, da auch hierdurch Reichweiten und Beteiligungsmöglichkeiten an nicht durch Berlin finanzierte Förderstrukturen für die Freie Szene umgesetzt werden können.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was wollen Sie wann tun, um sie zu verwirklichen?

Wenn nein: Was sind Ihre Strategien zur Sicherung der Beteiligung von Akteur:innen der Freien Szene an Ausschreibungsverfahren, die Eigenanteile benötigen?

3.7. Wirtschaftsförderprogramme für gemeinnützige Akteur*innen 

Die Koalition der Freien Szene Berlin fordert, dass gemeinnützige Akteur:innen nicht mehr systematisch von zentralen Instrumenten der Wirtschaftsförderung ausgeschlossen sind. Trotz ihrer erheblichen kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung bleiben ihnen insbesondere Mittel der Europäische Union tendenziell verschlossen – vor allem aufgrund fehlender Bürgschaften und unrealistischer Eigenmittelanforderungen. Hier besteht akuter politischer Handlungsbedarf als Ergänzung zum bestehenden Kofinanzierungsfonds.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu? 

Wenn ja: Wann und wie werden Sie die Berliner Wirtschaftsförderung verbindlich für gemeinnützige Akteurinnen öffnen, statt sie weiterhin faktisch auszuschließen? 

Werden Sie kurzfristig ein landesseitiges Bürgschaftsinstrument schaffen, das gemeinnützigen Trägern den Zugang zu EU-Fördermitteln ermöglicht?

Wenn nein: Was für alternative Strategien und Maßnahmen planen Sie, um diesen strukturellen Ausschluss zu beheben?

  1. Kulturelle Bildung sichern

Kulturelle Bildung muss auskömmlich finanziert und die ressortübergreifende Zusammenarbeit (Kultur, Bildung, Stadtentwicklung, Soziales) niederschwellig ermöglicht und ausgebaut werden.

Nur durch den Erhalt bewährter Strukturen und der Programme der Kulturellen Bildung, kann Berlin weiterhin eine offene, inklusive und lebendige Stadt bleiben, in der Kinder und Jugendliche Zugang zu kultureller Bildung haben. Die Angebote der Kulturellen Bildung tragen wesentlich zur gesellschaftlichen Vielfalt bei, fördern multimodale Bildungszugänge und ganzheitliches Lernen. Zudem übernehmen sie eine wesentliche Brückenfunktion zwischen Institutionen aus den Bereichen Bildung und Kultur und erfüllen zentrale Querschnittsaufgaben, die im Rahmenkonzept Kulturelle Bildung formuliert sind. Dies betrifft neben den Kernressorts Kultur und Bildung auch weitere Ressorts wie Stadtentwicklung, Soziales etc..

Wir haben folgende Fragen:

Was können Sie dazu beitragen, dass die Programme wie QuerKlang, geräusch[mu’si:k], Kulturagentenprogramm, Freie Kinder- und Jugendtheater etc. und deren vielfaltiges Angebot erhalten bleibt, verstetigt und die notwendigen Aufwüchse gesichert werden?

Wie können Sie sicherstellen, dass diese ressortübergreifende Arbeit zukünftig Bestand hat und entsprechend der Empfehlungen des BeRuTiKuBi weiterentwickelt werden?

 

  1. City Tax für die Freie Szene

Seit dem 1.4.2024 wird die Citytax in Berlin auch für Geschäftsreisende erhoben. Im Jahr 2025 erreichte Berlin hierdurch Rekordeinnahmen aus der Citytax von über 150.000.000 Euro. Eine der Kernforderungen seit Gründung der Koalition der Freien Szene ist es, diese Einnahmen maßgeblich für die Kulturfinanzierung mit einem festen Anteil von mindestens 50% für die Freie Szene zu nutzen, da diese dazu beiträgt, Berlin für alle Berliner*innen und Tourist*innen attraktiv zu halten. Dieses „frische“ Geld kann die sehr lange erwartete, unbedingte notwendige Erhöhung die Fördertöpfe unterstützen und dadurch die Existenzen vieler freier Künstler*innen und Kunstschaffenden sichern.

Stimmen Sie diesen Forderungen zu?

Wenn ja: Was beabsichtigen Sie wann zu tun, um sie zu verwirklichen? 

Wenn nein: Was beabsichtigen Sie stattdessen zu tun?

  1. Kunstfreiheit

Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes garantiert die Kunstfreiheit. Das ist kein Freibrief für jegliche Äußerungen, die die bspw. Menschenwürde herabsetzen, gleichzeitig darf Kunst im Rahmen der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung auch unbequem und muss nicht für alle Geschmäcker goutierbar sein. Eine lebendige und respektvolle Diskussion über Kunstfreiheit muss als Merkmal einer robusten pluralen und demokratischen Gesellschaft möglich sein.

Kultur ist des weiteren im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland vor allem Hoheitssache der Länder. Die Kulturministerkonferenz (eine Untergruppe der Kultusministerkonferenz KMK), in der die Kulturpolitikzuständigen aller Landesregierungen vertreten sind, hat 2019 einstimmig ein Bekenntnis zur Kunstfreiheit verabschiedet. Im März 2026, als Reaktion auf die Prüfung von Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz für die Vergabe des Buchhandlungspreises, wurde dieses Bekenntnis bekräftigt.

Wir haben folgende Fragen:

  1. Welche Position hat Ihre Partei zur Kunstfreiheit? Unterstützen Sie die gemeinsame Erklärung der Bundesländer Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland im Rahmen der Kulturministerkonferenz vom 27.03.2026? 
  2. Sind Maßnahmen in Ihrem kulturpolitischen Programm vorgesehen, um die Kunstfreiheit und ggf. kontroversen, aber fairen und respektvollen Diskurs darüber im Rahmen der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung zu garantieren? Wenn ja, welche?
  3. Welchen Stellenwert hat für Sie die Arbeit unabhängiger Jurys bei der Beurteilung von Förderanträgen und Preisvergaben? 

Wahlprüfsteine der Berliner Kulturkonferenz zur Abgeordnetenhauswahl 2026

Die Berliner Kulturkonferenz ist das größte Bündnis der Berliner Kulturverbände und entstand Ende 2023 aus der Initiative für ein Berliner Kulturfördergesetz. Sie ist ein Zusammenschluss von derzeit 23 maßgeblichen Berliner Kulturverbänden sowohl aus der professionellen als auch aus der Amateurszene und hat das Ziel, die politischen Anliegen der Künstler*innen und Kulturakteur*innen gemeinsam zu vertreten.

Die Berliner Kulturkonferenz ist Teil der Kultur-Länderkonferenz der Bundesländer und verantwortet auch die Kampagne #BerlinIstKultur.

https://www.kulturkonferenz.berlin/

  1. Wahlprüfstein: Kulturfördergesetz

Im April 2025 startete die Berliner Kulturkonferenz ein Beteiligungsverfahren für ein Berliner Kulturfördergesetz, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Februar 2026 liegen erste Ergebnisse der Arbeit von 15 Fachgruppen vor. 130 Künstler*innen und Kulturakteur*innen haben ihr Fachwissen zu diesem Ergebnis beigetragen.

Werden Sie sich für die Verabschiedung eines Berliner Kulturfördergesetzes einsetzen?

Welche Regelungen sind Ihnen dabei besonders wichtig (z.B. Transparenz, Vielfalt, Governance)?

Setzen Sie sich dafür ein, Kultur als Pflichtaufgabe über den Landeshaushalt zu verankern?

Wie viel Prozent des Berliner Landeshaushalts wollen Sie für kulturelle Zwecke einsetzen?

  1. Wahlprüfstein: Räume für Kultur

Die Berliner Kulturkonferenz setzt sich mit ihrer AG Räume für die Infrastruktur in Sachen Räume für Kultur ein: Probenräume, Arbeitsräume, Ateliers und Aufführungsmöglichkeiten für Musiker:innen, Darstellende Künstler:innen, Bildende Künstler:innen, Literaten sowohl für die professionellen Künstler:innen, als auch die Künstler*innen und Kulturakteur*innen aus dem Amateurbereich ein. Räume sind eine grundlegende Produktionsbedingung für Kultur.

Die Ziele ihrer Arbeit hat die AG Räume in einem Positionspapier definiert. Wichtige Forderungen sind kostenfreier Zugang zu öffentlichen Räumen für die Kultur, die Nutzung der Landesimmobilien für Kultur, die Entwicklung öffentlicher Liegenschaften, die Zusammenarbeit mit Land und Bezirken auch in Sachen Förderprogramme und die Beteiligung an stadtplanerischen Prozessen.

Die AG Räume schlägt außerdem die Einrichtung eines Runden Tisches Räume für Kultur nach dem Vorbild Runder Tisch Liegenschaftspolitik vor. Hier treffen sich Künstler*innen und Kulturakteur*innen, Institutionen, Politik und Verwaltung regelmäßig, um die Entwicklung der Berliner Räume für Kultur gemeinsam voranzubringen.

Wie wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, Räume für Kunst und Kultur sowie kulturelle Grundversorgung weiterzuentwickeln und zu sichern?

Wie wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, öffentliche Räume kostenfrei für die kulturellen Aktivitäten der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, vergleichbar dem Sport?

Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, einen Runden Tisch Räume für Kultur zu etablieren?

  1. Wahlprüfstein: Gremienbeteiligung

Die Berliner Kulturkonferenz setzt sich mit ihrer AG Gremienbeteiligung dafür ein, dass Vertreter: innen der gesamten Berliner Kultur in den Gremien der Stadt vertreten sowie an Prozessen beteiligt sind. Zentral sind hierbei Gremien und Prozesse in den Bereichen Kulturpolitik, Stadtentwicklung, Vergabeverfahren, Liegenschaftspolitik, soziale Infrastruktur.

Eine Orientierung an den Beteiligungs- und Mitwirkungsrechten des Landessportbunds Berlin e.V. sowie sie im Sportfördergesetz (§ 7 Absatz 4 sowie Abschnitt IV vorrangig die §§18 und 19 des Sportfördergesetz) wird für die Kultur angestrebt (Kulturfördergesetz).

Künstler*innen und Kulturakteur*innen sind Experten für die Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit. Die Berliner Kulturkonferenz bündelt diese Kräfte.

Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Berliner Kulturkonferenz in relevante Gremien und Vergabeprozesse in Kulturpolitik und Stadtentwicklung einzubinden? 

  1. Wahlprüfstein: Vielfalt, kulturelle Teilhabe & Antidiskriminierung

Die AG Vielfalt der Berliner Kulturkonferenz setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe, Antidiskriminierung, Gleichstellung und Barrierefreiheit im gesamten Berliner Kulturbetrieb ein, für Publikum, Künstler*innen und Beschäftigte gleichermaßen.

Wie wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass Antidiskriminierung, Gleichstellung, Vielfalt, Barrierefreiheit und Teilhabe im Berliner Kulturbetrieb umgesetzt wird?

Wie wollen Sie diese Umsetzung verbindlich in der Kulturförderung verankern, sowohl für geförderte Institutionen als auch für die freie Szene?

Wahlprüfsteine des „Berliner Spielplan Audiodeskription“

Kultur ist nur stark, wenn sie für alle offen ist.

Inklusion gehört in das Zentrum von Kunst und Kultur.

1.    Die Vision einer sehbehinderten Theaterzuschauerin

Eine sehbehinderte Theaterzuschauerin fasst ihre Zukunftsvision von echter Teilhabe in folgende Worte:

„Davon träume ich: Es gibt eigentlich zu allen Stücken Audiodeskription, einfach mal flächendeckend. Und ich finde sofort das Theaterprogramm, weil die Webseite super nutzerfreundlich ist, und ich mich nicht erst lange durchklicken muss. Dann rufe ich an und die Kasse weiß Bescheid und kann mir alle wichtigen Infos geben. Also auch, wann die Tastführung anfängt, und dass es eine Betreuung für den Führhund gibt und dass ich auch eine Begleitung bekommen kann, wenn mein Mann keine Lust hat mitzukommen. Und dann komme ich hin, und es gibt sofort eine Aufmerksamkeit: Ich werde begrüßt, es wird mir gezeigt, wo ich hinmuss, kein langes tastendes Herumsuchen mehr, auch nicht nach der Toilette oder der Bar. Einfach wie jeder Sehende auch: Hingehen und Freizeit genießen. Bei der Tastführung ist sogar jemand vom Ensemble dabei, sehr sympathisch und hochinteressant, den Schauspieler außerhalb seiner Rolle zu erleben. Mit diesem Angebot sitze ich ganz exklusiv in der ersten Reihe. Der Empfang mit den Geräten funktioniert auch störungsfrei, die Audiodeskription führt mich mit angenehmer Stimme, unaufgeregt und präzise durch das Stück. Das hat mir sehr gut gefallen, aber selbst, wenn nicht, macht das gar nichts, denn hinterher treffe ich noch ein paar andere Leute, die vielleicht auch die Audiodeskription gehört haben, und wir können uns austauschen. Wir plaudern und es entwickelt sich ein angeregtes Gespräch. Ein rundum gelungener Theaterbesuch. Noch ganz erfüllt vertraue ich mich der Begleitung für den Rückweg an und gehe nach Hause.

Das wäre mein Traum.

Und jetzt? Jetzt wäre es einfach vor allem toll, wenn ich nicht dauernd wieder erneut um den Spielplan zittern müsste. Wenn ich einfach wüsste, ich kann ins Theater gehen und es gibt immer ein Angebot. Und zwar in dieser Qualität.“

2.    Der Berliner Spielplan Audiodeskription

Auch wenn wir von dieser Vision noch weit entfernt sind an den Berliner Bühnen, haben wir bereits viel erreicht, mit Hilfe des Berliner Spielplan Audiodeskription.

Er stellt sicher, dass sehbehinderte und blinde Menschen mit Hilfe von Audiodeskription, Tastführungen, Begleitung und anderen Serviceleistungen das umfängliche Berliner Bühnenprogramm auf Augenhöhe mit Sehenden genussvoll besuchen können.

Die Auswahl bildet kontinuierlich die aktuellen Programme über Häuser mit verschiedener Ausrichtung und über alle Genres systematisch ab. Das Programm kann leider nicht flächendeckend sein, aber es möchte repräsentativ sein und berücksichtigt die Interessen blinder und sehbehinderte Zuschauer*innen.

Serviceleistungen wie die Organisation von Workshops, Tastführungen, Begleitung, Gruppenangebote, Busreisen, Publikumsevaluationen und weitere sorgen für eine intensive Communityarbeit, zusätzliche Bildungsmöglichkeiten, die Öffnung der Kulturinstitutionen und den Ausgleich von durch die Behinderung entstandenen Nachteilen auf verschiedenen Ebenen.

Durch die fachlich versierte und zentral effektive Betreuung des Themas Audiodeskription entsteht ein hohes und durchgehend stabiles Qualitätsniveau des Live-Hörkommentars in Berlin. Die Bühnen werden finanziell und zeitlich entlastet und gewinnen eine zusätzliche Ressource der audience development.

Letzteres ist ein wichtiges Zukunftsthema der Bühnen, denn aufgrund der demografischen Entwicklung steigt der Anteil von Sehbehinderungen durch Erkrankungen wie altersbedingte Makuladegeneration, Glaukom und Katarakt. Immer mehr Menschen werden auf entsprechende Hilfen im Kulturbetrieb angewiesen sein.

3.    Aktuelle Entwicklungen

Obwohl die Vorteile einer inklusiv gedachten Gesellschaft und Kulturarbeit klar auf der Hand liegen, bleiben Akzeptanz und Aufmerksamkeit zerbrechliche Größen. So konstatierte Frieder Kurbjeweit (Institut für Menschenrechte), bei der Eröffnung des Berliner Behindertenparlaments 2026 einen aktuell spürbaren Trend.

„Lange ging die Entwicklung in Richtung mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Selbstbestimmung. Gerade entsteht aber der Eindruck, dass sich diese Richtung grundsätzlich verändert.“

Die Bilanz der letzten Jahre zum Thema Teilhabe und Öffnung im Bereich Kultur zeigt bundesweit ein gemischtes Bild. Es gibt mehr Beratungen, runde Tische und Projekte in den Ländern und an vielen Stellen im Kulturbetrieb. Eindeutig hat das Thema mehr kulturpolitische Sichtbarkeit bekommen, nicht zuletzt durch die umfassende Arbeit von Jürgen Dusel, der zusammen mit dem Kulturrat im Jahr 2024 die  „Teilhabeempfehlungen für eine inklusive Kultur“ an die Staatsministerin überreichen konnte.  “Jetzt ist es an den Entscheidungsträgerinnen und -trägern im Bund und in den Ländern sowie in den Kultureinrichtungen selbst, diese Empfehlungen umzusetzen “, annoncierte Dusel in seiner Rede zu diesem Anlass. Betrachtet man die Performance des Themas vor Ort, so wird klar: Die Fortschritte sind punktuell und prekär. Sie entstehen durch Einzelprojekte oder Förderprogramme, nicht durch dauerhaft gesicherte Strukturen und sind damit von Förderglück abhängig. Sobald Fördermittel wegfallen, bricht Inklusion schnell wieder ein.

4.    Strukturförderung statt prekärer Einzelprojekte

Es ist der gemeinsamen Initiative der demokratischen Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus zu danken, dass der Berliner Spielplan Audiodeskription unter dem Dach der Kulturinitiative Förderband gGmbH im Rahmen des Doppelhaushalts 26/27 mit einem Basisbetrag abgesichert werden konnte.

Das Land Berlin löst damit bereits zu einem Teil die wünschenswerte Strukturförderung eines ausgewiesenen inklusiven Themas ein. Berlin geht bei diesem Thema über den prekären Zustand der Einzelprojektförderung von Teilhabe und Inklusion hinaus. Auch deshalb ist der Berliner Spielplan Audiodeskription ein bundesweit beachtetes Pilotprojekt, welches den Ruf der Hauptstadt als barrierefreie Metropole befördert.

Allerdings muss auch diese Basis durch eine Projektförderung der LOTTO Stiftung Berlin und eine zweite der Herbert Funke Stiftung ergänzt werden. Die Förderung im Haushalt deckt 54 % der Kosten ab.

Der Berliner Spielplan Audiodeskription ist auf dieser Grundlage bis Ende 2027 arbeitsfähig.

5.    Unsere Fragen an die Kandidat*innen der demokratischen Parteien für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026

Sehr geehrte Kandidat*innen, liebe Parteienvertreter*innen,

wir sind uns sicher, dass Sie das beschriebene Projekt ebenso schätzen wie den Status von Inklusion in Kultur und Gesellschaft. Wir hoffen auf ihre weitere Unterstützung und sind gespannt auf Ihre Antworten.

  1. Wie will Ihre Partei sicherstellen, dass Angebote wie der Berliner Spielplan Audiodeskription ab 2028 dauerhaft und verlässlich finanziert werden – unabhängig von projektbezogenen Drittmitteln oder kurzfristigen Haushaltsentscheidungen?
  2. Wie bewerten Sie den kultur- und gesellschaftspolitischen Nutzen des Berliner Spielplans Audiodeskription im Verhältnis zu seinen vergleichsweise geringen Kosten im Landeshaushalt?
  3. Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, damit Audiodeskription, barrierefreie Kommunikation und begleitende Serviceleistungen langfristig zum Regelangebot aller öffentlich geförderten Berliner Bühnen gehören?
  4. Welche Priorität misst Ihre Partei der kulturellen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im Verhältnis zu möglichen Kürzungen im Berliner Kulturhaushalt bei?
  5. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, inklusive Kulturangebote als verpflichtenden Bestandteil öffentlicher Kulturförderung gesetzlich oder förderrechtlich zu verankern? Wenn ja: wie konkret?

Stand: 29.  Mai 2026

Wahlprüfsteine von UNISONO Deutsche Musik- und Orchestervereinigung zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026

 Zukunft der Orchester- und Klangkörperlandschaft in Berlin

Berlin ist weltweit Musik- und Kulturmetropole. Die Orchester, Opernhäuser und Rundfunkensembles prägen die internationale Ausstrahlung der Stadt ebenso wie das kulturelle Leben in den Bezirken. Gleichzeitig geraten viele Einrichtungen durch steigende Kosten, unsichere Finanzierungsstrukturen und den zunehmenden Druck auf öffentliche Haushalte unter Druck.

UNISONO bittet die Parteien zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 um Stellungnahme zu folgenden Fragen:

  1. Kulturpolitischer Stellenwert
    1. Welchen Stellenwert messen Sie Kultur und insbesondere der Berliner Orchester- und Klangkörperlandschaft für Berlin als Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftsstandort bei?
    2. Wie wollen Sie verhindern, dass Kultur bei angespannten Haushaltslagen weiter unter Kürzungsdruck gerät?
    3. Teilen Sie die Auffassung, dass Orchester, Opern, Rundfunkensembles und Musikschulen Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sind?
      Falls ja: Welche politischen Konsequenzen ziehen Sie daraus?

  2. Eigenständige Kulturpolitik in Berlin
    1. Setzen Sie sich dafür ein, dass Kultur weiterhin durch ein eigenständiges Ressort vertreten wird?
    2. Falls nein: Wie soll die politische Sichtbarkeit und Durchsetzungsfähigkeit von Kultur künftig gewährleistet werden?

  3. Zukunft der Berliner Orchester- und Klangkörper
    1. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie zur langfristigen Sicherung der Berliner Orchester-, Rundfunk- und Klangkörperlandschaft?
    2. Wie wollen Sie sicherstellen, dass Tarifsteigerungen (TV-L/TVöD) bei öffentlich finanzierten Klangkörpern refinanziert werden?
    3. Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit zwischen Land Berlin, Bund und öffentlich-rechtlichem Rundfunk bei der langfristigen Sicherung der Rundfunkorchester und Chöre?
    4. Wie bewerten Sie die Gefahr eines schleichenden Qualitätsabbaus durch strukturelle Unterfinanzierung?
  1. Hauptstadtfinanzierungsvertrag (HFV)
    1. Welche kulturpolitischen Ziele sollte Berlin aus Ihrer Sicht in die anstehenden Neuverhandlungen des Hauptstadtfinanzierungsvertrags einbringen?
    2. Sollte der Bund seine strukturelle Mitverantwortung für kulturelle Einrichtungen mit nationaler und internationaler Bedeutung künftig ausweiten?
      Falls ja: Nach welchen Kriterien?
    3. Unterstützen Sie die Forderung, die Mittel des Hauptstadtfinanzierungsvertrags bedarfsgerecht zu erhöhen und künftig dauerhaft zu dynamisieren, damit insbesondere Tarif-, Betriebs- und Kostensteigerungen verlässlich abgebildet werden?

  2. Kultur und kommunale Finanzkrise
    1. Welche Auswirkungen hat die kommunale Finanzkrise aus Ihrer Sicht auf die kulturelle Infrastruktur Berlins?
    2. Wie wollen Sie sicherstellen, dass notwendige Investitionen und Sanierungen bei zentralen Kulturinstitutionen wie der Komischen Oper oder der Berliner Philharmonie verlässlich finanziert werden, ohne die laufende kulturelle Infrastruktur zu belasten?
    3. Wie wollen Sie verhindern, dass steigende Sozial- und Pflichtausgaben zulasten von Kultur gehen?
    4. Unterstützen Sie Modelle eines kommunalen Lastenausgleichs oder anderer struktureller Entlastungsmechanismen zugunsten kultureller Infrastruktur?

  3. Kulturstadt Berlin, Nachwuchs und Demokratie
    1. Wie stellen Sie sicher, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Einkommen Zugang zu Musik, Konzerten, Oper, Orchestern und musikalischer Bildung erhalten?
    2. Welche Bedeutung messen Sie Klangkörpern, Musikschulen und kultureller Bildung für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Teilhabe bei?
    3. Wie wollen Sie Nachwuchsförderung, künstlerische Qualität und faire Arbeitsbedingungen für Musikerinnen und Musiker langfristig sichern?

 

Wahlprüfsteine Berliner Museumsverband e.V.

  1. Kultur als Pflichtaufgabe

Angesichts der Kürzungen im Kulturetat wurde verstärkt auf die Bedeutung der Kultur für Berlin aufmerksam gemacht. Setzen Sie sich dafür ein, Kultur als Pflichtaufgabe zu verankern mit dem Ziel, 3 % des Berliner Landeshaushalts für kulturelle Zwecke einzusetzen? ja/nein; bitte begründen Sie.

  1. Finanzierung

Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser stehen durch Inflation, Tarif- und Betriebskostensteigerungen unter Druck, während gleichzeitig Mittel für Innovationsprozesse benötigt werden. Unterstützen Sie die Einrichtungen in diesem Spannungsfeld? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.

  1. Räume

Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser brauchen geeignete und bezahlbare Räume. Werden Sie Themen wie Probleme mit der landeseigenen Immobilienverwaltung, fehlende Depotflächen, Verdrängung, unzureichende Barrierefreiheit sowie Sanierungsbedarf angehen? ja/nein; welche Schwerpunkte setzen Sie?

  1. Sammlungen

Museen und Gedenkstätten bewahren unser kulturelles Erbe. Diese oft nicht-sichtbare Aufgabe erfordert viele Ressourcen. Planen Sie Maßnahmen, um z. B. Sammlungsqualifizierung, Provenienzforschung und Kulturgutschutz/Notfallvorsorge strukturell zu stärken? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.

  1. Teilhabe

Kulturelle Teilhabe braucht niedrigschwelligen Zugang zu Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäusern. Werden Sie sich für die Ermöglichung von Angeboten wie z. B. dem Museumssonntag sowie sozialverträgliche Preise für Ausstellungen und Programme einsetzen? ja/nein; welche Schwerpunkte setzen Sie?

  1. Bildung

Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser sind wichtige außerschulische Lernorte; allerdings fehlen die Mittel für eine kontinuierliche kulturelle Bildungs- und Outreacharbeit. Planen Sie konkrete Maßnahmen, um diese strukturell und dauerhaft zu fördern? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.

  1. Ausstellungen

Ausstellungen sind der sichtbarste Teil musealer Arbeit. Insbesondere kleineren Einrichtungen fehlt oft eigenes Budget für Ausstellungen, zugleich konkurrieren sie um wenige Fördertöpfe. Wird sich Ihre Partei für eine Verbesserung der Situation einsetzen? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.

  1. Transformation

Museen, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser benötigen dringend Unterstützung bei Transformationsprozessen, z.B. im Bereich Diversität/Antidiskriminierung, Inklusion, Digitalität und Nachhaltigkeit. Setzen Sie sich für diese Querschnittsthemen ein? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.

  1. Erinnerungskultur

Erinnerungskultur zu NS-Verbrechen, SED-Diktatur und Kolonialismus steht angesichts gesellschaftlicher Polarisierung, schwindender Zeitzeugenschaft und wachsender Desinformation vor vielen Herausforderungen. Unterstützen Sie die Finanzierung dieser Arbeit? ja/nein; nennen Sie 1–3 konkrete Maßnahmen.

  1. Unabhängigkeit

Angesichts aktueller Debatten um politische Einflussnahme auf Kultureinrichtungen und Juryverfahren: Ergreifen Sie strukturelle Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die inhaltliche Unabhängigkeit ein Grundprinzip der Berliner Kulturförderung bleibt? ja/nein; nennen Sie 1-3 konkrete Maßnahmen.

 

Wahlprüfsteine
Fassung 1. Juni 2026 (redaktionelle Änderungen vorbehalten)

2023 wurde „Zirkus als eigenständige Form der Darstellenden Kunst“ in die Liste des deutschen
immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Mit seinen interdisziplinären Formen und vielfältigsten
Ausprägungen nutzt der Zirkus verschiedenste Bühnen und Räume und stellt eine weitere Form
neben Theater und Tanz dar. Dennoch wird die Eigenständigkeit des Zirkus, insbesondere, was
die Förderung der Szene und Kunstform angeht, noch nicht in der Praxis anerkannt.

Nach bereits über 100-jähriger Tradition des Zirkus in Berlin hat sich in den letzten Jahrzehnten
eine lebendige Szene der zeitgenössischen Zirkuskunst gebildet. Mit dem Chamäleon Theater
hat Berlin das einzige Theater Deutschlands, welches ausschließlich Zeitgenössischen Zirkus pro
grammiert – mit Erfolg. Berlin war bisher auch Anziehungsort für internationale Zirkuskünstler*innen
und bietet zudem eine große Bandbreite an zirkuspädagogischen Angeboten.

Der Anteil selbständig tätiger Zirkusschaffender in Berlin liegt nach einer ersten Datenerhebung
der Szene voraussichtlich zwischen 70 % und 85 %. Der hohen Selbstständigen-Quote steht eine
minimale Institutionalisierung gegenüber. Auf Basis der erreichten Stichprobe einer Befragung im
Projekt “Act One – Kultur- und Arbeitsmarkt für Zirkus in Berlin”* und vergleichbarer Szenen ist von
mehreren hundert bis über tausend aktiven Zirkusschaffenden in Berlin auszugehen – eine rele
vante Szene.

Die Berliner Zirkusszene trägt zu einer lebendigen und kulturell vielfältigen Stadt bei, durch Inter
disziplinarität, Internationalität, niedrigschwelliger Zugänge und steigenden Publikumszahlen,
z.B. beim Berlin Circus Festival.

Zirkuskunst in Berlin ist ausschließlich privatwirtschaftlich organisiert. Eine der größten Schwierig
keiten für Zirkusakteur*innen ist der Mangel an und die Bezahlbarkeit von Spielstätten und Pro
duktionsorten. Produktionen müssen woanders erarbeitet und aufgeführt werden. Trotz der Soli
darität innerhalb der Szene ist der Verbleib im Spannungsfeld zwischen Arbeitsmöglichkeiten
und Lebenshaltungskosten nicht gesichert – prekäre Lebensrealitäten sind nachweislich verbrei
tet.

Das CIRCUS HUB Berlin fordert:

Anerkennung des Zirkus als eigenständige Sparte der darstellenden Künste und Bewegungs
künste in Berlin

Die Stärkung der Zugänglichkeit für Zirkusakteur*innen zu Förderprogrammen durch
Nennung und Sichtbarkeit des „Zirkus“ als eigene Sparte – zur Zielgruppenansprache und Ent
wicklung einer Förderkultur für den Zirkus.

Einführung eines eigenen Titels innerhalb der Maßnahmengruppe 02 „Zeitgenössischer Zirkus und
Artistik“ im Einzelplan 08 des Berliner Haushaltsplans.

Eine verbindliche Förderquote von 5-10% der Mittel der freien darstellenden Künste für „Zeitge
nössischer Zirkus und Artistik“.
Ein eigenständiges Produktionsförderprogramm und Residenzprogramm für den Zirkus, um künst
lerisches Arbeiten zu ermöglichen und so auch nachhaltig Trainings- und Produktionsorte sowie
Veranstaltungsstätten für den Zirkus zu stärken.


Wie möchten Sie dafür sorgen, dass Zirkus als eigenständige Form der Darstellenden Kunst in
Berlin sichtbar und gefördert wird?

Finanzierung einer Anlaufstelle für die Zirkusszene
Solide Finanzierung eines Zirkusbüros – als erste und einzige Anlaufstelle für die freiberuflichen
Akteur*innen der Zirkuskünste und der Zirkuspädagogik in Berlin.

Wie sehen Sie eine Finanzierung einer strukturell-wirkenden Anlaufstelle für die professionelle
Zirkus-Szene in Berlin?

Stärkung der diversen und internationalen freien Szene durch Öffnung von Räumen für die Produktion und Aufführung von Zirkuskunst

Berücksichtigung der Zirkusakteur*innen und Institutionen bei der Vergabe von landeseigenen
Immobilien und Flächen, welche für Zirkus geeignet sind oder nutzbar gemacht werden können.

Was planen Sie und Ihre Partei, damit Zirkusakteur*innen Berlin nicht verlassen müssen, weil der
Markt durch fehlende Räume und Spielstätten für Zirkus stark begrenzt ist?

Sicherung der Kulturellen Bildung
Berlin hat den größten Anteil an Kinder- und Jugendzirkussen in ganz Deutschland und bietet
niedrigschwelligen Zugang zu Möglichkeiten der dezentralen, kulturellen Bildung.
Wir empfehlen eine langfristig gesicherte Finanzierung von Angeboten im Bereich Kinder- und
Jugendzirkus, um Planungssicherheit der Standorte der kulturellen Zirkusbildung und deren An
gebote zu gewährleisten sowie Scheinselbständigkeit dank geeigneter Personalfinanzierung
vorzubeugen.

Wie stellen Sie sicher, dass Kinder- und Jugendzirkusse über ausreichend personelle Ressourcen
verfügen, um zuverlässig die notwendigen Angebote in der kulturellen Bildung – die Verbindung
von Pädagogik und Zirkuskunst aufrecht zu erhalten?

Ein Kulturfördergesetz für Berlin
Wir schließen uns den Forderungen der Berliner Kulturkonferenz zudem an und begrüßen ein zu
künftiges Kulturfördergesetz für Berlin, in dem der Zirkus berücksichtigt wird!
Wie sehen Sie die Forderung nach einem Berliner Kulturfördergesetz und die dauerhafte Absi
cherung der Kultur durch 3% des Berliner Landeshaushalts?

Wir sind neugierig Ihre Antworten zu lesen.
*Im Rahmen des Projekts „Act One – Kultur- und Arbeitsmarkt für Zirkus in Berlin“ wurden erstmals Recherchen und
Forschungen zur Zirkus-Szene in Berlin durchgeführt. Informationen und Ergebnisse werden auf der Webseite fo
rum-neuer-zirkus.de und abschließend in einer Publikation veröffentlicht.
Das Projekt „Act One“ wurde finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie
durch das Land Berlin – Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Forum Neuer Zirkus e.V. web: forum-neuer-zirkus.de

Wahlprüfsteine
Fassung März 2026

  1. Bibliotheken sind Pflicht: Öffentliche Bibliotheken stellen den Zugang zu Information sicher und schützen die Meinungsfreiheit und -vielfalt – sie müssen als Pflichtaufgabe des Landes und der Bezirke gesetzlich verankert und auskömmlich finanziert werden.
  2. Bibliotheken sind unabhängig: Öffentliche Bibliotheken leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Meinungs- und kulturellen Vielfalt – sie müssen frei sein in der Auswahl und Kuratierung ihrer Medienbestände, digitalen Ressourcen und ihrer Programm- und Veranstaltungsarbeit.
  3. Berlin braucht eine Zentral- und Landesbibliothek unter einem Dach.

Wahlprüfsteine für die Wahl zum Abgeordnetenhaus Berlin am 20.09.2026

Sehr geehrte Vorsitzende der im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen demokratischen Parteien,
am 20. September 2026 findet die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin statt. Vor der Wahl möchten wir den Wählerinnen und Wählern, den in Bibliotheken Beschäftigten, den Förder*innen und Partner*innen der Bibliotheken sowie unseren im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) organisierten Mitgliedern eine Orientierung ermöglichen.
Zu diesem Zweck hat der Landesverband Berlin des dbv in Abstimmung mit der Landesgruppe Berlin des BIB und dem VDB-Regionalverband Berlin-Brandenburg- Mecklenburg-Vorpommern Wahlprüfsteine definiert und sendet diese hiermit an Sie, um Ihre Positionen, Konzepte und Zielvorstellungen zu verschiedenen Aspekten und Entwicklungen der Berliner Bibliotheken zu erfahren.

Rechtliche Absicherung der Berliner Bibliotheken
Zwei Drittel aller Länder der EU verfügen über Bibliotheksgesetze. Bibliotheksgesetze sind konkreter Ausdruck des politischen Willens eines Landes, Bibliotheken zu fördern. Eine vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquete- Kommission hat bereits 2007 den Bundesländern empfohlen: „…Aufgaben und Finanzierung der öffentlichen Bibliotheken in Bibliotheksgesetzen zu regeln“. […] Öffentliche Bibliotheken sollen keine freiwillige Aufgabe sein, sondern Pflichtaufgaben werden.“
Mehrere Bundesländer sind in den letzten Jahren der Empfehlung gefolgt und haben Bibliotheksgesetze erlassen, so z.B. Thüringen (2.7.2008), Sachsen-Anhalt (17.6.2010), Hessen (9.9.2010), Rheinland-Pfalz (19.11.2014) und Schleswig- Holstein (30.8.2016). Nordrhein-Westfalen hat ein Kulturfördergesetz (24.12.2014), das die gesetzliche Förderung der Bibliotheken beinhaltet.
Im Koalitionsvertrag der Berliner Landesregierung von 2023 wurde als Ziel ein Bibliotheksgesetz für Berlin benannt. Zitat: „Als beliebteste Kultureinrichtungen Berlins wollen wir die Bibliotheken mithilfe eines Bibliotheksgesetzes als Orte des Wissens, der Wissensvermittlung sowie als Orte der kulturellen, sozialen und digitalen Teilhabe und als „Dritte Orte“ weiterentwickeln.”
Für Berlin liegt aktuell ein Referentenentwurf der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vor, aber bis heute haben Senat und Abgeordnetenhaus von Berlin kein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren beschlossen.
Fragen:
a) Wird Ihre Partei einen Antrag zur Schaffung eines Berliner Bibliotheksgesetzes einbringen?
b) Wenn ja: Wie zeitlich prioritär werden Sie das tun?
c) Stimmen Sie den Forderungen der Enquete-Kommission zu und wollen Sie die durch die Öffentlichen Bibliotheken erbrachten Basisleistungen zur Pflichtaufgabe erklären?
d) Welche konkreten Leistungen und Standards sollte aus Ihrer Sicht ein solches Bibliotheksgesetz, auch in Abstimmung mit dem Bibliotheksentwicklungsplan von Berlin, beinhalten?

Entwicklung der Berliner Öffentlichen Bibliotheken
Im Jahr 2021 beschloss das Berliner Abgeordnetenhaus ein im Rahmen eines partizipativen Verfahrens und unter Einbeziehung der Bezirke erstelltes Bibliotheksentwicklungskonzept 2021 – 2025.
Fragen:
a) Wie bewerten Sie die Umsetzung dieses Konzeptes?
b) Befürwortet Ihre Partei eine Fortschreibung dieses Konzeptes?
c) Welche Rolle sprechen Sie Zielvereinbarungen zwischen Land und Bezirken zur Umsetzung zu?
d) Steht Ihre Partei hinter diesem Konzept und wollen Sie, dass das noch nicht Erreichte verwirklicht wird?

Ein gemeinsames Haus für die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)

Berlin braucht endlich eine ausreichend große und zeitgemäß ausgestattete Zentralbibliothek für die gesamte Bevölkerung. Außerdem muss die ZLB auch ihren landesbibliothekarischen Aufgaben angemessen gerecht werden können, was insbesondere die konservatorisch korrekte Magazinierung der bei ihr verwahrten Kulturgüter des Landes Berlin betrifft. Um zeitgemäße Bibliotheksarbeit für Berlin zu garantieren, muss für die Bibliothek ein neues Gebäude gefunden werden. Die Berliner Stadtbibliothek und die Amerika-Gedenkbibliothek sind seit Jahren übernutzt, bieten viel zu wenig Publikumsfläche, die Gebäude sind überaus marode und ständig Havarien ausgesetzt.
Fragen:
a) Wie bewerten Sie die Arbeit der ZLB Berlin?
b) Welche Gründe sehen Sie für eine Zusammenführung der beiden Standorte der ZLB?
c) Setzen Sie sich dafür ein, dass dieses Ziel endlich verwirklicht wird und wie prioritär wollen Sie es verwirklichen?
d) Wie stehen Sie zur Verwirklichung dieses Ziels am Ort der Galeria am Alexanderplatz?

Sonntagsöffnung auch für Bibliotheken möglich machen
Alle Kulturstätten dürfen am Sonntag mit vollem Service öffnen. Öffentlichen Bibliotheken wird dies verwehrt. Öffentliche Bibliotheken in NRW dürfen sonntags mit Personal öffnen. Das Bundesverwaltungsgericht hat im Dezember 2024 die Klage von ver.di abgewiesen und damit die Sonntagsöffnung endgültig für rechtens erklärt. Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer setzt sich für eine bundesweite Öffnung öffentlicher Bibliotheken an Sonn- und Feiertagen ein.
Frage:
Ist Ihre Partei dafür, die Sonntagsöffnung für Berliner öffentliche Bibliotheken mit vollem Service zu ermöglichen und warum?

Schulbibliotheken
Mit der Novellierung des Schulgesetzes fand 2021 ein Paradigmenwechsel hinsichtlich der Bedeutung von Schulbibliotheken statt. Erstmalig wurde im §16 (2) der Bestandsschutz von bereits bestehenden Schulbibliotheken aufgenommen sowie die Errichtung neuer Schulbibliotheken bei Bewilligung durch die Schulkonferenz in Aussicht gestellt. Neu war ebenso die Bereitstellung zweckgebundener Etatmittel für die Erfüllung von Schulbibliotheksaufgaben.
Fragen:
a) Wie wollen Sie in der kommenden Legislatur sicherstellen, dass Schulbibliotheken in Berlin dauerhaft mit ausreichenden Mitteln für Medien, Räume und digitale Infrastruktur ausgestattet werden und perspektivisch über qualifiziertes Personal verfügen – insbesondere an Schulen in sozial herausgeforderten Lagen?
b) Welche konkreten Schritte planen Sie, um die Zusammenarbeit von Schulbibliotheken und Öffentlichen Bibliotheken zu stärken und Schulbibliotheken verbindlich in Bildungs- und Bibliotheksentwicklungsplanung sowie Gremien einzubeziehen?

Themenfeld „Open Research“
Alle Mitglieder der vom Land Berlin getragenen Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen sollen die Möglichkeit haben, Open Research zu praktizieren. Sie sollen der Gesellschaft eigene Forschung aktiv offen zugänglich machen und zugleich selbst in ihrer wissenschaftlichen Arbeit von den Vorteilen offener Forschung profitieren. Dazu zählt insbesondere der Zugang zu offenen Daten, Publikationen und Ressourcen (z.B. digitalen Archiven). Die kollaborative Wissensproduktion zwischen Wissenschaft, Kultur und weiteren Wissenssystemen in einem offenen, werteorientierten Rahmen gilt es dabei zu unterstützen. Das Berliner Hochschulgesetz verpflichtet die Einrichtungen des Landes zur Förderung dieser Praktiken offener Wissenschaft (§ 41 Abs. 2 BerlHG).
Fragen:
a) Die AG Landesinitiative Open Research Berlin, mit Vertretern der Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen, bereitet eine Open-Research- Strategie vor, die in den politischen Diskussionsprozess eingebracht werden soll. Werden Sie die Verabschiedung und die anschließende Umsetzung der Open-Research-Strategie aktiv unterstützen?
b) Welche strukturellen, regulatorischen oder finanziellen Maßnahmen zur Förderung von Informationsinfrastrukturen beabsichtigen Sie zu treffen?
c) Werden Sie den Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen Mittel zur Bewältigung der Open-Access-Transformation in Form einer echten Zusatzfinanzierung bereitstellen?

Mit freundlichen Grüßen
Regina Kittler
Vorsitzende des Landesverbandes Berlin im DBV e.V.

 

  1. Mindesthonorare für die künstlerische Arbeit
    Künstlerische Honorare werden im Rahmen der Berliner Kulturförderung bislang nicht einheitlich und nicht in allen Förderprogrammen durch verbindliche Mindesthonorare geregelt. Honorarempfehlungen der Berufsverbände haben je nach Förderbereich einen unterschiedlichen Stellenwert und sind nicht durchgängig verpflichtend anzuwenden. Zur Sicherstellung einer verbindlichen Vergütung künstlerischer Arbeit im Rahmen öffentlicher Kulturförderung bedarf es verbindlicher Mindesthonorare für alle künstlerischen Leistungen, die im Rahmen oder unter Nutzung öffentlicher Förderungen des Landes Berlin erbracht werden. Die Festlegung dieser Mindesthonorare sollte sich an den Honorarempfehlungen der jeweiligen Berufsvertretungen orientieren und durch die zuständige Senatsverwaltung verbindlich geregelt werden. Zudem ist eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Mindesthonorare in Abstimmung mit den Berufsvertretungen erforderlich.

    1. Unterstützen Sie die Einführung verbindlicher Mindesthonorare für künstlerische Leistungen im Rahmen der öffentlichen Kulturförderung des Landes Berlin?
    2. Falls ja: Mit welchen konkreten Instrumenten soll die Verbindlichkeit umgesetzt werden, für welche Förderbereiche soll sie gelten und bis wann soll sie in Kraft treten? 
    Falls nein: Welche alternativen Maßnahmen planen Sie zur Sicherstellung fairer Vergütung?
    3. Der FABiK (Fonds für Ausstellungsvergütung in kommunalen Galerien, erkämpft 2016 mit verbindlichen Leitlinien) wurde 2025 komplett ausgesetzt und für 2026/2027 von 650.000 auf 500.000 Euro gekürzt. Setzen Sie sich dafür ein, das ursprüngliche Niveau von 650.000 Euro wiederherzustellen?
    4. Falls ja: Was wollen Sie wann tun, um dies zu verwirklichen? 

  2. Kunst im öffentlichen Raum

    Kunst im öffentlichen Raum ist weit mehr als ästhetische Gestaltung: Sie belebt Städte, schafft offene Orte der Begegnung, fördert aktive Beteiligungsprozesse und bildet eine tragende Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe sowie eine lebendige demokratische Verständigung.
    Trotz dieser gesellschaftlichen Relevanz von Kunst im öffentlichen Raum wurden die Mittel des Landes Berlin für Kunst im Stadtraum (Haushaltstitel 81278) seit 2024 um 66 Prozent auf nur noch 125.000 Euro gekürzt (Ausgangswert 375 TE im Jahr 2024). Die Mittel für Bezirkliche Kulturelle Projekte im Stadtraum (Draussenstadt) wurden im Haushalt 2026/27 komplett gestrichen, ein Verlust von 500.000 Euro. Selbst die Landeshauptstadt Düsseldorf hat einen Jahresansatz von 650.000 Euro für Kunst im Stadtraum, von München (800.000 Euro) und Wien (900.000 Euro) ganz zu schweigen.
    Zudem entstehen an vielen Orten in Berlin Neue Stadtquartiere. Kunst im öffentlichen Raum wurde in diesen Planungen bisher nicht berücksichtigt, Investoren und die Immobilienwirtschaft wurden dazu nicht verpflichtet.
    Von verschiedenen Seiten wird die Forderung erhoben, die Berliner Bezirke mit jährlich jeweils 100.000 Euro für eigenständige Aktivitäten für Kunst im Stadtraum auszustatten.

    1. Was werden Sie unternehmen, um die Kunst im Stadtraum in Berlin dem Anspruch einer internationalen Metropole entsprechend auszustatten?
    2. Was werden Sie unternehmen, damit die Stadträume der neuen Stadtquartiere auch Kunst im Stadtraum erhalten und somit über eine lebenswerte Aufenthaltsqualität verfügen?
    3. Was werden Sie unternehmen, um die Handlungsmöglichkeiten der Berliner Bezirke für Kunst im Stadtraum deutlich zu verbessern?

  3. Atelierförderung

    Rund 10.000 bildende Künstler*innen arbeiten in Berlin, doch 63 % verfügen über kein Atelier, 87 % suchen eines.
    Ursachen sind Verdichtung, Gentrifizierung und ein unregulierter Gewerbeimmobilienmarkt. Dabei sind Ateliers keine Luxus-, sondern Produktionsorte – ihr Verlust führt für über die Hälfte der Betroffenen zur Berufsaufgabe. Das Arbeitsraumprogramm (ARP) sichert über ein Generalmietermodell bezahlbare Räume und bildet damit die infrastrukturelle Grundlage künstlerischer Produktion in der Stadt. Umso gravierender sind die aktuellen Kürzungen: Trotz wachsendem Landeshaushalt werden die Mittel für den Ausbau von Arbeitsräumen um über 90 % reduziert – bei einem dokumentierten Bedarf von mindestens 3.000 Ateliers und einem Fehlbetrag von über 23 Mio. €. Eingeschränkte Verpflichtungsermächtigungen verunmöglichen zudem langfristige Mietverträge und damit jede Planungssicherheit. Die aktuelle Haushaltspolitik gefährdet damit nicht nur einzelne Programme, sondern die strukturelle Grundlage künstlerischer Arbeit in Berlin.

    1. Fortführung und Erweiterung der Kürzungen wesentlicher Haushaltstitel
    Mit welchen konkreten Schritten werden Sie in der nächsten Legislaturperiode die strukturelle Sicherung und den Ausbau von Arbeitsräumen für Künstler*innen in Berlin gewährleisten – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Kürzungen? Bitte führen Sie aus, wie Sie (1) die Finanzierung und Priorisierung im Landeshaushalt neu ausrichten, (2) zusätzliche Atelierflächen – etwa in landeseigenen Immobilien – erschließen, (3) Instrumente wie Ankäufe durch Landesunternehmen einsetzen und (4) Planungssicherheit für bestehende Standorte herstellen. Welche Zielgrößen, Zeitpläne und finanziellen Mittel legen Sie dabei zugrunde?

    2. Restriktive Haushaltspolitik und Umgang mit Verpflichtungsermächtigungen
    Langfristige Hauptmietverträge sind eine zentrale Voraussetzung für bezahlbare Konditionen, stabile Arbeitsbedingungen und die Funktionsfähigkeit des Arbeitsraumprogramms insgesamt. Wie werden Sie haushaltspolitisch sicherstellen, dass Verlängerungen von Hauptmietverträgen mit Laufzeiten von mindestens fünf Jahren wieder ermöglicht werden? Bitte erläutern Sie, inwiefern Sie die Entsperrung von Verpflichtungsermächtigungen – insbesondere ohne jährliche Wertgrenzenanpassung – unterstützen und welche weiteren Instrumente Sie einsetzen wollen, um Mindestvertragslaufzeiten abzusichern und bestehende Atelierstandorte nachhaltig zu sichern.

    3. Kritische Umsetzungspläne der Haushaltskürzungen der SenKGZ
    Die Förderrichtlinien im Arbeitsraumprogramm bilden das Fundament der Atelierförderung. Vor dem Hintergrund, dass die SenKGZ (vgl. Rote Nummer 2026 DE) Konditionsanpassungen vorsieht, die für rund 85 % der Künstler*innen nicht tragbar wären – bei zugleich weitgehend stagnierenden Einkommen trotz, steigenden Lebenshaltungskosten und Inflation: Mit welchen konkreten Maßnahmen werden Sie künftig bezahlbare Fördermiethöhen sichern und eine Verdrängung der bisherigen Zielgruppe verhindern?

    4. Das Arbeitsraumprogramm
    Wie bewerten Sie die aktuelle Struktur und Steuerungsfähigkeit des Arbeitsraumprogramms – und welche konkreten strukturellen Anpassungen planen Sie, um Effizienz, Transparenz und die Sicherung bezahlbarer Arbeitsräume zu verbessern? Bitte erläutern Sie insbesondere Ihre Position zu einer Übertragung der Trägerschaft der Atelierförderung an das Atelierbüro im Kulturwerk des bbk berlin sowie zur Stärkung bestehender Trägerstrukturen (z. B. durch die Einführung einer institutionellen Förderung der GSE).

    5. Atelierwohnungen
    Berlin steht vor einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum und Ateliers zugleich. Atelierwohnungen können beide Bedarfe verbinden. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie ergreifen, um Atelierwohnungen verbindlich in der Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik zu verankern – insbesondere hinsichtlich ihrer Aufnahme in die Wohnraumförderungsbestimmungen (WFB), klarer Zielquoten im Neubau und der Einbindung landeseigener Wohnungsbaugesellschaften?

  4. Professionalisierungsmaßnahmen für bildende Künstler*innen

Die Finanzierung von Professionalisierungsmaßnahmen für bildende Künstler*innen ist für Berlin kulturpolitisch essenziell, da sie die strukturelle Prekarität eines überwiegend projektbasierten und freiberuflichen Arbeitsfeldes abfedert. Sie trägt dazu bei, faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen, indem sie ungleiche Zugänge zu Wissen, Netzwerken und Ressourcen ausgleicht. Gleichzeitig stärkt sie die Qualität, Nachhaltigkeit und internationale Sichtbarkeit künstlerischer Produktion und festigt die kulturelle Infrastruktur Berlins als bedeutenden Kunststandort. Professionalisierungsinvestitionen sind somit nicht nur individuelle Fördermaßnahmen, sondern ein zentraler Bestandteil der langfristigen Sicherung kultureller Vielfalt, Innovationskraft und demokratischer Teilhabe in der Stadt.

1. Welche Bedeutung misst Ihre Partei der Professionalisierung und kontinuierlichen Weiterbildung bildender Künstler*innen bei, insbesondere im Hinblick auf selbstständige Erwerbsbiografien und sich wandelnde Arbeitsbedingungen? 
2. Wie sollte aus Sicht Ihrer Partei die Finanzierung von Qualifizierungs- und Professionalisierungsmaßnahmen für bildende Künstler*innen grundsätzlich ausgestaltet sein, um Kontinuität, Planungssicherheit und Qualität solcher Angebote zu gewährleisten?

5. Vertrauensstelle Bildende Kunst
Sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch und Diskriminierung stellen auch im Bereich der bildenden Kunst ein strukturelles Problem dar. Die Arbeitsrealitäten bildender Künstler*innen sind dabei in besonderer Weise geprägt durch selbstständige, projektbasierte und institutionenübergreifende Tätigkeiten, häufig ohne feste Anstellungsverhältnisse oder klar definierte Arbeitgeberstrukturen.
Gerade diese spezifischen Produktions- und Abhängigkeitsverhältnisse erfordern fachlich spezialisierte, niedrigschwellige und vertrauliche Beratungs- und Unterstützungsangebote, die auf die besonderen Bedingungen der bildenden Kunst zugeschnitten sind.

Wie bewertet Ihre Partei den Bedarf nach einer auf die bildende Kunst spezialisierten Vertrauensstelle, insbesondere vor dem Hintergrund überwiegend selbstständiger, projektbasierter und institutionenübergreifender Arbeitsweisen

6. Kunstfreiheit
Die Kunstfreiheit ist durch Art. 5 Abs. 3 GG verfassungsrechtlich garantiert und bildet eine zentrale Grundlage pluralistischer Kulturpolitik. Aktuelle Vorgänge in Berlin und auf Bundesebene geben jedoch Anlass, die praktische Umsetzung dieser Garantie kritisch zu hinterfragen: Ein interner Bericht der Antikorruptionsbeauftragten der Senatsverwaltung für Kultur legt nahe, dass Förderbescheide möglicherweise unter Umgehung zuwendungsrechtlicher Prüfpflichten erstellt wurden. Dem Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses vorliegende Kommunikation zwischen Abgeordneten und der Kultursenatorin deuten auf einen erheblichen Verdacht auf unzulässige politische Einflussnahme auf Vergabeentscheidungen hin. Unabhängig von der abschließenden Bewertung dieser konkreten Vorgänge zeigt sich strukturell, dass Künstler*innen, die zu gesellschaftlichen und geopolitischen Fragen öffentlich Stellung beziehen, sich zunehmend dem Risiko ausgesetzt sehen, in ihrer künstlerischen Arbeit eingeschränkt oder im Zugang zu öffentlich geförderten Institutionen benachteiligt zu werden. Die Unabhängigkeit von Förderentscheidungen sowie die freie Zugänglichkeit von Präsentationsorten sind jedoch konstitutiv für eine offene und pluralistische Kulturlandschaft.

1.Kunstfreiheit umfasst nicht nur die rechtliche Garantie des Art. 5 Abs. 3 GG, sondern erfordert auch aktive politische Rahmenbedingungen, die ihre Ausübung in der Praxis sichern. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um die Kunstfreiheit in Berlin strukturell zu stärken und sicherzustellen, dass Künstler*innen ihre Arbeit unabhängig von politischem oder institutionellem Druck frei gestalten können?
 

  1.   Welche konkreten strukturellen Maßnahmen planen Sie, um sicherzustellen, dass Vergabeverfahren des Landes Berlin transparent, nach ausschließlich fachlichen Kriterien und frei von politischer Einflussnahme gestaltet sind – und wie wollen Sie die Unabhängigkeit von Jurys und Beiräten institutionell absichern?

3.         Wie stellen Sie sicher, dass der Zugang zu staatlich geförderten Präsentationsorten ausschließlich nach künstlerischen Kriterien erfolgt – und welche Maßnahmen planen Sie, damit der Staat die Präsentationsfreiheit von Künstler*innen nicht mittelbar durch Einfluss auf geförderte Institutionen einschränkt?

  1. Altersarmut
    Viele künstlerische Erwerbsbiografien sind überwiegend von projektbasierter selbstständiger Arbeit sowie von Unterbrechungen und Teilzeittätigkeit geprägt, was häufig mit schwankenden oder niedrigen Einkommen einhergeht.
    Diese strukturell prekären Bedingungen führen dazu, dass viele Künstler*innen im Alter von Altersarmut bedroht sind. Instrumente wie der Grundrentenzuschlag greifen für zahlreiche Künstler*innen nicht, da neben der Mindestbeitragszeit von 33 Jahren ein Mindesteinkommen von mindestens 30 % des bundesweiten Durchschnittseinkommens erreicht werden muss. Bildende Künstler*innen unterschreiten diese Grenze häufig, was trotz nachgewiesener Lebensleistung faktisch zu einem systematischen Ausschluss vom Grundrentenzuschlag führt. 
    1. Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, um Altersarmut unter freischaffenden Künstler*innen zu verhindern?

2.         Unterstützt Ihre Partei die Senkung der Anspruchsvoraussetzungen für den Erhalt des Grundrentenzuschlags?

WAHLPRÜFSTEIN KULTURELLE STANDORTFÖRDERUNG

BERLIN BRAUCHT EINE FÖRDERUNG GEWACHSENER KULTURSTANDORTE KÜNSTLERISCHER PRODUKTION

  1. Ziel der Förderung

Teilen Sie die Forderung, dass Berlin eine Förderung braucht, deren Ziel die Sicherung und inhaltliche Weiterentwicklung von Kulturstandorten ist, die sich durch einen besonderen Mix von (überwiegend) künstlerischen Arbeitsräumen, Veranstaltungsräumen, Präsentationsräumen, Bildungsräumen, Räumen der sozialen Infrastruktur und Produktionsräumen für (überwiegend kunstnahes) Gewerbe und Kreativwirtschaft auszeichnen; die als Kulturstandorte über ihre künstlerische Funktion hinaus eine markante soziokulturelle Bedeutung für den umgebenden Stadtraum haben und dies durch entsprechende Konzepte und Aktivitäten untermauern?

Wenn nicht: Welche Maßnahmen zur Sicherung gewachsener Kulturstandorte künstlerischer Produktion wie zum Beispiel Uferhallen e.V. und Wiesenburg e.V. im Wedding, das RAW-Gelände in Kreuzberg-Friedrichshain, KAOS e.V in Oberschöneweide, Vollgut e.G.in Neukölln  oder Goerzwerk in Zehlendorf wollen Sie ermöglichen?

 

  1. Art der Förderung

Teilen sie die Forderung, dass eine Kulturelle Standortförderung eine zeitlich begrenzte, verwaltungsarme, nicht-institutionelle Förderung von Infrastrukturkosten in Form von Zuschüssen zur Sicherung eines unter 1. beschriebenen Kulturstandorts sein sollte, die nach einer Evaluation verlängert werden kann?

Teilen Sie die Forderung, dass eine solche Förderung anderen Fördergrundsätzen als im Arbeitsraumprogramm folgen sollte und daher außerhalb des dafür vorgesehenen Haushaltstitels etatisiert werden sollte?

Wenn nicht: Welche Art der Förderung schlagen sie vor? Wo sollte die im Kulturhaushalt etatisiert sein?

 

  1. Gegenstand der Förderung

Teilen Sie die Forderung, dass im Rahmen einer Kulturellen Standortförderung Gegenstand der Förderung ausschließlich Infrastrukturkosten in Gestalt von Miet-, Pacht- oder Kreditzahlungen sowie Verwaltungskosten für Standort- und Facilitymanagement oder einmalige Investitionszuschüsse sein sollten?

Wenn nicht: Welche Standortkosten, sollten förderfähig sein?

 

  1. Subjekte der Förderung

Teilen Sie die Forderung, dass im Rahmen einer kulturellen Standortförderung natürliche oder juristische Personen gefördert werden sollen, die am Standort mieten, pachten oder als Dienstleister Aufgaben im Bereich Standort- und Facilitymanagement wahrnehmen?

Wenn nicht: Wer sollte Subjekt einer kulturellen Standortförderung sein?

 

  1. Fördergrundsätze

Teilen Sie nachfolgende Fördergrundsätze, die über das oben Genannte hinaus in entsprechenden Förderrichtlinien festgeschrieben werden sollten?

Wenn nicht: Mit welcher Begründung? Welche anderen, ergänzenden oder alternativen Fördergrundsätze wären Ihnen wichtig?

 

A: Förderfähigkeit:

Förderfähig im Rahmen einer Kulturellen Standortförderung sind grundsätzlich:

  • Professionelle Künstlerinnen und Künstler mit Lebensmittelpunkt in Berlin gemäß Förderpraxis SenKult
  • Veranstalter aus den Bereichen Musik, Darstellende Kunst, Performance, Tanz, Bildende Kunst, Erinnerungskultur, Soziokultur gemäß Förderpraxis SenKult
  • Betreiber von künstlerischen und kulturellen Projekträumen gemäß Förderpraxis SenKult
  • Akteure der kulturellen Bildung, Kulturvermittlung, Kulturberatung gemäß Förderpraxis SenKult
  • Betreiber von soziokulturellen Begegnungsräumen (inklusive gastronomischer Angebote)
  • Kultur- und kunstnahes Kleingewerbe außerhalb der EU-Beihilferichtlinien (De-minimis-Regelung)

 

B: Fördergrundsätze:

Eine Förderung sollte über o.G. hinaus von folgenden Fördergrundsätzen bestimmt sein, die sich in entsprechend auszuarbeitenden Förderrichtlinien widerspiegeln:

  • Ausschreibung, Bewerbungsverfahren und Juryentscheidung: Die Künstlerische Standortförderung wird von SenKult ausgeschrieben. Die Entscheidung erfolgt in einem transparenten Bewerbungsverfahren durch Juryentscheidung.
  • Konzeptgebundenheit: Antragsteller müssen mit einem Standortkonzept die Zukunftsfähigkeit der Förderung und einen „gesellschaftlichen Mehrwert“ ihres Standortes für den Kietz/ das Quartier/den Stadtraum/ Bezirk/ oder das Land Berlin nachweisen, der über die jeweilige Kunst- und Künstlerförderung hinausweist.
  • Die Kulturelle Standortförderung wird auf fünf Jahre befristet, ist mit VEs abgesichert, wird nach drei Jahren evaluiert und kann auf Antrag durch Juryentscheidung verlängert werden (analog Konzeptförderung in der Darstellenden Kunst)
  • In der Kulturellen Standortförderung sind andere Raum- und Ausstattungsstandards, andere Einkommensgrenzen und -Staffelungen als im Arbeitsraumprogramm möglich, die dem Prinzip höherer Eigenverantwortung und Gestaltungsfreiheit folgen.
  • Bestandsmieter, die nicht förderfähig sind, können am Standort verbleiben, wenn sie Kostenmieten entrichten

Statements der Kandidierenden für das Abgeordnetenhaus

An dieser Stelle  bieten wir Kandidierenden eine Plattform, auf der sie Ihre persönliche Perspektive auf Kultur in Berlin darstellen können.  Die Einladung wurde an die Kandidierenden der CDU, SPD, Linken und Grünen versendet.

Sehr geehrte Kandidatin, sehr geehrter Kandidat,

im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026 startet die Berliner Kulturszene die Kampagne #DeineStimmeFürKultur.

Kulturakteure, Kultureinrichtungen und Kulturverbände aus ganz Berlin machen damit Kultur im Wahljahr sichtbar und die kulturpolitischen Positionen der Kandidierenden öffentlich.

Auf www.berlinistkultur.de bieten wir Ihnen eine Plattform, auf der Sie Ihre persönliche Perspektive auf Kultur in Berlin darstellen können. Wir möchten damit der Kultur eine Stimme geben – und zugleich Ihrer Stimme für Kultur Gehör verschaffen.

Dazu bitten wir Sie um eine kurze Stellungnahme zu folgenden Fragen:

  • Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
  • Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
  • Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
  • Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
  • Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Ihre Antworten veröffentlichen wir auf der Kampagnenseite sowie über unsere Social-Media-Kanäle.

Wir bitten Sie um Ihre Stellungnahme als Text, ergänzt durch ein Foto von Ihnen oder als Video-Statement. Je persönlicher Ihre Antwort ist, desto lebendiger wird der Dialog zwischen Politik und Kultur.

Die kulturpolitischen Forderungen der Berliner Kulturlandschaft finden Sie in den Wahlprüfsteinen und Stellungnahmen der Verbände und Initiativen auf unserer Kampagnenseite.

Bitte senden Sie Ihre Beiträge bis zum 8. Mai 2026 an: info@berlinistkultur.de

Mit Dank und herzlichen Grüßen
Ihr Kampagnenteam

Berliner Kulturkonferenz e. V. / #BerlinIstKultur
info@berlinistkultur.de
www.berlinistkultur.de
@berlinistkultur

Hinweise zur Einreichung:

Textbeitrag, ergänzt durch Foto:

  • Umfang: 800 – 3000 Zeichen

Video- oder Audio-Statement:

  • Länge: 60 – 180 Sekunden

Die Beiträge werden auf www.berlinistkultur.de sowie über die Social-Media-Kanäle der Kampagne veröffentlicht.

Gemeinsame Erklärung und Kampagne der Berliner Kulturlandschaft zur Berlinwahl 2026

Berlin ist Kultur.

Die kulturelle Vielfalt dieser Stadt ist kein Luxus – sie ist Daseinsvorsorge, Wirtschaftsfaktor und Grundlage für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Seit Jahrzehnten prägt Kultur das offene, widersprüchliche und weltweit einzigartige Berlin. Sie schafft Räume für Austausch, Kritik und neue Perspektiven.

Doch diese Vielfalt steht unter Druck: steigende Kosten, unsichere Förderstrukturen, der Verlust kultureller Räume sowie Stellenabbau und prekäre Arbeitsbedingungen gefährden die kulturelle Substanz der Stadt.

Deshalb haben wir uns in der Kampagne #DeineStimmeFürKultur zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern wir von der Politik ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Berliner Kultur:

  • mindestens 3 % des Landeshaushalts für Kunst und Kultur – dauerhaft abgesichert
  • verlässliche Förderstrukturen und ein Kulturfördergesetz
  • faire Honorare und soziale Absicherung
  • Schaffung und Schutz kultureller Räume und Einrichtungen, Investitionsmittel für Kulturbauten und zukunftsfähige Infrastruktur
  • Stärkung von kultureller Bildung und breiter gesellschaftlicher Teilhabe
  • Ausbau von Diskriminierungsschutz und Barrierefreiheit
  • Kultur als Schutzraum für Demokratie und Vielfalt und gesellschaftlichen Dialog
  • Sicherung von Kunstfreiheit und Autonomie der Kultur
  • verbindlicher Dialog mit der Kultur und Beteiligung an kulturpolitischen Entscheidungen

Kultur ist Teil der DNA Berlins.
Wer Kultur sichert, sichert die Zukunft dieser Stadt.

#DeineStimmeFürKultur heißt: Kultur gemeinsam sichtbar machen und verteidigen.
Für ein offenes, demokratisches und vielfältiges Berlin.
Berlin ist Kultur. Und Kultur braucht unsere Stimme – jetzt.

Die Unterzeichnenden haben sich zur Berlinwahl 2026 in der Kampagne #DeineStimmeFürKultur zusammengeschlossen. Gemeinsam werden sie in zwei Aktionswochen (10.– 16. Juni und 2.- 8. September) die Vielfalt der Berliner Kultur sichtbar machen und fordern von der Politik ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Berliner Kultur.

A

Abase / Oshu Records: Szabolcs Bognar, Artist, label owner; Abgeordnetenhaus: Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator a.D., MdA; Acker Stadt Palast: Anete Colacioppo, Künstlerische Leiterin; all2gethernow e.V. / Music Pool Berlin: Kirsten Grebasch, Geschäftsführung; andcompany&Co.: andcompany&Co., Theater- und Performancekollektiv; Andreas Richter Cultural Consulting GmbH: Capucine Valois, Projektmanagerin; Apollo-Chor der Staatsoper Unter den Linden: Heike Franke, Sängerin; Arbeitsstelle für Kirchenmusik, ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: Günter Brick, Studienleiter, Institutsleiter C-Seminar an der UdK, stellvertretender Landeskirchenmusikdirektor; art-in-berlin: Carola Hartlieb-Kühn, Redaktion; ATZE Musiktheater: Katja Dittmann, Geschäftsführung

B

Ballhaus Naunynstraße: Wagner Carvalho, Künstlerischer Leiter und Geschäftsführung; Ballhaus Ost; Bar jeder Vernunft / Tipi am Kanzleramt: Christel Herkenrath, Controlling; BBK: Peter Duka, Mitglied; Tanya Von Barnau Sythoff, Selbständige Künstlerin; Keike Twisselmann, MA; BBK Berlin: Julia Brodauf, Atelierbeauftragte und Leitung des Atelierbüros; Laura Horelli, Mitglied; Annika Geis, Presse und Öffentlichkeitsarbeit; BBMS: Gerd Miegel, Honorarlehrer; Begegnungsstätte für Jung und Alt Husemannstraße Berlin: Carla Pitt, Ehrenamtliches Mitglied im Beirat; Berlin Britzenale: Christof Zwiener, Künstlerische Leitung; Berlin Comedian Harmonists: Wolfgang Höltzel; Berlin Music Commission eG: Olaf Kretschmar, Geschäftsführung; Berlin Stories: Topper Sherwood, Verleger; BerlinCityBallet: Jesse Garon, creative producer; Berliner Ensemble: Dieter Ripberger, Geschäftsführender Direktor; Oliver Reese, Intendant; Berliner Kriminaltheater: Jean Maeser, Schauspieler; Berliner Kulturkonferenz – das Bündnis der Berliner Kulturverbände: Franziska Stoff, Vorstand; Janina Benduski, Vorstand; Wibke Behrens, Vorstand; Berliner Mieterverein e.V.: Doris Möller; Helmut Möller; Berliner Philharmoniker: Olaf Maninger, Solocellist; Berlinische Galerie. Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur: Thomas Köhler, Direktor; Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg: Werner Heck, Vorsteher; BFFS: Kai Schumann, Schauspieler; Guido Hammesfahr, Schauspieler; Ulrike Folkerts, Schauspielerin; Tessa Mittelstaedt; Bridgeworks: Felix Banholzer, Künstlerische Leitung/Geschäftsführung; Brotfabrik Bühne Berlin: Stefan Kreißig, Bühnenleitung; BSW: Sabine Mönch-Kalina, Mitglied; Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V.: Cilgia Gadola, Geschäftsführung; Bundesverband Musikunterricht e. V. (BMU): Friedrich Neumann, Vizepräsident des BMU Berlin; Bundeswehr: Karsten Kosbi, Marineoffizier; Bündnis für geförderte Ateliers Berlin: Andrea Scrima, Mitbegründerin; BVR: Christine Kabisch, Regisseurin

C

C / O Berlin Foundation: Kristian Sidenius Lenz, Head of People + Culture; Capella de la Torre, Musikschule Reinickendorf: Annette Hils, Musikerin, Lehrerin; Chamäleon Theater: Henn Alexandra, Referentin der Intendanz; Chor La Voix mixte: Sabine Antony, ehrenamtlich im Organisations-Team; cie. toula limnaios: Ralf R. Ollertz, Künstlerischer Leiter; Toula Limnaios, Künstlerische Leiterin; CIRCUS HUB Berlin / Forum Neuer Zirkus e.V.: Inga Groß, Koordinatorin/ Projektmanagement; Clubcommission Berlin e.V.: Marcel Weber, Vorstandsvorsitzender; commonground e.V.: Indre Bogdan, Theaterpädagogin; conc.arts berlin gUG: Andrea Kerner, Geschäftsführerin; Concerto Brandenburg: Wolfram Haack, Orchesterbüro; CSR.ART Contemporary Show Room; CTM Festival: Jan Rohlf, Künstlerische Leitung

D

Dachverband Tanz Deutschland: Kerstin Karge Lorenz, Projektkoordinatorin Creative Cross Collaborations Berlin; DALV e.V.: Gerhard Scherer-Rügert, Landesleiter; Das Kollaborative Museum, Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin: Anna Schäfers, Kuratorin Text und Sprache; DEEDS.NEWS: Stephanie Schneider, Chefredakteurin; Deutsche Filmakademie: Dietrich Hollinderbäumer, Schauspieler; Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft: Dörte Lange, Regionalvertreterin berlin-Brandenburg; Deutsche Oper Berlin, Bühnenverein Landesverband Berlin: Thomas Fehrle, Geschäftsführender Direktor und Vorsitzender des Bühnenvereins Landesverband Berlin; Deutsche Oper Berlin: Isabelle Petitlaurent, Mitarbeiterin Geschäftsführender Direktor; Andrea Rammisch, Vertriebsmitarbeiterin; Lukas Zeuner, Musiker; Thomas Richter, Musiker; Johannes Petersen, Orchestermusiker; Seo Hyeun Lee, Orchester; Hirotatsu Ishikawa, Orchester; Isabella Homann, Orchestermusikerin; Virginie Gout-Zschäbitz, Solo-Harfenistin; Monia Rizkallah, Geigerin; Thomas Döringer, Orchester; Heiner Boßmeyer, Opernchorsänger; Chie Peters, Orchestermusiker; Georg Roither, Orchester; Juan Lucas Aisemberg, Orchestermusiker (Bratsche Tutti); Hans Jürgen Zschäbitz, Rentner; Sebastian Häupler, Spielleiter; Florian Wurster, Requisiteur; Roberto Martinez, Bühnentechnik; Björn Matthiessen, 1. Schlagzeuger;  Deutscher Bibliotheksverband – Landesverband Berlin: Regina Kittler, Vorsitzende des dbv-Landesverbandes; Deutscher Komponist:innenverband: Anna Motzel-Habermehl, Assistenz der Geschäftsführung; Deutscher Künstlerbund: Matthias Beckmann, Mitglied; Deutscher Tonkünstler Verband (DTKV): MICHAEL KUBIK, einfaches Mitglied und Rentner; Deutsches Theater Berlin: Johannes Leppin, Geschäftsführer; Iris Laufenberg, Intendantin; Deutsches Theater Berlin; Die LINKE Berlin Mitte: Anna Eiling, Direktkandidatin für den Wahlkreis 1; DISK – Initiative Bild und Ton e.V:: Karen Grzemba; DOCK ART Performance im DOCK 11: Anna Bergel, Künstlerische Produktionsleiterin; Duxius: Edyta Rogowska-Zak, Künstlerin, Management

E

English Theatre Berlin | International Performing Arts Center: Daniel Brunet, Produzierende künstlerische Leiter; Ensemble artdeshauses: Maike Schaafberg, Geschäftsführerin; ensemble mosaik: Christina Gießmann, Managerin; ErzählZeit: Sabine Kolbe, Künstlerische Leitung

F

Fachausschuss Kulturpolitik, SPD: Frank Jahnke, Co-Vorsitzender; fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen* e.V.: Rachel Kohn, Vorstand; Familie Flöz Theatercompany: Fabian Baumgarten, Schauspieler und Autor; FELD Theater für junges Publikum: Gabi dan Droste, Künstlerische Leiterin; Gitanjali Schmelcher, Vermittlung; FEN MUSIC: Julia Thurau, Inhaberin; Festiwelt – Netzwerk Berliner Filmfestivals; First Music Production: Gerhard Kämpfe, Künstlerische Leitung; Flinn Works: Sophia Stepf, Künstlerische Leitung; Floating University Berlin: Ute Lindenbeck, Vorstand; For artists: Philip Krippendorff, Geschäftsführer; Förderkreis der Komischen Oper Berlin e.V.: Jutta Glock, Vorstandsvorsitzende; Freiberufler / Künstler: Luciani Davide, Musik/Kunst; FREO – FREIE ENSEMBLES UND ORCHESTER IN DEUTSCHLAND e.V.: Sebastian Haas, Leitung der Geschäftsstelle; Freundeskreis der ZLB e.V.: Michael Schlickwei, Vorsitzender; Freundeskreis KUNSTdemokratie für interaktive Kulturprozesse e.V. und ver.di: Rainer Wieczorek, Ehrenamt im Vorstand und weiteren Gremien; Fringify – Independent Arts Festival: Alexandar Hadjiev, Künstlerischer Leiter

G

GDBA: Saskia Mommertz, stellvertretender Vorsitz Basisverband Berlin-Brandenburg; Raphael Westermeier, Vizepräsident; Hannah Walther, Landesverbandsvorsitzende Berlin-Brandenburg; Jannik Rodenwaldt, Stellvertretender Landesverbandsvorsitzender; Constanze Rückert, Vorstandsmitglied Landesverband Berlin/Brandenburg; Ulf Dirk Mädler, Bariton; GERMAN BULLDOZER & colorburst records: Marit Posch, Founder; Geschichtswerkstatt_RAW: Uta Kala, Initiatorin, Projektleitung; Gob Squad Arts Collective GmbH; Goldrausch Künstlerinnenprojekt: Hannah Kruse, Projektleiterin; Grips Theater: Hanna Petkoff, Schauspielerin

H

HAU Hebbel am Ufer: Annemie Vanackere, Intendanz & Geschäftsführung; Hauptstadtnotizen: Charlotte zu Kappenstein, Freiberuflerin; Haus am Waldsee: Silvia Koch, Geschäftsführerin; Anna Gritz, Direktorin; Haus für Poesie: Thomas Wohlfahrt, Dr., Leiter, a.D.; Heartfelt Management: Antonio Cárdenas, Artist Manager; heesch und ko www.heesch-und-ko.de: Martin Heesch, Schauspieler, Regisseur, Festivalkurator; Henrike Iglesias: Marielle Schavan, Kollektivmitglied; HfS Ernst Busch: Ulrike Prof. Völger, Als Professorin für Sprecherziehung in der zeitgenössischern Puppenspielkunst; Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch: Katharina Sattler, Administration; HOLOSOIL: Jan Kurfürst, Urheber, Interpret, Musiker; Horizonte – für Familien – gGmbH: Miro Beat Böhm, Schulsozial- (B. A.) und Theaterpädagoge; HZT Berlin: Eva-Maria Hoerster, Projektentwicklerin, Koordinatorin, Dozentin; Janez Janša, Professor

I

Initiative LUNA PARK e.V.: Kosmas Kosmopoulos, Künstlerischer Leiter/ Vereinsvorsitzender; initiative neue musik berlin e.V.; inm / / ibf: Caroline Cecilia Tallone, Vorstand (inm) // Beraterin (ibf); Innovation Living Unser Schlafsofa GmbH: Signe Mathes, Geschäftsführende Gesellschafterin; Insomnia Club Berlin: Dominique Insomnia, Inhaberin; Institut für Kultur-Markt-Forschung (IKMF): Gerlinde Bendzuck, Geschäftsführerin; institute for Cultural Governance / iCG Berlin: Wibke Behrens, Co-Gründerin & Co-Leitung; Internationales Stimmzentrum: Ursula Fischer, Leiterin; Intervention Room: Margit Frank, Künstlerische Leitung

J

Jüdisches berlin: Margrit Schmidt, Fotografin; Jugend im Museum e.V.: Katrin Boemke, Geschäftsführung; JugendKulturService gGmbH: Kathrin Völker-Krause, Geschäftsführung; Gunnar Güldner, Geschäftsführung; Junges Ensemble Berlin e.V. I Sinfonieorchester: Michael Riedel, Musikalische Leitung; Junges Tanzhaus Berlin: Livia Patrizi, Künstlerische Geschäftsführung

K

Karneval der Kulturen: Anna-Maria Seifert, Co-Leitung; Keine / r: Antje Appl; Kinderopernhaus Lichtenberg der Staatsoper, SING!-Projekt des Berliner Rundfunkchors: Katharina Tarján, Musiktheaterpädagogin, Chorleiterin; Kleines Theater Berlin Schlossparktheater Berlin: Frank Lorenz Engel, Regisseur und Autor; Koalition der Freien Szene: Sprecher*innenkreis, Sprecher*innenkreis; kollektiv selbstgebaute musik: yannis trouinard, produktion; Komische Oper Berlin: Moser Susanne, Geschäftsführende Direktorin und Co-Intendantin; Komödie am Kurfürstendamm: Brigitta Valentin, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Martin Woelffer, Intendant; Pierre Besson, Schauspieler; Jenny Löffler, Schauspielerin; Kopf & Kragen Verlag: René Koch, Inhaber; KULTKOM, QuerKlang guG, KULTURKONTAKTE e.V.: Kerstin Wiehe, Geschäftsführung und Programmleitung; Kulturhilfswerk e.V.: Kirsten Mohri, Teil des Vorstands; Kulturinitiative Förderband gGmbH: Imke Baumann, Leitung Berliner Spielplan Audiodeskription; Kulturkontakte e.V.: Cornelia Heger, Regisseurin; Kulturmarketing Coach: Lars Lennertz, Kulturmarketing Coach; KulturMarktHalle e.V.: Ludger Lemper, Vorstand; Kulturnetzwerk Neukölln e.V.: Nadine Lorenz, Geschäftsführung; Kulturpolitische Gesellschaft Berlin-Brandenburg; Kulturprojekte Berlin: Moritz van Dülmen, Geschäftsführer; Kulturvolk / Freie Volksbühne Berlin e.V.: Katrin Schindler, Geschäftsführerin; Kunst Etagen Pankow: MARION Berg, Künstlerin; KunstEtagenPankow: Marie-Ulrike Callenius, Vorstandsmitglied; Kunsthunde e.V.: Gundula Weimann, Vorstand; Künstlerin / Artistin / Performerin bei still hungry / Chamäleon Theater: Romy Seibt, Künstlerin und in der Produktion

L

laborgras GbR: Renate Graziadei, Künstlerische Leitung; Stäldi Arthur, Künstlerischer Leiter und Dramaturg; LAFT Berlin: Jaika Bahr, Frido Hinde, Ute Kahmann, Pamela Moraga, Elke Weber, Franziska Werner, Lars Zühlke, Janina Benduski und Daniel Brunet, Vorstand; Philipp Harpain, Regisseur & Projektentwickler; Hannah Pelny, Projektmanagement; Landesmusikakademie Berlin: Monique Steffen, Bildungsreferentin; Landesmusikrat Berlin: Ralf Sochaczewsky, Vizepräsident; Andreas Köhn, geschäftsführendes Präsidium/Schatzmeister; Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V.: Tina Duarte Monje, Projektleiterin; Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Berlin e.V.: David Stachon, Bildungsreferent; lautten compagney BERLIN: Wolfgang Katschner, künstlerische Leitung und Geschäftsführung; LBBL: Michael Knoch, Vorstand; Lebenshilfe: Jörg Wiedemann, Sozialpädagoge; Lebenshilfe Berlin gGmbH: Shari Wohlenberg, Musiktherapeutin; LEBENSKÜNSTLER!: Peter Kwitnewski, ÜBERLEBENDER!; Lettrétage e.V.: Katharina Deloglu, Geschäftsführende Vorständin; LIFTED collective: Zuzanna Jablonska, Co-founder; Limbo Kollektiv e.V.: Katarzyna Clemens-Wasiak, Vorsitzende; Listenrecords: Fabian Till Reinkenhoff, Musiker; Literaturhaus Berlin e.V.: Sonja Longolius, Leitung; Lutz Gajewski Management: Lutz Gajewski, Geschäftsführer

M

Maxim Gorki Theater: Torben Schumacher, Geschäftsführender Direktor; mehrblick&ton, Theaterkollektiv: Therese Schmidt, Regie; Moabiter Filmkultur e.V.: Dagmar Kamlah, Filmkuratorin; MoBe Moving Poets Berlin e.V.: Lutz Längert, Vorstand; Morgenstern – Theater im Rathaus Friedenau: Pascale Senn Koch, Theaterleitung; Daniel Koch, Theaterleitung; Museum für Islamische Kunst – Preußischer Kulturbesitz: Oliver Vollert, Museologe (Sammlungsverwaltung); Museumsjournal / Kulturprojekte Berlin: Mariann Diedrich, Redakteurin; music media park e.V.: Sabine Quandt; MUSIC POOL BERLIN: Petra Sitzenstock, Projektentwicklung und Beratungen; Musicboard Berlin GmbH; Musikschule: Elvire Dörr; Musikschule Béla Bartók: Gertrud Schmidt-Petersen, freiberufliche Dozentin für Klavier und Korrepetitor; Gertrud Schmidt- Petersen, freiberufliche Dozentin für Klavier und Korrepetitor; Dennis Sobotta, Klavierlehrer; Musikschule City West, Udk: Thea-Susanne Mannheim, Gesangslehrerin, Klavierdozentin

N

Netzwerk freie Literaturszene Berlin: Lucy Jones, Vorstandsmitglied; Odile Kennel, Vorstand; Millay Hyatt, Mitglied; Netzwerk freier Berliner Projektraeume und – initiativen: Isolde Nagel, Ich unterzeichne fũr gesamten Vorstand (von insgesamt 5); Neuköllner Oper: Andreas Altenhof, Direktorium; Matthias Kählert, Kommunikation

O

Opéra en miniature: Hendrik Mannes, Regisseur; Opernchor: Anna Elisabeth Hempel, Sängerin; ORSO Berlin e.V. Orchestrial and Choral Society: Dagmar Levy, Beirat/ Mitglied; Osthafen: Felix Claßen, Produzent, Musiker, Klangkünstler

P

Party Dyke Berlin: Leo Quigley, Organiser/promoter; PAULA PAULA: Marlène Colle, Bandleader; Pensionär Staatskapelle Berlin: Egbert Schimmelpfennig, Orchestervorstand aD; Performing Arts Programm Berlin: Linus Lutz; Florian Hohnhorst; Performing for Future: Konstanze Grotkopp-Wille, ehrenamtlich; Piranha Arts: Frank Klaffs, Vorstand; Platypus Theater: Korty, Schauspieler; Präsidium Landesmusikrat Berlin Universität der Künste Berlin: Anita Rennert; Praxis für Traumatherapie: Claudia Minossi, Therapeutin

R

Radialsystem: Matthias Mohr, Künstlerische Leitung, Geschäftsführung; Daniel Cordova, Dramaturg; Rat für die Künste: Anne Schneider; Raumbüro Freie Szene: Moritz Sadowski, Ko-Projektleitung; RAW / SKPZ: Kristine Schütt, Kulturvertretung im RAW Stoff&Gerätelager; Uwe Wasserthal, RAW-BWH Hausvertretung; Karl-Uwe Wasserthal, Interessenvertretung für das RAW/SKPZ ‚Beamten-Wohn-Haus‘ (BWH); Renaissance-Theater Berlin: Guntbert Warns, Intendant und Geschäftsführer; Rimini Protokoll: Rimini Protokoll

S

Samurai Museum Berlin: Alexander Jöchl, Direktor; Sasha Waltz & Guests: Sasha Waltz, Künstlerische Leitung / Choreografin; Jochen Sandig, Geschäftsführer; Schaubude Berlin: Tim Sandweg, Künstlerische Leitung; Schauspielverband, Theater: Katharina Thalbach, Schauspielerin, Regisseurin; Schwule Museum: Birga Meyer, Geschäftsführung; Selbstständig / ZTB: Claudia Garbe, Choreographin/ Vorstandsmitglied; She She Pop (Performance Kollektiv): She Pop Elke Weber, Mitglied Kollektiv / Company Management; She She Pop / Gob Squad Arts Collective: Johanna Freiburg, Performerin/Kollektivmitglied; SHIFTED Festival: Louis Harshman, Geschäftsleitung; Solistenensemble Kaleidoskop: Boram Lie, Künstlerische Leitung; Sophiensaele GmbH: Andrea Niederbuchner, Künstlerische Leitung & Geschäftsführung; Jens Hillje, Künstlerische Leitung & Geschäftsführung; Sounding Situations: Milena Kipfmüller, Künstlerische Leitung; Soundwatch Music Film Festival; SPD Berlin / SPD Berlin Mitte / SPD Rosenthaler Vorstadt: Tilmann Häußler, Kandidat für das Abgeordnetenhaus im Wahlkreis 1 von Mitte; Sperbys Musikplantage: Hans Peter Sperber, Geschäftsführer; Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst: Zehra Doğan, Sammlungsverwalterin; Staatliches Institut für Musikforschung: Rebecca Wolf, Direktorin; Staatsballett Berlin: Christian Spuck, Intendant; Staatsoper Unter den Linden: Elisabeth Sobotka, Intendantin; Olaf Schmitt, Co-Leitung Dramaturgie; Staatstheater Kassel: Annett Kruschke, Schauspielerin; Stegreif e. V.: Sarah Ströbele, Projektleitung & Dramaturgie; Stegreif Orchester: Lorenz Blaumer, Künstlerischer Manager; Stiftung Berliner Philharmoniker: Stiftung Berliner Philharmoniker; Stiftung Oper in Berlin: Sebastian Geier, Tonmeister; Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Frank Gaedecke, Sammlungsverwaltung; Chrysoula Chatzopoulou, Sammlungsverwaltung; Stiftung Stadtmuseum Berlin: institutionelle Unterzeichnung; Stiftung Zukunft Berlin: Andreas Richter, Verantwortlicher des Forum Zukunft Kultur; STUART&PLATE: Uta Plate, REGISSEURIN, THEATERPÄDAGOGIN; Szenografie Bund: Nicole von Graevenitz, Kostümbildnerin

T

Tanzbüro Berlin: Marie Henrion, Leitung; Tanzcompagnie Rubato: Dieter Baumann, künstlerische Leitung; Tanzfabrik Berlin: Nara Virgens, Produktionsleitung; Tanzfabrik Berlin Bühne: Katherine Marie Cots Pettit, Projekt Begleitung als Freiberuflicherin; Jacopo Lanteri, Künstlerische Leitung; Barbara Greiner, Geschäftsführung und Co-Leitung; Vince Kokot, Künstler*innenresidenzen Accessibility Antidiskriminierung Studiobuchung/Organisation; Tanzfabrik Berlin Schule: Tabea Antonacci, Dance Intensive Assistenz; TD Berlin | www.td.berlin: Michael Müller & Georg Scharegg, Leitung; Theater an der Parkaue: Lukas Kleinert, Referent der Intendanz; Theater der unglaublichen Dinge: Tatjana Dernbecher, Kulturschaffende; Theater Jaro: Katja Behounek-Pölzer, Künstlerische Leitung/ Darstellerin; Theater Morgenstern: Isabel Stahl, Theaterpädagogin; Theater o.N.: Uta Lindner, Schauspielerin, Vorstand des Theater o.N.e.V.; Dagmar Domrös, Künstlerische Leitung; Sophie Braun, Werkstudentin; Michaela Millar, Spielerin, Tanz- und Theaterpädagogin; Julie Peters, Tänzerin, Performerin; Theater Strahl: Jana Heilmann, Schauspielerin; Theater Thikwa: Laura Besch, Künstlerische Leitung; Herbert Jordan, Geschäftsführung; Nicole Hummel, Künstlerische Leitung; Theater unterm Dach: Thorsten Schlenger, Künstlerischer Leiter; Theater Varia Vineta / SPD Kandidat für das Abgeordnetenhaus: Arne Gröschel, Leitung / aktiver Politiker; Theaterhaus Berlin: Andrea Bauer, Geschäftsführerin; theaterhaus berlin | Kulturinitiative Förderband gGmbH: Nadine Lipp, Leitung Standort Schöneweide | Stellvertretung der Geschäftsführung; TITANS RISING: Kilian Dumann, Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit; Titans Rising Ensemble & Konzertreihe, Berliner Festival Alter Musik: Sarah Fuhs, künstlerische Leitung; Tonkünstlerverband Berlin e. V.: Wendelin Bitzan, Geschäftsführer; TUSCH Berlin: Annika Niemann, Programmleitung

U

u.a. „the Kerstin“ oder auch realitäts-klassisch: aktive Text- & Songwriterin / Musikerin, (DAS Hobby) Event-Management (mit Abschluss gelernt) ;): Kerstin Schneider, Inhalt, Organisation, Koordination, Realisation, Evaluation, Kommunikation, Arrangement Produktion. in adhs one women show.; Uferstudios für zeitgenössischen Tanz; unisono Deutsche Musik- und Orchestervereinigung e. V.: Julia Hofmann, Geschäftsführerin; Universität der Künste Berlin: Prof. Albert Pesendorfer, Professor für Gesang

V

Vagantenbühne Berlin: Lars Georg Vogel, Künstlerische Leitung / Geschäftsführung; Verena Aglassinger, Verwaltungsleitung; VAM Berlin: Tilmann Albrecht, Vorstand; Moni Fischaleck, Geschäftsführung; Patrick Sepec, Mitglied- keine Funktion; Ildiko Ludwig, Mitglied; Friederike Lehnert, Mitglied; Christine Trinks, Barockgeigerin, Musikpädagogin, Orchesterleiterin, Vertreterin der AG Alte Musik beim Landeswettbewerb Jugend musiziert Berlin; Christian Walter, Fagottist, Blockflötist, Ensembleleiter; Simon Ackers, Öffentlichkeitsarbeit; Juliane Laake; VdO: Annette Hörle, Ortsdelegierte; VdRSD: Daniele Drobny, Film und Bühnen Ausstattung; ver.di: Adriana Balboa, ehrenamtliche Vorsitzende der FG-Musik; ver.di AG Kunst und Kultur: Britta Schubert, Landesvorstand Fachgruppe Bildende Kunst; VERDI: WERNER HASSEPASS; Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles e.V. (VdO): Christine Stein, Geschäftsführerin; VÖBB (Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins): Julia Weis, Geschäftsführung der Ständigen Konferenz (StäKo)

W

WAM – Women in Arts and Media e.V.: Cornelia Vossen, Vorstand; We are all unicorns – TATWERK | Performative Forschung: Chris Wohlrab, Geschäftsführer / Produktionsleiter; Werkbundarchiv – Museum der Dinge: Florentine Nadolni, Leitung; WerkStadt Kulturverein Berlin e.V.: Raiko Sánchez, im Vorstand; WonderWords Erzähltheater: Wim Rooth, Künstlerische Leitung

Z

Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V. (ZMB): Matthias Rebstock, 1. Vorsitzender; ZLB und VÖBB (Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins): Jonas Fansa, Direktor der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) und Geschäftsführung Ständige Konferenz (StäKo) des VÖBB

Institutionen ohne institutionelle Zuordnung

Masen Abou-Dakn, Autor, Regisseur, Musiker; Catherine Aglibut; Dunja Alfermann; Anna Julia Antonucci, Schauspielerin; Isabel Arlt; Frauke Aulbert; Mika Bangemann; Alexis Baskind; Candi Cabanes Bassas; Axel Bauer, Drehbuchautor; Ute Becker, UdK Dozentin/ Mittelbau HMTMH Hannover Professorin; Hannah Beeck, Bühnen- und Kostümbildnerin; Rose Beermann; Berlin; IG Jazz Berlin; Barbara Prof.em. Dr. Beyer; Gerhard Bischoff; Monika Blüge; Lea Lin Boehmer, Designerin; Veronika Böhle; Nadja Bournonville; Eric Bouwer; Christiane Braune; Annette Breitsprecher, Musikschullehrerin; Mona Brinkmann, Regieassistenz; Dani Brown, Freelance Dance Artist; Susanne Bürner; Meral Burul; Hans-Michael Carl, Pivat; Giannini Carlo; Daniela Lehmann Carrasco; barbara caveng, freischaffende künstlerin; Zuzanna Czebatul; Colin Danderski, Freischaffender Künstler (Puppenspieler/Sprecher/Schauspieler); Dansen; Florian Dengler; Tillmann Depping, Schauspieler; Jule Detlefsen; Alanna Dongowski; Sylvia Draing, Begeisterte Zuschauerin; Clara Dreher; Lioba von den Driesch; Oliver Dupont; Oliver Dupont, Schauspieler und Sprecher; Alexander Dydyna; Harald Effenberg, Schauspieler; Janine Eggert, Freie Künstlerin; Yvonne Ehrhardt, Kunst/Kulturinteressierte Privatperson; Erika Emerson; Louisa Engel, Kunstwissenschaftlerin und Kunstvermittlerin; machina eX, Game-Theater-Kollektiv; Rita Feldmeier; Salomé Feth; Alexandra Finder, Schauspielerin; Beate Flechtker; Natsumi Foljanty; Moritz Frei; Matthias Freihof, Schauspieler; Everston Souleymane Adowo Freudenreich; Barbara Friedrich, ehemalige Geschäftsführerin der Uferstudios GmbH; Cilgia Gadola; Kati Gausmann, Bildende Künstlerin; Max Gertsch, Schauspieler; Julia Glocke, Musikerin Geige; Monika Goetz, Künstlerin; Petra Goll; Andrea Golla, Bildende Künstlerin; Henriette Gonnermann; Alexander Graf; Klaus-Peter Grap, Schauspieler, Sprecher, Autor, Moderator; Rosemarie Grebitus; Heike Gromotka; Alexandra Gross; Brigitte Grothum, Schauspielerin; Christoph Gurk, Kurator, Dramaturg, Autor; Wolfram Haack; Carolin Hagen; Tea Harjunen; Johanna Hasse; Simone Hausdorf; Hendrik Hebben; Ralf Henning; Steffi Hensel; Katja Hentrich; Anne Hoffmann, Schauspielerin; Klaus Hoffmann; René Hofschneider; Luzie Hohn; Matthias Hummel, Musiker; Ruth Hundsdoerfer; Sofie Hüsler, Theaterpädagogin / Regisseurin; Lars IBednorz, Studiendirektor; Thomas van Issem; Samina Jaweed; Jacqueline Jöhle; Fee Josten; Yelka Kant; Katrin-Marie Kaptain; Michael Kasiske; Anne Kasprik, Schauspielerin; Edgar Lilly Kaufmann; Katrin Kersten; Katja Kettner, freischaffende Künstlerin; Andrea Kiewitt; Johanna Klante; Irene Klein; Heike Kloss, Schauspielerin; Antonia Klostermann, Workshopleiterin _ Theater; Veronika Knaus; Benjamin Knight; Ariane Ko; Stephan Kobatsch; Carolin Koch; Sigrid Kohn; Katja Kollmann; Franziska König-Paratore, Soziologin; Marion Kracht, Schauspielerin , Regisseurin; Paula Kramer; Volker und Regina Krannich; Jeremias Jim Linus Krastel; Elisabeth Krause; Hans-Jürgen Kron-Stabenow; Nina Kronjäger, Schauspielerin, Produzentin; Ursula Krüger; Monika Kühnel; Martin Kühner; Lukas Kurz; Maria Ladopoulos; Wilfried Lagojannis; Jürgen Langlet; Veronica Verónica Lehner; Sophia Liu; Jeanne Louët, Bühnen- und Kostümbildnerin; Dagmar Lüders; Marie-Luise Lüders; Stefan Ludwig; Peggy Mädler, Autorin, Dramaturgin; Ulf Dirk Mädler; Irmgard Maenner, Autorin für Hörspiel / Feature; Johannes-Jürgen Magalski; Jenny Mahla; Anke Mai, Übersetzerin; Maria Mallé; Sarah Marcinkowski; Liina Mariudottir; Claudia Marks; Peggy Martinot; Juliane Meckert; Monika Metz; Jonas Meyer; Christine Maria Miesen; Isabel Mohn; Johannes Moss; Franziska Muche, Übersetzerin für Theater; Christiane Mudra; Barbara Müller, Bildende Künstlerin; Jennifer de Negri, Autorin; Sarah Nemitz, Autorin; Ngoc Anh Nguyen; Eva Niemann; Karin Dr. Nissen-Rizvani; Yannick Nolting; Eva Maria Ocherbauer, Als selbstständige Künstlerin; Flavio Oktavio; Nikolai Orloff; Ludger Orlok; Saskia Ottis; Charlotte Pistorius, Kostüm- und Bühnenbildnerin; Julia Plessing; Nancy du Plessis; Gineke Pranger; Tristan Quérou; Marianne Rademacher; Damian Razmilic; Annette Reckendorf; Juli Reinartz; Nadin Reschke, Künstlerin; Ippolito Ricca, Freelancer in live music sector; Dorothee Richter; MOMME RÖHRBEIN, Bühnenbildner; Stefan Roigk; Emma Rönnebeck; Shub Roy, Cultural Manager; Constanze Rückert, Schauspielerin / Sprecherin der Kampagne „DeineStimmeFürKultur; Elke Rudolph; Silke Reichmann de Salas; Selma Nuri Sarstedt; Johanna Schall, Regisseur; Alexander Schatte; Sabine Scheel; Erika Schlenzig; Wolfgang Schlenzig; Carita Schmidt, Freiberufliche Künstlerin; Katja Schmoz; Sarah Ancelle Schönfeld; Rahel Schöppenthau; Annette Schulz; Ilona Schulz, freiberufliche Schauspielerin; Sandra Schulz; Dania Schüürmann; Hans-Peter Schwandt; Franziska Seifart; Robert Siegel; Doris Skrobuszynski; Kerstin Slawek; Susanne Sperling; Anna Städler, Tänzerin; Claudia C. Stahr-Feiten; Steinmetz; Gerd Lukas Storzer, Schauspieler, Regisseur; Dorota Stroińska; Karen Stüber-Benke; Sarah Stührenberg; Alexa Maria Surholt, Schauspielerin; Friedhelm Teicke, Journalist, Autor; Ralf Tekaat; Wolfgang Thiessen, Architekt; Christoph Timpe, Geiger; Ruth Tromboukis; Kora Tscherning, Freie Figurentheaterschaffende; Kai Underberg; Hendrik Unger; Berliner Museumsverband e.V. (wir möchten als Verband unterzeichnen); Karin Viesteg; Leonhard Van Voorst; Yvonne Wahl; Evgenija Wassilew; Ulla Weber; Kim Weiß; Johannes von Weizsäcker; Franziska Wenning; Marie Westphal, Freiberufliche Schlagzeugerin; Reimer Johann Westphal; Arndt Wiegering, Concept-Consultant / 1st.AD; Arndt Wiegering, 1st.AD (Assistant Director sowie Concept-Consultant); Ulrike Wildenhof; Marianne Wilhelm; Silvia Witte, Selbständige; Uwe Wolf; Achim Wolff; Petra Zieser, Schauspielerin; Marina Zumbusch

Stand: 23.6.2026

Kulturpolitische Veranstaltungstermine

Bitte tragt Eure Aktionen hier ein: 

https://www.survio.com/survey/d/aktionsmeldung

Ziel des öffentlichen Zukunftspanels ist es, der Kulturellen Bildung in Berlin Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu ermöglichen! in einer Podiumsrunde sprechen wir mit Politiker:innen (Kultur- Jugend- und Bildungspolitische Sprecher:innen) drüber, welche Relevanz das Thema aktuell und für die kommende Legislatur hat (strukturell, finanziell, qualitativ) und wie sie sich dafür einsetzen werden!

Junges Tanzhaus Berlin, Lucy-Lameck-Straße 32, 12049 Berlin

1.9.2026 18:00 – 20:30 h

Der Eintritt ist frei!

Anmeldung unter: info@inkubi.berlin

Veranstalter: Initiative Kulturelle Bildung Stärken! 

Berlin vor der Wahl: Welche Zukunft hat die Kulturstadt Berlin?
Einladung zur Podiumsdiskussion

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus laden der Landesverband Berlin des Deutschen Bühnenvereins und die Initiative #DeineStimmeFürKultur / #BerlinistKultur in Kooperation mit dem Tagesspiegel herzlich zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ein.

 

Berlin steht vor richtungsweisenden Entscheidungen. Angesichts angespannter öffentlicher Haushalte, der Kürzungen im Kulturbereich und einer zunehmenden Konkurrenz der europäischen Metropolen stellt sich die Frage, welche Rolle Kultur künftig für die Entwicklung unserer Stadt spielen soll.

Die aktuelle Studie „Kultur als Standortfaktor in Berlin“ des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung zeigt eindrucksvoll, dass Kultur weit mehr ist als ein freiwilliger Ausgabenbereich. Sie ist Wirtschaftsfaktor, Standortvorteil, Tourismusmotor, Innovationsraum und wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Kultur prägt die Identität Berlins und seine internationale Ausstrahlung gleichermaßen.

 

Vor diesem Hintergrund haben wir die Spitzenkandidat:innen der demokratischen Parteien eingeladen, darüber zu diskutieren,

  • welche Bedeutung Kultur für die Zukunft Berlins haben soll,
  • wie Berlin seine internationale Attraktivität als Kulturmetropole sichern kann,
  • welchen Stellenwert Kultur in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte besitzt,
  • welche Rolle Kultur als Wirtschafts- und Standortfaktor künftig spielen soll,
  • wie Planungssicherheit und Perspektiven für Kultureinrichtungen sowie die Freie Szene geschaffen werden können,
  • und welche kulturpolitischen Schwerpunkte die nächste Landesregierung setzen wird.

 

Berlin vor der Wahl: Welche Zukunft hat die Kulturstadt Berlin?
Dienstag, 1. September 2026, 10-11:30 Uhr
Deutsche Oper Berlin
, Parkettfoyer, Bismarckstraße 35, 10627 Berlin

 

  • Elif Eralp (Die Linke)
  • Bettina Jarasch (Bündnis 90/Die Grünen, in Vertretung von Werner Graf)
  • Steffen Krach (SPD)
  • Cerstin Richter-Kotowski (CDU, in Vertretung von Kai Wegner)

 

Moderation: Ruth Ciesinger (Tagesspiegel)

 

Die Veranstaltung richtet sich an Kulturschaffende, Mitarbeitende der Berliner Kultureinrichtungen, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Tourismus sowie an alle kulturpolitisch Interessierten.

 

Bitte melden Sie sich über folgenden Link an: https://www.survio.com/survey/d/Kulturstadt-Berlin

 

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Fehrle                                                                                                              Das Kampagnenteam

Landesverband Berlin des Deutschen Bühnenvereins                                         #BerlinIstKultur
1. Vorsitzender

Offene Ateliers Lankwitzer Straße
5. September, 14.00-20.00 Uhr

Lankwitzer Str. 14-15
Eingang über Porschestr. 10
Halle 4+5, 2. OG.
12107 Berlin
Herzliche Einladung zu den Offenen Ateliers in der Lankwitzer Straße! Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen und kommen Sie mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch, die Teil des geförderten Ateliersprogramms des BBK’s sind. In  fußläufiger Nähe befindet sich das Atelierhaus Ringstraße des BBK, das zeitgleich und in Kooperation seine Türen öffnet. Nutzen Sie die Gelegenheit, beide Orte zu besuchen und vielfältige künstlerische Positionen zu erleben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Alle Infos hier: https://forms.zohopublic.eu/berlinermuseumsverband/form/Wahlkampcoaching/formperma/4i_r9j3GXybEC5EJoCM8q8hOcJavzxXRdmu4-1TY7y0

Datum: Freitag, 11.09.2026 Uhrzeit: 19:00 Uhr Ort: Foyer Kammermusiksaal der Philharmonie
Adresse: Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin
Eine Einladung mit Anmeldemöglichkeit erhalten Sie Ende August.

Welche Kulturpolitik braucht Berlin?

Die Berliner Kulturpolitik steht derzeit vor erheblichen Herausforderungen. Haushaltskürzungen, veränderte gesellschaftliche Erwartungen, knapper werdende Räume für künstlerische Produktion und ein zunehmender internationaler Wettbewerb zwischen den Kulturmetropolen Europas stellen Politik und Kulturinstitutionen gleichermaßen vor neue Aufgaben.

Gleichzeitig lohnt der Blick zurück. Die Berliner Kulturpolitik musste sich in den vergangenen vier Jahrzehnten immer wieder neu orientieren – unter den Bedingungen der geteilten Stadt, während der Wiedervereinigung, des Hauptstadtumzugs, in Zeiten tiefgreifender Strukturreformen oder erheblicher finanzieller Engpässe. Viele der Fragen, die heute diskutiert werden, haben Vorläufer. Manche Antworten haben sich bewährt, andere weniger.

Vor diesem Hintergrund möchten wir mit Persönlichkeiten ins Gespräch kommen, die diese Entwicklung über viele Jahre hinweg aus unterschiedlichen politischen Funktionen heraus mitgestaltet haben: 

  • Volker Hassemer, Kultursenator und Senator für Stadtentwicklung

  • Thomas Flierl, Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur

  • André Schmitz, Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten

  • Sabine Bangert, Vorsitzende des Ausschusses für Kulturelle Angelegenheiten

  • Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa

Dabei geht es uns weniger um eine Bilanz einzelner Amtszeiten als um die Frage, welche Erfahrungen aus diesen sehr unterschiedlichen Phasen der Berliner Kulturpolitik für die Zukunft der Stadt von Bedeutung sein können.

Welche Aufgaben stellen sich heute? Welche Rolle soll Kultur künftig für Berlin spielen? Und welche kulturpolitischen Entscheidungen erscheinen aus heutiger Sicht besonders wichtig?

Der Ort dieses Kulturpolitischen Salons ist bewusst gewählt: Mit Blick aus dem Foyer des Kammermusiksaals der Philharmonie auf das entstehende Museum der Moderne, die sanierungsbedürftige Staatsbibliothek und das Kulturforum diskutieren wir mitten in einem Stadtraum, der seit Jahrzehnten wie kaum ein anderer für die Chancen, Konflikte und offenen Fragen der Berliner Kulturpolitik steht.

Wir freuen uns auf einen Abend, der nicht nur zurückblickt, sondern nach Antworten auf die Frage sucht: Welche Kulturpolitik braucht Berlin in den kommenden Jahren?

Mit herzlichen Grüßen

Christophe Knoch und Andreas Richter

Verantwortliche des Forum Zukunft Kultur 

Aktionswochen der Kampagne und Ablauf

1. Werdet aktiv im Kulturwahlkampf im Rahmen unserer Aktionswochen!

Plant eigene Aktionen

Zwei Aktionswochen (10.-16. Juni und 2.-8. September 2026)
Plant eigene Aktionen – mit Eurer Kultureinrichtung, Eurem Chor, Eurer Initiative, Eurer Theatergruppe, Eurem Atelier oder Eurem Kulturprojekt. Wir schlagen dafür zwei gemeinsame Aktionswochen vor.  

Teilt Eure Aktionen

Wir veröffentlichen Eure Beiträge hier und auf Social Media
Teilt Eure Aktionen mit der Kampagne: Sendet uns im Anschluss an die Aktion eine kurze Beschreibung, ein Foto oder ein Video bzw. Audio-Statement (60–180 Sekunden). Wir veröffentlichen Eure Beiträge  

Unterzeichnet gemeinsames Statement

Aufruf an die Berliner Kultur
Im Vorfeld der erste Aktionswoche rufen wir die Berliner Kultur dazu auf, ein gemeinsames Statement zur Kampagne zu unterzeichnen. Das Statement senden wir Euch nach den Osterferien mit den Angabe zur Zeichnung zu.  

Aufruf zu Aktionswochen

 #Deine Stimme für Kultur / #Berlin Ist Kultur 2026

Wann: 10.-16. Juni und 2.-9. September 2026
Wie: Aktionen jeder Art im laufenden Programm oder darüber hinaus.

Bitte meldet die Aktionen für die Presseliste zeitnah hier an:
https://www.survio.com/survey/d/aktionsmeldung

Was sind Aktionen und wozu sind sie gut?

Ein paar Tipps und Gedanken, was Kulturinstitutionen, -organisationen und -akteur*innen unternehmen können.

Im Juni und im September soll es darum gehen, Aufmerksamkeit für die Kultur zu erregen. Ganz prinzipiell, aber vor dem Hintergrund der letzten Jahre und der Kürzungsszenarien für 2028ff und im Blick auf die Berliner Wahl am 20. September. Kulturpolitik, aber auch Haushaltspolitik sollen daran erinnert werden, wie wichtig – und verletzlich Kultur ist. Und dass die Kulturermöglichung Aufgabe der Politik ist. 

Wer etwas beitragen will, kann sich also ganz einfach fragen: Was erzeugt Aufmerksamkeit? Wo erzeugt es Aufmerksamkeit, wen erreichen wir wie und wie erscheint Kultur relevant?

 

  • Low Key / Simpel / Ohne Programmänderung

Eine Aktion kann schon sein, ein reguläres Programmbestandteil im Veranstaltungskalender der Aktionswoche zu „widmen“, es in der Kommunikation nach außen auf möglichst allen Kanälen als Beitrag zur Aktionswoche zu labeln. Also auf Social Media, in Anzeigen, in der Programmübersicht auf der Homepage, im Print etc.

Durch Plakatierung und Verteilen von Postkarten kann an dem Abend zusätzlich der Charakter des Beitrags zur Aktionswoche unterstrichen werden. Alle Kulturorte, auch Arbeitsorte wie Ateliers oder Probenräume, können mit Plakaten, Postkarten und Aufkleber geschmückt werden. Das Design kann gerne adaptiert und für eigene Anwendungen umgestaltet werden (s.u. der Downloadbereich).

Banner mit „Deine Stimme für Kultur“ können als Außen-Werbung aufgehängt werden; Kreidezeichnungen können vor den Eingängen angebracht werden. Wahlplakate von „Deine Stimme ist Kultur“ können mit einer Leiter an Laternen oder auch Straßenschildern angebracht werden und dies kann als Fotostory für die Sozialen Medien dokumentiert werden.

„Wahlkampfreden“ oder auch ein „Wahlkampfauftakt“ können vor oder in den Häusern performt werden und ebenfalls auf sozialen Medien erscheinen – hier könnten auch, wenn vorhanden, Ensembles sowie Kinder- und Jugendclubs mit einbezogen werden.

Besuche bei den Kandidierenden der Parteien vor Ort können können organisiert werden – mit einer kleinen eigenen Wahlkampfgruppe der Kultureinrichtung, um die Erklärung und eine Postkarte zu übergeben sowie ein Statement der Politik für unsere Kampagnenseite zu erbitten.

An der entsprechenden Veranstaltung kann vor oder nach der Show von der Leitung oder einer beauftragten Person auf die Kampagne aufmerksam gemacht werden. Es kann z.B. einen einfachen Hinweis auf die Aktionswochen und die Initiative „Berlin ist Kultur / Deine Stimme für Kultur“ geben oder die gemeinsame Erklärung oder ein eigenes Statement der Institution, der Organisation oder des*der Künstler*in kann verlesen werden.

 

  • Echte Action / Referenzklasse / Gold-Standard

Mehr Aufmerksamkeit und Interesse erweckt natürlich eine extra für die Aktionswochen ausgedachte und durchgeführte Aktion. Hier ein paar abstrakt gehaltene Beispiele, die leichter oder schwerer zu organisieren sind, je nach Kapazität:

Ein öffentliches Gespräch (auch vor einer bereits im Programm veröffentlichten Veranstaltung) z.B. mit der Institutionsleitung zur Auswirkung der Landeshaushalte 2025, 2026 etc., zur aktuellen Situation, zur Perspektive auf die Jahre 2027 und 2028). Das interessiert sicher das Stammpublikum und viele Berliner*innen darüber hinaus.

Ein öffentliches Gespräch mit Künstler*innen zu ihrer Situation in diesen Jahren.

Ein Gespräch mit Politiker*innen (ggf. + a und/oder b). Das können Landespolitiker*innen sein, Bezirkspolitiker*innen, Kultur- oder Haushaltsleute oder einfach, wer zu fassen ist.

Eine Aktion der Mitarbeitenden am Haus. Ein performativer Protestmarsch um das Gebäude, durch das Gebäude, ein Banner-Aufziehen, Plakatieren etc.

Eine Aktion der Mitarbeitenden in der Nachbarschaft: Postkarten verteilen, Bei Gewerbe nachfragen, ob Plakate aufgehängt werden können. / Haustür-wahlkampf. Mit Postkarten an Wohnungstüren klingeln und ins Gespräch über Kultur und Politik kommen.

Ein Wahlkampfstand vor dem Gebäude oder ganz woanders. Hier können Plakate aufgehängt werden, Postkarten verteilt und das Gespräch mit Besucher*innen, Bürger*innen gesucht werden. Ein Tapeziertisch und ein oder zwei Stunden, zwei Kolleg*innen und das „Deine Stimme für Kultur“-Material reichen eigentlich schon. Ggf. muss eine Anmeldung beim Bezirksamt erfolgen, wenn es nicht auf dem Gelände der Institution selbst stattfindet. Mögliches weiteres Material: Die Wahlprogramme der Parteien (die schicken Exemplare bestimmt gerne zu), ggf. auch nur die Kulturkapitel daraus; die Wahlprüfsteine der Verbände und Organisationen und wenn schon vorliegend die Antworten der Parteien darauf.

 

Fertige Printmaterialien können auch in der Geschäftsstelle des bbk berlin abgeholt werden: Köthener Straße 44, 10968 Berlin, 3.OG, Montag bis Donnerstag, 11–15 Uhr.  Für Abholungen zu anderen Zeiten sind individuelle Termine möglich. Bitte meldet euch diesbezüglich kurz bei Rahel Grote Lambers (rahel-grote.lambers@kulturwerk-bbk.berlin).

Hier im Downloadbereich gibt es die Motive und das Printmaterial zum selbst Ausdrucken:  https://www.berlinistkultur.de/downloadbereich/

WICHTIG: Damit dies in der Pressearbeit der Kampagne sichtbar werden kann, bitte auch der Kampagne „gewidmete“, reguläre Programmbeiträge über das Formular anmelden.

2. Sucht das Gespräch mit der Politik vor Ort – kommt zur Vorbereitung in unsere Workshops

Geht in Euren Bezirken und Wahlkreisen auf die Kandidierende für das Berliner Abgeordnetenhaus zu und sprecht mit ihnen über die Bedeutung von Kunst und Kultur für Berlin. Schaut vorher nach, ob sie bereits ein Statement für unsere Seite abgegeben haben. Wenn Ihr Euch gemeinsam mit anderen auf die Gespräche vorbereiten wollt, kommt vorab in unsere Workshops, es ist auch ein Leitfaden für die Gespräche geplant.
 

3. Sendet uns Eure Stellungnahmen und Wahlprüfsteine

Wir sammeln auf dieser Webseite die Wahlprüfsteine und Stellungnahmen der Kulturverbände und Institutionen sowie die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine. Die Kandidierenden  für das Berliner Abgeordnetenhaus haben hier die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Fragen und Positionen aus der Kultur zu verschaffen. Wähler*innen können die Antworten und Stellungnahmen der Parteien abgleichen. Sendet Eure Papiere bitte ab sofort per E-Mail an info@berlinistkultur.de.

Coaching „Fit für den Wahlkampf“

"Ein interaktiver Workshop, der Kulturakteur*innen befähigt, selbstbewusst und informiert das Gespräch mit Politiker*innen und Bürger*innen zu suchen – ob am Wahlkampfstand, auf Veranstaltungen oder bei zufälligen Begegnungen. Statt trockener Theorie setzen wir auf praktische Übungen, Partnerarbeit und spielerisches Ausprobieren. Die Teilnehmer*innen verlassen den Workshop mit konkretem Wissen, geübten Gesprächssituationen und dem guten Gefühl: Das kann ich!" Nachdem wir viel positives Feedback für die ersten Workshops erhalten haben, laden wir euch nun euch herzlich zum weiteren „Wahlkampf-Coaching“ mit Marcel Weber ein – zum Einstimmen, gegenseitig Mut machen und Fahrt aufnehmen.

4. Sendet uns Eure kulturpolitischen Veranstaltungstermine

Veranstaltet Euer Verband oder Eure Institution einen eigenen Kulturpolitischen Termin im Wahlkampf? Wir veröffentlichen alle Termine gebündelt auf unserer Webseite und im Newsletter.
 

5. Gestaltet die Kampagne mit!

Kommt  zum den digitalen Freitags-Planungstreffen alle 14 Tage.

Ihr wollt mehr wissen und Euch in die Vorbereitungen mit einbringen? Alle 14 Tage um 9 Uhr wird bei den digitalen Freitags-Planungstreffen www.berlinistkultur.de von den laufenden Aktivitäten berichtet und die nächsten Schritte besprochen.

Spenden für #BerlinIstKultur

Das #BerlinIstKultur-Team arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich.  Wir verwenden alle Spenden insbesondere für Druck- und Sachkosten wie z. B. die Miete von Demo-Lastern oder für einzelne Aufträge und einige Honorare. 
 
Kontoempfänger (kommissarisch):  Netzwerk freier Berliner Projekträume und -initiativen e.V.   
Konto: IBAN DE60 8306 5408 0204 9341 64 
 
Deutsche Skatbank 
 
Verwendungszweck: Spende Aktionsbündnis Berlin ist Kultur

Dr. Ann-Kathrin Biewener (SPD)
Wahlkreis 6 Charlottenburg-Wilmersdorf

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Kultur ist für mich einer der Hauptgründe, warum ich in Berlin lebe. Diese Stadt bietet eine unglaubliche Vielfalt – von Clubkultur bis Oper, von Streetart bis zur Galerie. Man kann sich jeden Tag neu entscheiden, was man erleben möchte. Diese Offenheit und Vielfalt machen Berlin für mich lebenswert und besonders.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kultur gehört zu Berlin wie das Brandenburger Tor. Sie bringt Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammen und schafft Räume für Begegnung, Austausch und neue Perspektiven. Gerade in einer vielfältigen Stadt ist Kultur ein wichtiger Ort für demokratische Debatten und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig ist sie ein zentraler Wirtschaftsfaktor: Viele Menschen kommen wegen der Kulturszene nach Berlin – und tragen damit auch zur wirtschaftlichen Stärke der Stadt bei.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Kultur ist kein „nice to have“, sondern ein zentraler Bestandteil unserer Stadt – auch wirtschaftlich. Deshalb müssen wir Kultur stärker als Teil der Gesamtentwicklung Berlins denken. Öffentliche Förderung bleibt dabei unverzichtbar, gleichzeitig profitieren viele Bereiche – etwa Tourismus, Gastronomie oder Einzelhandel – direkt von einer lebendigen Kulturszene. Diese Zusammenhänge müssen sich auch in der Finanzierung widerspiegeln.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Kultur lebt von Vielfalt – und sie muss für alle zugänglich sein. Dazu gehört nicht nur die Hochkultur, sondern auch die freie Szene, Straßenkunst oder kleine Konzerte im Kiez. Wichtig ist, dass möglichst viele Menschen teilhaben können – unabhängig vom Geldbeutel oder ihrer Herkunft. Kulturorte sind Orte des Austauschs und der Auseinandersetzung – und damit zentral für eine lebendige Demokratie.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Im Wahlkreis entwickeln sich mit Orten wie dem Schoeler-Schlösschen neue, spannende Kulturstandorte, die ich weiter stärken möchte. Gleichzeitig sehe ich großes Potenzial im öffentlichen Raum: Plätze wie der Bundesplatz oder der Prager Platz können durch kulturelle Formate wie Nachbarschaftsfeste oder kleinere Veranstaltungen stärker belebt werden. Kultur muss auch im Alltag sichtbar und erlebbar sein – direkt im Kiez.

Dr. Robbin Juhnke (CDU)
Wahlkreis 5 Neukölln

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Im Abgeordnetenhaus arbeite ich als kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion tagtäglich an der Ermöglichung von Kultur in unserer Stadt. Bereits in den Koalitionsverhandlungen, die ich für meine Partei als Verhandlungsführer für diesen Bereich leiten durfte, konnte ich dafür einige Grundlagen legen. 

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Der Kulturbereich ist ein wesentliches Markenzeichen unserer Stadt, er hat in Berlin daher auch eine ganz wesentliche wirtschaftliche Bedeutung: seien es Arbeitsplätze, aber auch die Attraktivität für Besucher oder Neuberliner aus Nah und Fern. Kultur ermöglicht Debatte, Nachdenken und neue Perspektiven, eine Gesellschaft bleibt dadurch flexibel und weniger brüchig.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Der Einzelplan 08 (Kultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt) bietet mit einem Volumen von rund einer Milliarde ein vermutlich weltweit für eine Stadt einzigartiges Förderungsinstrument für alle Sparten der Kultur. 

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Die Berliner Kulturszene ist außerordentlich vielgestaltig und breit aufgestellt. Auch die Kulturförderung hat sich auf diese Breite eingestellt. 

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Erstmals im Berliner Parlament habe ich bereits im Jahr 2021 einen parlamentarischen Vorstoß für ein Kulturfördergesetz unternommen. Weiterhin bleibt dieses Vorhaben ein wichtiger Punkt für die kommende Legislaturperiode, um eine bessere Planungsgrundlage für die Kulturförderung zu bieten.

Dennis Haustein (CDU)
Wahlkreis 3 Lichtenberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Ein Stück in der Schaubühne, einen Sommerabend im YAAM, die Büste der Nofrete im Neuen Museum oder doch einen Kinofilm mit meiner Unlimited Card anschauen – ich nutze unsere Kultur und das wahnsinnig unterschiedliche Angebot sehr gerne und regelmäßig. Das ist es doch, was Berlin ausmacht. Nur Netflix macht das Leben nicht bunt: Es sind die Angebote vor der Haustür.

 

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Kultur bringt die Menschen zusammen. Und da ist es häufig nicht wichtig, woher man kommt oder was man mitbringt. Kultur bietet Anlass zum Diskutieren. Kultur ist der Grund, warum Menschen nach Berlin kommen und dadurch hier übernachten, die Gastro und vieles mehr nutzen. Mit Kultur hat sich Berlin den Ruf der Weltstadt erarbeitet. Und deshalb ist es unsere Aufgabe aus der Politik auch diesen Ruf zu bewahren und damit auch die Vielfalt der Kultur in finanziell bescheidenen Zeiten zu verteidigen.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Bei dem Haushalt 2027/2028 wird es für alle Bereiche deutliche Einsparungen geben müssen. Das ist keine tolle Erkenntnis, gibt mir und uns aber die Möglichkeit die Vorkehrungen zu treffen: Im Kulturbereich müssen wir Synergien heben, um so Kosten einzusparen, die nicht zulasten des künstlerischen Programms gehen. Gemeinsame Depots oder das Ticketing sind da nur einige Beispiele, die die CDU-Kulturverwaltung auf den Weg gebracht hat. Das unterstütze ich und werde auch nach der Wahl gerne für unsere vielfältige Kultur und keine einseitigen Einsparmaßnahmen kämpfen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Die Berliner Kultur muss für jeden erlebbar sein. Deshalb war es auch für mich als Haushälter wichtig die Audiodeskription in einer schwierigen Haushaltslage zu sichern. Ebenfalls gehören Inklusionstheater, wie das RambaZamba, zu unserer Stadt. Die Stärkung des Theaters war für mich und uns als CDU deshalb ein Herzensthema. Und so müssen auch durch das nächste Abgeordnetenhaus weitere Hürden Schritt für Schritt abgebaut werden.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Viele wissen mittlerweile das mein Herz ganz besonders laut für unsere Musikschulen und die Amateurmusik schlägt. Die Erfolge müssen gesichert werden, auch in finanziell schwierigen Zeiten: strukturelle Förderung der vokalen und instrumentalen Amateurmusik, Raumkoordinationsstelle und Servicestelle Amateurmusik, Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements auch in diesem Bereich, kostenfreie Nutzung öffentlicher Räume, wie beim Sport, Nachwuchsförderung usw. Im aktuellen Haushalt konnte ich Geld für ca. 200 Musikschullehrerstellen erkämpfen. Das möchte ich steigern um dann endlich eine Festanstellungsquote von 80-90% in unseren bezirklichen Musikschulen zu erreichen.

Julia Dittmar (SPD)
Spitzenkandidatin der Bezirksliste Treptow-Köpenick

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Ich bin 2000 nach Berlin gezogen – und habe die Stadt damals vor allem über ihre
Kultur kennengelernt. Vieles war improvisiert, manchmal chaotisch, aber
unglaublich spannend und vielfältig. 
Ich erinnere mich an eine Performancegruppe der Kunsthochschule Kassel, die im
Prenzlauer Berg für eine Woche einen Laden angemietet und ihn komplett mit
frittierten Pfannkuchen, also „Berlinern“ zugebaut hat. Das ist ein verrücktes
Beispiel, aber es zeigt, was Kultur in Berlin ausmacht: ausprobieren, anecken,
überraschen.
Solche Sachen waren möglich, weil es genug Freiräume gab und die auch bezahlbar waren. Die drohen heute verloren zu gehen oder sind längst verschwunden. Deshalb ist es wichtig, sie politisch besser zu schützen.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Kultur erlaubt den Blick über den Tellerrand, sie schafft Begegnung und ermöglicht
demokratische Debatten. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger wirtschaftlicher
Faktor.
Berlin lebt davon, dass unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden. Ohne Kultur
würde die Stadt nicht nur an Ausstrahlung verlieren, sondern auch an
gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Kultur sollte verlässlicher finanziert werden. Dazu gehören mehrjährige Förderungen
ohne ständige Unsicherheiten und eine stärkere Unterstützung der freien Szene –
nicht nur der großen Häuser.
Gerade wenn Mittel knapper werden, darf Kultur nicht gegen Soziales ausgespielt
werden. Stattdessen geht es darum, politische Prioritäten insgesamt neu zu
setzen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Kultur muss für alle zugänglich sein. Dafür braucht es niedrigschwellige Angebote,
mehr Sichtbarkeit für unterschiedliche Perspektiven und den Schutz der
Kunstfreiheit.
Gerade in einer vielfältigen Stadt wie Berlin ist Kultur ein zentraler Ort für
Austausch und Auseinandersetzung.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Kulturpolitik ist nicht mein Schwerpunkt – aber Berlin ohne Kultur ist für mich undenkbar.
Als Neuling will ich erstmal schauen, was mir da spannendes über den Weg läuft und welche Projekte und Bedarfe es gibt. Mir wäre es wichtig, die Rahmenbedingungen insgesamt zu verbessern und vor allem Orte und Räume zu sichern oder neu zu schaffen, damit Kultur in Berlin den Platz hat, der ihr zusteht.

Martina Zander-Rade (Bündnis 90/Die Grünen)
Wahlkreis 2, Schöneberg Süd

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Ich bin waschechte Berlinerin und in dieser Stadt mit ihrer großen kulturellen Vielfalt aufgewachsen. Kultur war und ist für mich immer Teil meines Alltags und kein abgehobener Bereich. Berlin lebt von großen Einrichtungen ebenso wie von freier Szene, Kiezprojekten und selbstorganisierten Orten, in denen Menschen Kultur aktiv gestalten.
Diese Vielfalt ist für mich zentral. Sie zeigt sich nicht nur im künstlerischen Bereich, sondern auch in anderen Formen gemeinschaftlicher Praxis. Mein Engagement als Trainerin im Vereinssport gehört für mich ebenfalls dazu: gemeinsam aktiv sein, Verantwortung übernehmen und Räume für Begegnung schaffen.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Kultur ist ein Grundpfeiler des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Berlin. Sie schafft Räume für Austausch, Perspektivenvielfalt und das Aushandeln unterschiedlicher Sichtweisen in einer diversen Stadtgesellschaft. Demokratie lebt davon, dass Menschen sich beteiligen können. Kultur ermöglicht genau diese Erfahrung von Teilhabe und Mitgestaltung und ist deshalb eng mit demokratischer Bildung verbunden.
Besonders für Kinder und Jugendliche ist der Zugang zu kulturellen Angeboten entscheidend für sprachliche, kreative und soziale Entwicklung. Auch wirtschaftlich ist Kultur relevant, insbesondere durch freie Szene, Kreativwirtschaft und viele kleinere Kulturorte in den Bezirken. Diese Vielfalt braucht stabile Rahmenbedingungen.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Kultur ist öffentliche Daseinsvorsorge und braucht eine verlässliche öffentliche Finanzierung. Eine Grundfinanzierung muss sowohl große Institutionen als auch die freie Szene und kleinere Orte absichern. Dazu gehört auch die nachhaltige Finanzierung kultureller Bildung in Kitas, Schulen und außerschulischen Bereichen. Ebenso wichtig sind faire Arbeitsbedingungen, verlässliche Honorare und soziale Absicherung für Kulturschaffende. Eine marktabhängige Kulturfinanzierung führt zu Ungleichheit und gefährdet Teilhabe. Deshalb braucht es stabile öffentliche Strukturen, die Vielfalt ermöglichen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Kulturelle Bildung ist der zentrale Schlüssel. Sie muss früh beginnen und über alle Lebensphasen hinweg zugänglich sein, so auch in Kitas, Schulen, Jugend- und Erwachsenenbildung. Sie fördert sprachliche Fähigkeiten, kritisches Denken und soziale Kompetenzen und ist damit Grundlage demokratischer Teilhabe. Besonders wichtig ist mir auch die generationsübergreifende Arbeit, bei der unterschiedliche Altersgruppen gemeinsam kulturell aktiv sind. Digitale Medien gehören ebenfalls dazu.
Entscheidend ist allerdings die Fähigkeit, sie kritisch zu nutzen und eigene kreative Ausdrucksformen zu entwickeln.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung des ehemaligen Straßenbahndepots in der Belziger Straße zu einem dauerhaften Kultur- und Sozialort im Kiez.
Der Ort soll entsprechend bestehender Beschlüsse zu einem offenen Raum für Kultur, Bildung und Begegnung entwickelt werden, mit besonderem Fokus auf Kinder, Jugendliche und Familien. In Verbindung mit dem benachbarten Schöneberg Museum und dem Jugendmuseum, der Bibliothek und dem Jugendfreizeitheim und aktiv in den Kiez hinein kann so ein zusammenhängender Bildungs- und Kulturraum entstehen, der Kultur, soziale Infrastruktur und Bildung im Alltag verbindet.

 

Tim Junge (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Wahlkreis 1, Lichtenberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Als Game Design Student bin ich wahnsinnig eng mit Kultur verbunden. Denn auch Games (Videospiele) sind kreative Produkte, die von der Vielfalt der Berliner Kultur indirekt profitieren. Die Games-Branche fühlt sich wohl in Berlin und die zugängliche Kultur der Stadt ist ein großer Faktor dafür. Jedes Mal wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme, ist es die Kultur der Stadt, auf die ich mich am meisten freue. Ob Klassikkonzerte, Theater, Museen, diverse Veranstaltungen und natürlich die Clubszene. Auch wenn ich zunehmend besorgt beobachte, dass Kultur für viele immer unerschwinglicher wird, kenne ich kaum eine andere Stadt, wo sie trotzdem noch so zugänglich ist, wie bei uns in Berlin. Dafür bin ich sehr dankbar.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Vielleicht so viel vorweg; viele Menschen in Berlin und in meinem Wahlkreis haben gar nicht die Zeit oder das Geld, jeden Monat eine Kulturveranstaltung zu besuchen. Das ist schade und daran sollten wir arbeiten. Aber Berlin lebt gleichzeitig von den Kulturangeboten, denn für viele andere Menschen ist die Kultur ein zentraler Teil dessen, was die Stadt für sie ausmacht. Und diese Menschen schaffen wiederum Angebote und Mehrwert, von dem dann wieder alle anderen etwas haben. So funktioniert Gesellschaft, so funktioniert Demokratie.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Berlin gibt im internationalen viel Geld für Kultur aus. Das ist gut, denn dadurch sind wir nicht abhängig von privaten Geldern. Allerdings konkurriert unsere Kultur dadurch ebenso auch immer mit anderen Haushaltsposten. Die City Tax alleine wird nicht ausreichen, um die Berliner Kulturangebote zu finanzieren. In Berlin wird unter Leitung der CDU an diversen Projekten außerhalb der Kultur viel Geld
verbrannt, z.B. weil es an politischer Kompetenz fehlt. Überbordende Bürokratie und fehlende Digitalisierung kosten hunderte Millionen Euro, die etwa im Kulturangebot besser aufgehoben wären. Alleine für den Briefversand werden im Zeitalter der Digitalisierung immer noch mehrere Millionen in Jahr fällig. Nachhaltige Kulturfinanzierung heißt für mich grundlegend allgemein nachhaltige und moderne Finanzpolitik, mit inbegriffen der Kultursektor.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Indem wir als Politiker*innen etwa nicht die Spitzenpersonen von Filmfestivals durch den Kakao ziehen wenn uns politische Aussagen dort nicht gefallen. Kultur ist unabhängig und ihre Ziele und Aussagen sollten nicht durch Politik oder Förderstrukturen eingeschränkt werden.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Mit der Unterstützung von Formaten wie dem Medienkompetenzzentrum Lichtenberg machen wir digitale Kultur erlebbar. Insbesondere in meinem Wahlkreis findet zu wenig Kultur vor Ort statt. Anstelle lange Wege zurücklegen zu müssen, würde ich mir wünschen, dass wir mehr Kulturangebote vor Ort etablieren (z.B. neue Formate für das Kino).Für ganz Berlin setze ich mich dafür ein, Kultur zugänglicher zu machen. Etwa die „ClassicCard“ finde ich ein super Konzept, wo wir gerne explorieren können, ob wir das für junge Menschen noch günstiger oder kostenlos machen können. Ein weiterer Wunsch: für junge Menschen wäre es schön, wenn es günstige Konzerte mit Videospiel-Musik geben würde, wie es das auch in anderen Bundesländern schon lange gibt. Vertrautes in unvertrauten Umgebungen zu haben hilft dabei, Einstiege in neue Kulturwelten zu finden.

 

Jens Hoffmann (CDU)
Wahlkreis 3 Steglitz-Zehlendorf

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Es sind die die vielen prägenden Orte in Berlin, die mich zum Besuch und zum Austausch einladen: Clubs, Festivals, Galerien, Kinos, Kunsthäuser, Messen, Museen, Musik- und Tanzschulen, Opernhäuser, Privatinitiativen sowie kleine und große Theaterbühnen. Orte, die einen mal durchatmen lassen und einen anderen Blick auf die Stadt und ihre Gesellschaft ermöglichen. 

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kultur verbindet genau diese drei Aspekte: Sie steht für zivilgesellschaftliches Engagement, sie stärkt demokratische Prinzipien und sie ist unbestritten einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Berlins.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Ich setze mich für die Sicherung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel und für eine gleichmäßige Verteilung auf die vielfältigen Projekte in Berlin ein, appelliere aber zugleich, Synergien zu heben, um auch neuen Kulturschaffenden Gestaltungsräume zu ermöglichen.  

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Die Vielfalt in unserer Stadt und der hier lebenden Menschen darf und muss sich auch in der Kultur wiederfinden. Ich interessiere mich für die unterschiedlichen Arten, Ausprägungen und Elemente von Kultur und werde alle Debatten unterstützen, die auf den demokratischen Prinzipien basieren.   

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Ich möchte mich vor allem für die kulturpolitischen Ideen und Projekte einsetzen, die Gesellschaft, Demokratie und Wirtschaft zusammendenken. So sollten insbesondere die Projekte in den Mittelpunkt gestellt werden, die der Popkultur, Nachwuchsförderung und sozialen Begegnung dienen wie Bühnen für Live-Musik und Clubs – gerne in Steglitz-Zehlendorf und darüber hinaus.  

Maria Bigos (Die Linke)
Wahlkreis 6 Pankow

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Berlin und seine Kultur sind untrennbar miteinander verwoben. Ich schätze die große Breite an Kulturangeboten und Kultureinrichtungen, worunter auch Archive und Bibliotheken als kollektives Gedächtnis, Zugang zu Wissen, Bildungsangebot und generelle Teilhabemöglichkeit fallen – insbesondere in ihrer Funktion als dritte Orte. Besonders schätzenswert finde ich die Offenheit für Kinder.

Als Heranwachsende konnte ich mir keine Museums-, Konzert- oder Theaterbesuche leisten. Deshalb zogen mich diese Kulturformen besonders an. Darunter vor allem das Theater. Das Theater ist für mich bis heute ein Ort der Gleichzeitigkeit, der Perspektivübernahme und der grundlegenden Möglichkeit komplexe, soziale und vor allem emotionale Realitäten zu verarbeiten und über das Bestehende hinaus zu denken. Im Theater zeigt sich für mich persönlich die besondere Kraft der Kultur: Sie verankert das Gefühl.

Diese Qualität bringt jede Form der Kultur mit sich und die Vielfalt an Angeboten ermöglicht es, dass jeder Mensch sein Format und seinen Ort finden kann.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Kultur ist ein großer Wirtschaftsfaktor für Berlin – sogar einer der größten dieser Stadt. Das bildet sich derzeit nicht im politischen Umgang ab. In Zeiten der Kürzungshaushalte wird Kultur auf eine reine Kostenfrage verengt. Das halte ich für einen Fehler. Denn Kultur ist auch ein Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt und trägt maßgeblich zur Lebensqualität in unserer Stadt bei.

Wer meint, dass Kultur nur sein darf, wenn sie sich auch rechnet, ignoriert welch grundlegende Qualität und gesellschaftliche Bedeutung sie hat. Sie fördert kritisches Denken und Empathie. Sie kommt in den unterschiedlichsten Formen und Facetten. Doch egal, ob Ausstellungen, Aufführungen, Messen, Lesungen, Konzerte, Tanz oder Karaoke im Park – all das ist menschlicher Ausdruck, der sich nach außen richtet – also den Dialog sucht.

Kultur zeigt uns unterschiedliche Perspektiven auf Leben, das wir alle für uns und mit anderen gestalten. Damit schafft sie individuell erlebbare Räume, die kollektiv geteilt werden. Kultur adressiert Gedanken und Gefühle zugleich – nicht getrennt voneinander. Sie schult das Artikulationsvermögen und bietet nicht nur alternative Narrative zum Status Quo an, sondern ermöglicht ein gemeinsames Erleben dessen, was sein könnte. Diese Fähigkeit von Kultur ist nicht bezifferbar.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Wir wollen den Kulturetat kurzfristig von aktuell 2 Prozent auf 2,5 Prozent anheben. Langfristig streben wir 3 Prozent des Gesamthaushaltes für Kultur an. Die nötigen Einnahmen können wir unter anderem aus einem Teil der Citytax – also der Berliner Kurtaxe – generieren. Für den barrierefreien Ausbau von bspw. Bibliotheken – insbesondere in ihrer Funktion als dritte Orte – können u.a. Investitionsmittel des Bundes genutzt werden.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Teilhabe braucht Orte des niederschwelligen Austauschs, in dem sich Menschen als Menschen begegnen. Das ist in meinen Augen elementar wichtig, damit wir uns als aufeinander bezogene Individuen einer gemeinsamen Gesellschaft verstehen können. Deshalb müssen Kulturräume erhalten werden und niederschwellig erreichbar sein. Entsprechend legen wir besonderen Wert auf den Abbau von Hürden – von baulicher Barrierefreiheit bis hin zur Teilhaberleichterung für besonders vulnerable und strukturell benachteiligte Gruppen. 

Damit Kultur in ihrer gesellschaftlichen Funktion und Bedeutung zum Tragen kommen kann, braucht es gute Arbeits- und Lebensbedingungen für Künstler*innen. Vielfalt und Wirksamkeit geht verloren, wenn Künstler*innen unter zunehmend prekären Bedingungen arbeiten müssen, Orte der Kultur weiter kommerzialisiert werden, Stipendien gestrichen werden, Honorare nicht ausreichen, soziale Absicherung umgangen wird, Bezirksgalerien nicht mehr auskömmlich finanziert sind und neue Stadtquartiere ohne kulturelle Infrastruktur geplant und gebaut werden.

Kultur und kulturelle Räume müssen ein fester Bestandteil von Bauplanungen sein mit Beteiligungsmöglichkeiten all jener Menschen, die Kultur schaffen und von ihr profitieren. Der politische Dialog mit Kulturschaffenden und Kulturrezipienten ist abgebrochen und mindestens gestört. Das muss geheilt werden und dafür braucht es verbindliche Formate – auf Bezirks- und auf Landesebene.

 

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

  1. Kultur ist Teil der Berliner Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Viele Menschen leben von ihr, viele Menschen kommen wegen ihr und für noch mehr Menschen trägt Kultur im Wesentlichen zu ihrer Lebensqualität bei. Das muss sich auch in haushälterischen Entscheidungen wiederspiegeln. Deshalb streben wir eine Erhöhung des Kulturhaushaltes an – kurzfristig auf 2,5 Prozent, langfristig auf 3 Prozent.
  2. Unsere Kulturangebote müssen als niederschwellige Teilhabemöglichkeiten in der Breite abgesichert werden. Insbesondere Menschen mit wenig Geld, müssen am kulturellen Leben in der Stadt teilnehmen können. Deshalb wollen wir ein Soli-Ticket einführen, das Menschen, die sich Kulturerlebnisse nicht leisten können, Teilhabe ermöglicht. Auch wollen wir die dauerhafte Einführung eines landesweiten Kulturpasses für junge Menschen im Alter von 15-21 Jahre ein, der 100 Euro pro Jahr betragen soll.

In Pankow setzen wir uns seit Jahren für den Erhalt und eine auskömmliche Finanzierung unserer Musikschule Béla Bartók ein, die ihren größten Standort in meinem Wahlkreis im Eliashof hat. Unser erklärtes Ziel ist es, Kindern aus ökonomisch schwachen Familien eine musikalische Bildung an dieser – weit über die Bezirksgrenze hinaus geschätzten Schule – zu ermöglichen. Gleiches gilt für unsere Volkshochschulen, die für eine barrierefreie, diskriminierungsfreie und vor allem bezahlbare Erwachsenenbild unverzichtbar sind.

Den Kürzungsdruck auf Volkshochschulen und Musikschulen spüren wir in meinem Wahlkreis und in ganz Pankow in doppelter Weise. Zusätzlich zu den Kürzungen auf Landesebene, hat der Bezirk Pankow ein eigenes Defizit im mittlerweile zweistelligen Millionenbereich aufgetürmt. Auch diese Kürzungen sind kein Naturgesetz, sondern Folge politischer Schwerpunktsetzungen, die mit der aktuellen Landespolitik korrespondieren. Der Kurs muss somit bezirklich und landesweit korrigiert werden. Der Kürzungsdruck muss auch auf Volkshochschulen und Musikschulen beendet werden und der kostenfreie Museumssonntag zurückkehren.

  1. Als Kinder- und Jugendpolitikerin ist es mir ein besonders Anliegen die jüngsten Bürger*innen mitzudenken. Kinder verstehen Kunst und Kultur auf eine beeindruckend intuitive Weise, die es zu fördern und zu stärken gilt. Unmittelbar erlebbare Kulturräume bieten einen offenen Interpretationsraum, der unvoreingenommen ergründet werden kann, anstatt mit einer bestimmten Sichtweise auf Welt konfrontiert zu werden. Kulturangebote schulen Perspektivübernahme, Abstraktionsvermögen, Meinungsbildung und die Fähigkeit die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Wahrnehmungen auszuhalten. Frei zugängliche Kultur ist genau deshalb ein wichtiger Schlüssel für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung. Doch gerade bei Angeboten für Kinder wird oft und schnell der Rotstift angesetzt und ihre Bedarfe in Planung und Umsetzung politischer Zielsetzungen zu oft übersehen. Sie sind keine eigenständigen Bedarfsträger in politischen Planungsentscheidungen.

Im Bundesgebiet gibt es rund 70 Kinder- und Jugendmuseen, die explizit für diese Zielgruppen interaktiv gestaltet und konzipiert sind. In Berlin gibt es sechs für rund 615.000 Kinder und Jugendliche, die einen Anteil von rund 16,6 Prozent unserer Stadtbevölkerung ausmachen. Die Arbeit der Kindermuseen fällt in den Bereich der außerschulischen Bildung – ein zentrales Anliegen der Jugendhilfe. Das ist ein großer Gewinn und ein wichtiges Merkmal von Kindermuseen. Sie erhalten daher mehrheitlich bis vollständig Förderungen aus dem Jugendetat des Landes und jeweiligen Bezirkes, werden aber primär als Kultureinrichtungen wahrgenommen. Finanzierungen aus dem Kulturetat sind ergänzend oder projektbezogen und damit kurzzeitig und punktuell zugewiesen. Die aktuelle Kürzungsdebatte führte bei den Kindermuseen in einigen Fällen daher auch zu doppelter Unsicherheit – denn auch der Bereich Jugend stand und steht zunehmend unter Druck.

Nur unter Protest ist es gelungen, dass Kulturangebote für Kinder und Jugendlichen insgesamt einen geringeren Anteil der aktuellen Kürzungen schultern müssen. Verschont geblieben sind aber auch sie nicht. Auch das MachMIT-Museum in meinem Wahlkreis wurde von den senatsseitigen Haushaltskürzungen stark strapaziert. Letztlich ist es zwar gelungen, das im Kiez seit 34 Jahren fest verankerte Kindermuseum zu sichern. Eine dauerhafte und wirklich verlässliche Perspektive aber gibt es nicht. Deshalb wollen wir auch das Zuwendungsrecht evaluieren, vereinfachen und mit einer Finanzierungszusage über die gesamte Wahlperiode von fünf Jahren versehen.

  1. Wir sollten und müssen der freien Szene mit mehr Wertschätzung begegnen. Die Berliner Kulturlandschaft ist sowohl von den großen Häusern als auch von der freien Szene geprägt. Sie ist international und lokal zugleich. Ein gutes Beispiel dafür ist die freie Kulturszene im Mauerpark, der in meinem Wahlkreis liegt. Der Mauerpark zeichnet sich durch eine lebendige, nicht-kommerzielle Straßenkunstszene und Open-Air-Kultur aus. Das Nachbarschaftsengagement ist erfreulich hoch und sowohl Flohmarkt als auch die jährlich stattfindende Fête de la Musique ziehen insbesondere im Sommer zahlreiche Besucher*innen an. Als Linksfraktion Pankow, deren Vorsitzende ich derzeit bin, haben wir uns entschieden gegen Versuche des Bezirksamtes gestellt, die Straßenmusik an Sonntagen zu untersagen und uns für den Erhalt des bestehenden, lebendigen Kulturangebotes eingesetzt. Gemeinsam mit der lokalen Initiative Freunde des Mauerparks haben wir dazugehörige Pläne kritisch begleitet und Alternativen aufgezeigt.

Auch landesweit setzen wir uns für die Stärkung sozialräumliche Öffnung und für den Erhalt von Kulturorten ein. Denn solche Begegnungs- und Gestaltungsorte sind eine wichtige Basis für ein lebendiges Kiezleben. Deshalb liegt ein weiterer Fokus unserer Kulturpolitik liegt auf der Sicherung von Arbeits- und Produktionsräumen für die freie Kulturszene. Wir wollen das bedrohte Arbeitsraumprogramm für Künstler*innen langfristig ausbauen. Zunächst wird es um eine Stärkung der aktuell geschwächten Kulturraum Berlin gGmbH und den Erhalt des Arbeitsraumbestandes gehen, um weitere Verluste an Arbeitsräumen zu verhindern. Langfristig wollen wir den Bestand an Arbeitsräumen erhöhen und streben rund 1.000 neue Arbeitsräume zu bezahlbaren Mieten für freischaffende Künstler*innen an. Wir werden einen Schwerpunkt auf den Ausbau der Möglichkeiten der Mehrfachnutzung bestehender Räume legen und wollen das derzeit stark gekürzte Programm wieder auf 25 Millionen Euro anheben.

  1. Wir unterstützen den partizipativen Prozess für ein Kulturfördergesetz und wollen, dass dieses Gesetz größtmögliche Verbindlichkeit herstellt in Bezug auf den Auftrag an die Politik, die Kulturfreiheit zu schützen, gute Arbeit in der Kultur zu ermöglichen, Diversität bei Kulturschaffenden und Kulturnutzenden zu fördern und Kulturstandorte langfristig durch notwendige investive Maßnahmen zu erhalten, barrierefrei zu gestalten und auszubauen.

Marco Rumza (SPD)
Wahlkreis 4 Spandau


Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Berlin ohne Kultur ist für mich nicht vorstellbar. Mein persönlicher Zugang zur Kultur beginnt nicht erst im Opernhaus oder Museum, sondern im Alltag dieser Stadt: bei kleinen Bühnen im Kiez, bei Clubs, Lesungen, Jugendzentren, Ateliers und Festivals unter freiem Himmel. Kultur ist der Ort, an dem Berlin sich begegnet – manchmal laut, manchmal unbequem, oft überraschend. Genau das macht diese Stadt aus.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kultur ist für Berlin weit mehr als ein Standortfaktor. Sie schafft Zusammenhalt, eröffnet Perspektiven und verteidigt unsere Demokratie gegen Ausgrenzung und Hass. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen brauchen wir Räume, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Unterschiede aushalten und neue Ideen entwickeln können. Kultur ermöglicht Teilhabe und gibt vielen Menschen eine Stimme, die sonst oft überhört werden. Gleichzeitig ist sie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Tausende Berlinerinnen und Berliner arbeiten in der Kreativ- und Kulturbranche, sie prägen das internationale Bild unserer Stadt und ziehen Menschen aus aller Welt an.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Deshalb müssen wir Kultur verlässlich finanzieren. Gute Kulturpolitik darf nicht nur von Projekt zu Projekt denken. Ich setze mich für langfristige Förderstrukturen ein, die Planungssicherheit schaffen – gerade für freie Träger, kleinere Initiativen und die soziokulturelle Arbeit in den Bezirken. Kulturorte dürfen nicht durch steigende Mieten verdrängt werden. Berlin braucht bezahlbare Räume für Kunst, Proben, Clubs und kreative Arbeit. Wer Kultur nur als „freiwillige Leistung“ betrachtet, verkennt ihre Bedeutung für unsere Stadtgesellschaft.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Mir ist besonders wichtig, dass Kulturpolitik nicht nur für einige wenige gemacht wird. Berlin lebt von seiner Vielfalt, und diese Vielfalt muss sich auch in unseren Bühnen, Bibliotheken, Kulturhäusern und Förderstrukturen widerspiegeln. Kultur muss zugänglich sein – unabhängig vom Geldbeutel, vom Wohnort oder der Herkunft. Ich möchte deshalb kulturelle Bildung stärken, Kooperationen mit Schulen und Jugendeinrichtungen ausbauen und Orte fördern, an denen Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebensrealitäten zusammenkommen.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Mein nächstes konkretes Vorhaben ist, gemeinsam mit lokalen Kulturakteurinnen und Kulturakteuren im Wahlkreis einen dauerhaften Austausch aufzubauen, damit Politik nicht über Kultur spricht, sondern mit ihr. Für ganz Berlin will ich mich dafür einsetzen, kulturelle Infrastruktur langfristig zu sichern und Freiräume zu schützen – denn eine Stadt, die ihre Kultur verliert, verliert auch ein Stück ihrer Seele.

 

Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen)
Wahlkreis 4, Friedrichshain West

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Als waschechte Berlinerin bin ich glühender Fan der Berliner Kulturlandschaft in all ihrer Vielfalt. Ich bin leidenschaftliche Museengängerin, gehe mit meinen Kindern gerne ins Atze Musiktheater, mit Freund*innen in die Philharmonie oder auch die Märchenhütte. Zudem hat mein Uropa den Stuck in der Deutschen Oper gestaltet und war entsprechend der erste Mann, der dort auf der Bühne gesungen hat!

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kunst und Kultur gehören zu Berlin wie der Alex und die Spree und hat einen massiven Anteil am Standortfaktor unserer Stadt.Wir dürfen es nicht zulassen, dass durch den Kulturkampf von Rechts und massive Einsparungen von CDU und SPD im Kulturhaushalt immer mehr Freiräume genommen werden. Denn Kunst und Kultur sind gelebte sind gelebte Vielfalt, Demokratie und willkommene Gesellschaftskritik.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Als Grüne fordern wir schon lange ein Berliner Kulturfördergesetz. Künstler*innen und Kulturbetriebe brauchen Finanzierungs- und Planungssicherheit und eine bessere soziale Absicherung. Es braucht überjährige Förderprogramme und verbindliche Mindesthonorare. Für mich als Grüne bedeutet Kultur auch ökologische Nachhaltigkeit: Green Culture muss endlich gezielt gefördert werden, etwa mit dem Ziel, die Energiekosten von Kulturbetrieben zu senken oder den Müll bei Großveranstaltungen zu reduzieren.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Kunst ist frei und Kultur ist für Alle da. Deshalb sollte Berlins Kulturlandschaft auch so vielfältig sein wie die Stadt selbst. Das beginnt mit einer guten kulturellen Infrastruktur und Grundversorgung vor Ort – mit modernen Stadtteilbibliotheken, wohnortnahen Kinder- und Jugendtheatern, eintrittsfreien Projekträumen und Kommunalen Galerien, sowie mit Musikschulen, deren Lehrende auch endlich angemessen bezahlt werden. Wir wollen den kostenfreien Museumssonntags zurück und eine Diversitätsentwicklung der öffentlichen Kulturinstitutionen.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
#BerlinIstKultur und Kultur braucht Räume. Deshalb muss Kulturpolitik in Berlin auch immer Berliner Stadtentwicklungspolitik sein. Auch in Friedrichshain braucht es bezahlbare künstlerische Produktions- und Präsentationsräume, wie ausreichend Ateliers oder Proberäume. Die drastischen Kürzungen von CDU und SPD beim Berliner Arbeitsraumprogramm müssen zurückgenommen, Gewerbemieten begrenzt und die öffentlichen Immobilien für kulturelle Nutzungen geöffnet werden. Als Mobilitätspolitikerin zählt für mich natürlich auch der Weg ins Theater, Museum oder zum Konzert. Wir brauchen Bus und Bahn, die verlässlich fahren, Frauenabteile in der Nacht und sichere Rad- und Fußwege. Denn eine gute Verkehrsinfrastruktur ermöglicht Teilhabe am kulturellen Leben.

Arne Gröschel (SPD)
Wahlkreis 4, Pankow

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die ausschließlich in der Unterhaltungs- bzw Kreativbranche tätig war und ist. Daher fließt es sozusagen durch meine Adern und wurde mir – wie man so schön sagt – in die Wiege gelegt. Ich habe vor vielen Jahren eine Schauspielausbildung gemacht, dann nochmal Sozialpädagogik (mit dem Schwerpunkt Theater- und Heilpädagogik) studiert, seit mittlerweile über 30 Jahren in vielen sozialen Bereichen kreativ gearbeitet und führe seit knapp 20 Jahren einen eigenen Kulturbetrieb – das Theater Varia Vineta in Pankow.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kultur – also Kreativwirtschaft ist ein wesentlicher, unverzichtbarer Teil der Berliner Wirtschaft und nach wie vor zieht es Touristen und Touristinnen gerade wegen der kulturellen Vielfalt oder auch Clubkultur nach Berlin. Damit das so bleibt, ist es unbedingt erforderlich, die Angebote durch entsprechende Förderprogramme weiter zu sichern und zu schützen. Und hiermit meine ich ausdrücklich nicht nur die staatlichen Einrichtungen. Es gibt sehr viele freie Künstler*innen und Bühnen, Clubs, Galerien usw. die es immer schwerer haben, sich durchzusetzen. Und ich kann sagen, dass es hier wirklich sehr schöne, hochwertige und nachhaltige Angebote gibt. Nur leider sind sie weniger sichtbar und noch viel weniger unterstützt.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Ich möchte vor allem das noch nicht so alte Förderprogramm „KiA“ erhalten und sogar noch mehr ausgestalten. Mein Ziel ist es außerdem, nicht nur die Städtischen Kultureinrichtungen in den Tourismusführern aufzunehmen, sondern eben jene, die diese Sichtbarkeit viel mehr brauchen – die vielen OFF Theater und alternativen Kreativorte.
Außerdem wäre es sinnvoll, die Kulturabgabe auszuweiten. Die Einnahmen hieraus werden zum Teil in die Kreativwirtschaft zurückgeführt. Höhere Einnahmen könnten dann auch in Form von Förderprogrammen den Kultureinrichtungen etc. zu Gute kommen, die bisher wenig bis gar keine Subventionen erhalten. Das seit einige Jahren diskutierte Kulturfördergesetz – an dessen Prozess ich selbst beteiligt war – muss endlich kommen. Dafür möchte ich mich stark machen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Kultur stärkt Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte vor allem durch Offenheit und aktive Beteiligung. Wichtig ist die Zugänglichkeit: kulturelle Angebote müssen barrierearm, sozial erreichbar und möglichst inklusiv sein. Ebenso entscheidend ist Partizipation, also Formate, in denen Menschen nicht nur zuschauen, sondern selbst mitgestalten. Für demokratische Debatte braucht es außerdem offene, respektvoll moderierte Diskursräume, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden dürfen, ohne auszuschließen. Ergänzend ist die Repräsentation in Strukturen und Entscheidungen zentral, damit Vielfalt nicht nur gezeigt, sondern auch mitgestaltet wird. So wird Kultur zu einem Raum, der Austausch ermöglicht und gesellschaftliche Vielfalt aktiv stärkt. Heißt konkret: Ich möchte zum Beispiel unter anderem erreichen, dass Kitas und Schulen eine Pflichtkooperation für einen bestimmten Zeitraum eingehen mit der Kultureinrichtung oder einer freien Gruppe ihrer Wahl. Also Kultur nicht als netter Ausflug, sondern fest verankert im Lehrplan als kulturelle Bildung. Die Kooperation kann und sollte nach einer festgelegten Zeit wechseln. Damit möchte ich erreichen, dass Spielstätten und Künstler*innen u.ä. regelmäßig mit und für Kinder und Jugendliche Kulturangebote schaffen und somit auch in ihrer Existenz abgesicherter sind, es zu interessanten Projekten kommt und die Kinder so häufiger in den Genuss kommen, Kultur in ihrer ganzen Vielfalt zu erleben, sich damit zu befassen und die vielen Möglichkeiten, die Kultur bietet, sich mit sozialen Themen auseinanderzusetzen, zu erkennen, zu nutzen, selbst zu gestalten und daraus zu lernen. Das ist Demokratie und Teilhabe und schult die emotionale Intelligenz und fördert die humanistische Bildung in erheblichem Maße.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Ich habe mit ein paar Mitstreiter*innen den Arbeitskreis „Kultur“ in Pankow wiederbelebt und wir haben hier einige Ziele formuliert. Unter anderem möchte ich bzw. wir, dass leerstehende landeseigene Gewerberäume für Künstler*innen zeitweise nutzbar gemacht werden – nicht nur in Pankow, auch berlinweit.
Es sollen zusätzlich Orte und öffentliche Plätze sichtbar gemacht werden, an denen Performance und andere Straßenkunst (inklusive Technik, Bühneaufbauten u.ä.) relativ „spontan und kurzfristig“ möglich ist, ohne das es komplizierte und langwierige Genehmigungen braucht. Diese freigegebenen Orte sind vorher geprüft worden durch oder mit Lärmschutzgesetz/Straßenverkehrsbehörde/Grünflächenamt etc. Natürlich soll es auch hier klare Regeln in der Umsetzung geben, aber eben um ein Vielfaches leichter und niedrigschwelliger. So wird Kunst sichtbarer und für viel mehr Menschen „konsumierbar“ und erlebbar. Kunst und Kultur dient aber nicht nur der Unterhaltung, ihr Wesen ist es ja eben auch, sozialkritisch zu sein und dies in einer mal verdaulichen, poetischen, provokanten oder lösungsorientierten Form darzustellen. Und das kann nur die Kunst! Die Kooperation der Bildungseinrichtungen mit Kulturorten/oder Gruppen soll auch berlinweit erfolgen.

Silke Gebel (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
Wahlkreis 1, Mitte

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Mein Zugang zur Kultur begann auf der Theaterbühne. Als Schülerin spielte ich leidenschaftlich Theater, später war ich im Schülertheater Regisseurin, Produzentin und Schauspielerin. Dort habe ich gelernt, welche Kraft Kreativität, Teamgeist und Zusammenarbeit entfalten kann.
Kultur bedeutet für mich aber nicht nur Theater. Ich bin begeisterte Comic-Leserin und liebe die vielfältige Berliner Comic-Szene, ein toller Spiegel Berlins.
Als Mitglied des Stiftungsrats der Lotto-Stiftung darf ich die große Vielfalt der Berliner Kulturlandschaft immer besser kennenlernen. Diese Vielfalt zu erhalten, ist für mich eine besondere Verantwortung.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
In Zeiten von Social-Media-Blasen brauchen wir alle Orte der Begegnung und des Austauschs. Kultur öffnet neue Perspektiven, regt zum Nachdenken an und stärkt damit unsere Gesellschaft und Demokratie.
Gleichzeitig ist die vielfältige Kulturlandschaft ein wichtiger Anziehungspunkt für Besucher*innen aus aller Welt und damit auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Berlin.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Die aktuelle Kulturfinanzierung schafft vor allem Unsicherheit. Viele Künstler*innen und Einrichtungen wissen nicht, wie ihre Arbeit künftig finanziert werden kann. Nachhaltige Förderung bedeutet deshalb Planungs- und Finanzierungssicherheit.
Dafür setze ich mich für ein Berliner Kulturfördergesetz ein, das den Schutz und die Förderung von Kultur verlässlich absichert. Besonders wichtig sind mir faire Honorare, mehrjährige Förderungen und bessere soziale Absicherung, damit kulturelle Vielfalt langfristig erhalten bleibt.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Demokratie lebt von Begegnung. Deshalb habe ich das Bündnis Rosenthaler Vorstadt für Demokratie, Vielfalt und Respekt mitgegründet. Kultur schafft Räume für Austausch, eröffnet neue Perspektiven und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ich setze mich für eine vielfältige Kulturlandschaft und niedrigschwellige Angebote ein, die Menschen zusammenbringen und kulturelle Teilhabe ermöglichen.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Besonders am Herzen liegt mir das Gefängnistheater in der JVA Tegel. Dort zeigt sich, dass Kultur Menschen stärken, Perspektiven eröffnen und gesellschaftliche Teilhabe fördern kann.
Ich möchte mich weiterhin dafür einsetzen, dass auch kulturelle Projekte gefördert werden, die Bildung, Begegnung und neue Chancen ermöglichen und so den Zusammenhalt unserer Stadt stärken.

Elif Eralp (Die Linke)
Wahlkreis 1, Bürgermeisterkandidatin

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin
Ich selbst habe sieben Jahre lang im Jugendtheater gespielt und besuche heute mit meinen Kindern regelmäßig Konzerte, Museen und Bibliotheken in der Stadt.
Die Bibliothek ist und war auch für mich persönlich ein wichtiger Ort. Bereits als Kind war ich nach der Schule oft in der Bibliothek, und im Studium habe ich Stunden und Nächte zwischen Büchern verbracht. Bibliotheken können ein Tor zur Welt sein, und genau das waren sie für mich. Als sogenannte dritte Orte stehen sie allen offen
Aber Offenheit entsteht nicht von selbst. Deshalb müssen wir diese Orte aktiv einladend machen: mit verständlichen Zugängen, aufsuchender Arbeit in den Kiezen und mehrsprachigen Angeboten.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar, gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Was Berlin wesentlich ausmacht, ist seine Kultur. Viele Menschen leben von ihr. Noch mehr messen ihre Lebensqualität an dem, was diese Stadt kulturell zu bieten hat. Und viele kommen hierher, weil sie in der und für die Kultur in Berlin arbeiten wollen.
Und Kultur ist systemrelevant. Sie ist Ausdruck von Freiheit und gesellschaftlicher Veränderung. Sie gibt Orientierung, gerade in Krisenzeiten. Sie entsteht nicht im Mainstream, nicht im Kulturbetrieb der großen Häuser allein, sondern in den Räumen, die vom Zwang zur Wertschöpfung befreit sind. In diesen Räumen wird debattiert, wird Widerspruch formuliert, wird der Wunsch nach Veränderung sichtbar. Das ist kein schöngeistiger Zeitvertreib. Das ist, was offene Gesellschaften zusammenhält.
Kultur ist natürlich auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Aber wer Kultur nur darüber versteht, hat ihren Sinn verfehlt. Was Kultur leistet, vor allem in den Bereichen Teilhabe und Bildung, lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken. Ob jedes Kind, das es möchte, unabhängig vom Einkommen der Eltern, in einer Musikschule ein Instrument erlernen kann: daran kann man ablesen, wie ernst Politik ihren eigenen Auftrag nimmt.
Denn Kultur schafft Dialog. Sie bringt Menschen zusammen, die sich sonst nicht begegnen würden. Sie zeigt andere Blicke auf die Welt, regt an, provoziert, verbindet. Wer daran sparen will, dem sage ich: Stell dir vor, wie diese Stadt ohne das alles wäre. Wer das wirklich zu Ende denkt, wird anders kämpfen.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Kulturhaushalt langfristig drei Prozent des gesamten Berliner Haushaltsvolumens umfasst. Die Koalition hat ihn auf unter zwei Prozent gekürzt. Das ist kein Sparakt, das ist eine Entscheidung darüber, was dieser Stadt wichtig ist. Kurzfristig streben wir eine Erhöhung auf 2,5 Prozent an.
Einen Teil dieser Mittel brauchen wir, um steigende Kosten durch Inflation und steigende, Energie- und Mietpreise aufzufangen. Aber selbst dann entsteht Spielraum für die soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern und die Förderung ehrenamtlichen, kulturellen Engagements, für mehr Räume und Teilhabe und natürlich für die Dritten Orte, die das Herz dieser Kulturstadt sind.
Denn Kultur muss sich jeder leisten können. Damit meine ich zum einen als Einzelne, als Besucherin oder Besucher, der kein Geld für eine Eintrittskarte hat und trotzdem teilhaben kann. Aber vor allem meine ich: Diese Stadt muss sich leisten, Kultur zu finanzieren. Das ist keine Frage von Großzügigkeit. Das ist eine Frage von Grundversorgung.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Linke Kulturpolitik verteidigt zivilgesellschaftliche Netzwerke. Sie stellt sich entschieden gegen staatliche Gesinnungsprüfung und Ausgrenzung, wie wir sie im Haber-Verfahren erlebt haben.
Die Freiheit der Kunst und kulturelle Vielfalt sind vielen Gefahren ausgesetzt. Eine restriktive Kulturpolitik auf Bundesebene, die gegenwärtig Hand anlegt an Institutionen und Initiativen, die für demokratische Vielfalt und Einbindung statt Ausgrenzung stehen, sowie der Kulturkampf von rechts bedrohen diese Freiheit. In diesen Bereichen zu kürzen, bedeutet, an der Demokratie zu sparen. Ich unterstütze die Initiative für ein Kulturfördergesetz, denn ein solches Gesetz ist ein gutes Instrument, Politik über Legislaturperioden und verschiedene politische Konstellation hinaus in die Pflicht zu nehmen.
Kunst und Kultur sind keine „weichen Faktoren“, sondern eine notwendige Voraussetzung für gesellschaftliche Aushandlungsprozesse. Die massiven Kürzungen seit dem Nachtragshaushalt 2024 waren kein rein fiskalischer Akt, sondern ein Angriff auf die freie, gesellschaftskritische Szene. Und kulturelle Vielfalt ist für eine Stadt wie Berlin, die aus Zuwanderung entstanden ist und davon lebt nicht nur angemessen, sondern Voraussetzung dafür, dass Zusammenhalt überhaupt gelingen kann.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
In der Nähe meines Wahlkreises steht die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, kurz ZLB, in der ich selbst oft mit meinen Kindern bin. Ein toller Ort, der aber in die Jahre gekommen ist und aus allen Nähten platzt. Leider ist die ZLB Gegenstand einer politischen Hängepartie geworden, die auf dem Rücken des Ortes, der Nutzerinnen und Nutzer und der Mitarbeitenden ausgetragen wird. Die ZLB braucht eine verlässliche Perspektive. Die sehe ich, am Alexanderplatz.
Aber Baustellen gibt es viele im Kulturbereich. Wir müssen das Arbeitsraumprogramm retten, denn viele Künstlerinnen und Künstler bangen um ihre Existenz, durch die Kürzung der Ateliersförderung. Wir müssen die Streichung des eintrittsfreien Museumssonntags zurücknehmen. Wir müssen Rechtssicherheit für die Honorarkräfte an Musikschulen herstellen und alle, die das wollen, festanstellen.

Ekkehard  Spiegel (Die Linke)
Wahlkreis 5, Friedrichshain-Kreuzberg 


Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Mein Bezug zur Kultur in Berlin ist eng mit dem Alltag dieser Stadt verbunden. Kultur
findet nicht nur in großen Häusern statt, sondern auch in Clubs, Jugendzentren,
Projekträumen, auf Straßenfesten oder in selbstorganisierten Initiativen.
Friedrichshain war immer ein Ort, an dem Menschen Kultur genutzt haben, um
Freiräume zu schaffen, sich zu organisieren und gesellschaftliche Debatten zu
führen. Diese lebendige Kulturszene gehört zu Berlin und sie gehört den Menschen,
die diese Stadt jeden Tag am Laufen halten

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch
und wirtschaftlich?
Kultur hält diese Stadt zusammen. Sie schafft Orte der Begegnung, macht
unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar und eröffnet Räume für Kritik, Solidarität
und demokratische Debatten. Gerade in Zeiten sozialer Unsicherheit und eines
massiven Rechtsrucks ist eine freie und vielfältige Kultur unverzichtbar. Umso
gefährlicher ist die Politik des aktuellen CDU-geführten Senats, der kulturelle
Angebote massiv kürzt und damit direkt soziale und demokratische Infrastruktur
angreift. Wer Kultur abbaut, greift auch die Vielfalt und Offenheit dieser Stadt an.
Besonders beunruhigend ist es, wenn die Freiheit von Kunst und Kultur aus
politischen Gründen eingeschränkt wird und Förderung und Unterstützung an
politisches Wohlverhalten geknüpft werden. Solche Einflussnahmen müssen
beendet und in Zukunft abgewehrt werden. Die Freiheit von Kultur und Kunst muss
gewahrt bleiben. Gleichzeitig ist Kultur ein zentraler Wirtschaftsfaktor und für viele
Menschen Arbeitsplatz und Lebensgrundlage .

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Kultur darf nicht von sogenannten Sparhaushalten und Kürzungslogiken abhängig
gemacht werden. Der aktuelle Senat behandelt Kultur offenbar wie ein
Luxusproblem – als wäre alles außerhalb von Arbeit und Verwertung verzichtbar.
Aber Menschen brauchen mehr als funktionieren und arbeiten. Kultur ist Teil der
öffentlichen Daseinsvorsorge und muss auch so behandelt werden. Dazu gehören
verlässliche Förderstrukturen, bessere soziale Absicherung für Kulturschaffende und
der Schutz kultureller Räume vor Verdrängung. Öffentliche Gelder müssen gerechter
verteilt werden, damit nicht nur große Institutionen profitieren, sondern auch freie
Projekte, Clubs, soziokulturelle Zentren und kulturelle Arbeit in den Bezirken.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische
Debatte?
Kultur muss für alle zugänglich sein unabhängig vom Einkommen! Dafür braucht es
bezahlbare Räume, freie Zugänge und eine aktive Förderung von Projekten, die
Menschen zusammenbringen. Orte, an denen diskutiert, gestritten, gefeiert und
gemeinsam organisiert wird, sind elementar für eine demokratische Stadt. Gerade
deshalb geraten sie unter Druck. Vielfalt entsteht nicht von allein, sondern braucht
politische Unterstützung und soziale Sicherheit. Wir dürfen nicht zulassen, dass
Berlin zu einer Stadt wird, in der nur noch konsumiert und gearbeitet wird, während
Freiräume verschwinden.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren
Wahlkreis und für ganz Berlin?
Für Friedrichshain-Kreuzberg ist die Sicherung und der Schutz kultureller Freiräume
eine zentrale Aufgabe. Clubs, selbstverwaltete Projekte und kulturelle Initiativen
stehen massiv unter Druck durch steigende Kosten und die Kürzungspolitik des
Senats. Ich möchte mich dafür einsetzen, diese Orte langfristig zu sichern und
Kulturpolitik stärker mit Stadtentwicklung, Sozialpolitik und öffentlicher Infrastruktur
zusammenzudenken. Berlin braucht eine Kulturpolitik, die nicht nur einzelne
Leuchtturmprojekte fördert, sondern Kultur im Alltag der Menschen stärkt – in den
Kiezen, Schulen, Jugendzentren und Nachbarschaften. Denn die Menschen, die
diese Stadt tragen, haben auch ein Recht auf Kultur, Begegnung und gemeinsames
Leben.

Jana Brix (Bündnis 90/Die Grünen)
Wahlkreis 1, Charlottenburg-Wilmersdorf

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Ich liebe Museen. Wenn ich mal einen halben Tag frei habe, setze ich mich in die Bahn und gehe dann in einem der vielen Berliner Museen spazieren. Wir haben in Berlin einen unglaublichen Schatz an materiellem und immateriellem Kulturerbe. Damit alle Berliner*innen sich daran freuen können, müssen wir Kultur zugänglich und vielfältig gestalten.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Für ein demokratisches Miteinander braucht es Orte, an denen Menschen zusammenkommen und miteinander ins Gespräch kommen können. Kulturorte, Sportvereine, Jugendclubs: all diese Räume werden gerade kaputt gespart und verschwinden immer mehr aus der Stadt. Dabei hat Berlin keine so lebendige Kulturszene, weil die Stadt ein Symbol für Freiheit und Vielfalt ist – Berlin ist ein Symbol für Freiheit und Vielfalt, weil wir eine so lebendige Kulturszene haben. Deshalb muss Kultur endlich auch politisch als Priorität anerkannt werden.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Es gibt so vieles, was sich an der Kulturförderung verbessern muss: Transparenz, langfristige Perspektive, Diversität und noch einiges mehr. Darum wird es Zeit für ein Berliner Kulturfördergesetz, das nicht nur einzelne Probleme angeht, sondern einen neuen Rahmen für die Berliner Kulturfinanzierung gibt. Mir ist besonders wichtig, dass ein solches Gesetz MIT der Berliner Kulturszene erarbeitet wird. Unsere bündnisgrüne Fraktion im Abgeordnetenhaus hat bereits ein Rechtsgutachten für ein Kulturfördergesetz in Auftrag gegeben. Die Freie Szene bündelt in einem hochprofessionellen Prozess die Expertise der ganzen Szene für ein Kulturfördergesetz. Wenn wir Politik, Kultur und Verwaltung zusammenbringen, bin ich mir sicher, dass wir ein Gesetz erarbeiten, dass eine nachhaltige Kulturförderung in Berlin sichert.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?Kulturelle Teilhabe ist für mich die Bedingung für eine vielfältige und demokratische Kultur. Wenn die Berliner Kultur insgesamt diverser werden soll, dann müssen wir dafür sorgen, dass wirklich alle Berliner*innen an Kultur teilhaben können – sei es im Publikum oder als Kulturschaffende selbst. Dafür müssen wir die Kulturförderung und Kulturarbeit in den Bezirken endlich wieder auf sichere Füße stellen. In den Ostbezirken ist die kulturelle Infrastruktur oft weniger gut ausgebaut. Deshalb muss die Landesebene besonders die Bezirke im Osten stärker unterstützen.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Kultur braucht Räume. Deshalb setze ich mich für jedes Atelier und jeden Probenraum ein, der aus dem Arbeitsraumprogramm gestrichen werden soll. Ich möchte direkt mit den Kulturschaffenden sprechen und schauen, wie ich als Politikerin helfen kann. Jeder Kulturort hat eigene Herausforderungen und Lösungen müssen genau passen. In meinem Wahlkreis Charlottenburg-Nord bin ich schon mit einigen Kulturschaffenden im Gespräch, und hoffentlich finden wir in den nächsten Monaten gemeinsam gute Lösungen. Außerdem werde ich mich für eine bessere soziale Absicherung von Künstler*innen einsetzen. Auch da sind für mich die Bezirke ein wichtiger Hebel. Als Feministin kämpfe ich gegen den Gender Pay Gap – in Kultur und in ganz Berlin.

 

 

 

Dr. Julia Behrens (Die Linke)
Wahlkreis 6, Lichtenberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Ob Ausstellung, Rave oder Konzert: Kultur ist Alltagsfreude, Erholung, Inspiration, Community-Ereignis und Herausforderung des eigenen Denkens. Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen, die verschiedenen kulturellen Angebote der Stadt haben mich geprägt. Meine Erinnerungen sind voll von wunderschönen Momenten in der Philharmonie, im Tacheles, Mensch Meier oder Magnet – die es leider alle nicht mehr gibt. Neue Orte kommen und beleben die Stadt, aber es gilt auch, etablierte Räume in der ganzen Stadt zu sichern.
Außerdem habe ich selber mit dem sozialen Unternehmen VLab in der Vergangenheit Kulturevents für die vietdeutschen Communities in der Stadt organisiert und umgesetzt (Lesungen, Film Screenings, Konzerte, etc.). Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer zugänglich die Förderlandschaft ist und wie gering die Honorare in der Kulturszene. Kulturschaffende brauchen bessere Bezahlung!

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Die Ermöglichung kultureller Teilhabe ist nach linkem Verständnis Grundrecht. Kultur verbindet, bringt Menschen zusammen und schafft Räume, in denen Visionen entstehen können. Deswegen ist sie zentral für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie – nur wenn wir uns begegnen und austauschen, entwickeln wir Vertrauen und Solidarität. Wirtschaft ist dazu da, den Menschen und der Gesellschaft zu dienen. In diesem Sinne sollte Wirtschaft auch Kultur ermöglichen – gleichzeitig ist Berlin ein einzigartiger Ort, zu dem viele Menschen wegen dem kulturellen Angebot kommen. Das stärkt die Wirtschaft in der Stadt.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Es muss von Anfang an klar sein, dass Kultur nicht „nice to have“, also netter Bonus ist, wenn alles andere steht. Es ist genauso wichtiger Bestandteil unserer Stadt wie andere Bereiche. Unser Berliner Wahlprogramm bietet einige Forderungen für nachhaltige Kulturfinanzierung:
– Wir wollen, dass in den kommenden Jahren der Anteil für Kulturausgaben des Haushalts auf drei Prozent ansteigt – kurzfristig auf 2,5 Prozent. Damit werden wir die Bezirke stärken und besser als bislang für gute Kulturarbeit, den Ausbau Dritter Orte und die Angebote für kulturelle Teilhabe ausstatten.
– Wir setzen uns dafür ein, dass ein fester Anteil der City Tax künftig für die kulturelle Infrastruktur und Grundversorgung eingesetzt wird: für Bibliotheken, Jugendkunstschulen, Musikschulen, Soziokultur.
– Die Kultur muss ihren Anteil an Sondervermögen und Investitionskrediten bekommen.
– Der Hauptstadtfinanzierungsvertrag zwischen Berlin und dem Bund ist ein unverzichtbares Instrument der Kulturfinanzierung. Wir setzen uns dafür ein, dass der Hauptstadtkulturfonds bei der nächsten Verhandlungsrunde nicht gekürzt, sondern ausgebaut wird.
– Auf Bundesebene setzen wir uns für die Wiedereinführung einer Vermögensteuer ein. Wer in dieser Gesellschaft über großes Vermögen verfügt, muss seinen Beitrag zu Gemeinschaftsgütern leisten – dazu gehört auch die öffentliche Kulturförderung.
– Wir prüfen die Einführung einer Leerstandsteuer auf dauerhaft leerstehende Gewerbeimmobilien.
– Förderzeiträume sollten ausgeweitet werden.


Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Die Linke steht dafür, dass kulturelle Angebote und Räume für kulturelle Betätigung allen Menschen zugänglich sind – unabhängig davon, wie viel jemand verdient, wo die Person herkommt oder welchen Zugang sie zu Kultur hat. Wir unterstützen Projekte, die die Diversität der Stadt widerspiegeln, z.B. von migrantischen und jüdischen Kulturen sowie die der Sinti*zze und Roma*nja und Schwarzen Deutschen. Erinnerungskultur gehört ebenso dazu wie akute Themen, z.B. Nachhaltigkeit. Berlins Vielfalt soll ich in seinen Kulturinstitutionen wiederfinden.
Es dürfen nicht nur erfahrene, große und relativ ressourcenstarke Träger und Häuser in der Kulturförderung berücksichtigt werden. Kleinere und neuere Initiativen müssen auch die Möglichkeit haben, sich erfolgreich für Förderungen zu bewerben. Dafür braucht es einfachere Antragsverfahren. Vergabeverfahren müssen transparent sein, genauso wie die Drittmittel im öffentlich geförderten Kulturbetrieb.
Ticketpreise müssen erschwinglich oder sogar umsonst sein – so brauchen wir zum Beispiel den kostenlosen Museumssonntag zurück. Kultur sollte in mehreren Sprachen zugänglich sein, an barrierearmen Orten und auch außerhalb der Stadtmitte stattfinden.
Die Arbeit der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung muss abgesichert werden.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
In meinem Wahlkreis möchte ich die Clubkultur weiter unterstützen. Leerstehende Fabrikgelände können im Bezirk bezahlbare Orte für Ausstellungen, Proberäume oder andere kulturelle Initiativen werden. Das Theater Karlshorst sollte zu neuem Leben verholfen werden. Innerhalb unserer politischen Praxis setzen wir in der Linken selber darauf, kulturelle Angebote für die Menschen zu schaffen. Für die nächsten Monate stehen unter anderem bilinguale Märchenstunden und Konzerte an.

Katrin Schmidberger (Bündnis 90/Die Grünen), Wahlkreis 2 Friedrichshain-Kreuzberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?Berlin bedeutet für mich, die Freiheit, sich auszuprobieren, anders zu sein, Räume zu gestalten und zu beleben. Deswegen bin ich nach Berlin gekommen und geblieben. Ohne Kultur wäre Berlin nicht so eine Stadt.

Besonders die Clubkultur liegt mir am Herzen. Sie ist niedrigschwellig, divers, international und gleichzeitig in den Kiezen verankert. Das Tanzen zu Techno, das gemeinsame Erleben in diesen Räumen, schafft eine Form von Verbundenheit, die andere kulturelle Formate so kaum erreichen. Diese Energie ist es, die mich immer wieder antreibt. Leider gibt es mittlerweile zu wenig Freiräume für OpenAirs und viele Clubs wurden verdrängt. In einigen Fällen wie dem Schokoladen konnte ich jedoch helfen, am Standort zu bleiben. 

Dazu kommt die unglaubliche Vielfalt des kulturellen Angebots: von der freien Theaterszene über Galerien und Opern bis hin zu spontanen Konzerten im öffentlichen Raum – es gibt (bezahlbare) Angebote für alle Menschen.

 

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kultur ist ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur Berlins. Kultur schafft Begegnungsräume, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Milieus und Lebensentwürfe zusammenkommen, was den sozialen Zusammenhalt stärkt und uns zu einer weltoffenen Metropole macht. Wo Kultur unter Druck gerät, gerät auch die Demokratie unter Druck. Darum ist der Einsatz gegen Kulturkürzungen und gegen den Kulturkampf von Rechts so zentral. Kultur soll politische Missstände aufzeigen und zur Diskussion und Nachdenken anregen. Kultur ist aber auch ein Wirtschaftsfaktor: es arbeiten nicht nur vielen Berliner*innen in diesem Bereich, sondern viele Menschen besuchen Berlin auch wegen des vielfältigen Kulturangebotes. Ohne Kultur gäbe es kaum Tourismus.

 

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Schon lange fordern wir als Bündnis 90/Die Grünen Berlin ein Berliner Kulturfördergesetz und haben als Fraktion dazu auch ein Rechtsgutachten erarbeiten lassen. Es wird Zeit, dass dieses endlich kommt und dem von CDU und SPD betriebenen Kulturabbau ein Riegel vorgeschoben wird. Es braucht eine Finanzierungs- und Planungssicherheit für Künstler*innen und Kulturbetriebe. Dazu gehören auch überjährige Förderprogramme und verbindliche Mindesthonorare, damit Menschen, die im Kulturbereich arbeiten, davon auch gut leben können. 

 

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?Kulturelle Teilhabe muss für alle Berliner*innen möglich sein, unabhängig von finanziellen Möglichkeiten oder Herkunft. Als Politiker*innen tragen wir Verantwortung, dafür die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen und die freie Szene und kleine Orte in den Bezirken genauso zu unterstützen wie größere Institutionen. Niedrigschwellige Angebote wie der kostenfreie Museumssonntag sollten wieder eingeführt werden. Auch die kulturelle Bildung muss gestärkt werden, unter anderem durch den Ausbau des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung.

 

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Als Sprecherin für Wohnen und Mieten ist mir besonders wichtig, dass es auch weiterhin bezahlbare Räume für Kultur, Künstler*innen und Kreative gibt und diese vor Verdrängung geschützt werden. Dafür brauchen wir endlich einen echten Kündigungsschutz auch für Gewerbeflächen und einen Gewerbemietspiegel. Auch sollten landeseigene Wohnungsunternehmen bevorzugt an soziale und kulturelle Träger*innen vermieten und Kulturflächen in neuen Stadtquartieren von Beginn an zu leistbaren Konditionen mitgeplant werden. Wichtig ist zudem, dass wir Freiräume in den Kiezen, die Berlin zu dem gemacht haben, was es ist, erhalten und neue erkämpfen.

 

Zudem will ich bestehende Ateliers und Proberäume in meinem Wahlkreis Kreuzberg (WK2) unterstützen, damit diese bleiben, genauso wie Kulturorte wie das Theater Thikwa, das English Theatre und das BKA.

 

 

Hendrikje Klein (Die Linke)
Wahlkreis 5, Lichtenberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Ich bin eine begeisterte Konzertbesucherin, egal ob es ein sogenanntes Megaevent ist oder der Auftritt einer Garagenband. Als gebürtige Berlinerin wusste ich von früh an, das breite kulturelle Angebot der Stadt zu nutzen.

Zu 2. Berlins Anziehungskraft und Ausstrahlung hat sehr viel mit seiner Kultur- und Kreativszene zu tun. Kultur ist von zentraler Bedeutung für das Selbstverständnis unserer Stadt als weltoffene Metropole und Kulturpolitik ein unverzichtbarer Bereich der Daseinsvorsorge. Sie ermöglicht Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen und fördert den Dialog über zentrale politische Fragen. Zugleich ist Kultur untrennbar mit wesentlichen Werten unserer Demokratie wie der Kunstfreiheit verbunden.
Zu 3. Die große Herausforderung ist eine nachhaltige Kulturförderung. Wir wollen diese langfristiger, autonomer und weniger projektorientiert ausrichten. Dazu zählt eine Flexibilisierung durch längere Laufzeiten und die Möglichkeit, Projektmittel in das Folgejahr zu übertragen. Wir haben die Idee eines Kulturfördergesetzes entwickelt und wollen mit der Stadtgesellschaft darüber diskutieren, ob eine solcher Weg geeignet ist, die Kulturförderung verbindlicher, transparenter und widerstandsfähiger auszugestalten.
Zu 4.: In meinem Lichtenberger Wahlkreisbüro biete ich Raum für kulturellen Austausch. Dafür habe ich die Ausstellungsreihe „KulturBlicke” ins Leben gerufen, in der Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeiten vorzustellen. Der aus dem Irak stammende Maler Younis Al Azzawy und die Moldauerin Natalya Fomiciova zeigten hier großartige Bilder, wie auch die Moskauerin Tatjana Miller, die mit Stift und Skizzenblock Momentaufnahmen anfertigt. Auch die liebevollen Cartoons des moldauischen Karikaturisten Valeriu Kurtu bereiteten Freude. Derzeit zeigen wir in der Ausstellung „Schatten der Gesellschaft“ Werke des Friedrichshainer Autors und Grafikers Sebastian Lörscher, der im Kältebahnhof Lichtenberg obdachlose Menschen besuchte, ihr Vertrauen gewann und die Begegnungen in wunderbaren Texten und Zeichnungen festhielt.
Zu 5. In Friedrichsfelde wird eine in den 1960er Jahren erbaute Schule seit 1990 für generationsübergreifende Soziokultur und als Jugendfreizeiteinrichtung genutzt. Dort fanden Lesungen statt und Kabarettabende, Ausstellungen und auch Schülerkino. Der bauliche Zustand der „KULTSchule“ wurde allerdings von Jahr zu Jahr miserabler. Als Bezirkspolitikerin hatte ich mich dann erfolgreich dagegen gewehrt, dass sie wieder als Schule reaktiviert wurde -die entstand dann neu auf dem Nachbargrundstück-, sondern mit dafür gesorgt, dass über zehn Millionen Euro für Erhalt und Sanierung der „KULTSchule“ bereitgestellt wurden. Bis heute gab es politische Widerstände gegen das Projekt, von dem ja vor allem die Menschen in Friedrichsfelde profitieren. Die Bauarbeiten sind nun weit fortgeschritten. Das Haus bleibt in Bezirksverantwortung und ich freue mich auf viele, vor allem auch kulturelle Nutzerinnen und Nutzer.

Daniela Billig (Bündnis 90/Die Grünen)
Wahlkreis 8, Pankow

Was ist Ihr persönlicher Bezug zu Kultur in Berlin?
Vormittags antike Skulpturen auf der Museumsinsel, abends zum Konzert – diese Vielfalt hat mich vor vielen Jahren nach Berlin gezogen und bis heute macht mir das Entdecken weiter Spaß. Ob die neue Tanzaufführung vom großen Staatsballett oder von einer freien Compagnie: die große Auswahl macht den einzigartigen Charme von Berlin aus und ist das, was ich an Berlin ganz besonders liebe!

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kultur hält uns zusammen. Sie ist der Ort, an dem wir uns ausdrücken und aufgehoben fühlen. Die gewachsene Struktur von Proberäumen, Ateliers und Clubs macht Quartiere lebendig und prägt unsere Lebensqualität. So verleiht Kultur vielen Kiezen und ganzen Bezirken ihren unwiderstehlichen Charakter.
Kultur ist das Experimentallabor der Demokratie. Sie konfrontiert uns mit anderen Perspektiven und bringt uns in Austausch miteinander. Dabei verhandelt sie die großen Fragen von der historischen Verantwortung an unseren Gedenkorten bis zu aktuellsten Debatten um Mieten, Migration und den Klimawandel.
Kultur rechnet sich. Von Theater, Film, Musik, bildender Kunst und Games bis zum Veranstaltungs- und Museumsbetrieb und der Kreativwirtschaft – als Top-Arbeitgeber und internationaler Magnet bringt die Kultur jeden investierten Euro mehrfach zurück. An der Berliner Kultur zu sparen bedeutet, am wirtschaftlichen Ast zu sägen, auf dem wir alle sitzen.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen bei Bündnis 90/Die Grünen arbeite ich intensiv an einem Kulturfördergesetz. Faire Löhne sollen zum Standard werden, gleichzeitig müssen wir raus aus der jährlichen Projektlogik, um Prekarität und Planungslücken zu reduzieren. Damit wollen wir Zuverlässigkeit und Sicherheit in die Kulturförderung bringen und sie sozial nachhaltig machen.
Auch ökologische Nachhaltigkeit gehört in die Kulturförderung. Mein Antrag dazu wurde von schwarz-roten Koalition glatt abgelehnt. Wir wollen nachhaltige Produktion erleichtern und finanziell absichern. Green Culture darf kein unbezahltes Ehrenamt sein, das Kreative nach ihrem eigentlichen Job aus Idealismus mitschleppen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Kunst braucht Freiheit, sich zu entfalten, auch wenn sie uns persönlich manchmal nicht gefällt. Deshalb stelle ich mich gegen ideologisches Reinregieren in die Kunstfreiheit. Und Kultur braucht Räume, denn ohne Raum findet Kultur nicht statt. Deshalb ist mir das Arbeitsraumprogramm besonders wichtig. Wir wollen die verfehlte Sparpolitik des schwarz-roten Senats beenden und das Programm wieder auf sichere Füße stellen. Auch Quoten für soziokulturelle Nutzungen in Bebauungsplänen können hier helfen.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Konkret möchte ich das Kulturfördergesetz ins Abgeordnetenhaus einbringen, das Arbeitsraumprogramm absichern und die ökologische Nachhaltigkeit in der Kultur fördern. In meinem Wahlkreis im Prenzlauer Berg muss die Kulturbrauerei als Ort für Kultur und Clubs abgesichert werden.

Maria Bischof
Die Linke, Friedrichshain-Kreuzberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Nach dem Abschluss meines Masterstudiums in Kulturwissenschaften habe ich jahrelang bei der Clubcommission Berlin e.V. gearbeitet und dort verstanden, wie wichtig die Branche nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für das Image und das Selbstverständnis der Hauptstadt ist. Mein persönlicher Bezug zur Berliner Kultur ist daher nicht ausschließlich ein clubkultureller, aber Stark davon geprägt, ein Teil dieser Szene zu sein.  Ich habe es mir zum Ziel gemacht, mithilfe des umfassenden Netzwerks, das ich mir seit meiner Tätigkeit für die Clubcommission aufgebaut habe, und durch meine politische Arbeit die Berliner Kultur von Kiez und Club bis hin zu Theater, Museum und Musikschule zu schützen und zu stärken, denn Kultur ist Daseinsvorsorge. Eine Trennung zwischen Hoch- und Subkultur halte ich dabei für veraltet. Ich setze mich für eine progressive Kulturpolitik ein, die so sehr in Bewegung ist wie die Szenen, für die sie Politik macht, und die diese mit den Akteur*innen gemeinsam statt an ihnen vorbei macht. An erster Stelle steht dabei immer ein aufmerksames Zuhören bei Problemlagen und auch bei Lösungsvorschlägen.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

In meinem Verständnis ist Kultur öffentliche Infrastruktur. Berlins Clubs, Theater, Museen, Bibliotheken und selbstorganisierte Räume zeigen, wie stark Kultur das gesellschaftliche Zusammenleben der Hauptstadt täglich prägt. Sie schafft Orte für Begegnung, Debatte und Teilhabe und hält demokratische Räume offen. 

Berlin profitiert wirtschaftlich massiv von seiner kulturellen Strahlkraft. Clubkultur, Festivals, Bühnen, Galerien und Museen ziehen Menschen aus aller Welt an. Deshalb ist es fatal, wenn steigende Mieten, Verdrängung und Kürzungspolitik diese Infrastruktur bedrohen. Eine angemessene Kulturpolitik muss die Räume, Arbeitsbedingungen und Zugänge sichern, die Berlin überhaupt erst zu dieser Stadt machen. Rund acht Prozent aller Berlinerinnen und Berliner sind im Kulturbereich beschäftigt, die meisten von ihnen unter prekären Bedingungen. Hinzu kommen viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Der Kulturbegriff der Linken ist untrennbar mit Kunstfreiheit verbunden. Auf Bundesebene unterstützen wir die Forderung, Kultur als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Kultur braucht langfristige Sicherheit und institutionelle Förderung statt Projektförderung von Jahr zu Jahr. Berlin hat während der Regierungszeit von R2G gezeigt, dass langfristige öffentliche Investitionen in Kultur möglich sind: Der Kulturetat wurde deutlich erhöht, Arbeitsräume gesichert, Förderprogramme ausgebaut und neue Kulturräume geschaffen. Daran muss in Zukunft wieder angeknüpft werden.

Wir wollen, dass der Anteil des Kulturetats am Gesamthaushalt in den kommenden Jahren auf drei Prozent steigt, kurzfristig auf 2,5 Prozent. Damit stärken wir die Bezirke und statten sie besser als bisher für gute Kulturarbeit, den Ausbau Dritter Orte und Angebote kultureller Teilhabe aus.

Wir setzen uns dafür ein, dass künftig ein fester Anteil der City Tax für kulturelle Infrastruktur und Grundversorgung eingesetzt wird: für Bibliotheken, Jugendkunstschulen, Musikschulen und Soziokultur.

Die Kultur muss ihren Anteil an Sondervermögen und Investitionskrediten erhalten. Wir setzen uns dafür ein, dass ein Teil der dem Land zufließenden Bundesmittel für klimaneutrale Kultureinrichtungen, digitale Archive sowie barrierefreie Museen und Theater eingesetzt wird.

Der Hauptstadtfinanzierungsvertrag zwischen Berlin und dem Bund ist ein unverzichtbares Instrument der Kulturfinanzierung. Wir setzen uns dafür ein, dass der Hauptstadtkulturfonds bei der nächsten Verhandlungsrunde nicht gekürzt, sondern ausgebaut wird.

Wir wollen gemeinwohlorientierte Kulturorte und Clubbetriebe gezielt entlasten, etwa bei steigenden Belastungen durch die Grundsteuerreform. Gleichzeitig braucht es eine soziale Liegenschaftspolitik, die öffentliche Räume für Kultur sichert. Besonders wichtig ist uns außerdem die Absicherung fairer Arbeitsbedingungen. Prekäre Beschäftigung und Selbstausbeutung dürfen im Kulturbereich kein Dauerzustand bleiben.

Wir begrüßen die jüngste Änderung im Baugesetzbuch, die Clubs als Kulturorte und nicht mehr als Vergnügungsstätten einordnet. Dafür haben wir uns auf Bundesebene über viele Jahre hinweg eingesetzt. Nun gilt es, die Umsetzung hier in Berlin voranzutreiben, um zahlreiche bedrohten Clubbetriebe zu schützen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Kultur muss für alle zugänglich sein, unabhängig von Einkommen oder Herkunft. Sie ist eine Treibende Kraft bei der Integration. Deshalb braucht es niedrigschwellige Angebote, bezahlbare Eintrittspreise und offene Räume im öffentlichen Leben. Bibliotheken, Musikschulen und Jugendkulturangebote leisten hier wichtige Arbeit und müssen gestärkt werden.

Berlin hat mit kostenlosen Museumssonntagen, Jugendkulturkarten, Outreach-Programmen und Diversity-Strategien bereits wichtige Schritte gemacht, die allerdings in den vergangenen Jahren zum großen Teil wieder zurückgenommen wurden. Wir kämpfen dafür, dass dieser Trend in der neuen Legislaturperiode umgekehrt und die Schäden unter mehreren wenig erfolgreichen Kultursenator*nnen behoben werden, die die aktuelle Legislatur der Stadt hinterlässt.

Migrantische Kulturvereine und selbstorganisierte Projekte sollten leichteren Zugang zu Fördermitteln erhalten. Kulturorte müssen nicht nur Ausdrucksorte kreativen Schaffens, sondern auch Schutzräume bleiben, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und diskriminierungsfreie Teilhabe selbstverständlich ist. Wir verteidigen Berlin als Kulturstadt der Vielen, als postmigrantische Stadtgesellschaft, deren vielfältige Kultur wir feiern und stärken.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Für Friedrichshain-Kreuzberg steht die Sicherung kultureller Räume im Mittelpunkt. Clubs, Ateliers, Proberäume und soziokulturelle Zentren dürfen nicht weiter verdrängt werden. Kulturelle Nutzungen müssen bei Neubauprojekten verbindlich mitgedacht und bestehende Kulturorte besser geschützt werden. Dafür kämpfen wir als Linksfraktion Friedrichshain-Kreuzberg derzeit beispielsweise auf dem RAW-Gelände oder beim YAAM.

Für ganz Berlin wollen wir die kulturelle Infrastruktur dauerhaft stärken: bessere Arbeitsbedingungen an Musikschulen und Kultureinrichtungen, mehr Unterstützung für die freie Szene und Clubkultur sowie eine stärkere Förderung migrantischer und nicht kommerzieller Kulturarbeit. Kulturpolitik muss wieder stärker als soziale Infrastruktur verstanden werden und nicht als etwas, das bei Haushaltskrisen zuerst gekürzt wird.

Wir werden uns für eine Raumpolitik im Kulturbereich einsetzen, die den wachsenden Bedarf an bezahlbaren Arbeitsräumen für alle Sparten langfristig sichert. Wir setzen uns dafür ein, dass in den kommenden Jahren 1.000 neue Arbeitsräume zur Kostenmiete entstehen. Dafür braucht es eine verlässliche öffentliche Generalanmietung von Arbeitsräumen, Transparenz bei der Vergabe und die Ausweitung bestehender Förderprogramme.

Wir fördern den Aufbau gemeinsam genutzter Ressourceninfrastrukturen wie Materiallager, Technikpools und Produktionsgemeinschaften als Modelle ressourcenschonender Kulturproduktion.

Wir wollen die kulturelle Nutzung leerstehender Immobilien erleichtern und Zwischennutzungen ausweiten. In Berlin stehen derzeit 1,82 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer (Stand 2025). Die Politik hat die Verantwortung, diesem extrem hohen Leerstand und der gleichzeitig massiven Raumnot mit neuen Lösungen zu begegnen. Deshalb prüfen wir neben Zwischennutzungen auch genossenschaftliche Modelle, Kooperationen und Vergesellschaftung.

Bei der Entwicklung neuer Stadtquartiere sowie bei größeren Neubauvorhaben müssen mit uns Orte für Kunst und Kultur verbindlich eingeplant und gebaut werden. Schulen wollen wir dabei unterstützen, sich zu offenen Kulturorten für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadtteile und Kieze zu entwickeln. Zudem stellen wir uns gegen jede Privatisierung bestehender Kulturorte.

Tilmann Häußler (SPD)
Wahlkreis 1, Mitte

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Berlin mich kulturell geprägt. Ich habe selber mal Musik bei JonniBotten gemacht und komme aus einer Generation, für die Clubs, Proberäume, Jugendzentren, Freestylen im Park, illegale Rave-Partys, Graffiti und urbane Subkulturen selbstverständliche Teile des Berliner Lebens waren. Besonders verbunden bin ich mit Hip-Hop und Graffiti. Diese Kunstformen gehören für mich zur Identität Berlins. Sie machen sichtbar, wie Menschen ihre Stadt erleben, aneignen und mitgestalten. Gerade in Berlin ist Kultur nicht nur etwas, das in Opernhäusern oder Museen stattfindet, sondern auch auf Straßen, Hauswänden und öffentlichen Plätzen. Gemeinsam mit der Graffiti Lobby Berlin habe ich mich deshalb auch für legale Flächen eingesetzt, etwa an der Hall of Fame am Nordbahnhof. Das ist die größte legale Sprühfläche Berlins. Das feier ich hart, dass ich das mitdurchsetzen konnten und setze mich auch weiterhin für den Erhalt ein. CDU und Grüne wollen das wohl wieder einkassieren.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kultur ist einer der wichtigsten Gründe, warum Menschen aus aller Welt nach Berlin kommen. Sie macht unsere Stadt attraktiv, kreativ und lebendig. Kultur schafft Begegnungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und stärkt damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig ist sie ein Raum für Debatten, Kritik und demokratische Auseinandersetzung. Dazu kommt die wirtschaftliche Bedeutung: Kultur, Nachtleben, Kreativwirtschaft und Tourismus sind zentrale Standortfaktoren für Berlin. Eine Weltstadt lebt von ihrer kulturellen Ausstrahlung. Irgendwer muss den „Bumms“ hier auch bezahlen. Gerade urbane Kunst zeigt, dass Kultur auch außerhalb klassischer Institutionen stattfindet. Streetart und Graffiti bringen Themen in den öffentlichen Raum, regen Diskussionen an und machen die Stadt vielfältiger.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Kulturpolitik darf nicht nur aus Projektförderung bestehen. Wir brauchen mehr Planungssicherheit für kulturelle Einrichtungen, freie Träger und die freie Szene. Gerade kleinere Initiativen, soziokulturelle Projekte und urbane Kulturformen brauchen verlässliche Strukturen statt ständig neuer Förderanträge.
Gleichzeitig müssen wir Kultur als Investition verstehen. Wer Kultur finanziert, investiert in Bildung, Integration, Tourismus, Stadtentwicklung und wirtschaftliche Wertschöpfung. Deshalb braucht es eine langfristige Kulturfinanzierung, die auch in schwierigen Haushaltslagen nicht als Erstes infrage gestellt wird.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Kultur muss für alle zugänglich sein – unabhängig vom Einkommen, vom Alter oder von der Herkunft. Deshalb ist es wichtig, kulturelle Räume in den Kiezen zu erhalten und neue zu schaffen.
Besonders wichtig ist mir dabei die urbane Kultur. Graffiti, Streetart, Musik, Jugendkultur und kreative Zwischennutzungen schaffen niedrigschwellige Zugänge zu Kunst und gesellschaftlicher Teilhabe. Sie ermöglichen Ausdruck, Austausch und Identifikation mit dem eigenen Umfeld. Gerade öffentliche Räume spielen dabei eine zentrale Rolle. Vielfalt entsteht nicht durch Sonntagsreden, sondern dadurch, dass Menschen sichtbar werden und ihre Perspektiven einbringen können.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Für meinen Wahlkreis möchte ich mich weiter für den Erhalt und die Förderung der Hall of Fame „North Side Gallery“ einsetzen. Diese aktuell größte legale Sprühfläche für Graffiti & Streetart darf nicht verschwinden.
Für ganz Berlin wünsche ich mir, dass wir in 2026 die Flächen der Autobahn GmbH in Neukölln und Treptow-Köpenick zur größten Hall of Fame Europas legalisieren können. Allgemein halt eine Kulturpolitik, die Hochkultur und Subkultur nicht gegeneinander ausspielt. Berlin ist stark, wenn Oper, Clubkultur, Theater, Graffiti, Konzerte und freie Kunstszene gleichermaßen ihren Platz haben. Diese kulturelle Vielfalt macht die Stadt einzigartig – und genau das müssen wir erhalten.

Carolyn Macmillan (SPD)
Wahlkreis 4, Steglitz-Zehlendorf

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Es gibt nur wenige Städte auf dieser Welt, die so viele kulturelle Einrichtungen wie Berlin vorzuweisen haben. Schon drei eigenständige Opernhäuser in unserer Stadt sind einzigartig.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Kultur verbindet Menschen. 

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern? 

Durch Umverteilung. 

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte? 

Indem wir kulturelle Einrichtungen stärken und gezielt Räume fördern, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und demokratische Debatten stattfinden.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Nachbarschaftliche Demokratiefeste – als niedrigschwellige Räume, in denen kulturelle Teilhabe gestärkt und demokratische Debatten vor Ort stattfinden.

 

Deike Janssen (Die Linke)
Wahlkreis 7, Mitte

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Als Sozialarbeiterin kenne ich viele junge Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen. Ich weiß, wie viel Kultur gerade für sie bedeutet: im Wedding und überall in der Stadt, wo Kinder und Jugendliche Musik, Theater, Kunst kostenlos erleben können. Für mich selbst bedeutet Kultur Erholung und Lernen: Am Wochenende oder nach der Arbeit gehe ich gerne zu Veranstaltungen in den Uferstudios, schaue politische Filme im City Kino Wedding, bewundere Aufführungen des Theater X bei Demonstrationen oder besuche tolle Museen wie die Neue Nationalgalerie oder die Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Berlins Kulturlandschaft steht unter Druck, u.a. durch steigende Betriebskosten, unsichere Förderstrukturen und prekäre Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig wird oft zuerst am Sozialen und der Kultur gespart. Kein Theater und kein Jugendclub darf geschlossen werden, nur weil die Politik das Geld lieber woanders hin verteilt. Wir wollen den Kulturhaushalt wieder stärken und wir setzen uns dafür ein, dass Jugend- und Kulturorte vor Ort sicher finanziert werden. Es braucht ein Kulturfördergesetz, das Förderung verlässlich, transparent und gerecht macht, und feste Mindesthonorare, damit Künstler*innen von ihrer Arbeit leben können.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Kultur bietet Erfahrungsräume, die Vielfalt und Solidarität erfahrbar machen und gesellschaftlich stärken. Das macht sie auch angreifbar für Rechte, für die unsere Vielfalt ein Feindbild ist. Ähnlich wie bei Jugendzentren sind Kulturorte vermehrt parlamentarischen Anfragen und Druck von rechts ausgesetzt. Wir stehen an der Seite von Kulturschaffenden. Auch, wenn politischer Druck von Seiten der Regierung kommt, wie z.B. bei palästinasolidarischen Veranstaltungen. Gleichzeitig kann Kultur nur Raum für Teilhabe und Demokratie sein, wenn sie kein Luxus ist. 2/3 der Jugendlichen im SGB-II-Bezug besuchen nie Kino-, Theater- oder Konzertaufführungen. Deshalb ist uns der kostenlose Zugang zu Kulturangeboten, wie am Museumssonntag, besonders wichtig, damit alle Kinder kreativ sein können, träumen, diskutieren, lernen, sich ausleben und ausprobieren können. Wir kämpfen für mehr Geld in den Taschen der arbeitenden Menschen und ihrer Familien, damit Teilhabe wirklich möglich wird. Wir wollen den Landes-KulturPass für junge Leute, günstige Tickets für alle öffentlichen Kultureinrichtungen und den kostenfreien Museumssonntag.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Derzeit kämpfen wir mit den Clubbesitzern um den Erhalt des „Humboldthain Clubs“ im Wedding, ein wichtiger kultureller Ort im Kiez, vor allem für junge Leute. Der Club soll durch ein Investorenprojekt verdrängt werden. Wir wollen politisch einen besseren Schutz für solche Kulturorte umsetzen, damit die Verdrängung aufhört. Dazu gehört auch die Regulierung von Gewerbemieten. Und: wir wollen den kostenlosen Museumssonntag zurückbringen!

 

Maximilian Schirmer (Die Linke)
Wahlkreis 9, Pankow

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

In Berlin geboren und aufgewachsen gehört für mich Kultur immer schon zur DNA unserer Stadt. Dabei ist es vor allem die Kreativität in dieser Stadt, die mich auch nach Jahrzehnten jeden Tag neu begeistert. Der Zugang zu Museen, Konzerten und Klubs hat mich geprägt und es ist für mich nicht zu ertragen, dass nun ein großer Teil der Menschen in Berlin von diesem unfassbaren Schatz wenig mitbekommt, weil die Hürden inzwischen einfach zu hoch sind. Kultur darf alles sein, kreativ, rebellisch oder ruhig und nachdenklich, aber niemals versteckt und nur für einen kleinen Kreis zugänglich.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Was Berlin wesentlich ausmacht ist seine Kultur. Viele Menschen leben von ihr. Noch mehr Menschen messen ihre Lebensqualität auch an den kulturellen Angeboten der Stadt, und viele kommen wegen dieser Angebote oder der Möglichkeit, in der und für die Kultur zu arbeiten, nach Berlin. Kultur ist kein Luxus, kein nice to have, sondern Ausdruck von Freiheit und Motor gesellschaftlicher Veränderungen. Auch wenn es stimmt, dass Kultur ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist, wollen wir sie nicht darauf reduziert wissen. Denn nicht alles, was sie vor allem in den Bereichen kulturelle Teilhabe und Bildung leistet, lässt sich in unmittelbar finanziellem Output darstellen. Aber ob jedes Kind, das dies möchte, unabhängig von Einkommen und sozialem Status, in einer Musikschule ein Instrument ausprobieren und erlernen kann oder nicht, sagt viel darüber aus, wie Politik ihren Auftrag versteht, allen Menschen den Zugang zu und die Teilhabe an Kultur zu ermöglichen. Ich verstehe Kultur auch nicht als Lückenbüßerin für Versäumnisse der Politik, den demokratischen Zusammenhalt zu stärken und zu versuchen, alle Menschen einzubinden und ihnen Teilhabe zu ermöglichen. Was Kultur aber darüber hinaus schafft ist: Dialog initiieren, Debatten anstoßen, Menschen zusammenbringen, andere, aufregende und anregende Sichten auf die Welt vermitteln, Teilhabe und Bildung ermöglichen. Allen, die hier den Sparhammer anlegen wollen, rate ich, sich einmal vorzustellen, was und wie diese Stadt wäre, gäbe es hier keine Kultur, keine Freie Szene, keine großen und kleinen Häuser, keine Kinder- und Jugendtheater, keine Ateliers und Bezirksgalerien, keine Museen und keinen Karneval der Kulturen, keine Musikschulen und Bibliotheken. Wer diese schreckliche Vorstellung imaginieren kann, wird sich sicher anders ins Zeug dafür legen, dass Berlin eine Kulturstadt ist und bleibt.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Kulturhaushalt (der kleinste Einzelhaushalt), den die Koalition auf unter zwei Prozent des Gesamthaushalts gespart hat, langfristig drei Prozent des gesamten Haushaltsvolumens umfasst. Kurzfristig streben wir als Die Linke Berlin eine Erhöhung auf 2,5 Prozent an. Tatsächlich wird ein Teil dieser Steigerung dafür gebraucht, steigende Kosten (Inflation, Energie, Mieten) aufzufangen. Trotzdem wird sich dadurch auch etwas mehr Gestaltungsspielraum ergeben, um die soziale Absicherung von Künstler*innen zu gewährleisten, ehrenamtliches kulturelles Engagement zu fördern, Räume für kulturelle Betätigung und Teilhabe auszuweiten, Dritte Orte zu stärken und auszubauen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Linke Kulturpolitik verteidigt zivilgesellschaftliche Netzwerke und stellt sich entschieden gegen staatliche Gesinnungsprüfung (Haber-Verfahren) und Ausgrenzung. Die Freiheit der Kunst und kulturelle Vielfalt sind vielen Gefahren ausgesetzt. Eine restriktive Kulturpolitik auf Bundesebene, die gegenwärtig Hand anlegt an Institutionen und Initiativen, die für demokratische Vielfalt und Einbindung statt Ausgrenzung stehen, sowie der Kulturkampf von rechts bedrohen die Freiheit der Kunst und kulturelle Vielfalt. Tatsächlich ist es also geboten, die Kultur in ihrer Vielfalt und als Angebot für Teilhabe und demokratische Debatte zu verteidigen und zu stärken. In diesen Bereichen zu kürzen, bedeutet, an der Demokratie zu sparen. Ich unterstütze die Initiative für ein Kulturfördergesetz, denn ein solches Gesetz ist ein gutes Instrument, Politik über Legislaturperioden und verschiedene politische Konstellation hinaus in die Pflicht zu nehmen.

Kunst und Kultur sind keine „weichen Faktoren“, sondern eine notwendige Voraussetzung für gesellschaftliche Aushandlungsprozesse. Die massiven Kürzungen seit dem Nachtragshaushalt 2024 waren kein rein fiskalischer Akt, sondern ein Angriff auf die freie, gesellschaftskritische Szene, auf die Kultur. Kultur denkt und gestaltet Stadt als civitas, als Raum für das Verbindende, das Kultur und Angeboten für kulturelle Teilhabe innewohnt. In diesem Sinne geht Kulturpolitik in meinem Verständnis weit über die Begrifflichkeiten Kulturinstitutionen, Kulturszene, Kultur als Wirtschaftsfaktor hinaus.
Kulturelle Vielfalt ist einer Einwanderungsgesellschaft wie der unseren nicht nur angemessen, sondern Voraussetzung dafür, dass Zusammenhalt überhaupt gelingt. Der Kulturpolitik kommt die Aufgabe zu, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass Kultur existieren und sich entfalten kann. Sowohl was den Schutz der Freiheit der Kunst anbelangt, als auch natürlich in Bezug auf die notwendige materielle Basis, die Kultur und Künstler*innen, Kulturinstitutionen und -projekte brauchen. Diese Bedingungen müssen einen ausreichenden Schutz vor weiterer Kommodifizierung bieten. Kultur ist keine Ware, zumindest sollte sie das in wesentlichen Teilen nicht sein. 

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Kultur muss barrierearm und offen für alle sein. Bereits jetzt leisten die Bibliotheken und die Volkshochschule in meinem Wahlkreis einen wahnsinnig tollen Beitrag für die Menschen dort. Das Angebot kann kaum die Nachfrage erfüllen, nach bezahlbaren Angeboten für kulturelle Bildung und Veranstaltungen. Diese Angebote dürfen nicht mehr länger unter den Kürzungshammer kommen, sondern müssen im Gegenteil ausgebaut werden. Gleichzeitig möchte ich im Mühlenkiez den Quatierspavillion als soziales und kulturelles Zentrum für die Nachbarschaft reaktivieren und ausbauen. Es braucht Orte wo Menschen ihre Kreativität und das Miteinander auch ausleben können und diese Orte zu entwickeln, statt sie weg zu kürzen, muss Aufgabe der Politik sein. Nur so kann Nachbarschaftlichkeit gestärkt werden und Einsamkeit zurückgedrängt werden.

Für mich steht fest, dass Kultur ein fester Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist und deshalb werde ich mich im Abgeordnetenhaus für ein Kulturfördergesetz für Berlin einsetzen und deshalb setzt sich meine Partei Die Linke auf Bundesebene dafür ein, dass Kultur zum Staatsziel erhoben wird.

 

Kerstin Wolter (Die Linke)
Wahlkreis 3, Friedrichshain-Kreuzberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Ich liebe Berlin für seine staatlichen Museen, in denen ich den Pergamon-Altar genauso bewundern kann wie Gemälde von Gustav Klimt oder George Grosz. Und ich liebe Berlin für seine Subkultur, ob durchtanzte Nächte auf der „Dancing with Tears in your Eyes“-Party im SO36 oder Stoner Rock Konzerte in der Zukunft am Ostkreuz oder in der Zitadelle Spandau. 

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Was Berlin wesentlich ausmacht ist seine Kultur. Viele Menschen leben von ihr. Noch mehr Menschen messen ihre Lebensqualität auch an den kulturellen Angeboten der Stadt, und viele kommen wegen dieser Angebote oder der Möglichkeit, in der und für die Kultur zu arbeiten, nach Berlin. Kultur ist kein Luxus, kein nice to have, sondern Ausdruck von Freiheit und Motor gesellschaftlicher Veränderungen. Auch wenn es stimmt, dass Kultur ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist, wollen wir sie nicht darauf reduziert wissen. Denn nicht alles, was sie vor allem in den Bereichen kulturelle Teilhabe und Bildung leistet, lässt sich in unmittelbar finanziellem Output darstellen. Aber ob jedes Kind, das dies möchte, unabhängig von Einkommen und sozialem Status, in einer Musikschule ein Instrument ausprobieren und erlernen kann oder nicht, sagt viel darüber aus, wie Politik ihren Auftrag versteht, allen Menschen den Zugang zu und die Teilhabe an Kultur zu ermöglichen. Ich verstehe Kultur auch nicht als Lückenbüßerin für Versäumnisse der Politik, den demokratischen Zusammenhalt zu stärken und zu versuchen, alle Menschen einzubinden und ihnen Teilhabe zu ermöglichen. Was Kultur aber darüber hinaus schafft ist: Dialog initiieren, Debatten anstoßen, Menschen zusammenbringen, andere, aufregende und anregende Sichten auf die Welt vermitteln, Teilhabe und Bildung ermöglichen. Allen, die hier den Sparhammer anlegen wollen, rate ich, sich einmal vorzustellen, was und wie diese Stadt wäre, gäbe es hier keine Kultur, keine Freie Szene, keine großen und kleinen Häuser, keine Kinder- und Jugendtheater, keine Ateliers und Bezirksgalerien, keine Museen und keinen Karneval der Kulturen, keine Musikschulen und Bibliotheken. Wer diese schreckliche Vorstellung imaginieren kann, wird sich sicher anders ins Zeug dafür legen, dass Berlin eine Kulturstadt ist und bleibt.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Kulturhaushalt (der kleinste Einzelhaushalt), den die Koalition auf unter zwei Prozent des Gesamthaushalts gespart hat, langfristig drei Prozent des gesamten Haushaltsvolumens umfasst. Kurzfristig streben wir als Die Linke Berlin eine Erhöhung auf 2,5 Prozent an. Tatsächlich wird ein Teil dieser Steigerung dafür gebraucht, steigende Kosten (Inflation, Energie, Mieten) aufzufangen. Trotzdem wird sich dadurch auch etwas mehr Gestaltungsspielraum ergeben, um die soziale Absicherung von Künstler*innen zu gewährleisten, ehrenamtliches kulturelles Engagement zu fördern, Räume für kulturelle Betätigung und Teilhabe auszuweiten, Dritte Orte zu stärken und auszubauen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Linke Kulturpolitik verteidigt zivilgesellschaftliche Netzwerke und stellt sich entschieden gegen staatliche Gesinnungsprüfung (Haber-Verfahren) und Ausgrenzung. Die Freiheit der Kunst und kulturelle Vielfalt sind vielen Gefahren ausgesetzt. Eine restriktive Kulturpolitik auf Bundesebene, die gegenwärtig Hand anlegt an Institutionen und Initiativen, die für demokratische Vielfalt und Einbindung statt Ausgrenzung stehen, sowie der Kulturkampf von rechts bedrohen die Freiheit der Kunst und kulturelle Vielfalt. Tatsächlich ist es also geboten, die Kultur in ihrer Vielfalt und als Angebot für Teilhabe und demokratische Debatte zu verteidigen und zu stärken. In diesen Bereichen zu kürzen, bedeutet, an der Demokratie zu sparen. Ich unterstütze die Initiative für ein Kulturfördergesetz, denn ein solches Gesetz ist ein gutes Instrument, Politik über Legislaturperioden und verschiedene politische Konstellation hinaus in die Pflicht zu nehmen.

Kunst und Kultur sind keine „weichen Faktoren“, sondern eine notwendige Voraussetzung für gesellschaftliche Aushandlungsprozesse. Die massiven Kürzungen seit dem Nachtragshaushalt 2024 waren kein rein fiskalischer Akt, sondern ein Angriff auf die freie, gesellschaftskritische Szene, auf die Kultur. Kultur denkt und gestaltet Stadt als civitas, als Raum für das Verbindende, das Kultur und Angeboten für kulturelle Teilhabe innewohnt. In diesem Sinne geht Kulturpolitik in meinem Verständnis weit über die Begrifflichkeiten Kulturinstitutionen, Kulturszene, Kultur als Wirtschaftsfaktor hinaus.
Kulturelle Vielfalt ist einer Einwanderungsgesellschaft wie der unseren nicht nur angemessen, sondern Voraussetzung dafür, dass Zusammenhalt überhaupt gelingt. Der Kulturpolitik kommt die Aufgabe zu, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass Kultur existieren und sich entfalten kann. Sowohl was den Schutz der Freiheit der Kunst anbelangt, als auch natürlich in Bezug auf die notwendige materielle Basis, die Kultur und Künstler*innen, Kulturinstitutionen und -projekte brauchen. Diese Bedingungen müssen einen ausreichenden Schutz vor weiterer Kommodifizierung bieten. Kultur ist keine Ware, zumindest sollte sie das in wesentlichen Teilen nicht sein. 

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

In Friedrichshain-Kreuzberg spielt in der Produktion von Kunst und Kutur die Freiheit und Experimentierfreudigkeit ohne Zwänge und strikte Grenzen eine enorm große Rolle. Das ist der Grund dafür, warum es gerade in meinem Wahlkreis 3 zwischen Boxhagener Platz und Kottbusser Tor so viele Kulturprojekte gibt. Mit Sorge beobachte ich deshalb wie Konzerne und unverschämt reiche Menschen seit Jahren immer mehr Clubs, Theater und Kneipen verdrängen. Aktuell stehen mehrere Clubs auf dem RAW-Gelände unter Druck, weil ein Großinvestor lieber Bürohäuser und schicke Konzerthallen bauen will. Wenn das passiert, dann verliert mein Bezirk ein Stück seiner Seele. Ich werde mich für den Erhalt der Clubs und die kulturelle Nutzung des RAW-Geländes einsetzen.

Die Linke steht für Gute Arbeit. Die vom CDU-SPD-Sparsenat im Doppelhaushalt eingestellten 4 Millionen Euro jährlich reichen nicht aus, um das Herrenberg-Urteil rechtssicher umzusetzen. Ich werde hart dafür kämpfen, dass die Musikschulen als Dritte Orte gesichert werden und alle Honorarkräfte, die dies wollen, rechtssicher in den Musikschulen festangestellt werden.

 

Claudia Engelmann (Die Linke)
Wahlkreis 3, Lichtenberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Mein Bezug zur Kultur ist kein rein politischer – er ist mein beruflicher Ursprung und eine absolute Herzensangelegenheit. Bevor ich für die Linke ins Abgeordnetenhaus eingezogen bin, habe ich jahrelang selbst in der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Berlin gearbeitet. Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, mit knappen Budgets Projekte auf die Beine zu stellen. Und ich kenne diesen unbezahlbaren Moment, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher durch Kunst plötzlich die eigene Stimme entdeckt. Zu erleben, wie junge Menschen durch kulturelle Teilhabe über sich hinauswachsen, hat mich tief geprägt. Genau dieses Wissen treibt mich heute in der Politik an.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Kultur ist der Kitt, der unsere Kieze zusammenhält, und der Raum, in dem wir Demokratie überhaupt erst einüben. Gerade für junge Menschen ist es essenziell, Orte zu haben, an denen sie die Welt hinterfragen können. Wenn ich nach Lichtenberg schaue, sehe ich, was für eine unglaubliche Arbeit das Theater an der Parkaue oder das Theater Strahl leisten. Das sind für mich nicht einfach nur Spielstätten, sondern echte Lebensschulen für die Kids aus dem Bezirk. Wirtschaftlich redet man bei Kultur oft von „Standortfaktoren“ und Tourismus – aber für mich liegt der wahre, unverzichtbare Wert darin, dass Kultur uns zu mündigen, solidarischen Menschen macht.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Weil ich die prekären Realitäten der Kulturschaffenden aus eigener Erfahrung kenne, blutet mir das Herz, wenn in Berlin wieder der Rotstift bei der Kultur angesetzt wird. Nachhaltig finanzieren heißt für mich: Raus aus der ewigen Projekt-Mühle, rein in die Planungssicherheit! Ich setze mich dafür ein, dass wir feste, verlässliche Budgets schaffen, die Inflation und Tarifsteigerungen automatisch ausgleichen. Als Linke kämpfe ich für eine solidarische Kulturpolitik. Das bedeutet ganz konkret: Honoraruntergrenzen in der Freien Szene müssen konsequent finanziert werden, und die Bezirkskulturfonds brauchen ein massives Update, damit das Geld genau dort ankommt, wo die tägliche Basisarbeit passiert.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Echte Vielfalt entsteht nicht in durchgestylten Hochglanzprojekten, sondern dort, wo es noch Ecken und Kanten gibt – in den Freiräumen. Es macht mich wütend zu sehen, wie diese unkommerziellen Orte in Berlin zunehmend unter die Räder des Immobilienmarktes geraten. Nehmen Sie die Villa Kuriosum oder die BLO Ateliers bei mir im Bezirk Lichtenberg: Das sind die bunten, kreativen Herzkammern, in denen Teilhabe völlig niedrigschwellig funktioniert. Um diese Orte der Vielfalt zu schützen, brauchen wir als Stadt endlich schärfere Werkzeuge. Dazu gehört für mich ein echtes soziales Gewerbemietrecht und ein Milieuschutz, der unsere soziokulturellen Freiräume konsequent vor Spekulation und Verdrängung abschirmt.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

In meinem Bezirk Lichtenberg ist mein absolutes Herzensprojekt der Kampf um die bedrohten Kulturorte. Ich werde politisch alles daransetzen, dass die BLO Ateliers und die Villa Kuriosum bleiben können und eine verlässliche Zukunftsperspektive erhalten. Gleichzeitig gilt es, unsere Ankerinstitutionen der Jugendkultur – das Theater an der Parkaue und das Theater Strahl – gegen Kürzungsfantasien abzusichern und zu stärken. Auf Landesebene kämpfe ich für ein Kulturfördergesetz, das die Finanzierung der kulturellen Bildung und der Freien Szene verbindlich festschreibt. Kulturelle Bildung darf kein nettes Extra sein, wenn die Kassen voll sind – sie ist ein Grundrecht für jedes Kind in unserer Stadt.

Steffen Krach (SPD)
Wahlkreis 2, Steglitz-Zehlendorf

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Ich bin 2002 zum Studium an die Freie Universität nach Berlin gekommen und habe hier erlebt, wie sehr diese Stadt täglich von ihrer kulturellen Vielfalt und der vielfältigen Kulturlandschaft lebt. Von den kleinen, experimentellen Räumen, bis zu den großen Häusern. Genau darauf fußt die internationale Ausstrahlung Berlins, genau diesen Charakter müssen wir für die Zukunft erhalten. Als früherer Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung in Berlin weiß ich auch, wie eng Kultur, Bildung, Wissenschaft und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verbunden sind. Berlin ist stark, wenn Menschen hier Ideen entwickeln, ausprobieren, widersprechen und gestalten. Das müssen wir fördern und weiterentwickeln.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Berlin steht für Kunst, Kultur, Kreativität und Kulturinstitutionen von Weltrang. Sie prägen das Selbstverständnis unserer Stadt und wirken weit über Berlin hinaus. Die Kulturlandschaft verleiht Berlin internationale Strahlkraft – von der freien Szene über Festivals bis zu Museen, Theatern und Clubs.
Kultur hält Berlin zusammen. Sie schafft Orte, an denen Menschen einander begegnen, streiten, zuhören und neue Perspektiven gewinnen können. Gerade in einer Stadt, die so vielfältig ist wie Berlin, ist das unverzichtbar. Sie ist unverzichtbarer Teil des Bodens, auf dem unsere Demokratie gebaut ist.
Kultur ist auch ein wichtiger Teil der Berliner Wirtschaft. Berlin ist Europas größter Kunstproduktionsstandort. Clubs, Theater, Museen, Festivals, Ateliers, Projekträume, Film, Games, Design und Musik machen Berlin international attraktiv. Sie schaffen Arbeit, ziehen Menschen an und entwickeln das Bild dieser Stadt weiter. Deshalb ermöglichen wir stärkere Kooperation zwischen Produktion und Präsentation von Kunst sowie Handwerk. Dafür braucht es neue Förderansätze und gemeinschaftlich nutzbare Infrastrukturen, wie z. B. Atelier- und Proberäume. Wir werden auch ein neues Programm für die Förderung von Spielstätten (Clubs) einführen. Bei der Revitalisierung des ICC ist für uns klar: es muss als Ort für Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft und Events wieder genutzt werden und für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben, das waren die Kernbedingungen des laufenden Prozesses zur Wiederbelebung dieser Architekturikone.
Für mich als Sozialdemokrat ist klar: Kultur darf kein Luxus sein. Sie muss erreichbar und bezahlbar bleiben. In allen Bezirken. Nicht nur als Leuchtturm und nicht nur für Menschen, die es sich leisten können. Deshalb sind Angebote wie der Museumssonntag und die Jugendkulturkarte wichtig. Genauso wichtig sind kulturelle Bildung, Bibliotheken, Musikschulen, Jugendkunstschulen und Kulturorte in den Kiezen.
Kultur ist demokratisch relevant. Sie schafft Räume für Debatte und Erinnerung. Sie stärkt die Stadt gegen Antisemitismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit und für ein vielfältiges, weltoffenes Berlin.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Berlin braucht eine Kulturfinanzierung, die verlässlich und transparent ist. Ein neues Kulturfördergesetz sowie ein Stadtentwicklungsplan Kultur sollen Kunst und Kultur als feste Bestandteile der Stadtplanung verankern. Viele Einrichtungen, die freie Szene und die Beschäftigten brauchen wieder mehr Planungssicherheit.
Dazu gehört erstens: Wir müssen kulturelle Infrastruktur sichern. Von den großen Häusern bis zu Ateliers, Projekträumen, Theatern, Museen, Musikschulen, Bibliotheken, Volkshochschulen und Jugendkunstschulen. Kulturpolitik darf nicht nur auf die Innenstadt schauen. Auch Außenbezirke und sozial benachteiligte Kieze brauchen stabile Kulturorte.
Zweitens brauchen wir faire Arbeitsbedingungen. Wer Kultur möglich macht, muss davon leben können. Faire Honorare, Tarifbindung, soziale Absicherung und verlässliche Förderzeiträume gehören dazu.
Drittens soll das Kulturfördergesetz klare Grundlagen schaffen: transparente Verfahren, mehrjährige Förderung und nachvollziehbare Zuständigkeiten. Kulturpolitik darf nicht jedes Jahr neu in Unsicherheit beginnen.
Und viertens müssen Kultur und Stadtentwicklung enger zusammenrücken. Wenn neue Quartiere entstehen, müssen Räume für Kultur in allen Bezirken von Anfang an mitgedacht werden. Landeseigene Immobilien sollen stärker für kulturelle Nutzungen geöffnet werden. Analog zum Sport sollen Räume kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Berlin ist eine vielfältige Stadt. Diese Vielfalt muss sich auch in der Kulturpolitik widerspiegeln: in den Programmen, in den Förderentscheidungen, in den Gremien.
Ich verstehe Kulturpolitik als Teilhabepolitik. Kultur muss in allen Bezirken erreichbar sein. Kinder und Jugendliche brauchen frühen Zugang zu kultureller Bildung. Diesen sichern wir – unabhängig von ihrem Elternhaus. Mit der „Jugendkulturkarte“ führen wir das 50-Euro-Kulturguthaben pro Jahr für alle Berliner*innen zwischen 18 und 23 Jahren wieder ein, ebenso den Museumssonntag für alle.
Menschen mit wenig Einkommen dürfen nicht ausgeschlossen werden. Und die freie Szene braucht Räume, in denen sie unabhängig und kritisch arbeiten kann. Bibliotheken spielen dabei eine besondere Rolle. Sie sind offene Orte im Kiez: für Bildung, Austausch, Sprache, Beratung und demokratische Öffentlichkeit. Deshalb wollen wir sie dauerhaft stärken – auch mit einem Bibliotheksgesetz für Berlin.
Demokratische Debatte entsteht nicht von selbst. Sie braucht Orte und Vertrauen. Kultur kann Widerspruch sichtbar machen und gesellschaftliche Konflikte bearbeiten. Genau deshalb müssen wir sie schützen. Dazu gehört auch Erinnerungskultur. Die Aufarbeitung von Nationalsozialismus, SED-Diktatur und Kolonialismus bleibt wichtig.
Gedenkstätten, der Campus für Demokratie und Projekte zur ostdeutschen Erfahrung gehören zu einer Kulturpolitik, die Demokratie ernst nimmt.
Auch die migrantische Zivilgesellschaft stärken wir strukturell und fördern Projekte wie ein Migrationsmuseum oder ein Dokumentationszentrum. Queere Kunst und Kultur fördern und schützen wir, einschließlich der Erinnerungsarbeit.
Mit einem Demokratiefördergesetz schaffen wir für die demokratiefördernde Arbeit der Zivilgesellschaft und für die Demokratiebildung einen verlässlichen, gesetzlichen Rahmen. So stellen wir hre langfristige Finanzierung sicher und stärken die gesellschaftliche Resilienz dauerhaft. Dies sichert beispielsweise auch die Arbeit von Trägern kultureller sowie außerschulischer Bildung.
Den Hauptstadtkulturfonds erweitern wir um neue Schwerpunkte wie Demokratievermittlung, künstlerische Forschung und Weiterbildung in der freien Szene. Ein Vernetzungs- und Transferfonds Hauptstadt/EU stärkt die Zusammenarbeit zwischen Kultur, Wissenschaft und Bundesinstitutionen.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Es liegt nicht direkt in meinem Wahlkreis, aber direkt nebenan: Ich möchte mich für das Comeback des Jugendclubs „Pop Inn“ als Kulturort stark machen. Ich bin sicher: Das Projekt kann man noch moderner wiederbeleben als geschützten Raum, in dem junge Menschen zusammenkommen können – das sollten wir unbedingt fördern. Davon würden auch Jugendliche in meinem Wahlkreis profitieren.
Für ganz Berlin steht für mich das Kulturfördergesetz weit oben. Es soll Kulturförderung verlässlicher und transparenter machen. Nicht mit mehr Bürokratie, sondern mit klaren Regeln und mehr Planungssicherheit.
Für die Bezirke ist mir wichtig, dass Kultur nicht nur dort stattfindet, wo sie historisch schon stärker ausgestattet ist. Berlin braucht gute Kulturorte in allen Stadtteilen, auch in den Außenbezirken. Bibliotheken, Musikschulen, kommunale Galerien, Jugendkunstschulen, Stadtteilkultur, Ateliers und bezahlbare Räume. Um leerstehende Ladenzeilen oder Shoppingcenter als Räume für die Stadtgesellschaft nutzbar zu machen, ermöglichen wir dort Jugend-, Kultur-, Spiel-, Sport- und soziale Angebote. Zwischennutzungen fördern wir gezielt und vereinfachen Genehmigungen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das ICC. Wir wollen dieses besondere Gebäude wieder zum Leben erwecken. Als Zentrum für Kultur, Kreativwirtschaft und Großveranstaltungen.
Aktuell befindet sich das Vergabeverfahren für die Wiederbelegung des ICC, das unter sozialdemokratischen Senator/innen auf- und umgesetzt wurde, auf den letzten Metern. Wenn das Verfahren erfolgreich ist, werden die weiteren Schritte gerade am Anfang der Legislatur zusammen mit dem Investor eng begleitet werden müssen.
Mein Ziel ist eine Kulturpolitik, die Berlin offen, solidarisch und kreativ hält. Mit verlässlicher Finanzierung, fairen Bedingungen und dem Anspruch: Kultur ist für alle da.

Kian Niroomand (SPD)
Wahlkreis 3, Charlottenburg-Wilmersdorf

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Die Kultur in Berlin ist für mich essenziell. Sie ist das, was unsere Stadt ausmacht. Als jemand, der hier aufgewachsen ist und tagtäglich im Kiez unterwegs ist, Menschen trifft und selbst aktiv in Vereinen und Initiativen ist, stelle ich immer wieder fest: Diese Stadt lebt von der Kulturszene. Sie ist so vielfältig und lebendig, wie die Stadt selbst.

Eines meiner politischen Kernthemen sind lebenswerte Kieze. Und die gibt es ohne Kultur nicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich um den Wert der Räume, die die Kulturszene in all ihren Facetten schafft. Hier findet Begegnung statt, hier entsteht Zusammenhalt und Gemeinschaft. Werte, die gerade in diesen zeiten wichtiger denn je sind.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Weil Kultur allgegenwärtig ist. Und weil die Kultur als Ganzes Teil der Berliner DNA ist. Natürlich ist das auch der Geschichte geschuldet und der Tatsache, dass Berlin Bundeshauptstadt ist. Aber wir müssen gar nicht so weit ausholen. Wir haben rund eine Viertel Million Kulturschaffende in Berlin. Wir sind die Stadt mit den meisten Museen in Deutschland. Wir haben die meisten Sportvereine. Vorletztes Jahr wurde die Berliner Clubszene als UNESCO Weltkulturerbe deklariert. Das sind alles ganz aktuelle Aspekte, die abermals verdeutlichen: Kultur ist das Aushängeschild Berlins. Sie verbindet Menschen, schafft Raum für Austausch und Dialog und sie ist Anzugspunkt für Menschen von nah und fern, die gerade wegen der Kultur nach Berlin kommen.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Als Kandidat bekenne ich mich ausdrücklich zur Relevanz und Tragweite der Kultur in Berlin. Deshalb ist für mich jedwede Diskussion um Kürzungen, wie man es vor kurzem noch in den Medien hören und lesen konnte, wertlos. Im Gegenteil: Ich möchte Kulturwirtschaft und auch das oft damit einhergehende Ehrenamt in Berlin stärken. Das bedeutet zwangsläufig auch die Steigerung der Mittel. Man muss dazu aber auch sagen: Berlin spielt als Hauptstadt eine ganz besondere Rolle für die Bundesrepublik und übernimmt jährlich zusätzliche Ausgaben, die der Bund viel stärker mittragen müsste. Deshalb unterstütze ich den Vorstoß unseres Spitzenkandidaten Steffen Krach, einen Hauptstadtfinanzierungsvertrag zu beschließen. Wir tragen in unserer Stadt internationale Veranstaltungen aus, empfangen Staatsgäste aus aller Welt und haben nationale Kultureinrichtungen. Das sind alles Dinge, die weit über die Stadtgrenzen hinaus wirken und für ganz Deutschland relevant sind. Und das sind deshalb auch alles Kostenpunkte, die gemeinsam von Bund und Land gestemmt werden müssen. Hinzu kommt, dass im Angesicht der angespannten Haushaltslage, die Kulturfinanzierung eine klare Priorisierung erfahren muss.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Seitdem ich denken kann, bin ich in meinem Kiez und Bezirk in einer Form oder der anderen aktiv gewesen; ob in Sportvereinen, Nachbarschaftsinitiativen oder natürlich auch politisch. Dabei habe ich immer wieder gemerkt, wie wichtig kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen sind. Sie sind Orte des Kennenlernens, der Integration und der Teilhabe. Und das sind nur ein paar der positiven Effekte eines kulturell lebendigen Kiezes. Dies gilt es zu stärken. Zum Beispiel durch weniger Bürokratie für Künstlerinnen und Künstler bzw. für Events im öffentlichen Raum.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Ein konkretes Vorhaben von mir ist, Leerstand kreativ für Kulturschaffende zu nutzen. Konkret bedeutet das, dass wir leider leerstehende Läden nutzen für eine Zwischennutzung. Dafür sollen Projekte und Kulturschaffende aus dem Kiez durch den Bezirk oder das Land gefördert werden. Als Abgeordneter werde ich mich für eine solche Art der Förderung einsetzen. Und ich denke, dass wir so den Leerstand in ganz Berlin sinnvoll nutzen könnten.

Anna Auerbach (Volt)
Wahlkreis 1, Mitte

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Die Berliner Kultur war einer der Hauptgründe, warum es mich nach Berlin gezogen hat. Schon als Schülerin bin ich sehr gern ins Theater gegangen – und war überwältigt vom großen Angebot in dieser Stadt. Später habe ich auch die Clubkultur für mich entdeckt, besonders in meiner Studienzeit. In der Kulturszene spürt man am deutlichsten, was Berlin von anderen Städten unterscheidet. Heute genieße ich auch die vielfältigen Angebote für Familien und freue mich, dass meine Kinder mit dieser besonderen Museums- und Theaterlandschaft aufwachsen.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Für uns bei Volt ist Kultur in Berlin demokratische Infrastruktur. Sie schafft Zusammenhalt in Vielfalt, weil sie Räume öffnet, in denen Menschen unabhängig von Herkunft oder Einkommen teilhaben, sich ausdrücken und die Stadt mitgestalten können. Kultur ist gelebte Partizipation und macht Berlin als Teil eines offenen europäischen und internationalen Raums unverzichtbar. Kulturpolitik verstehen wir deshalb nicht als Bewahrung des Status quo, sondern als Zukunftspolitik für ein demokratisches, vielfältiges und europäisch und global vernetztes Berlin. Es ist die Kultur, die Berlin zur Weltstadt macht.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Nachhaltige Kulturfinanzierung sichern wir durch klare Priorisierung im Haushalt und verlässliche, mehrjährige Strukturen, die Planungssicherheit schaffen. Kultur ist als öffentliches Gut breit gesellschaftlich verankert und darf nicht kurzfristigen Haushaltslagen unterliegen. Ohne stabile Finanzierung verliert Berlin kreative Anziehungskraft, wirtschaftliche Dynamik und sozialen Zusammenhalt – mit erheblichen Folgekosten für Standort und Stadtentwicklung. Für Volt heißt das, Kultur als festen Bestandteil zukunftsorientierter Stadtentwicklung langfristig abzusichern.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Kultur stärkt Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte vor allem durch ihre Freiheit. Entscheidend ist, dass sie ein eigenständiger Raum bleibt, der nicht politisch inhaltlich gesteuert wird. Aufgabe der Politik ist es, diese Offenheit zu schützen und verlässliche Rahmenbedingungen zu sichern. So bleibt Kultur ein pluraler Ort gesellschaftlicher Aushandlung.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Wir wollen eine gesamtstädtische Kulturentwicklungsplanung für Berlin anstoßen – nach Vorbild von Städten wie Düsseldorf. Sie setzt einen langfristigen, strategischen Rahmen, in dem Kulturpolitik nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet wird. Politik, Verwaltung, Kulturszene und Stadtgesellschaft werden dabei gemeinsam einbezogen, um Berlins kulturelle Entwicklung transparenter, koordinierter und zukunftsfähig zu machen.

Jakob Johannes Welker (Volt)
Listenplatz 5, Friedrichshain-Kreuzberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Für mich ist unsere Kulturszene das erste, was mir in den Kopf kommt, wenn Menschen mich fragen, warum Berlin eine geile Stadt ist. Zwischen der Schaubühne, About Blank und dem Friedrichstadt Palast finde ich alles, was ich mir an kultureller Vielfalt wünsche. Diese Leidenschaft für die Kulturszene habe ich beim Aufbau von Culture Campus einfließen lassen. Das Ziel des Vereins ist es, Kultur für junge Menschen zugänglich zu machen, wofür wir mit zahlreichen Institutionen wie den Opern, der Neuen Nationalgalerie oder dem Pierre Boulez Saal zusammenarbeiten. Mein dortiges Engagement hat meinen Eindruck der Berliner Kulturlandschaft stark geprägt und erweitert. Es sind Theaterworkshops, Galeriebesuche und lange Clubnächte, die ich nicht missen möchte.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Berlin lebt von Kultur und Kultur lebt von Berlin. Rund 61% aller Tourist:innen besuchen Berlin jährlich wegen des Kunst- und Kulturangebots. Das sind um die 7,5 Millionen Menschen und viele mehr, wenn wir die Einheimischen inkludieren. Berlins Kulturszene und Geschichte ist divers und interessant. Die Gründung des Deutschen Reichs, Zweite Weltkrieg und Mauerfall sind bekannte Ereignisse, aber über sie zu sprechen ist für den Erhalt unserer Demokratie unerlässlich. Auch das Pushen von Individualität und seelischer Gesundheit ist wichtig. Eine Nacht die Sorgen wegtanzen oder sich selbst in einer Galerie zu verlieren, darf nicht zu kurz kommen. Kultur ist gesellschaftliche Seelsorge.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Wir von Volt wollen die Kulturförderung dauerhaft in allen Bezirken absichern. Wir wollen weg von der kurzfristigen Produktlogik und hin zur verlässlichen Strukturförderung. Konkret setzen wir uns bei Clubs und Eventlocations für das “Agent of Change”-Prinzip ein. Nach diesem müssen diese Kulturstätten nicht mehr selbst für Lärmschutzkosten aufkommen, wenn ein Hotel entsteht. Langfristig sichern wir Einnahmen durch Städtepartnerschaften und stabile Netzwerke zwischen Schulen, Jugend- und Kultureinrichtungen ab. Wir entwickeln eine EU-Fördermittelstrategie und stellen EU-Förderlots*innen zur Verfügung.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, Kultur inhaltlich zu leiten, sondern den Rücken vor übermäßiger Bürokratie und finanziellem Druck freizuhalten. Nur durch diesen offenen und freien Raum, kann Kultur sich frei entwickeln und ihre volle gesellschaftliche Kraft entfalten. Vielfalt, Teilhabe und eine demokratische Debatte gibt es nur, wenn es eine lebendige und starke Kultur gibt.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Ich möchte junge Menschen stärker an das kulturelle Angebot der Stadt und des Bezirks heranführen und ihnen den Zugang ermöglichen. Kulturstätten können sich darauf verlassen, dass ich den Dialog fördere, um Einrichtungen auf stabile Beine zu stellen und ein nachhaltiges Angebot zu fördern. Für Berlin fordern wir als Volt einen gesamtstädtischen Kulturentwicklungsplan. Dieser fördert den Austausch zwischen Politik, Verwaltung, Kulturszene und Gesellschaft, um Vorgänge transparenter und zukunftsfähiger zu machen.

Michael Gaedicke (Bündnis 90/Die Grünen) 
Wahlkreis 6, Steglitz-Zehlendorf

  1. Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?

Ich bin Kino- und Theatergänger und freue mich über die vielfältige Kinolandschaft in Berlin – das Off-Kino Bali in Zehlendorf ebenso wie die große Bühne im Delphi-Filmpalast. Sonntagabends z.B. bin ich gerne im Capitol Dahlem, das erhalten bleiben muss! Beim Theater besuche ich häufig das DT, BE oder die Schaubühne. Die Freie Szene hat in Berlin zwar einen hohen Stellenwert, wird aber von meiner Seite eher selten besucht.

Berliner Kultur ist Vielfalt und Kontrast. Erkennbar auch in meinem Bezirk und Wahlkreis Zehlendorf/Dahlem. Bei Ausstellungen und Museen erleben wir das besonders: Kulturelle Leuchttürme wie das Brücke-Museum, das Kunsthaus Dahlem, das avantgardistische Haus am Waldsee stehen einer großen Zahl von Galerien gegenüber; weiter geht es über das Literarische Colloquium am Wannsee und historische Orte wie das Alliierten-Museum bis hin zu lokalen Bibliotheken und Stadtteilzentren, die als soziale Ankerpunkte dienen. Mit ihrem kulturellen lokalen Kolorit geben sie der Kleinkunst einen Raum und fördern nachbarschaftlichen Zusammenhalt.

  1. Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?

Kultur ist Daseinsvorsorge, muss in seiner Vielfalt erhalten bleiben und mit Kontinuität gefördert werden:

Denn Kultur stiftet Identität, schafft Begegnungsräume und bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Kunst und Kultur stoßen Debatten an, spiegeln gesellschaftliche Missstände, verteidigen die Freiheit und sind deshalb Seismographen unserer Zeit.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist für Berlin auch ein Wirtschaftsfaktor. Sie zieht Talente, BesucherInnen und Investitionen an. Jeder Euro, den wir in die Kultur stecken, fließt als Vielfaches an Lebensqualität und wirtschaftlicher Wertschöpfung an die Stadt zurück. Deshalb plädiere ich dafür, dass die City-Tax grundsätzlich in die Kultur fließt.

  1. Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?

Statt kulturpolitischer Kahlschläge fordere ich ein Kulturfördergesetz nach Schweizer Vorbild, um eine verlässliche Grundfinanzierung zu sichern. Institutionelle Förderungen müssen Tariferhöhungen und steigende Sachkosten systematisch ausgleichen, damit Einrichtungen nicht still und leise ausbluten.

 

 

  1. Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?

Kultur muss barrierefrei, diskriminierungsfrei und zugänglich sein. Kulturelle Bildung & Teilhabe muss durch Ausbau von Kooperationen zwischen Schulen, Kitas und Kultureinrichtungen gefördert werden. Initiativen wie die Jugendkulturkarte erhalten meine volle Unterstützung, ebenso wie ein freier Eintritt für Ältere ab 67 Jahren – beides ermöglicht Teilhabe.  

Die Vielfalt der Stadt muss sich auch in Jurys, Programmen und paritätisch besetzten Leitungspositionen widerspiegeln. Und Versuchen von rechts, die Kunstfreiheit einzuschränken, müssen wir entschieden entgegentreten.

  1. Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?

Für meinen Wahlkreis Zehlendorf will ich einen „Kulturort Dahlem“ schaffen, in dem Kultur, Kunst und Wissenschaft in einen produktiven Austausch kommen. Die kulturellen Leuchttürme will ich zu einem neuen, starken Kern zusammenführen.

Zur Kultur gehört für mich auch der Schutz unseres architektonischen Erbes. Ich wünsche mir einen Ort, der diese Geschichte erzählt – zum Beispiel ein Infozentrum für eine zusätzliche UNESCO-Welterbestätte in Zehlendorf.

Für ganz Berlin steht die Verankerung eines Kulturschutzparagraphen im Berliner Ausführungsgesetz oben auf der Agenda. Kulturräume und Clubs müssen als schützenswerte Kulturstätten im Baurecht verankert werden, um sie effektiv vor Verdrängung und Gentrifizierung zu schützen. Wer Kultur sät, darf nicht Luxuswohnungen ernten.

Michael Efler (Die Linke)
Wahlkreis 4, Friedrichshain-Kreuzberg

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Berlin ist für mich ein Ort kultureller Vielfalt. Die Stadt bietet ein außergewöhnlich breites Kulturangebot, das in dieser Form einzigartig ist. Mein persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin zeigt sich vor allem durch meine Begeisterung für Musik, insbesondere Metal und Punkrock. Ich besuche regelmäßig Konzerte und schätze es sehr, dass hier Künstler*innen unterschiedlichster Genres auftreten. Auch mein Wahlkreis in Kreuzberg ist sehr von Kultur geprägt. Hier gibt es zum Beispiel das SO36, das nun schon seit Jahrzehnten das kulturelle Leben in Kreuzberg beeinflusst und das ich sehr gerne besuche. 

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kultur ist, was Berlin ausmacht und was so viele Menschen an Berlin lieben. Kultur schafft Räume für Begegnung, trägt zur Meinungsvielfalt und kritischen Auseinandersetzung bei und ist damit gesellschaftlich und demokratisch absolut relevant. Auch wirtschaftlich ist Kultur bedeutend für die Stadt. Viele Tourist*innen kommen nach Berlin gerade wegen des diversen Kulturangebots. Außerdem sind rund acht Prozent aller Berliner*innen im Kulturbereich beschäftigt. 

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Drastische Kürzungen im Kulturbereich, wie sie der aktuelle Senat vorgenommen hat, sind nicht akzeptabel und gefährden die kulturelle Infrastruktur Berlins. Wir wollen, dass der Anteil der Kulturausgaben am Haushalt in den kommenden Jahren auf drei Prozent ansteigt, kurzfristig auf 2,5 Prozent. Damit wollen wir die Bezirke entsprechend ihren Aufgaben ausreichend ausstatten. Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass ein fester Anteil der City Tax künftig für die kulturelle Infrastruktur und Grundversorgung eingesetzt wird. Als Linke unterstützen wir darüber hinaus den Beteiligungsprozess für ein Berliner Kulturfördergesetz, das als Leitlinie für die Förderung, Finanzierung und Entwicklung von Kultur in der Stadt dienen soll.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Aus linker Perspektive sollte die Möglichkeit, Kultur zu erleben, allen Menschen offenstehen. Kulturelle Teilhabe sehen wir als einen wesentlichen Bestandteil sozialer Gerechtigkeit. Daher wollen wir u.a. den kostenlosen Museumssonntag, den wir als Linke eingeführt haben und den der aktuelle Senat wieder gestrichen hat, wieder einführen, um mehr Menschen Zugang zu Kultur zu ermöglichen.

Kultureinrichtungen sind immer stärker von Verdrängung betroffen. Damit Kultur stattfinden kann, braucht es Räume. Dafür wollen wir die kulturelle Nutzung leerstehender Immobilien erleichtern und Zwischennutzungen ausweiten. In Berlin stehen über 2 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer, die teilweise für Kultureinrichtungen genutzt werden könnten. Bei größeren Neubauvorhaben wollen wir außerdem Orte für Kunst und Kultur verpflichtend mitplanen. 

Die Kulturförderung muss vereinfacht werden. Dafür werden wir die in Teilen komplizierte Fördersystematik gemeinsam mit den Fachverbänden und Interessenvertretungen evaluieren. Das Zuwendungsrecht muss im Sinne der Kulturakteur*innen und des Zugangs zu öffentlichen Geldern transparenter werden. Außerdem muss die Fördergeld-Affäre der CDU vollständig aufgeklärt werden. 

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Als stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Linksfraktion setze ich mich dafür ein, kulturelle Orte dauerhaft zu sichern und sie vor Verdrängung zu schützen. Kultur braucht Räume und langfristige Nutzungsperspektiven. In meinem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg setze ich mich zum Beispiel für den Erhalt der kulturellen Einrichtungen auf dem RAW-Gelände ein. Die dort ansässigen Clubs und kulturellen Einrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil der Berliner Kulturszene. Die Räumungsaufforderungen der Kurth-Gruppen müssen zurückgenommen werden und es braucht eine verlässliche Zukunftsperspektive für das RAW-Gelände.

Berlinweit liegt mir die Weiterentwicklung des Alexanderplatzes sehr am Herzen. Der Platz muss seine Aufenthaltsqualität zurückerhalten. Dafür braucht es einen Nutzungsmix, in dem Kultur eine zentrale Rolle spielt. Außerdem soll die Zentrale Landesbibliothek in das Galeria-Warenhaus einziehen. Langfristig müssen die Bibliotheksräume in Landeseigentum übergehen. 

Jacky Sanehy (Die Linke)
Wahlkreis 4, Mitte

Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Mein Bezug zu Kunst und Kultur begann schon in der Kindheit. Ich habe eine Kinder- und Jugendtheater-Schule besucht und dort erlebt, wie viel Kreativität, Leidenschaft und Gemeinschaft in kultureller Arbeit steckt.
Gleichzeitig habe ich früh gesehen, unter welchem finanziellen Druck viele Kulturschaffende und Einrichtungen stehen.
Heute genieße ich das vielfältige Kulturangebot Berlins selbst sehr. Zu meinen persönlichen Lieblingsorten gehören das Museum der Trostfrauen in Moabit und das Schwule Museum in Tiergarten.
Eine Kulturveranstaltung dieses Jahr, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist das Stück „Die Marquise von O. und“ im Deutschen Theater. Es greift unter anderem die Geschichte von Gisèle Pelicot auf und verbindet sie mit einem literarischen Stoff. Das Thema sexualisierte Gewalt ist oft schwer zu besprechen. Das Theaterstück hat einen Raum geschaffen, um darüber nachzudenken und ins Gespräch zu kommen. Das hat mich sehr berührt.
Außerdem bin ich eine leidenschaftliche Leseratte. Kleine Buchhandlungen sind für mich ebenfalls wichtige kulturelle Orte, die Begegnung, Austausch und Bildung ermöglichen.

Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Als Linke lehnen wir die Kürzungen im Kulturbereich ab.
Um Kultur langfristig zu sichern, braucht es andere politische Prioritäten. Statt Millionenprojekte wie eine Olympiabewerbung voranzutreiben, sollten vorhandene Mittel gezielt in Kultur, Bildung und soziale Infrastruktur investiert werden. Darüber hinaus müssen die finanziellen Spielräume des Landes konsequent genutzt werden, um kulturelle Angebote dauerhaft abzusichern.

Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Ob Museen, Kinos, Clubs, Festivals, Gedenkorte oder Street Art. Viele Menschen nutzen kulturelle Angebote ganz selbstverständlich und verbinden genau damit die besondere Lebensqualität dieser Stadt.
Sie schafft Räume für Debatten, greift aktuelle gesellschaftliche Fragen auf und ermöglicht neue Perspektiven. Kunst war schon immer unbequem, kritisch und politisch. Deshalb ist die Kunst- und Redefreiheit ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie.
Dass ausgerechnet im Kulturbereich immer wieder zuerst gekürzt wird, halte ich für ein Warnsignal. Wenn kulturelle Räume verschwinden, gehen auch Orte des gesellschaftlichen Austauschs und der politischen Auseinandersetzung verloren. Außerdem geraten viele Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende durch die Kürzungen in existenzielle Schwierigkeiten. Diese Entwicklung bereitet mir große Sorgen.

Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
In der Kulturpolitik wird oft über die großen Häuser gesprochen. Mir ist aber auch wichtig, die vielen kleinen Kulturorte und freien Träger in den Blick zu nehmen, die tagtäglich wertvolle Arbeit leisten.
In meinem Wahlkreis gibt es beispielsweise das Theater X, das gemeinsam mit jungen Menschen wichtige antifaschistische und gesellschaftspolitische Stücke entwickelt. Ebenso gibt es Ateliers und Kulturprojekte, die gezielt mit benachteiligten oder straffällig gewordenen Jugendlichen arbeiten.
Kultur schafft Teilhabe, stärkt Selbstbewusstsein und fördert gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb wird sie auch erfolgreich in der Bildungsarbeit, der Sozialarbeit und sogar in therapeutischen Kontexten eingesetzt. Wenn wir Kultur, Soziales und Gesundheit stärker zusammendenken, wird deutlich, welchen unverzichtbaren Beitrag Kunst und Kultur für unsere Gesellschaft leisten.
Gerade deshalb sollten kleine Kulturorte und freie Kunstschaffende stärker gefördert und langfristig abgesichert werden.

Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Ein zentrales Anliegen ist für mich der Erhalt der Friedensstatue in Moabit. Sie erinnert an die Opfer sexualisierter Gewalt in Kriegen und Konflikten und hält ein hochaktuelles Thema im öffentlichen Bewusstsein.
Mir ist wichtig, dass die Statue dauerhaft sichtbar bleibt und weiterhin als Lern- und Erinnerungsort wirken kann.
Darüber hinaus wünsche ich mir, dass mein zukünftiges Wahlkreisbüro – sollte ich ins Abgeordnetenhaus einziehen – mehr ist als ein politisches Büro, sondern ein Ort der Begegnung, Beratung und Kultur. Ich kann mir dort beispielsweise Lesungen, kleine Konzerte oder eine Büchertauschecke vorstellen.
Besonders am Herzen liegen mir außerdem Kulturangebote für neurodivergente Kinder – also Kinder mit Autismus oder ADHS.
Theaterpädagogik war für mich selbst als neurodivergentes Kind eine wichtige Unterstützung. Deshalb möchte ich mich dafür einsetzen, dass solche niedrigschwelligen und inklusiven Kulturangebote stärker gefördert werden.

Stefan Schenck (SPD) 
Wahlkreis 2, Lichtenberg

#BerlinIstKultur – wenn alle teilhaben können

Seit 2009 engagiere ich mich an der Schnittstelle von Erinnerungskultur, Kunst und gesellschaftlichem Dialog: als Mitbegründer des digitalen Gedenk- und Informationsort gedenkort-T4.eu, des Förderkreis Gedenkort T4 e.V. und als Initiator zahlreicher Projekte zum Gedenken an die Opfer der NS-„Euthanasie“-Verbrechen. Besonders wichtig ist mir der bundesweite Theaterwettbewerb „andersartig gedenken on stage“ (andersartig-gedenken.de), der junge Menschen dazu ermutigt, sich kreativ mit der/den Geschichte/n von Opfern der NS-„Euthanasie“-Verbrechen, Ausgrenzung und Verantwortung auseinanderzusetzen.

Aktuell erleben wir, dass Demokratie und Meinungsfreiheit keine Selbstverständlichkeiten mehr sind. Erinnerungskultur ist deshalb kein Blick zurück um der Vergangenheit willen, sondern eine Antwort auf die Gegenwart. Wer versteht, wohin Hass, Entmenschlichung und Schweigen führen können, handelt anders. Kultur schafft Räume für Empathie, Streit, Haltung und Zusammenhalt – und genau deshalb ist sie für Berlin unverzichtbar.

Ein Schwerpunkt meines Engagements ist kulturelle Teilhabe. Als Mitglied im Landesbeirat für Menschen mit Behinderung und der AG Kultur barrierefrei (in der Senatsverwaltung für Kultur) setze ich mich seit vielen Jahren für Barrierefreiheit in Kultureinrichtungen (u.a. beim Ticketing) und in Förderverfahren ein. Und für inklusive Arbeitsangebote in der Kultur. Wie z.B. im Zentrum für bewegte Kunst e.V., in dem mein Sohn, der mit Down-Syndrom lebt, als Artist und Trainer-Assistent arbeitet. Auch die Theater Thikwa und RambaZamba zeigen eindrucksvoll, wie unabdingbar inklusive Theaterarbeit für #BerlinistKultur ist.

Als Mitglied im rbb-Rundfunkrat setze ich mich für mehr Vielfalt und Barrierefreiheit in den Medien ein – vor und hinter der Kamera sowie durch mehr Untertitel, Audiodeskription und Leichte Sprache.

Mein Verständnis von Inklusion geht weit über das Thema Behinderung hinaus: Kultur muss für ALLE zugänglich sein – unabhängig auch von Einkommen, Herkunft, Alter, Geschlecht oder Lebensweise. Kulturelle Teilhabe ist eine Frage der Demokratie und sozialen Gerechtigkeit. „Teilhabe für alle!“ ist das Kernthema meines Wahlkampfes und meines zivilgesellschaflichen Engagements.

Als konkretes kulturpolitisches Vorhaben in meinem Wahlkreis Alt-Hohenschönhausen werde ich helfen das „KulturGut 44“ (das denkmalgerecht sanierte „Bürgerschloss“, s. Foto) zu einem echten kulturellen Kleinod für den Bezirk zu entwickeln: als offener barrierefreier Ort für Begegnung, Kunst, Kultur und Teilhabe.

Auf Landesebene setze ich mich weiter dafür ein, Inklusion und Barrierefreiheit noch verbindlicher in der Kulturförderung zu verankern und inklusive Beschäftigungsmodelle in Kultureinrichtungen gezielt auszubauen. Und ich werde die Erinnerungskultur, besonders für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Verbrechen, weiter stärken.

Berlin, 23. Mai 2026